Umschulung Landwirt - Quereinstieg über das Arbeitsamt
Eine Umschulung zum Landwirt oder zur Landwirtin dauert in der Regel zwei Jahre und schließt mit der staatlich anerkannten Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Landwirt/in ab. Sie richtet sich an Menschen, die sich beruflich neu orientieren und über das Arbeitsamt einen Quereinstieg in die Landwirtschaft finden möchten. Bei arbeitslosen oder von Arbeitslosigkeit bedrohten Personen kann die Agentur für Arbeit die Maßnahme über einen Bildungsgutschein fördern.
Viele Interessierte verbinden den Neustart mit der Vorstellung vom Landleben und einem eigenen Hof mit Tieren und Feldern. Wer diesen Weg ernsthaft plant, sollte jedoch realistisch bleiben: Die Arbeit als Bäuerin oder Bauer ist körperlich anstrengend und stark von Wetter und Jahreszeiten abhängig.
Bei ernsthaftem Interesse an einer Landwirt-Umschulung lohnt es sich, zunächst umfassend zu recherchieren und die kostenlose Beratung des Arbeitsamtes zu nutzen. So sammelt man vorab alle wichtigen Informationen und kann auf dieser Grundlage die Weichen für den beruflichen Neustart stellen.

Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium
Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt
Staatlich zugelassen (ZFU) · seit 1948
- Umschulungen, Weiterbildungen & Abschlüsse
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Förderung per Bildungsgutschein möglich

Fernakademie für Erwachsenenbildung
Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe
- Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Berufsbegleitend von zu Hause lernen

ILS Institut für Lernsysteme
Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule
- Deutschlands größte Fernschule
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Über 200 Fernkurse im Angebot
Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.
Inhaltsverzeichnis
- Das Berufsbild Landwirt/in im Überblick
- So läuft die Umschulung zum Landwirt ab
- Förderung und Finanzierung über das Arbeitsamt
- Weiterbildung und Aufstieg nach der Umschulung
- Alternativen zur Landwirt-Umschulung
- Der Berufsalltag als Landwirt/in
- Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
- So läuft die Abschlussprüfung ab
- Häufige Fragen zur Umschulung Landwirt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Die Umschulung zum Landwirt/in dauert in der Regel zwei Jahre und endet mit der staatlichen Abschlussprüfung vor der zuständigen Landwirtschaftskammer.
- Eine bestimmte schulische Vorbildung ist nicht vorgeschrieben; entscheidend sind Naturverbundenheit, körperliche Belastbarkeit und technisches Verständnis.
- Bei Arbeitslosigkeit kann die Agentur für Arbeit die Kosten über einen Bildungsgutschein übernehmen; passende Anbieter finden sich über KURSNET.
- Landwirte arbeiten in Ackerbau, Tierhaltung und Sonderkulturen; das Bruttojahresgehalt bewegt sich meist zwischen rund 20.000 und 40.000 Euro.
- Nach dem Abschluss stehen Aufstiegsfortbildungen wie Landwirtschaftsmeister/in oder Techniker/in Agrartechnik sowie ein Studium offen.
Das Berufsbild Landwirt/in im Überblick
Die meisten Menschen haben zwar eine Vorstellung davon, was den Beruf Landwirt/in ausmacht, doch die Realität der modernen Landwirtschaft geht oft darüber hinaus. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich eingehend mit dem Berufsbild zu befassen.
Landwirtinnen und Landwirte sind in landwirtschaftlichen Betrieben angestellt oder führen einen eigenen Hof. Dort widmen sie sich der Erzeugung land- und tierwirtschaftlicher Produkte und sichern so einen großen Teil der Nahrungsmittelversorgung. Zum Alltag gehören der Anbau und die Pflege von Kulturpflanzen, die Haltung und Versorgung von Nutztieren sowie die Bedienung und Wartung moderner Landmaschinen.
Als Landwirt/in findet man in den folgenden Bereichen Beschäftigungsmöglichkeiten:
- landwirtschaftliche Betriebe mit Ackerbau und Tierhaltung
- landwirtschaftliche Verbände und Genossenschaften
- landwirtschaftliche Versuchs- und Lehranstalten
- Obst-, Gemüse- und Sonderkulturbetriebe
Die Verdienstmöglichkeiten sind sehr unterschiedlich und hängen von Betrieb, Region und Verantwortung ab. Das Bruttojahresgehalt bewegt sich häufig zwischen rund 20.000 Euro und 40.000 Euro. Wer einen eigenen Betrieb führt, ist zusätzlich vom wirtschaftlichen Erfolg und von den Marktpreisen abhängig.
So läuft die Umschulung zum Landwirt ab
Wer sich beruflich umorientieren will oder muss, kann als ungelernte Kraft in die Landwirtschaft einsteigen. Für eine aussichtsreiche Laufbahn empfiehlt sich aber eine fundierte Qualifizierung. Als Alternative zur dualen Ausbildung kommt dann eine Umschulung infrage.
Die Umschulung kann betrieblich in einem Ausbildungsbetrieb oder außerbetrieblich bei einem Bildungsträger erfolgen. In beiden Fällen bereitet sie gezielt auf die staatliche Abschlussprüfung vor und vermittelt vor allem die folgenden Inhalte:
- Pflanzenproduktion und Bodenbearbeitung
- Aussaat, Pflanzung, Düngung und Pflanzenschutz
- Ernte, Lagerung und Vermarktung
- Haltung und Versorgung von Nutztieren
- Grundlagen aus Biologie und angewandter Mathematik
- Betriebsorganisation und landwirtschaftliche Wirtschaftslehre
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Landwirt-Umschulung
Umschülerinnen und Umschüler sollten sich vorab mit den Rahmenbedingungen befassen. Im Einzelfall kann es Unterschiede geben, dennoch geben die folgenden gängigen Konditionen einen ersten Eindruck:
- Voraussetzung: keine bestimmte schulische Vorbildung erforderlich, gesundheitliche Eignung empfohlen
- Dauer: üblicherweise zwei Jahre (verkürzt gegenüber der dreijährigen Erstausbildung)
- Kosten: variabel je nach Träger, bei Förderung häufig durch die Agentur für Arbeit gedeckt
Förderung und Finanzierung über das Arbeitsamt
Die Kosten einer Umschulung müssen Interessierte in vielen Fällen nicht selbst tragen. Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter einen Bildungsgutschein beantragen. Damit übernimmt der Kostenträger die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie unter Umständen Fahrt- und Kinderbetreuungskosten.
Voraussetzung ist, dass die Umschulung arbeitsmarktlich sinnvoll erscheint und der gewählte Anbieter nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert ist. AZAV-zugelassene Anbieter lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden. Zum Lebensunterhalt kann während der Maßnahme das Arbeitslosengeld weitergezahlt werden. Wichtig ist, den Bildungsgutschein vor Beginn der Umschulung zu beantragen und sich frühzeitig beraten zu lassen. Weitere Details finden sich in unserem Überblick zur Umschulung über das Arbeitsamt.
Weiterbildung und Aufstieg nach der Umschulung
Nach dem erfolgreichen Abschluss als Landwirt/in verfügt man über eine solide Grundlage für den weiteren Werdegang. Auch in der Landwirtschaft halten Innovationen und Neuerungen Einzug, etwa in der Digitalisierung und im Precision Farming, weshalb man fachlich am Ball bleiben sollte.
Das lebenslange Lernen passt gut dazu und gibt Landwirten die Gelegenheit, sich einzelnen Schwerpunkten zu widmen. Dafür bietet sich die Teilnahme an einem Seminar mit beispielsweise einem der folgenden Themen an:
- Weinbau
- Tierzucht
- Pflanzenschutz
- Nachhaltigkeit und Ökolandbau
Aufbauend auf dem Abschluss als Landwirt/in kommen mehrere Fortbildungen infrage. Sie führen zu einem höheren beruflichen Abschluss und eröffnen den Absolventen neue Perspektiven:
- Landwirtschaftsmeister/in
- Techniker/in - Agrartechnik
- Agrarservicemeister/in
- Wirtschafter/in - Landwirtschaft
- Betriebswirt/in - Agrarbetrieb
- Tierwirtschaftsmeister/in
- Fachagrarwirt/in
- Techniker/in - Umwelt und Landwirtschaft
Der Weg zum Landwirtschaftsmeister ist dabei besonders beliebt, weil er zur Ausbildung eigener Lehrlinge berechtigt und häufig die Grundlage für die Übernahme eines Betriebs bildet. Die Meisterprüfung setzt in der Regel mehrjährige Berufspraxis voraus und lässt sich in Voll- oder Teilzeit vorbereiten. Auch die Fortbildung zum Techniker verbindet fundiertes Fachwissen mit Führungskompetenz und eröffnet Tätigkeiten in Beratung, Verwaltung oder im landwirtschaftlichen Handel.
Wer eine akademische Laufbahn anstrebt, kann außerdem ein berufsbegleitendes Studium in Betracht ziehen. Per Fernstudium oder Teilzeitstudium lässt sich neben dem Beruf beispielsweise eines der folgenden Fächer belegen:
- Agrarwissenschaft
- Agrarmanagement
- Ökologie
- Forstwirtschaft
Ergänzend lohnt ein Blick auf unser Angebot zur Weiterbildung über das Arbeitsamt, das die geförderten Qualifizierungswege im Detail erklärt.
Alternativen zur Landwirt-Umschulung
Die Umschulung zum Landwirt bietet gute Perspektiven, dennoch lohnt es sich, an mögliche Alternativen zu denken. So kommt eine Zweitausbildung auch in einem der folgenden verwandten Berufe infrage:
Diese Berufe teilen die Nähe zur Natur und zu Tieren, unterscheiden sich aber in den Schwerpunkten. Gärtnerinnen und Gärtner arbeiten stärker im Zier-, Gemüse- oder Landschaftsbau, Forstwirte im Wald, Pferdewirte in der Haltung und Ausbildung von Pferden und Tierpfleger in Zoos, Tierheimen oder Forschungseinrichtungen. Ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt hilft, den passenden Weg für die eigene Situation und die regionale Nachfrage zu finden. Auch eine Fachkraft für Agrarservice oder eine Umschulung zum Winzer können je nach Interessenlage sinnvolle Alternativen sein.
Der Berufsalltag als Landwirt/in
Der Arbeitsalltag in der Landwirtschaft ist abwechslungsreich und stark von den Jahreszeiten geprägt. Im Frühjahr stehen Bodenbearbeitung, Aussaat und Pflanzung im Vordergrund, im Sommer die Pflege der Kulturen und erste Ernten, im Herbst die Haupternte und im Winter die Wartung von Maschinen sowie die Versorgung der Tiere. Wer Tiere hält, hat auch an Wochenenden und Feiertagen feste Aufgaben, denn Kühe, Schweine oder Hühner müssen täglich versorgt werden.
Neben der körperlichen Arbeit auf dem Feld und im Stall gewinnt die Technik immer mehr an Bedeutung. Moderne Traktoren, GPS-gesteuerte Maschinen und digitale Betriebssoftware gehören heute zum Alltag vieler Höfe. Landwirtinnen und Landwirte müssen zudem kaufmännisch denken, den Betrieb organisieren und rechtliche Vorgaben etwa im Pflanzenschutz oder in der Tierhaltung einhalten. Diese Vielseitigkeit macht den Beruf für viele Quereinsteiger reizvoll, verlangt aber Flexibilität und Einsatzbereitschaft.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Ausgebildete Landwirtinnen und Landwirte werden weiterhin gebraucht. In vielen Betrieben fehlen qualifizierte Fachkräfte, insbesondere solche, die Verantwortung übernehmen und mit moderner Technik umgehen können. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft führt zwar dazu, dass die Zahl der Höfe sinkt, doch die verbleibenden Betriebe werden größer und benötigen gut ausgebildetes Personal.
Neben der klassischen Anstellung auf einem Hof eröffnen sich Beschäftigungsmöglichkeiten bei Genossenschaften, im landwirtschaftlichen Handel, in der Beratung oder bei Maschinenringen. Wer sich auf zukunftsträchtige Bereiche wie ökologischen Landbau, erneuerbare Energien aus Biomasse oder Direktvermarktung spezialisiert, verbessert seine Chancen zusätzlich. Die Selbstständigkeit auf einem eigenen oder gepachteten Betrieb bleibt möglich, erfordert aber Kapital, Erfahrung und unternehmerisches Geschick.
Für Quereinsteiger ist die Landwirtschaft auch deshalb interessant, weil praktische Fähigkeiten und Zuverlässigkeit oft schwerer wiegen als ein bestimmter Schulabschluss. Viele Betriebe suchen langfristig nach Personal, das mitdenkt, Verantwortung übernimmt und flexibel einsetzbar ist. Regional gibt es allerdings deutliche Unterschiede: In Gebieten mit viel Ackerbau, Milchviehhaltung oder Sonderkulturen ist die Nachfrage nach ausgebildeten Landwirten in der Regel höher. Ein Blick auf die regionalen Stellenangebote und ein Gespräch mit dem Arbeitsamt geben hier eine gute Orientierung.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Die Umschulung endet mit der staatlich anerkannten Abschlussprüfung, die vor der zuständigen Stelle - in der Regel der Landwirtschaftskammer - abgelegt wird. Die Prüfung gliedert sich in einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Schriftlich werden Kenntnisse in der Pflanzenproduktion, der Tierproduktion sowie in der Wirtschafts- und Sozialkunde abgefragt.
Im praktischen Teil weisen die Prüflinge nach, dass sie typische Arbeiten selbstständig ausführen können, etwa im Bereich Pflanzenbau, Tierhaltung oder beim Umgang mit Landmaschinen. Wer besteht, darf die geschützte Berufsbezeichnung Landwirt/in führen und hat damit denselben anerkannten Abschluss wie Absolventen der dualen Erstausbildung. Dieser Abschluss ist bundesweit gültig und bildet die Grundlage für alle weiteren Aufstiegsfortbildungen.
Häufige Fragen zur Umschulung Landwirt
Wie lange dauert die Umschulung zum Landwirt?
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Landwirt-Umschulung?
Zahlt das Arbeitsamt die Umschulung zum Landwirt?
Was verdient man als Landwirt/in?
Welchen Abschluss habe ich nach der Umschulung?
Welche Aufstiegsmöglichkeiten habe ich als Landwirt/in?
Die Landwirt-Umschulung ist eine spannende Angelegenheit, die den Teilnehmenden neue Perspektiven bietet. So können sie sich für die Landwirtschaft qualifizieren, die von zentraler Bedeutung für die Nahrungsmittelversorgung ist.
Zugleich sollten Interessierte auch den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beherzigen.
Hinterfragen Sie Ihre persönliche Eignung als Landwirt/in!
Besondere formale Voraussetzungen für die Umschulung beziehungsweise Ausbildung zum Landwirt gelten zwar nicht, es handelt sich aber trotzdem nicht um einen Beruf für jedermann. Die persönliche Eignung ist hier von zentraler Bedeutung. Die folgenden Aspekte sind dabei beachtenswert:
- Naturverbundenheit
- naturwissenschaftliches Interesse
- körperliche Fitness
- Einsatzbereitschaft
- Organisationsgeschick
- physische Belastbarkeit