Umschulung Tierpfleger - Quereinstieg über das Arbeitsamt

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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Die Umschulung zum Tierpfleger führt zum anerkannten Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und endet mit der Abschlussprüfung vor der IHK.
  • Sie dauert je nach Modell und Vorbildung meist 2 bis 3 Jahre; eine Verkürzung ist bei einschlägiger Vorbildung möglich.
  • Außerbetriebliche Lehrgänge kosten mehrere Tausend Euro - die Agentur für Arbeit übernimmt die Kosten häufig vollständig über einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III (nur bei AZAV-zugelassenen Trägern).
  • Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; erwartet werden Tierliebe, körperliche Belastbarkeit und Verantwortungsbewusstsein.
  • Das Jahresgehalt bewegt sich meist zwischen rund 22.000 und 32.000 Euro brutto, je nach Fachrichtung, Träger und Region.
2 bis 3 JahreDauerVollzeit / je nach Lehrgang
22.000-32.000 €Verdienstbrutto/Jahr
IHK-AbschlussAbschlussAnerkannte Qualifikation
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Eine Umschulung zum Tierpfleger ist der Weg für Erwachsene, den anerkannten Beruf über einen Quereinstieg zu erlernen - rechtlich als verkürzte oder außerbetriebliche Ausbildung zum bundesweit geregelten Berufsabschluss. Die Qualifizierung nutzt dieselben Inhalte wie die klassische duale Ausbildung und endet mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer.

Berufe mit Tieren sind bei jungen Menschen beliebt, doch viele Schulabgänger schlagen am Ende einen anderen Weg ein, weil der Tierbereich wenig aussichtsreich wirkt. Wer dies später bereut und im ursprünglichen Beruf keine Zukunft mehr sieht, kommt oft auf den Gedanken, doch noch einen tierischen Beruf zu erlernen. Die Umschulung zum Tierpfleger bietet sich dann an, um den Traumberuf zu ergreifen.

Wer mit einer Tierpfleger-Umschulung liebäugelt, sollte wissen: Die Tätigkeit besteht aus deutlich mehr als Streicheleinheiten für niedliche Vierbeiner. Professionelle Tierpflege ist harte Arbeit. Die Ausbildung wird in drei Fachrichtungen angeboten: Zoo, Forschung und Klinik sowie Tierheim und Tierpension.

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Inhaltsverzeichnis

Umschulung Tierpfleger - Tierpflegerin versorgt Tiere im Zoogehege

Berufsbild Tierpfleger: Aufgaben und Verdienst

Viele denken, Tierpfleger arbeiten als Zoowärter und betreuen faszinierende Wildtiere. Das stimmt teilweise, doch je nach Fachrichtung arbeiten sie auch mit Versuchstieren in Laboren oder kümmern sich um Tierheimtiere. Je nach Fachrichtung ergeben sich Beschäftigungsmöglichkeiten in Zoos, Tierparks, Tierheimen, Tierpensionen, Tierschutzorganisationen, Tierkliniken, Tierarztpraxen, Forschungslaboratorien und an Hochschulen.

Je nach Einsatzbereich variiert das Aufgabenspektrum stark. Die eigentliche Tierpflege - vor allem die Versorgung der Tiere - steht immer im Fokus. Weitere Aufgaben können sein:

Menschen, die sich für einen Werdegang als Tierpfleger entscheiden, folgen typischerweise ihrer Berufung. Besonders Umschüler sollten sich aber auch Gedanken über das Einkommen machen. Das durchschnittliche Jahresgehalt für Tierpfleger liegt je nach Einrichtung meist zwischen etwa 22.000 und 32.000 Euro brutto, wobei es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Einrichtungen und Fachrichtungen gibt.

So läuft die Umschulung zum Tierpfleger ab

Die Ausbildung zum Tierpfleger basiert auf dem dualen System und findet in entsprechenden Betrieben statt. Auszubildende nehmen am Berufsschulunterricht teil und erhalten eine fundierte Qualifizierung in Theorie und Praxis. Umschüler eignen sich dieselben Kenntnisse und Kompetenzen an, allerdings verläuft ihre Qualifizierung anders. In der Regel absolvieren sie eine außerbetriebliche Umschulung in Form eines Lehrgangs, speziell für Erwachsene, die in die Tierpflege einsteigen möchten.

Um die IHK-Prüfung als Tierpfleger zu bestehen, muss man in mehreren Bereichen fit sein:


Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Umschulung zum Tierpfleger
Aufgrund des von der dualen Ausbildung abweichenden Ablaufs hat die außerbetriebliche Umschulung zum Tierpfleger eigene Rahmenbedingungen. Grundsätzlich sollten Kandidaten tierlieb, belastbar und verantwortungsbewusst sein. Eine konkrete Vorbildung ist keine gesetzliche Voraussetzung. Je nach Lehrgangsform veranschlagen angehende Tierpfleger zwei bis drei Jahre für die Umschulung. Im Gegensatz zu Auszubildenden erhalten Umschüler in außerbetrieblichen Lehrgängen keine Ausbildungsvergütung. Stattdessen entstehen Lehrgangsgebühren von mehreren Tausend Euro. Hinzu kommen die Lebenshaltungskosten. Interessierte sollten sich daher frühzeitig um Förderung durch die Agentur für Arbeit kümmern.

Die Umschulung führt zum anerkannten Berufsabschluss

Anerkennung der Umschulung zum Tierpfleger
Die Umschulung zum Tierpfleger führt - wie die klassische Ausbildung nach dem dualen System - zum offiziellen Berufsabschluss mit anerkannter Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Umschüler erlernen den anerkannten Ausbildungsberuf gemäß Berufsbildungsgesetz. Die Anerkennung ist damit bundesweit gesichert und der Abschluss auf dem gesamten Arbeitsmarkt gültig.

Rechtliche Grundlagen und Fachrichtungen

Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) bildet die Grundlage für alle Tierpfleger-Qualifizierungen in Deutschland. § 4 BBiG regelt die Berufsbildung in anerkannten Ausbildungsberufen, während § 7 BBiG und § 8 BBiG Verkürzungsmöglichkeiten bei entsprechender Vorbildung ermöglichen. Die bundesweite Ausbildungsordnung definiert drei Fachrichtungen: Zoo, Forschung und Klinik sowie Tierheim und Tierpension. Sie legt fest, dass die reguläre Ausbildung 3 Jahre dauert und welche Kompetenzen zu erwerben sind. Diese Vorgaben gelten für alle Qualifizierungswege.

Die Fachrichtung Zoo bereitet auf die Arbeit in Zoos, Tierparks und ähnlichen Einrichtungen vor; Wildtierpflege, Besucherbetreuung und artgerechte Haltung stehen im Mittelpunkt. Die Fachrichtung Forschung und Klinik qualifiziert für die Betreuung von Versuchstieren in Laboren, Universitäten und Forschungseinrichtungen und erfordert steriles Arbeiten sowie Laborsicherheit. Die dritte Fachrichtung Tierheim und Tierpension fokussiert auf Haustiere und verlangt vor allem Kenntnisse in Tierverhalten und Vermittlung. Ein Wechsel in einen anderen Bereich der Tierpflege ist später jederzeit möglich.

Wer bereits mehrere Jahre einschlägig in der Tierpflege gearbeitet hat, kann alternativ die Externenprüfung nach § 45 Abs. 2 BBiG ablegen. Voraussetzung ist in der Regel eine einschlägige Berufstätigkeit vom mindestens Anderthalbfachen der regulären Ausbildungszeit, also rund viereinhalb Jahre. Zuständig ist typischerweise die Kammer des Wohn- oder Arbeitsortes.


Kosten und Förderung durch das Arbeitsamt

Die Kosten einer Tierpfleger-Umschulung variieren je nach Träger und Region. Außerbetriebliche Umschulungen bei privaten Bildungsträgern kosten typischerweise mehrere Tausend Euro. Hinzu kommen Prüfungsgebühren der Kammern sowie Kosten für Lernmittel und Arbeitskleidung.

Die Agentur für Arbeit fördert Umschulungen über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III, wenn eine berufliche Neuorientierung notwendig ist - etwa weil der erlernte Beruf keine Zukunftsperspektive bietet oder gesundheitliche Gründe einen Wechsel erfordern. Wird der Bildungsgutschein bewilligt, übernimmt die Agentur die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren häufig vollständig; Arbeitslose erhalten während der Umschulung weiterhin Leistungen zum Lebensunterhalt. Voraussetzung ist, dass sowohl der Träger als auch die Maßnahme nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zugelassen sind. Zugelassene Anbieter lassen sich über das Portal KURSNET der Bundesagentur für Arbeit recherchieren. Über den Bildungsgutschein entscheidet immer die zuständige Vermittlungsfachkraft im persönlichen Beratungsgespräch; einen Rechtsanspruch gibt es nicht.

Betriebliche Umschulungen sind für den Umschüler kostengünstiger, da hier oft eine Ausbildungsvergütung gezahlt wird. Zusätzliche Unterstützung ist bei Bedarf über die Berufsausbildungsbeihilfe möglich. Eine Übersicht zur staatlichen Förderung von Weiterbildungen bietet unser Ratgeber zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.


Gehalt und Karriereperspektiven als Tierpfleger

Das Gehalt für Tierpfleger variiert stark je nach Einsatzbereich, Träger und Region. Im Zoo liegt es meist zwischen rund 22.000 und 28.000 Euro brutto jährlich. In Forschung und Klinik sind bis zu etwa 32.000 Euro möglich, da hier oft nach Tarifvertrag bezahlt wird. Tierheime zahlen häufig geringere Gehälter. Angestellte an öffentlichen Einrichtungen und Universitäten werden in der Regel nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) vergütet, was für verlässliche Gehaltsstufen sorgt.

Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen verbessern die Verdienstmöglichkeiten. Eine Spezialisierung auf exotische Tiere oder Labortierpflege kann deutlich über dem Durchschnitt liegen. Führungspositionen als Tierpflegemeister oder Revierleiter bieten Gehälter, die spürbar über dem Einstiegsniveau liegen. In Zoos und Tierparks gibt es Aufstiegsmöglichkeiten zum Revierleiter oder Kurator.


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Weiterbildungsmöglichkeiten für Tierpfleger

Nach erfolgreich bestandener Ausbildung oder Umschulung zum Tierpfleger können Absolventen ihren Beruf ausüben. Gleichzeitig sollten Weiterbildungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Tierpfleger können Seminare und Kurse besuchen oder durch Fortbildungen eine höhere berufliche Qualifikation erreichen:

Ein aufbauendes Studium in Tiermedizin, Biologie oder Agrarwissenschaft ist mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung ebenfalls möglich. Berufstätige Tierpfleger profitieren von einem Fernstudium, Abendstudium oder Teilzeitstudium neben dem Beruf. Wer sich generell über geförderte Qualifizierungswege informieren möchte, findet einen Überblick auf unserer Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt.


Der Berufsalltag als Tierpfleger

Der Arbeitstag eines Tierpflegers beginnt in vielen Einrichtungen früh am Morgen, denn Tiere müssen unabhängig von Wochentag und Wetterlage versorgt werden. Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienste gehören daher zum Beruf dazu, gerade in Zoos, Tierkliniken und Tierheimen, in denen rund um die Uhr eine Betreuung gewährleistet sein muss. Zum Start werden die Tiere kontrolliert, gefüttert und die Gehege oder Ställe gereinigt.

Ein großer Teil der Arbeitszeit entfällt auf körperlich anstrengende Tätigkeiten: Futter schleppen, ausmisten, Anlagen desinfizieren und instand halten. Hinzu kommt die genaue Beobachtung der Tiere, denn Tierpfleger erkennen oft als Erste, wenn ein Tier krank ist oder sich ungewöhnlich verhält. Sie dokumentieren Auffälligkeiten, unterstützen den Tierarzt bei Untersuchungen und Behandlungen und sorgen für eine artgerechte Beschäftigung der Tiere. In Zoos kommt die Betreuung von Besuchern hinzu, etwa bei kommentierten Fütterungen.

Wer den Beruf ergreift, braucht neben Tierliebe vor allem Verlässlichkeit, Geduld und ein gutes Gespür für tierisches Verhalten. Auch der emotionale Aspekt sollte nicht unterschätzt werden - insbesondere in Tierheimen und Kliniken gehören Krankheit, Abgabe und das Einschläfern von Tieren zum Alltag. Ein realistisches Bild vom Beruf ist deshalb für Umschüler besonders wichtig.


Berufsaussichten und Arbeitsmarkt

Viele Menschen fassen eine Umschulung zum Tierpfleger ins Auge, um die Karriere neu auszurichten. Vor der Anmeldung lohnt sich ein nüchterner Blick auf den Arbeitsmarkt, denn nur mit soliden Jobaussichten rentiert sich die Qualifizierung. Der Tierpflegeberuf ist beliebt, entsprechend begehrt sind attraktive Stellen etwa in großen Zoos - hier übersteigt die Zahl der Bewerber oft die der freien Plätze.

Gute Chancen bestehen dagegen häufig in der Fachrichtung Forschung und Klinik: Versuchstierhaltung an Universitäten, Pharmaunternehmen und Forschungsinstituten sucht regelmäßig qualifiziertes Personal, das aufgrund der besonderen Anforderungen schwerer zu finden ist. Auch Tierkliniken und größere Tierpensionen melden kontinuierlich Bedarf. Wer räumlich flexibel ist und sich auf eine nachgefragte Fachrichtung festlegt, verbessert seine Aussichten deutlich.

Offene Stellen finden sich über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, über Fachportale sowie direkt auf den Karriereseiten von Zoos, Kliniken und Forschungseinrichtungen. Ehrenamtliches Engagement und Praktika helfen zusätzlich, Kontakte zu knüpfen und den Einstieg zu erleichtern.


So läuft die Abschlussprüfung ab

Die Umschulung zum Tierpfleger endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Sie gliedert sich in einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Im schriftlichen Teil werden Kenntnisse in Bereichen wie Tierhaltung, Tiergesundheit, Ernährung, Arten- und Tierschutz sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft.

Im praktischen Teil müssen die Prüflinge zeigen, dass sie Tiere fachgerecht versorgen, pflegen und im Umgang mit ihnen sicher handeln. Je nach Fachrichtung stehen unterschiedliche Schwerpunkte im Vordergrund, etwa die Betreuung von Wildtieren in der Fachrichtung Zoo oder das hygienische Arbeiten in der Fachrichtung Forschung und Klinik. Wer besteht, erhält ein bundesweit anerkanntes Prüfungszeugnis der Kammer und darf die Berufsbezeichnung Tierpfleger führen. Bei Nichtbestehen kann die Prüfung in der Regel zweimal wiederholt werden.


Alternativen zur Umschulung zum Tierpfleger

Tierpfleger gilt vielen als absoluter Traumberuf, entsprechend gefragt ist die Umschulung. Wer sich noch orientiert, sollte auch verwandte Berufe mit Tieren in Betracht ziehen. Je nach Neigung und körperlicher Eignung kommen mehrere Wege infrage:

Ob eine Tierpfleger-Umschulung oder eine andere Qualifizierung passt, hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidend ist, die eigenen Karrierepläne zu verwirklichen und einen erfolgreichen Neustart zu schaffen. Eine berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit kann zudem eine Alternative zur außerbetrieblichen Umschulung sein, wenn parallel eine bezahlte Tätigkeit ausgeübt werden soll.


Häufige Fragen zur Umschulung Tierpfleger

Was kostet eine Umschulung zum Tierpfleger?
Außerbetriebliche Umschulungen bei privaten Bildungsträgern kosten mehrere Tausend Euro, hinzu kommen Prüfungsgebühren und Kosten für Lernmittel. Wird ein Bildungsgutschein nach § 81 SGB III bewilligt, übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangs- und Prüfungskosten häufig vollständig - vorausgesetzt, der Träger ist AZAV-zugelassen.
Wie lange dauert eine Umschulung zum Tierpfleger?
Die reguläre Ausbildung dauert 3 Jahre. Eine Umschulung für Erwachsene lässt sich bei einschlägiger Vorbildung oder Berufserfahrung auf etwa 2 bis 2,5 Jahre verkürzen. Über die konkrete Verkürzung entscheidet die zuständige Industrie- und Handelskammer im Einzelfall.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Umschulung?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten mindestens einen Hauptschulabschluss. Wichtiger sind körperliche Belastbarkeit, Verantwortungsbewusstsein und ein sicherer Umgang mit Tieren. Für manche Fachrichtungen werden ein ärztliches Attest, aktueller Impfschutz oder ein Führungszeugnis verlangt.
Wird die Umschulung zum Tierpfleger vom Arbeitsamt gefördert?
Ja. Die Agentur für Arbeit kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III fördern, wenn eine berufliche Neuorientierung notwendig ist. Voraussetzung sind ein AZAV-zugelassener Träger und eine zugelassene Maßnahme. Über die Bewilligung entscheidet die zuständige Vermittlungsfachkraft im Beratungsgespräch.
Wie viel verdient ein Tierpfleger?
Das Jahresgehalt liegt meist zwischen rund 22.000 und 32.000 Euro brutto und hängt stark von Fachrichtung, Träger und Region ab. In Forschung und Klinik wird oft am besten bezahlt, häufig nach Tarif. Mit Berufserfahrung, Spezialisierung oder Meisterqualifikation steigt der Verdienst spürbar an.
Welche Fachrichtungen gibt es bei der Tierpfleger-Ausbildung?
Es gibt drei Fachrichtungen: Zoo, Forschung und Klinik sowie Tierheim und Tierpension. Die Fachrichtung Zoo umfasst Wildtierpflege in Zoos und Tierparks, Forschung und Klinik die Betreuung von Versuchstieren, Tierheim und Tierpension die Pflege von Haustieren. Ein späterer Wechsel zwischen den Bereichen ist möglich.
Eignet sich die Umschulung zum Tierpfleger auch für Quereinsteiger?
Der Beruf steht Quereinsteigern grundsätzlich offen, denn ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Wichtiger als eine fachliche Vorbildung sind die Liebe zu Tieren, körperliche Belastbarkeit und die Bereitschaft zu täglichem, engem Kontakt zu den Tieren. Für Menschen, die sich nach einer Arbeitslosigkeit oder aus einem fachfremden Beruf neu orientieren möchten, ist dieser Weg besonders relevant, weil die Agentur für Arbeit die Qualifizierung über einen Bildungsgutschein fördern kann.
Worin unterscheidet sich die Umschulung von der normalen Ausbildung zum Tierpfleger?
Inhaltlich und beim Abschluss vor der IHK gibt es keinen Unterschied, denn die Umschulung vermittelt dieselben Lerninhalte wie die normale Ausbildung. Der wesentliche Unterschied liegt vor allem in der Zielgruppe und insbesondere hinsichtlich Dauer: Die Umschulung dauert bei einschlägiger Vorbildung oft kürzer und richtet sich an Erwachsene. Der theoretische Teil wird dabei häufig über die Berufsschule oder einen Bildungsträger abgedeckt.
Was erwartet mich in der Fachrichtung Forschung und Klinik?
Wer sich für die Fachrichtung Forschung und Klinik entscheidet, betreut Tiere in Versuchseinrichtungen, an Universitäten oder in Tierkliniken und unterstützt dort wissenschaftliches oder tiermedizinisches Personal. Der Kontakt zu den Tieren ist hier stark von Hygiene- und Dokumentationsvorgaben geprägt und stellt hohe Anforderungen an das Verantwortungsbewusstsein. Als Tierpfleger oder Tierpflegerin in diesem Bereich sollten Sie bedenken, dass der Beruf des Tierpflegers hier auch emotional belastende Situationen mit sich bringen kann.
Achtung! Tipp aus der Redaktion

Berufe mit Tieren erfreuen sich großer Beliebtheit und bedeuten für viele Menschen die Erfüllung. Daher ist auch die Umschulung zum Tierpfleger sehr gefragt. Wer umsatteln will, sollte sich einen realistischen Eindruck vom Arbeitsalltag verschaffen und nicht zu stark romantisieren.

Sammeln Sie praktische Erfahrungen in der Tierpflege!

Interessierte an einem Quereinstieg als Tierpfleger wollen ihre Tierliebe zum Beruf machen. Dabei sollten sie wissen: Streicheleinheiten und Spiele nehmen wenig Zeit ein. Tierpfleger kümmern sich vorrangig um die Versorgung der Tiere. Neben dem Futter liegt der Fokus auf der Reinigung der Gehege. Wer vorab erste Erfahrungen im Praktikum oder Ehrenamt sammelt, erfährt dies am eigenen Leib und kann besser feststellen, ob Tierpfleger der richtige Beruf für den Neuanfang ist.