Ausbildung Arbeitsamt

Wenn es um eine berufliche Ausbildung geht, sind Sie bei der Agentur für Arbeit an der richtigen Adresse. Von der Berufsberatung im Berufsinformationszentrum über die Ausbildungsvermittlung bis hin zur finanziellen Förderung mit der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) reicht das Angebot. Um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, lohnt es sich, die Unterstützungsleistungen speziell für Auszubildende zu kennen und rechtzeitig aktiv zu werden.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Das Arbeitsamt hilft bei der Ausbildungssuche mit Berufsberatung, Berufsinformationszentrum (BIZ), Bewerbungstraining und der Vermittlung freier Ausbildungsplätze.
- Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) nach § 56 ff. SGB III ist die zentrale Geldleistung für Azubis, die für die Ausbildung von zu Hause ausziehen müssen.
- Für schulische Ausbildungen greift statt der BAB das Schüler-BAföG; über das Vermittlungsbudget lassen sich Bewerbungs- und Umzugskosten fördern.
- Seit 2025 gilt eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung; 2026 sind es 682 Euro im ersten Ausbildungsjahr.
- Anträge auf BAB sollten möglichst früh (idealerweise vor Ausbildungsbeginn) bei der örtlichen Agentur für Arbeit gestellt werden, da rückwirkend nur begrenzt gezahlt wird.
Das Arbeitsamt ist zentrale Anlaufstelle bei der Berufswahl
Vielen Jugendlichen, die vor der Berufswahl stehen, ist bereits mit einer eingehenden Beratung sehr geholfen. In der Schule wird die Berufsorientierung zwar thematisiert, aber oftmals reicht dies nicht aus. Aus diesem Grund sollten sich Jugendliche vor dem Ende der Schulzeit nicht nur nach verfügbaren Ausbildungsplätzen umschauen, sondern gegebenenfalls auch das örtliche Arbeitsamt aufsuchen.
Vielerorts verfügt die Agentur für Arbeit über ein Berufsinformationszentrum, kurz BIZ, in dem es um Berufsorientierung und Ausbildungssuche geht. Ausführliche Informationen zu den diversen Berufsbildern findet man auch online im Portal der Agentur für Arbeit.
Das Internet kann eine persönliche Beratung jedoch nicht ersetzen, weshalb ein Termin im BIZ beziehungsweise bei der Berufsberatung eine gute Sache ist. Die Beraterinnen und Berater kennen die besondere Herausforderung des Berufseinstiegs und haben oftmals Kontakte zur lokalen Wirtschaft, sodass Sie hier auf das eine oder andere Ausbildungsangebot stoßen, das Sie sonst kaum gefunden hätten.
Das Arbeitsamt berät nicht nur zur ersten Berufsausbildung, sondern ist auch bei einer Zweitausbildung der richtige Ansprechpartner. Wer sich beruflich neu orientieren muss oder möchte, kann sich beraten lassen. Die Fachkräfte nehmen sich Zeit für den Einzelfall und sprechen mitunter an, ob ein Studium, eine Umschulung über das Arbeitsamt oder das Nachholen eines höheren Schulabschlusses nicht ebenfalls eine Option sein kann.
So unterstützt das Arbeitsamt die Ausbildungssuche konkret
Wer sich mit dem Wunsch, eine Berufsausbildung zu beginnen, ans Arbeitsamt wendet, hat sich zumeist bereits selbst um einen Ausbildungsplatz bemüht. Waren diese Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt, sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern die professionelle Hilfe der Agentur für Arbeit in Anspruch nehmen. Diese kann die Ausbildungssuche auf mehreren Ebenen unterstützen und so einen großen Beitrag zum erfolgreichen Berufseinstieg leisten.
Am Anfang steht eine ausführliche Beratung, die die Ausgangssituation ebenso wie die Berufswahl berücksichtigt. Mitunter wird dann ein Besuch im Berufsinformationszentrum oder die Teilnahme an einer Maßnahme zur Berufsorientierung empfohlen. Im nächsten Schritt kann ein intensives Bewerbungstraining erfolgen, das Ausbildungssuchende auf den gesamten Bewerbungsprozess vorbereitet: vom Bewerbungsschreiben und Lebenslauf bis hin zu Vorstellungsgesprächen und Assessment-Centern.
Zudem versorgt das Arbeitsamt Suchende mit aktuellen Ausbildungsangeboten und übernimmt die Ausbildungsvermittlung. Die Unterstützung kann aber auch darin bestehen, unrealistische Vorstellungen aus der Welt zu schaffen und besser geeignete Ausbildungsalternativen aufzuzeigen. So sollen Jugendliche den Einstieg in die Arbeitswelt schaffen und nicht an zu hoch gesteckten Zielen scheitern. Die folgende Übersicht zeigt, welche Bausteine die Ausbildungssuche im Einzelnen umfasst.
Finanzielle Hilfen: BAB, BAföG und Vermittlungsbudget im Überblick
Beratungen und Trainings sind große Hilfen im Zuge der Ausbildungssuche, aber längst nicht alles, was die Agentur für Arbeit zu bieten hat. Gegebenenfalls kann sie Ausbildungssuchenden und Auszubildenden auch finanziell unter die Arme greifen.
Schülerinnen, Schüler und Auszubildende sind oft knapp bei Kasse und deshalb versucht, statt einer Ausbildung einen Job mit vollem Gehalt anzunehmen. Langfristig ist das meist die schlechtere Wahl, denn die duale Berufsausbildung gilt weltweit als solide Basis für den gesamten weiteren Werdegang. Wer von Anfang an ein tragfähiges Fundament schaffen möchte, sollte nach der Schule eine Ausbildung angehen und bei Geldsorgen die Förderung des Arbeitsamts nutzen, statt aufzugeben.
Drei Instrumente stehen im Vordergrund, wenn es um die finanzielle Absicherung während der Ausbildung geht. Welche davon infrage kommt, hängt von der Art der Ausbildung und Ihrer persönlichen Situation ab.
Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Schüler-BAföG
Schüler-BAföG ist immer dann ein Thema, wenn es um eine schulische Ausbildung geht. Diese wird in der Regel nicht vergütet, sodass das Geld mehr als knapp ist. Unter bestimmten Voraussetzungen kann nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz Schüler-BAföG gewährt werden. Anders als das BAföG für Studierende muss der Schüler-Anteil in vielen Fällen nicht zurückgezahlt werden, was diese Förderung besonders attraktiv macht.
Vermittlungsbudget
Das Arbeitsamt bietet auch während der Suche nach einem Ausbildungsplatz finanzielle Unterstützung. Dazu steht das sogenannte Vermittlungsbudget nach § 44 SGB III zur Verfügung. Damit lassen sich beispielsweise Bewerbungskosten, Fahrten zu Vorstellungsgesprächen oder ein Umzug für die Ausbildung finanzieren. Die Leistung ist eine Ermessensleistung, weshalb es sich lohnt, den Bedarf vorab mit der Vermittlungsfachkraft zu besprechen.
Die Berufsausbildungsbeihilfe deckt den Lebensunterhalt während der Ausbildung
Die BAB ist die wichtigste Geldleistung der Agentur für Arbeit rund um die betriebliche Ausbildung. Sie ist in den §§ 56 bis 72 SGB III geregelt und soll sicherstellen, dass niemand aus finanziellen Gründen auf eine Ausbildung verzichten muss. Wichtig zu wissen: BAB muss nicht zurückgezahlt werden, es handelt sich um einen echten Zuschuss.
Grundvoraussetzung ist in der Regel, dass Sie eine anerkannte betriebliche Berufsausbildung absolvieren und während dieser Zeit nicht mehr bei den Eltern wohnen können, weil der Ausbildungsbetrieb zu weit entfernt liegt. Wer noch zu Hause wohnen kann, erhält BAB nur in besonderen Ausnahmefällen (etwa bei eigenem Kind oder Verheiratung). Die Höhe der BAB richtet sich nach dem Gesamtbedarf für Lebensunterhalt und Fahrtkosten, von dem eigenes Einkommen, die Ausbildungsvergütung und teilweise das Einkommen der Eltern abgezogen werden.
So läuft der Antrag auf BAB ab
Den Antrag stellen Sie bei der für Ihren Wohnort zuständigen Agentur für Arbeit, online über die eServices oder direkt vor Ort. Reichen Sie den Antrag möglichst vor Ausbildungsbeginn ein: BAB wird grundsätzlich erst ab dem Antragsmonat gezahlt, eine großzügige Rückwirkung gibt es nicht. Benötigt werden unter anderem der Ausbildungsvertrag, Einkommensnachweise sowie Angaben zur Wohnsituation. Nach Prüfung ergeht ein Bescheid, gegen den Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen können.
Mindestausbildungsvergütung und Hinzuverdienst sind 2026 klar geregelt
Seit 2020 gibt es eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung (§ 17 Berufsbildungsgesetz), die jedes Jahr steigt. Für Ausbildungen, die 2026 beginnen, gelten gestaffelte Mindestbeträge nach Ausbildungsjahr. Wer nach Tarif ausgebildet wird, erhält häufig mehr. Die folgende Tabelle zeigt die Orientierungswerte für 2026 und stellt sie den finanziellen Rahmenbedingungen gegenüber, die für Azubis wichtig sind.
Ein Nebenjob neben der Ausbildung ist grundsätzlich erlaubt, sollte die Ausbildung aber nicht gefährden und muss dem Betrieb angezeigt werden. Wer BAB bezieht, muss beachten, dass Einkommen aus einem Nebenjob teilweise angerechnet wird. Reichen Ausbildungsvergütung und BAB trotz allem nicht zum Leben, kann ergänzend das Grundsicherungsgeld (bis Ende 2026 noch als Bürgergeld bezeichnet) beim Jobcenter beantragt werden. Für den beruflichen Weg danach lohnt sich der Blick auf die Weiterbildungsangebote des Arbeitsamts.
Die Jobbörse der Agentur für Arbeit steht allen Ausbildungssuchenden offen
Das Arbeitsamt bietet Ausbildungssuchenden auf verschiedenen Ebenen Hilfen und engagiert sich stark bei der Vermittlung in eine Ausbildung. Dabei darf die virtuelle Jobbörse nicht außer Acht gelassen werden. Hier schreiben Ausbildungsbetriebe offene Stellen aus, und Ausbildungssuchende können gezielt nach Ausbildungsplätzen suchen.
Die komfortable Online-Suche steht allen Interessierten offen und ist nicht nur Kundinnen und Kunden der Agentur vorbehalten. Mit Tausenden Ausbildungsstellen zählt die Jobbörse zu den zentralen Portalen für Ausbildungssuchende. Ein Profil mit aussagekräftigem Lebenslauf erhöht die Chance, von Betrieben direkt kontaktiert zu werden.
Der richtige Zeitpunkt für den Gang zum Arbeitsamt liegt vor dem Schulabschluss
Zunächst sind junge Menschen natürlich bestrebt, die Ausbildungssuche eigenständig zu bewerkstelligen. Die Angebote des Arbeitsamts sollte man aber nicht grundsätzlich in den Wind schlagen. Es bietet sich an, das BIZ bereits während der Schulzeit zu besuchen und gegebenenfalls schon eine Beratung in Anspruch zu nehmen.
Wenn der Schulabschluss näher rückt und noch kein Ausbildungsplatz in Sicht ist, ist es höchste Zeit, die Agentur mit ins Boot zu holen. Ratsam ist es also, nicht erst nach dem Schulabschluss vorstellig zu werden, sofern man nach wie vor ohne Ausbildung ist. Je früher der Kontakt entsteht, desto mehr Zeit bleibt für Beratung, Training und Vermittlung.
Zwei Praxistipps aus der Redaktion sichern den Ausbildungsstart
Junge Menschen, die am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen und mit Startschwierigkeiten kämpfen, können vom Arbeitsamt gewisse Hilfen erwarten. Zwei Empfehlungen sollten Ausbildungssuchende besonders beherzigen, wenn sie die Agentur für Arbeit hinzuziehen.
Besuchen Sie das Berufsinformationszentrum
Dass das Arbeitsamt die richtige Anlaufstelle für Arbeitssuchende ist, steht außer Frage. Auch Ausbildungssuchende sind hier goldrichtig. Junge Menschen, die sich bei der Berufswahl noch unsicher sind, sollten dem Berufsinformationszentrum einen Besuch abstatten. Im BIZ informieren sie sich über diverse Ausbildungsberufe und absolvieren Berufswahltests. Zudem lässt sich eine Berufsberatung in Anspruch nehmen, um zunächst zu ergründen, was man werden möchte. Im nächsten Schritt begibt man sich gezielt auf die Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz.
Nutzen Sie das Bewerbungstraining des Arbeitsamts
Schülerinnen und Schüler erfahren zwar in der Schule, worauf es bei einer Bewerbung ankommt, aber die vermittelten Kenntnisse sind mitunter wenig praxisnah. So kommt es vor, dass die Bemühungen um einen Ausbildungsplatz zunächst scheitern. In solchen Fällen bietet es sich an, die Berufsberatung zu nutzen und an einem Bewerbungstraining teilzunehmen. Solche Trainings werden von den Arbeitsämtern speziell für Ausbildungssuchende veranstaltet und widmen sich den folgenden Aspekten:
- Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse)
- Assessment-Center
- Einstellungstests
- Vorstellungsgespräche
Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz müssen junge Menschen einige Hürden nehmen. Das Arbeitsamt steht ihnen mit praxisnahen Bewerbungstrainings zur Seite. Dadurch steigen die Erfolgschancen deutlich, sodass oftmals nur eine gewisse Starthilfe erforderlich ist, um den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen.
