Weiterbildung Soziale Arbeit
Menschen aus pädagogischen und sozialen Berufen übernehmen wichtige gesellschaftliche Aufgaben und empfinden das häufig als sehr erfüllend. Dass Berufung und Karriere durchaus Hand in Hand gehen können, machen zahlreiche Weiterbildungen möglich. Eine Weiterbildung im Bereich Soziale Arbeit ist dabei besonders naheliegend: Sie bringt eine zusätzliche Qualifikation, mehr Fachkompetenz und deutlich bessere berufliche Perspektiven.
Bevor Sie sich für die nächstbeste Sozialarbeit-Weiterbildung entscheiden, lohnt es sich, gründlich zu recherchieren und die Optionen zu vergleichen. Gegebenenfalls ist auch ein Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter sinnvoll, um Fördermöglichkeiten und Qualifizierungswege auszuloten. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Weiterbildungen und Studienformen es in der Sozialen Arbeit gibt, wie lange sie dauern, was sie kosten und wie Sie sie finanzieren können.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Die Soziale Arbeit bietet drei Weiterbildungswege: Anpassungslehrgänge (Seminare, Zertifikate), geregelte Aufstiegsfortbildungen (z.B. Fachwirt Erziehungswesen) und akademische Wege (Bachelor/Master per Fernstudium).
- Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann eine AZAV-zertifizierte Weiterbildung über den Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) zu 100 % gefördert bekommen.
- Für geregelte Aufstiegsfortbildungen (Fachwirt, Betriebswirt) gibt es das Aufstiegs-BAföG mit einkommensunabhängigem Zuschuss zu Lehrgangs- und Prüfungskosten.
- Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt in der Sozialen Arbeit liegt je nach Träger und Qualifikation etwa zwischen 32.000 und 48.000 Euro, tariflich gebundene Stellen (TVöD) zahlen verlässlich.
- Persönliche Eignung zählt: Empathie, Belastbarkeit, Kommunikationsstärke und Organisationsgeschick sind für den Erfolg in der Sozialen Arbeit entscheidend.
Berufliche Perspektiven und Verdienst in der Sozialen Arbeit
Viele Menschen verstehen die Soziale Arbeit vor allem als Berufung und haben den Wunsch, das Leben anderer spürbar zu verbessern. Eine nachhaltige Karriere schließt das keineswegs aus: Mit der passenden Aus- und Weiterbildung lässt sich in diesem Feld viel erreichen, und auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger haben angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels gute Chancen.
Grundsätzlich geht es in der Sozialarbeit darum, Menschen jeden Alters zu mehr Eigenständigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe zu verhelfen. Durch gezielte Maßnahmen können Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter das Leben ihrer Klientinnen und Klienten nachhaltig positiv beeinflussen. Bedarf besteht dabei in vielen Handlungsfeldern:
- Behindertenhilfe und Eingliederungshilfe
- Flüchtlings- und Migrationshilfe
- Wohnungslosenhilfe
- Kinder- und Jugendhilfe
- Suchthilfe und Suchtberatung
- Familienhilfe und Erziehungsberatung
- Allgemeiner Sozialer Dienst (ASD)
- Rehabilitationseinrichtungen
- Psychosoziale Beratung
- Berufs- und Schuldnerberatung
- Schulsozialarbeit
Wer diesen Karriereweg einschlägt, möchte natürlich auch die Verdienstmöglichkeiten einschätzen können. Hier gibt es je nach Träger, Region, Qualifikation und Verantwortung erhebliche Unterschiede. Als grober Richtwert gilt ein Bruttojahresgehalt zwischen rund 32.000 und 48.000 Euro. Wer bei einem öffentlichen oder kirchlichen Träger nach Tarif (TVöD SuE oder AVR) beschäftigt ist, profitiert von planbaren Gehaltsstufen und Zulagen. Mit einer Aufstiegsfortbildung, einem Studienabschluss oder der Übernahme von Leitungsaufgaben steigt das Einkommen spürbar.
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Drei Weiterbildungswege führen in der Sozialen Arbeit weiter
Fachliche Kompetenz ist in der Sozialen Arbeit die Basis jeder Tätigkeit. Eine solide Ausbildung ist ein guter Anfang, doch erst die passende Weiterbildung schärft Ihr Qualifikationsprofil und positioniert Sie als versierte Fachkraft. Grundsätzlich lassen sich drei Wege unterscheiden, die sich in Ziel, Aufwand und Abschluss deutlich unterscheiden.
Anpassungsqualifizierungen halten Ihr Fachwissen aktuell
Seminare und Workshops sind in der Sozialen Arbeit weit verbreitet und tragen dem Gedanken des lebenslangen Lernens Rechnung. Die Teilnehmenden frischen ihre Kenntnisse auf, schließen Wissenslücken und erwerben Spezialkompetenzen, ohne gleich einen neuen Abschluss anzustreben. Besonders gefragt sind unter anderem diese Themen:
- Coaching und systemische Beratung
- Soziale Beratung und Case Management
- Sonderpädagogik und Heilpädagogik
- Sozialrecht (SGB II, VIII, IX, XII)
- Konfliktmanagement und Deeskalation
- Mediation und Erziehungsberatung
- Traumapädagogik und psychosoziale Krisenintervention
Solche Lehrgänge dauern von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten und lassen sich meist gut neben dem Beruf absolvieren. Sie eignen sich hervorragend, um sich für ein bestimmtes Handlungsfeld zu spezialisieren, etwa für die Erwachsenenbildung oder die naturbezogene Arbeit mit Kindern.
Aufstiegsfortbildungen eröffnen den Weg in Leitungspositionen
Wer nicht nur einzelne Kurse besucht, sondern einen höheren beruflichen Abschluss anstrebt, entscheidet sich für eine Aufstiegsfortbildung. Diese geregelten Abschlüsse genießen hohes Ansehen und eignen sich hervorragend als Karrierebaustein, weil sie bundesweit anerkannt sind und den Weg in koordinierende oder leitende Funktionen ebnen. Zu den wichtigsten Qualifikationen zählen:
- Fachwirt/in Erziehungswesen
- Betriebswirt/in Sozialwesen (auch als Sozialbetriebswirt)
- Fachwirt/in Organisation und Führung, Schwerpunkt Sozialwesen
- Sozialtherapeut/in
- Motopäde/Motopädin
Verwandte Aufstiegswege im sozialen Sektor sind der Sozialwirt und das Sozialmanagement, die beide auf Führung, Betriebswirtschaft und Steuerung sozialer Einrichtungen abzielen. Wer eine Kindertagesstätte leiten möchte, findet in der Weiterbildung zur Kita-Leitung einen passgenauen Aufstieg.
Ein berufsbegleitendes Studium führt zum akademischen Grad
Wenn es um höhere Führungs- und Fachpositionen im Sozialwesen geht, zeichnet sich seit Jahren eine zunehmende Akademisierung ab. Für viele Beschäftigte ist ein Studium neben dem Beruf daher reizvoller als eine klassische Weiterbildung. Ein Fernstudium Soziale Arbeit verbindet Theorie und Praxis ideal, denn es lässt sich zeitlich und örtlich flexibel gestalten und parallel zur Berufstätigkeit absolvieren.
Der große Vorteil: Sie behalten Ihren Job, verdienen weiter Geld und erwerben zugleich eine wertvolle Doppelqualifikation aus Berufserfahrung und einschlägigem Hochschulabschluss. Neben dem grundständigen Bachelor sind auch Weiterbildungsstudien und Aufbaustudiengänge möglich, die zum Master führen. Berufsbegleitend studieren lässt sich in diesen Formen und Fächern:
- Soziale Arbeit und Sozialpädagogik
- Sozialmanagement und Sozialwirtschaft
- Pädagogik und Heilpädagogik
- Psychologie und Therapiewissenschaften
- Gesundheits- und Pflegewissenschaft
Manche Hochschulen bieten zudem Hochschulzertifikate an: Weiterbildungsangebote auf wissenschaftlichem Niveau, die kein volles Studium darstellen, deren Leistungen sich aber häufig auf ein späteres Studium anrechnen lassen. So können Sie modular starten und später auf einen vollständigen akademischen Grad aufbauen. Wer sich stärker auf die Vermittlung von Wissen an Erwachsene konzentrieren möchte, sollte auch eine allgemeine berufliche Weiterbildung über das Arbeitsamt in Betracht ziehen.
Dauer und Ablauf richten sich nach der gewählten Weiterbildungsform
Wie lange eine Weiterbildung in der Sozialen Arbeit dauert, hängt stark vom Ziel ab. Kurze Anpassungslehrgänge sind in wenigen Tagen absolviert, ein Aufbaustudium zieht sich über mehrere Jahre. Ebenso wichtig ist die Lernform: Vollzeit ist schneller, aber kaum mit einem Job vereinbar, während Teilzeit und Fernkurs die Berufstätigkeit erhalten. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Modelle ein:
Für Arbeitsuchende sind Vollzeitmaßnahmen oft die erste Wahl, weil sie in kurzer Zeit zum Abschluss führen und sich gut über einen Bildungsgutschein fördern lassen. Beschäftigte greifen dagegen meist zu Teilzeit- oder Fernformaten, um Job, Familie und Qualifizierung zu vereinbaren. Ein Fernstudium bietet dabei die größte Flexibilität, verlangt aber viel Eigenmotivation und Selbstorganisation.
Mehrere Förderwege finanzieren Ihre Weiterbildung
Eine Weiterbildung Soziale Arbeit kann eine finanzielle Herausforderung sein, denn manche Anbieter erheben spürbare Gebühren. Die Kosten sollten niemanden abschrecken, denn es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten. Welcher Weg passt, hängt vor allem von Ihrer Ausgangslage ab: arbeitslos, beschäftigt oder aufstiegsorientiert.
Der Bildungsgutschein deckt bei Arbeitslosigkeit die vollen Kosten
Wer eine geförderte, abschlussbezogene Weiterbildung absolviert und Grundsicherungsgeld bezieht, erhält zusätzlich ein Weiterbildungsgeld von 150 Euro monatlich. Für das Bestehen von Zwischen- und Abschlussprüfungen kommen Prämien von 1.000 beziehungsweise 1.500 Euro hinzu. Wer einer Nebenbeschäftigung nachgeht, sollte die aktuelle Minijob-Grenze von 603 Euro im Monat im Blick behalten, damit der Verdienst nicht ungünstig angerechnet wird.
Für geregelte Aufstiegsfortbildungen wie den Fachwirt oder Betriebswirt greift das Aufstiegs-BAföG. Es fördert einen erheblichen Teil der Lehrgangs- und Prüfungskosten als einkommensunabhängigen Zuschuss, der Rest wird als zinsgünstiges Darlehen der KfW gewährt, von dem bei bestandener Prüfung ein großer Teil erlassen wird. Detaillierte Hinweise zur Antragstellung finden Sie auch in unserem Überblick zur Weiterbildungsprämie. Falls Sie einen kompletten Berufswechsel anstreben, ist statt einer Weiterbildung womöglich eine Umschulung über das Arbeitsamt der bessere Weg.
Die persönliche Eignung entscheidet über den Erfolg
Unabhängig davon, ob es um Seminare, Aufstiegsfortbildungen oder ein berufsbegleitendes Studium geht: Vor der Anmeldung sollten Sie Ihre persönliche Eignung ehrlich hinterfragen. Die Soziale Arbeit ist fachlich und emotional anspruchsvoll und verlangt bestimmte Kompetenzen, die sich nicht allein durch einen Abschluss erwerben lassen.
Gefragt sind vor allem Einfühlungsvermögen, Belastbarkeit, Einsatzbereitschaft, Organisationsgeschick und Nervenstärke. Hinzu kommen eine ausgeprägte soziale Ader und Kommunikationsstärke, denn die Arbeit mit Menschen in schwierigen Lebenslagen erfordert Geduld und Abgrenzungsfähigkeit zugleich. Wer diese Eigenschaften mitbringt, ist auch für eine Qualifizierung neben dem Beruf bestens gewappnet.
Eine Checkliste hilft bei der Auswahl der richtigen Weiterbildung
Die Wahl einer Weiterbildung im sozialen Bereich sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn sie prägt Ihren weiteren beruflichen Werdegang. Ein Blick auf aktuelle Stellenanzeigen für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter hilft dabei, den tatsächlichen Bedarf und die geforderten Qualifikationen einzuschätzen. Orientieren Sie sich zusätzlich an dieser Checkliste:
- Art und Anerkennung des Abschlusses (Zertifikat, geregelter Abschluss, Hochschulgrad)
- Seriosität und AZAV-Zulassung des Anbieters
- Bildungsform (Vollzeit, Teilzeit, Fernkurs) und Betreuungsqualität
- Inhalte, Fachbereiche und Schwerpunkte
- Zugangsvoraussetzungen
- Dauer und zeitliche Belastung
- Kosten und Fördermöglichkeiten






