Weiterbildung Intensivpflege
Intensivpflege-Weiterbildungen befassen sich mit einem besonders herausfordernden Aspekt der Pflege. In der Intensivpflege geht es um die pflegerische Unterstützung der Intensivmedizin. Dementsprechend lässt sich die Intensivpflege der Krankenpflege zuordnen. Sie kommt überall dort zum Einsatz, wo sich Patientinnen und Patienten in einem kritischen Zustand befinden und lückenlos überwacht werden müssen.
Wer einen Beitrag zur intensivmedizinischen Betreuung leisten möchte, kann im Rahmen einer Weiterbildung die fachliche Basis dafür schaffen. Der anerkannte Weg dazu ist die staatlich geregelte Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie. Zunächst sollten Interessierte aber umfassend recherchieren, denn Voraussetzungen, Dauer und Kosten unterscheiden sich je nach Anbieter und Bundesland.
Die verschiedenen Anbieter betreffender Lehrgänge, Einrichtungen des Gesundheitswesens und auch das Arbeitsamt können lohnende Anlaufstellen sein. Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Punkte ein: von den Inhalten über Zugang, Dauer und Kosten bis zu Förderung, Gehalt und den beruflichen Aussichten.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Die Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie ist die anerkannte Qualifizierung für die Intensivstation. Sie dauert berufsbegleitend meist rund zwei Jahre und wird von den Bundesländern geregelt.
- Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau/Pflegefachmann beziehungsweise in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie in der Regel sechs bis zwölf Monate Berufserfahrung im Intensivbereich.
- Die Lehrgangskosten liegen häufig zwischen rund 3.000 und 6.000 Euro; sehr oft trägt der Arbeitgeber die Kosten und stellt frei.
- Fördern lässt sich eine Weiterbildung unter anderem über den Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) oder das Aufstiegs-BAföG, ergänzt um Weiterbildungsgeld und Prämien.
- Mit Fachweiterbildung sind je nach Tarif und Zulagen brutto oft rund 3.500 bis 4.700 Euro im Monat möglich; Fachkräfte sind stark gefragt.
Intensivpflege ergänzt die Intensivmedizin am Patientenbett
In Kliniken und Krankenhäusern sorgen die Intensivstationen für die Versorgung von Patientinnen und Patienten, die sich in einem kritischen Zustand befinden. Hier bedarf es einer besonders aufmerksamen Pflege, die mit hohen fachlichen und menschlichen Herausforderungen einhergeht. Die Intensivpflege setzt genau hier an und ergänzt die moderne Intensivmedizin. So lässt sich eine optimale Behandlung und Überwachung der Patienten rund um die Uhr gewährleisten.
Neben stationären Intensivstationen kommt auch die außerklinische Intensivpflege als Einsatzgebiet in Betracht. Schwerstpflegebedürftige Menschen, etwa dauerhaft beatmete Patientinnen und Patienten, werden zunehmend außerhalb des Krankenhauses intensivmedizinisch betreut, im eigenen Zuhause, in einer betreuten Wohngemeinschaft oder in einer spezialisierten Pflegeeinrichtung. Die dafür erforderliche Versorgung und Überwachung stellt die Intensivpflege sicher. Rechtlich hat der Gesetzgeber diesen Bereich mit dem Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (GKV-IPReG) neu geordnet, um Qualität und Selbstbestimmung der Betroffenen zu stärken.
Für Fachkräfte aus der Intensivpflege ergeben sich dadurch verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten. Sie reichen von der interdisziplinären Intensivstation über spezialisierte Fachintensivstationen bis hin zu ambulanten Intensivpflegediensten. In allen Fällen kümmern sie sich um Menschen, die einer besonders engmaschigen Pflege und Betreuung bedürfen. Wer den Einstieg in diese anspruchsvolle Arbeit sucht, findet über die Weiterbildung über das Arbeitsamt einen strukturierten Weg zur passenden Qualifizierung.
Die Fachweiterbildung Intensivpflege qualifiziert für die Intensivstation
Wenn es um Weiterbildungen im Bereich Intensivpflege geht, ist meist die Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie gemeint. Diese setzt gleichermaßen auf Theorie und Praxis, sodass für umfassende Kenntnisse und Kompetenzen gesorgt ist. Sie führt zu einem staatlich anerkannten Abschluss und gilt in Kliniken als Standardqualifikation für die verantwortliche Arbeit auf der Intensivstation.
Die Fachweiterbildung ist bundesweit nicht einheitlich bundesgesetzlich geregelt, sondern liegt in der Zuständigkeit der Länder. Als fachliche Grundlage dient die Empfehlung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), an der sich die meisten Weiterbildungsstätten orientieren. Dadurch sind Inhalte und Umfang bundesweit gut vergleichbar, auch wenn Bezeichnung und Details je nach Bundesland leicht abweichen können. Für Interessierte lohnt es sich, vorab die Regelung des eigenen Bundeslandes und die Anerkennung des jeweiligen Anbieters zu prüfen.
Die Weiterbildung verbindet Theorie und Praxis eng miteinander
Im Rahmen der Fachweiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege wechseln sich theoretische Unterrichtsblöcke und praktische Einsätze auf verschiedenen Intensiv- und Anästhesiebereichen ab. Der theoretische Umfang liegt üblicherweise bei mehreren Hundert Stunden, ergänzt um umfangreiche praktische Einsatzzeiten. Inhaltlich stehen vor allem die folgenden Themen im Mittelpunkt:
- Krankheitslehre und Pathophysiologie kritisch kranker Patienten
- Beatmung und maschinelle Unterstützung der Atmung
- Ernährung und Stoffwechsel Intensivpflichtiger
- Notfallmanagement und Reanimation
- Hygiene und Infektionsprävention
- Pflegedokumentation und Qualitätssicherung
- rechtliche und ethische Grundlagen
- Entwöhnungsmanagement (Weaning) von der Beatmung
- Gerätekunde und Medizintechnik
- Monitoring und Überwachung der Vitalfunktionen
Nach dem erfolgreichen Abschluss der einzelnen Module steht die staatliche Abschlussprüfung an, die aus schriftlichen, praktischen und mündlichen Teilen bestehen kann. Wer diese meistert, darf sich Fachpflegekraft für Intensivpflege und Anästhesie nennen und kann darauf die weitere Karriere aufbauen. Da die Weiterbildung Theorie und praktische Einsätze verzahnt, gelingt der Transfer des Gelernten unmittelbar in den Stationsalltag.
Für den Zugang zählen Ausbildung und Erfahrung im Intensivbereich
Der Zugang zur Fachweiterbildung ist klar geregelt. Grundvoraussetzung ist eine abgeschlossene pflegerische Ausbildung, in der Regel als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann beziehungsweise nach früherem Recht als Gesundheits- und Krankenpflegerin oder -pfleger. In vielen Bundesländern ist auch die Kinderkrankenpflege als Ausgangsbasis anerkannt.
Hinzu kommt fast immer eine geforderte Berufserfahrung. Üblich ist eine Tätigkeit von sechs bis zwölf Monaten in einem Intensiv- oder Anästhesiebereich, bevor die Weiterbildung begonnen werden kann. Damit stellen die Weiterbildungsstätten sicher, dass die Teilnehmenden den Stationsalltag bereits kennen und die anspruchsvollen Inhalte auf eine solide praktische Grundlage aufsetzen. Wer noch am Anfang der pflegerischen Laufbahn steht, findet über die Weiterbildung zur Pflegefachkraft und die Behandlungspflege passende Vorstufen.
Neben den formalen Kriterien ist die persönliche Eignung entscheidend. Belastbarkeit, mentale Stärke und ein hohes Verantwortungsbewusstsein sind für die Arbeit auf der Intensivstation ebenso wichtig wie die fachliche Qualifikation.
Die Fachweiterbildung dauert berufsbegleitend rund zwei Jahre
Die Fachweiterbildung wird ganz überwiegend berufsbegleitend absolviert. Die Teilnehmenden bleiben also in ihrem Anstellungsverhältnis und werden für die Theorieblöcke freigestellt. In dieser Variante dauert die Weiterbildung meist rund zwei Jahre. Seltener werden Vollzeitmodelle angeboten, die den zeitlichen Rahmen entsprechend verkürzen. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Modelle im Vergleich:
Da die Weiterbildung neben der Arbeit läuft, sind Organisation und Durchhaltevermögen gefragt. Wer die Doppelbelastung aus Schichtdienst und Lernphasen realistisch einplant, kommt gut durch die zwei Jahre. Manche Anbieter ermöglichen einen flexibleren Ablauf oder Teile im Selbststudium, sodass sich Beruf und Weiterbildung besser vereinbaren lassen.
Kosten und Förderung lassen sich auf mehreren Wegen abfedern
Die Lehrgangskosten der Fachweiterbildung liegen je nach Anbieter und Bundesland häufig zwischen rund 3.000 und 6.000 Euro. In sehr vielen Fällen übernimmt der Arbeitgeber diese Kosten ganz oder teilweise und stellt zusätzlich für die Theoriephasen frei, weil Kliniken auf qualifiziertes Intensivpersonal angewiesen sind. Eine solche Kostenübernahme ist häufig an eine Bindungsvereinbarung geknüpft, nach der man dem Arbeitgeber für eine bestimmte Zeit erhalten bleibt.
Steht kein Arbeitgeber als Kostenträger bereit, kommen öffentliche Fördermöglichkeiten in Betracht. Die wichtigsten Wege im Überblick:
Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit (§ 81 SGB III)
Arbeitsuchende und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen können eine Weiterbildung über einen Bildungsgutschein gefördert bekommen. Voraussetzung ist ein persönliches Beratungsgespräch, eine anerkannte Notwendigkeit der Förderung und ein nach AZAV zertifizierter Träger. Übernommen werden dann Lehrgangs- und teils Fahrt- oder Betreuungskosten. Beschäftigte können über das Qualifizierungschancengesetz gefördert werden, wenn der Arbeitgeber mitzieht.
Aufstiegs-BAföG und Weiterbildungsgeld
Handelt es sich um eine anerkannte Aufstiegsfortbildung, kann das Aufstiegs-BAföG greifen. Es fördert Lehrgangs- und Prüfungskosten unabhängig vom Alter und teils zusätzlich den Lebensunterhalt. Wer eine geförderte Weiterbildung durchläuft, kann ergänzend ein Weiterbildungsgeld von 150 Euro monatlich sowie Prämien für bestandene Zwischen- und Abschlussprüfungen erhalten. Wie sich eine Maßnahme im Detail finanzieren lässt, zeigt der Ratgeber So wird die Weiterbildung vom Arbeitsamt bezahlt.
Wer bereits arbeitslos ist und den Lebensunterhalt sichern muss, sollte die Fördermöglichkeiten früh mit der Agentur für Arbeit klären. Neben dem Arbeitslosengeld können ergänzende Leistungen der Grundsicherung greifen. Der Regelsatz für Alleinstehende liegt 2026 bei 563 Euro. Ein Minijob bis 603 Euro monatlich ist grundsätzlich möglich, wird bei ergänzenden Leistungen aber teilweise angerechnet. Einen Überblick über alle Wege gibt die Seite zur Förderung einer Weiterbildung durch das Arbeitsamt.
Kürzere Weiterbildungen vertiefen einzelne Schwerpunkte
Die Fachweiterbildung Intensivpflege ist der große, anerkannte Karrierebaustein. Daneben gibt es aber zahlreiche kürzere Weiterbildungen und Seminare. Sie eignen sich für Pflegefachleute, die sich erste Einblicke in die Intensivpflege wünschen oder sich gezielt auf einzelne Aspekte konzentrieren wollen. Vor allem Seminare zu den folgenden Themen sind zu nennen:
- außerklinische Beatmung
- Hygiene und Infektionsschutz
- Dekubitusprophylaxe
- Schmerzmanagement
- Entlassungsmanagement
- Wundversorgung
- Sekretmanagement
- Trachealkanülenmanagement
Diese Seminare lassen sich oft flexibel in den Berufsalltag einbauen und sind ein guter Einstieg, bevor man die vollständige Fachweiterbildung angeht. Für die außerklinische Versorgung ist ein spezialisiertes Wundmanagement ebenso wertvoll wie Kenntnisse in der Palliative Care, da beide Bereiche in der Intensivpflege regelmäßig eine Rolle spielen.
Ein Pflegestudium eröffnet den akademischen Weg
Pflegekräfte, die ihre Zukunft in der Intensivpflege sehen und zugleich ein Studium als Alternative oder Ergänzung zur Fachweiterbildung ins Auge fassen, haben mehrere Möglichkeiten. Einerseits können sie beruflich kürzertreten oder pausieren, um ein Vollzeitstudium aufzunehmen. Andererseits lässt sich auch berufsbegleitend studieren, etwa als Fernstudium oder anderes Teilzeitstudium. Insbesondere die folgenden Fächer sind dann von Interesse:
- Gesundheitswissenschaft
- Pflegewissenschaft
- Health Care Management
- Pflegemanagement
- Notfallpflege
Ein Studium eröffnet vor allem Wege in Leitung, Lehre, Wissenschaft und Qualitätsmanagement. Wer langfristig eine Leitungsfunktion anstrebt, findet über die Pflegedienstleitung (PDL) eine passende Perspektive. Wer eher praktisch an einer Neuausrichtung interessiert ist, kann sich auch über eine Umschulung über das Arbeitsamt informieren.
Fachweiterbildung und Zulagen erhöhen das Gehalt spürbar
Da es in der Intensivpflege vielfach um Leben und Tod geht, erscheint die Frage nach dem Verdienst zunächst zweitrangig. Dennoch müssen auch Intensivpflegekräfte ihren Lebensunterhalt bestreiten, und ein angemessenes Einkommen ist eine Form des Respekts gegenüber dieser fordernden Tätigkeit.
Ohne Fachweiterbildung liegt das Bruttojahresgehalt einer Pflegekraft grob zwischen rund 30.000 und 45.000 Euro, abhängig von Tarif, Bundesland und Berufserfahrung. Mit abgeschlossener Fachweiterbildung und den in der Intensivpflege üblichen Zulagen steigt das Einkommen spürbar. In kommunalen und kirchlichen Kliniken orientiert sich die Vergütung häufig am Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD-P). Zusätzlich zum Grundgehalt kommen Intensiv- und Wechselschichtzulagen sowie Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste hinzu, die den tatsächlichen Verdienst deutlich erhöhen.
Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen möchte, kann mit Fachweiterbildung und Zulagen je nach Region und Träger von einem Bruttomonatsgehalt in der Größenordnung von rund 3.500 bis 4.700 Euro ausgehen. Konkrete Zahlen hängen stark vom jeweiligen Arbeitgeber und der Erfahrungsstufe ab.
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Verwandte Fachrichtungen bieten sinnvolle Alternativen
Auf der Suche nach einer pflegerischen Weiterbildung stoßen Interessierte regelmäßig auf die Intensivpflege. Dass es sich dabei um einen immens wichtigen Teilbereich handelt, steht außer Frage. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht andere sinnvolle Optionen gibt. Als Alternativen oder Ergänzungen kommen vor allem die folgenden Bereiche in Betracht:
- Anästhesiepflege
- Beatmungspflege
- Palliativpflege und Sterbebegleitung
- Wundmanagement
- Schmerzmanagement
- Notfallpflege und Rettungsdienst
- Rehabilitationspflege
Wer sich für die Notfallversorgung interessiert, findet über die Ausbildung zum Notfallsanitäter einen verwandten Weg. In der pflegerischen Grundversorgung bieten die Altenpflege und die allgemeine Pflege weitere Anknüpfungspunkte. So lässt sich die eigene Laufbahn passgenau ausrichten, ganz gleich, ob man sich spezialisieren oder breiter aufstellen möchte.
Die persönliche Eignung entscheidet über den langfristigen Erfolg
Intensivpflege-Weiterbildungen sind ohne Frage immens wichtig, denn sie machen Pflegekräfte für die Intensivstation fit. Auf der Suche nach der richtigen Qualifizierung sollte man verschiedene Optionen ins Auge fassen und Anbieter sorgfältig vergleichen. Dabei zählen nicht nur die harten Fakten wie Dauer, Kosten und Anerkennung, sondern auch der folgende Punkt aus unserer Redaktion.
Die fachliche Kompetenz ist die grundlegende Voraussetzung für eine Tätigkeit in der Intensivpflege. Darauf allein kommt es aber nicht an, denn man muss auch den hohen Belastungen des Arbeitsalltags auf der Intensivstation gewachsen sein. Interessierte sollten vorab ehrlich ihre persönliche Eignung hinterfragen und dabei besonders auf die folgenden Punkte achten:
- Einfühlungsvermögen
- Einsatzbereitschaft
- Anpassungsfähigkeit
- Belastbarkeit
- mentale Stärke
- Zuverlässigkeit
- Organisationsgeschick
- Verantwortungsbewusstsein
Wer diese Eigenschaften mitbringt und die anspruchsvolle Weiterbildung durchhält, findet in der Intensivpflege ein Arbeitsfeld mit sicheren Perspektiven. Der anhaltende Fachkräftemangel im Gesundheitswesen sorgt dafür, dass gut qualifizierte Intensivpflegekräfte bundesweit stark gefragt sind.






