Weiterbildung Pflege

In der Pflege herrscht seit Jahren ein akuter Fachkräftemangel. Das bedeutet: Nicht nur ausgebildete Pflegefachkräfte, sondern teilweise auch Quer- und Wiedereinsteiger haben beste Berufsaussichten. Wer bereits in der Pflege arbeitet oder in das Berufsfeld einsteigen möchte, sollte über eine gezielte Weiterbildung nachdenken. Sie vermittelt zusätzliche Kenntnisse, öffnet Spezialgebiete und ist häufig die Voraussetzung, um beruflich aufzusteigen und mehr zu verdienen.

Unabhängig davon, ob es um einen Quereinstieg oder um den Aufstieg als erfahrene Pflegekraft geht, ist eine Weiterbildung in der Pflege in den allermeisten Fällen eine lohnende Investition. Ein großer Vorteil: Viele Maßnahmen lassen sich über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter fördern, sodass die Kosten für Teilnehmende oft ganz oder teilweise entfallen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Weiterbildungen es in der Pflege gibt, was sie kosten, wie sie gefördert werden und wie der Weg zur passenden Qualifizierung aussieht.

Pflegekraft bei der Betreuung einer Patientin - Weiterbildung in der Pflege

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Die Pflege bietet Weiterbildungen auf drei Ebenen: kurze Anpassungsfortbildungen (z.B. Wundmanagement, Palliative Care), staatlich geregelte Fachweiterbildungen (z.B. Intensiv-, Notfall- oder Psychiatriepflege) und Aufstiegsfortbildungen in Richtung Leitung.
  • Die meisten Maßnahmen dauern zwischen wenigen Tagen und rund zwei Jahren berufsbegleitend; Vollzeit-, Teilzeit- und Fernvarianten sind verbreitet.
  • Bei Arbeitslosigkeit fördert die Agentur für Arbeit über den Bildungsgutschein (§ 81 SGB III), Beschäftigte werden über das Qualifizierungschancengesetz unterstützt.
  • Aufstiegsfortbildungen wie Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen werden über das Aufstiegs-BAföG gefördert – unabhängig von Alter und Einkommen.
  • Das Gehalt in der Pflege steigt mit Zusatzqualifikationen spürbar; Leitungsfunktionen erreichen deutlich mehr als das Einstiegsniveau von rund 30.000 Euro brutto im Jahr.

Berufliche Perspektiven und Verdienst in der Pflege

Da in der Pflege händeringend Personal gesucht wird, ergeben sich in der Regel keine Probleme, einen Job zu finden. Wer als Fachkraft tätig werden möchte, liegt mit einer Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann – oder mit den älteren Abschlüssen in der Alten- und Gesundheits- und Krankenpflege – goldrichtig. Eine passende Weiterbildung wertet das Qualifikationsprofil zusätzlich auf und verbessert die Karrierechancen. Pflegekräfte finden Beschäftigung in vielen Einrichtungen:

  • Kliniken und Krankenhäuser
  • Altenheime und Pflegeheime
  • Ambulante Pflegedienste
  • Pflegestützpunkte
  • Tageskliniken
  • Behinderteneinrichtungen
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • Sozialstationen
  • Hospize

Dass Pflegeberufe im Verhältnis zur Belastung oft unterbezahlt sind, ist kein Geheimnis und ruft immer wieder Kritik hervor. Pflegekräfte streiken daher regelmäßig und kämpfen für mehr finanzielle Anerkennung ihrer wichtigen Arbeit. Umso wichtiger ist der Hinweis, dass zusätzliche Qualifikationen unmittelbar zu einem höheren Einkommen führen können. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt in der Pflege bewegt sich um die 30.000 Euro brutto im Jahr; mit Fachweiterbildung, tariflicher Eingruppierung und Leitungsfunktion liegt der Verdienst deutlich darüber. Eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung beispielsweise verändert die Gehaltsklasse spürbar.

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Weiterbildungsmöglichkeiten im Überblick

In der Pflege gibt es nicht nur viele Jobs, sondern auch außergewöhnlich viele Weiterbildungsmöglichkeiten. Pflegekräfte, die beruflich etwas erreichen möchten, haben daher die Qual der Wahl und sollten zunächst ihre eigenen Wünsche und Pläne klären. Grundsätzlich lassen sich die Angebote in drei Gruppen einteilen, die sich in Umfang, Ziel und Förderweg deutlich unterscheiden.

Art der WeiterbildungZielTypische DauerBeispiele
AnpassungsfortbildungWissen auffrischen, vertiefen, spezialisierenTage bis wenige MonateWundmanagement, Palliative Care, Hygiene, Schmerzmanagement
FachweiterbildungAnerkannte Spezialisierung mit staatlicher Prüfung1,5 bis 2 Jahre berufsbegleitendIntensiv- und Anästhesiepflege, Notfallpflege, Psychiatrie
AufstiegsfortbildungLeitung, Management, Beratung, Anleitung1 bis 2 JahrePflegedienstleitung, Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen, Praxisanleiter

Seminare und Kurse aus dem Pflegebereich

Eine fundierte Ausbildung ist eine solide Basis, aber es lohnt sich, das vorhandene Wissen zu erweitern, aufzufrischen oder zu spezialisieren. Aus diesem Grund bieten sich Kurse und Seminare als Anpassungsfortbildungen für Pflegekräfte an. Sie sind häufig kurz, praxisnah und mit einem Zertifikat abschließbar. Zur Auswahl stehen unter anderem:

  • Schmerzmanagement
  • Pflegedokumentation
  • Palliativversorgung (Palliative Care)
  • Wundmanagement und Wundexperte
  • Hygienebeauftragte in der Pflege
  • Qualitätsmanagement (QM) in der Pflege

Gerade Themen wie Qualitätsmanagement, Hygiene oder Wundversorgung werden in Einrichtungen stark nachgefragt, weil hier gesetzliche Vorgaben zu erfüllen sind. Wer eine solche Zusatzqualifikation mitbringt, macht sich für Arbeitgeber besonders interessant.

Pflege-Fortbildungen mit höherem Abschluss

Pflegefachkräfte können auch an einer Fortbildungsmaßnahme teilnehmen und dadurch einen höheren beruflichen Abschluss erlangen. Damit steht dem Aufstieg auf der Karriereleiter nichts im Wege. Wer die Pflege als Berufung empfindet und zugleich Karriere machen möchte, sollte beispielsweise die folgenden Qualifikationen berücksichtigen:

Fachweiterbildungen führen zur Spezialisierung

Fachweiterbildungen sind das Herzstück der beruflichen Spezialisierung in der Pflege. Sie sind in den meisten Bundesländern staatlich geregelt, schließen mit einer Prüfung ab und führen zu einem anerkannten Titel wie „Fachkrankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie“. Weil sie berufsbegleitend über etwa anderthalb bis zwei Jahre laufen, verbinden Teilnehmende Theorie in Blockwochen mit praktischen Einsätzen auf ihrer Station.

Besonders gefragt sind Fachweiterbildungen in der Intensivpflege und Anästhesie, in der Psychiatrie, in der Onkologie sowie in der Nephrologie beziehungsweise Dialyse. Für diese Bereiche brauchen Einrichtungen dringend qualifiziertes Personal, weshalb Arbeitgeber Fachweiterbildungen häufig aktiv unterstützen und teils die Kosten übernehmen.

Die Notfallpflege-Weiterbildung

Wenn es um pflegerische Weiterbildungen geht, denken die meisten Menschen vor allem an die Kranken- und Altenpflege. Die Notfallpflege gerät dabei leicht in Vergessenheit. Im Rettungsdienst sowie in der Notfallmedizin werden aber ebenso kompetente Pflegekräfte dringend benötigt. Im Rahmen einer Fachweiterbildung Notfallpflege werden die Teilnehmenden gezielt auf den Einsatz in der Notaufnahme vorbereitet und lernen, den hohen Anforderungen einer Zentralen Notaufnahme standzuhalten.

Praxisanleitung als eigener Weiterbildungsweg

Eine zunehmend wichtige Fortbildung ist die zur Praxisanleiterin oder zum Praxisanleiter. Wer diese Qualifikation erwirbt, darf Auszubildende in der Pflege anleiten und begleiten. Angesichts der Ausbildungsoffensive in der Pflege sind Praxisanleiter in nahezu jeder Einrichtung gefragt, und die berufsbegleitende Weiterbildung mit rund 300 Stunden lässt sich gut neben dem Beruf absolvieren.

Aufstiegsfortbildungen ebnen den Weg in die Leitung

Wer Verantwortung übernehmen und ein Team führen möchte, wählt eine Aufstiegsfortbildung. Der klassische Weg führt über die Weiterbildung zur Pflegedienstleitung, die zur Leitung eines ambulanten Dienstes oder einer stationären Einrichtung befähigt. Betriebswirtschaftlich orientierte Kräfte streben den Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen (IHK) oder den Betriebswirt für Management im Gesundheitswesen an.

Der große Vorteil dieser Aufstiegsfortbildungen: Sie gelten als Fortbildungen im Sinne des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes und werden daher über das Aufstiegs-BAföG gefördert – einkommens- und altersunabhängig. Das macht den Karrieresprung finanziell planbar. Wie sich diese Wege im Detail finanzieren lassen, erklärt der Abschnitt Kosten und Förderung weiter unten.

Voraussetzungen richten sich nach der Maßnahme

Welche Voraussetzungen gelten, hängt stark von der Art der Weiterbildung ab. Für kurze Anpassungsfortbildungen wie ein Hygiene- oder Dokumentationsseminar reicht in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung in der Pflege, teils sogar eine Tätigkeit als Pflegehelfer. Für Fachweiterbildungen und Aufstiegsfortbildungen setzen die Anbieter dagegen einen anerkannten Berufsabschluss und meist zwei Jahre Berufserfahrung voraus.

Neben den formalen Kriterien zählen persönliche Eigenschaften. Motivation, Einsatzbereitschaft, Engagement und Durchhaltevermögen sind grundlegende Voraussetzungen und kommen Pflegefachkräften während der Weiterbildung und danach sehr zugute. Wer eine Förderung über die Agentur für Arbeit anstrebt, sollte zusätzlich die persönlichen Fördervoraussetzungen kennen – dazu hilft der Ratgeber zu den Voraussetzungen für eine Förderung beim Arbeitsamt.

Dauer und Ablauf lassen sich flexibel gestalten

Ein wesentlicher Pluspunkt der Pflege-Weiterbildungen ist ihre Flexibilität. Da die meisten Teilnehmenden weiterarbeiten, gibt es die Angebote in unterschiedlichen Zeitmodellen. Kurzseminare dauern nur wenige Tage, umfangreiche Fachweiterbildungen erstrecken sich über bis zu zwei Jahre. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Formate ein.

FormatSo läuft es abFür wen geeignet
VollzeitKompakter Unterricht am Stück, schneller AbschlussArbeitslose mit Bildungsgutschein, Umschulungen
Teilzeit / berufsbegleitendBlockwochen oder feste Studientage neben dem JobBeschäftigte, die weiterarbeiten müssen
Fernkurs / onlineSelbstlernphasen, Webinare, Präsenz nur punktuellOrtsgebundene, Eltern, Schichtarbeitende

Immer mehr Anbieter setzen auf Online-Formate, teils mit anerkanntem Zertifikat. Sie sparen Fahrtwege und lassen sich in den Schichtdienst einpassen. Wer maximale Freiheit braucht, kann sogar berufsbegleitend studieren – dazu unten mehr.

Kosten und Förderung entlasten die Teilnehmenden

Die Kosten einer Pflege-Weiterbildung schwanken stark: Ein kurzes Fachseminar kostet oft nur wenige Hundert Euro, eine zweijährige Fachweiterbildung mehrere Tausend. Die gute Nachricht ist, dass Pflege als Mangelbereich in fast allen Fördertöpfen berücksichtigt wird. Der passende Förderweg hängt vor allem davon ab, ob man arbeitslos, beschäftigt oder auf dem Weg in eine Aufstiegsfortbildung ist.

FörderwegFür wenWas wird übernommen
Bildungsgutschein (§ 81 SGB III)Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit BedrohteLehrgangs-, Fahrt- und Betreuungskosten, Lebensunterhalt
QualifizierungschancengesetzBeschäftigte über den ArbeitgeberWeiterbildungskosten, Zuschuss zum Arbeitsentgelt
Aufstiegs-BAföGAufstiegsfortbildungen (PDL, Fachwirt, Betriebswirt)Lehrgangs- und Prüfungskosten plus Unterhaltsbeitrag
Weiterbildungsgeld / PrämienGeförderte in längeren Maßnahmen150 Euro monatlich plus Erfolgsprämien

Bildungsgutschein für Arbeitslose

Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann bei der Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III beantragen. Damit übernimmt die Agentur die kompletten Lehrgangskosten einer AZAV-zertifizierten Maßnahme sowie Fahrt- und Kinderbetreuungskosten; der Lebensunterhalt wird über das Arbeitslosengeld weiter gesichert. Wichtig ist, den Gutschein vor Beginn der Maßnahme zu beantragen und sich vom Vermittler beraten zu lassen. Details erläutert der Ratgeber Weiterbildung über das Jobcenter.

Förderung für Beschäftigte über das Qualifizierungschancengesetz

Auch wer fest angestellt ist, kann gefördert werden. Über das Qualifizierungschancengesetz beteiligt sich die Agentur für Arbeit an Weiterbildungen von Beschäftigten und zahlt je nach Betriebsgröße Zuschüsse zu den Lehrgangskosten und zum Arbeitsentgelt während der Freistellung. Der Antrag läuft in der Regel über den Arbeitgeber. Für längere geförderte Maßnahmen gibt es zusätzlich ein Weiterbildungsgeld von 150 Euro monatlich sowie Prämien bei bestandenen Zwischen- und Abschlussprüfungen; einen Überblick bietet die Weiterbildungsprämie.

Aufstiegs-BAföG für die Aufstiegsfortbildung

Bei geregelten Aufstiegsfortbildungen wie der Pflegedienstleitung oder dem Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen greift das Aufstiegs-BAföG. Es fördert einen Großteil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss und günstiges Darlehen und ist unabhängig von Alter und Einkommen. Wer die Prüfung besteht, bekommt zusätzlich einen erheblichen Teil des Darlehens erlassen. Damit wird der Sprung in eine Leitungsfunktion finanziell gut planbar.

Der Quereinstieg gelingt über Weiterbildung oder Umschulung

Dass in der Pflege akuter Personalmangel herrscht, ist ohne Frage ein großes gesellschaftliches Problem. Zugleich haben Quereinsteiger dadurch gute Chancen. Sie können eine kurze Weiterbildung in den Pflege-Grundlagen zur Vorbereitung des Seiteneinstiegs nutzen und müssen sich so nicht ausschließlich auf die Einarbeitung verlassen, sondern verfügen bereits über ein gewisses Basiswissen.

Wer allerdings dauerhaft als Fachkraft arbeiten möchte, sollte anstelle einer kurzen Weiterbildung eine Umschulung zur Pflegefachkraft ins Auge fassen. Im Zuge der verkürzten Ausbildung erlangen die Teilnehmenden den anerkannten Berufsabschluss und qualifizieren sich als vollwertige Pflegefachleute. Anschließend steht auch ihnen die gesamte Bandbreite der Fach- und Aufstiegsfortbildungen offen. Eine Umschulung lässt sich ebenfalls über den Bildungsgutschein finanzieren; der Überblick zur Umschulung über das Arbeitsamt zeigt den Weg.

Berufsbegleitend studieren als Alternative

Eine Weiterbildung ist gegenwärtig kein Muss, denn auch ohne Fortbildung findet man in der Pflege einen interessanten Job. Ein nachhaltiger Aufstieg auf der Karriereleiter ist ohne Zusatzqualifikation jedoch kaum möglich. In Zeiten zunehmender Akademisierung liegt es nahe, nebenbei zu studieren. Ein berufsbegleitendes Studium kann mit dem grundständigen Bachelor oder weiterführenden Master zu einem akademischen Grad mit internationaler Anerkennung führen. Als Zeitmodelle bieten sich an:

  • Fernstudium
  • Abendstudium
  • Teilzeitstudium

Als Studienfächer eignen sich unter anderem Pflegewissenschaft, Pflegemanagement, Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaft. Rehabilitationswissenschaft, Pflegepädagogik und Therapiewissenschaft sind weitere Optionen für ein berufsbegleitendes Studium für Pflegekräfte.

Die Anbieterwahl entscheidet über den Erfolg

Unabhängig davon, ob es um die Notfallpflege oder einen anderen Bereich geht, sind pflegerische Qualifizierungen sehr wertvoll. Umso wichtiger ist es, sich zielgerichtet weiterzubilden. Interessierte sollten nicht an der erstbesten Maßnahme teilnehmen, sondern aktuelle Stellenangebote aufmerksam lesen. Das jeweilige Anforderungsprofil verrät viel über die geforderten Qualifikationen und gibt somit Aufschluss über den idealen Qualifizierungsweg.

Bei der Anbieterwahl gilt: Soll die Maßnahme über einen Bildungsgutschein finanziert werden, muss der Anbieter nach der AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) zertifiziert und die konkrete Maßnahme zugelassen sein. Achten Sie außerdem auf einen anerkannten Abschluss, eine transparente Kostenaufstellung und – bei Fachweiterbildungen – auf die Anerkennung im jeweiligen Bundesland.

Profitieren von einer Pflege-Weiterbildung

Die Pflege ist ein sehr fordernder und verantwortungsvoller Tätigkeitsbereich. Viele Menschen empfinden es als Berufung, anderen zu helfen und ihnen eine professionelle Pflege zu bieten. Gleichzeitig dürfen sie ihre eigene berufliche Laufbahn nicht vernachlässigen. Wer mit Herzblut bei der Sache ist und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, kann großen Nutzen aus einer zielgerichteten Weiterbildung ziehen.

Selbst Seiteneinsteiger, die bislang beruflich etwas ganz anderes gemacht haben, können in der Pflege Fuß fassen und sich eine neue Karriere aufbauen. Die zahlreichen Möglichkeiten können allerdings auch zu Überforderung führen – deshalb folgt zum Abschluss ein Tipp aus unserer Redaktion.

Dies ist der Box-Titel

Ein Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit hilft Interessierten, die richtige Pflege-Weiterbildung zu finden. Die Vermittler kennen die Lage auf dem Arbeitsmarkt sowie die örtlichen Qualifizierungsangebote und können passende Förderungen – vom Bildungsgutschein bis zum Aufstiegs-BAföG – in Aussicht stellen.

Zusätzlich sollten Interessierte eigenständig recherchieren, das Gespräch mit Pflegeeinrichtungen suchen und mit mehreren Weiterbildungsanbietern Kontakt aufnehmen, um sich aus erster Hand alle relevanten Informationen zu sichern. Wer den Überblick zur Weiterbildung über das Arbeitsamt liest, geht bestens vorbereitet in das Beratungsgespräch.

Häufige Fragen zur Weiterbildung in der Pflege

Welche Weiterbildungen gibt es in der Pflege?
In der Pflege gibt es kurze Anpassungsfortbildungen (etwa Wundmanagement, Palliative Care oder Hygiene), staatlich geregelte Fachweiterbildungen (etwa Intensiv-, Notfall- oder Psychiatriepflege) und Aufstiegsfortbildungen wie Pflegedienstleitung oder Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen. Welche passt, hängt vom Ziel und der Berufserfahrung ab.
Wird eine Weiterbildung in der Pflege vom Arbeitsamt bezahlt?
Ja. Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit Bedrohte erhalten über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III die Lehrgangskosten AZAV-zertifizierter Maßnahmen erstattet, inklusive Fahrt- und Betreuungskosten. Beschäftigte werden über das Qualifizierungschancengesetz gefördert. Der Antrag sollte immer vor Beginn der Maßnahme gestellt werden.
Wie lange dauert eine Weiterbildung in der Pflege?
Das hängt vom Format ab. Kurzseminare dauern nur wenige Tage, eine staatlich geregelte Fachweiterbildung erstreckt sich berufsbegleitend über etwa anderthalb bis zwei Jahre. Aufstiegsfortbildungen wie die Pflegedienstleitung liegen meist bei ein bis zwei Jahren in Teilzeit.
Ist eine Weiterbildung in der Pflege ohne Ausbildung möglich?
Kurze Grundlagenkurse und Helferschulungen sind auch ohne Ausbildung zugänglich und erleichtern den Quereinstieg. Fachweiterbildungen und Aufstiegsfortbildungen setzen dagegen einen anerkannten Berufsabschluss voraus. Wer als Fachkraft arbeiten will, sollte deshalb eine Umschulung zur Pflegefachkraft in Betracht ziehen.
Welche Weiterbildung in der Pflege bringt mehr Gehalt?
Den größten Gehaltssprung bringen Aufstiegsfortbildungen in Richtung Leitung, etwa die Pflegedienstleitung oder der Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen. Auch anerkannte Fachweiterbildungen, zum Beispiel in der Intensiv- und Anästhesiepflege, werden häufig mit Zulagen vergütet und verbessern die tarifliche Eingruppierung.
Kann man eine Weiterbildung in der Pflege online machen?
Ja, viele Anpassungsfortbildungen und Teile von Fachweiterbildungen werden inzwischen online mit Zertifikat angeboten. Selbstlernphasen und Webinare lassen sich gut in den Schichtdienst einpassen. Praktische Anteile, etwa bei Fachweiterbildungen, finden weiterhin in Präsenz oder direkt am Arbeitsplatz statt.
Was ist der Unterschied zwischen Weiterbildung und Umschulung in der Pflege?
Eine Weiterbildung baut auf einem bestehenden Abschluss auf und vertieft oder erweitert Kenntnisse. Eine Umschulung führt dagegen zu einem völlig neuen, anerkannten Berufsabschluss, etwa zur Pflegefachkraft. Quereinsteiger ohne Pflegeabschluss wählen deshalb meist die Umschulung, erfahrene Kräfte die Weiterbildung.
Welche Voraussetzungen gelten für eine Fachweiterbildung in der Pflege?
Für Fachweiterbildungen verlangen die Anbieter in der Regel einen anerkannten Pflegeabschluss und meist rund zwei Jahre Berufserfahrung, oft im jeweiligen Fachgebiet. Kurze Anpassungsfortbildungen sind dagegen schon mit abgeschlossener Ausbildung, teils sogar als Pflegehelfer, zugänglich.

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