Grundsicherung - Bei Erwerbsminderung oder im Alter

Älterer Mann im Beratungsgespräch mit einem Sozialberater

Grundsicherung ist der Sammelbegriff fĂĽr staatliche Sozialleistungen, die das soziokulturelle Existenzminimum absichern. Wer seinen Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen bestreiten kann, wird in Deutschland nicht sich selbst ĂĽberlassen, sondern erhält eine bedarfsorientierte Mindestsicherung. Der Begriff wird dabei oft verwechselt: Umgangssprachlich meinen viele damit die Leistungen fĂĽr Arbeitsuchende, juristisch bezeichnet „Grundsicherung“ aber gleich mehrere unterschiedliche Systeme mit eigenen Regeln, Regelsätzen und Zuständigkeiten.

Dieser Ratgeber erklärt, welche Formen der Grundsicherung es 2026 gibt, wie hoch die aktuellen Regelsätze sind, wer wo welchen Antrag stellt und was sich durch die jüngste Reform des Systems geändert hat. Denn seit dem 1. Juli 2026 gilt eine neue Rechtslage, die das frühere Bürgergeld umbenannt und die Regeln teils spürbar verschärft hat.

DAS WICHTIGSTE IN KĂśRZE

  • „Grundsicherung“ ist ein Oberbegriff: Er umfasst die Grundsicherung fĂĽr Arbeitsuchende (SGB II) und die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII) – zwei getrennte Systeme.
  • Seit dem 1. Juli 2026 heiĂźt das frĂĽhere BĂĽrgergeld offiziell Grundsicherungsgeld (Grundsicherung fĂĽr Arbeitsuchende). Der Begriff „BĂĽrgergeld“ darf ĂĽbergangsweise bis Ende 2026 weiter genutzt werden.
  • Der Regelsatz fĂĽr Alleinstehende liegt 2026 bei 563 Euro im Monat (Nullrunde, keine Erhöhung gegenĂĽber 2025).
  • Zuständig sind das Jobcenter (Arbeitsuchende) beziehungsweise das Sozialamt oder die Deutsche Rentenversicherung (Alter und Erwerbsminderung).
  • Zusätzlich zum Regelbedarf ĂĽbernimmt der Staat in der Regel die angemessenen Kosten fĂĽr Unterkunft und Heizung.

Grundsicherung umfasst mehrere getrennte Sozialleistungen

Grundsicherung ist kein einheitliches Amt und keine einzelne Zahlung, sondern ein Oberbegriff für mehrere staatliche Fürsorgeleistungen. Sie alle folgen demselben Grundgedanken: Niemand soll in Deutschland unter das Existenzminimum fallen. Welche konkrete Leistung greift, hängt vor allem davon ab, ob eine Person erwerbsfähig ist oder nicht.

Man unterscheidet im Kern zwei groĂźe Systeme, die in unterschiedlichen SozialgesetzbĂĽchern geregelt sind:

MerkmalGrundsicherung fĂĽr ArbeitsuchendeGrundsicherung im Alter / bei Erwerbsminderung
GesetzSGB IISGB XII, 4. Kapitel
ZielgruppeErwerbsfähige (mindestens 3 Std./Tag arbeiten können), 15 Jahre bis RenteneintrittMenschen ab Regelaltersgrenze oder dauerhaft voll erwerbsgeminderte Erwachsene
FrĂĽhere/heutige NamenHartz IV, dann BĂĽrgergeld, seit 07/2026 GrundsicherungsgeldGrundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung
ZuständigJobcenterSozialamt / Deutsche Rentenversicherung
ZielExistenzsicherung + RĂĽckkehr in ArbeitReine Existenzsicherung, keine Vermittlungspflicht

Daneben gibt es innerhalb des SGB XII noch die Hilfe zum Lebensunterhalt fĂĽr Menschen, die vorĂĽbergehend nicht erwerbsfähig sind und nicht in eines der beiden Hauptsysteme fallen. Wer nur ein geringes Einkommen hat, aber grundsätzlich damit auskommt, ist dagegen häufig bei vorgelagerten Leistungen wie Wohngeld oder Kinderzuschlag besser aufgehoben – diese gehen der Grundsicherung vor.

Die Grundsicherung für Arbeitsuchende sichert erwerbsfähige Menschen ab

Die Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II ist das größte und bekannteste Grundsicherungssystem. Sie richtet sich an erwerbsfähige Personen zwischen 15 Jahren und der Regelaltersgrenze, die hilfebedürftig sind. Erwerbsfähig bedeutet dabei, dass jemand unter den üblichen Bedingungen des Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich arbeiten kann. Auch nicht erwerbsfähige Angehörige in derselben Bedarfsgemeinschaft, etwa Kinder, werden über dieses System mitversorgt.

Diese Leistung hat in den letzten Jahren mehrere Namen getragen. Aus dem 2005 eingefĂĽhrten Arbeitslosengeld II – im Volksmund Hartz IV – wurde 2023 das BĂĽrgergeld. Seit dem 1. Juli 2026 heiĂźt das System offiziell wieder anders, dazu weiter unten mehr. FĂĽr nicht erwerbsfähige Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft gab es frĂĽher zusätzlich das Sozialgeld.

Wichtig ist die Abgrenzung zum Arbeitslosengeld I: Das ALG I ist eine Versicherungsleistung, die man sich durch Beitragszahlung während der Beschäftigung verdient hat, und richtet sich nach dem früheren Nettolohn. Die Grundsicherung dagegen ist eine bedarfsorientierte Fürsorgeleistung, die unabhängig von früheren Einzahlungen gewährt wird und Einkommen sowie Vermögen anrechnet. Wer nach dem Auslaufen des Arbeitslosengeldes I weiterhin ohne Job ist, rutscht daher meist in die Grundsicherung.

Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung greift bei fehlender Erwerbsfähigkeit

Die zweite Säule ist die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII. Sie ist fĂĽr Menschen gedacht, die dauerhaft nicht mehr fĂĽr ihren Lebensunterhalt arbeiten können und deren Einkommen – typischerweise eine niedrige Rente – nicht zum Leben reicht. Anspruch haben zwei Gruppen: Personen, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, sowie Erwachsene ab 18 Jahren, die dauerhaft voll erwerbsgemindert sind.

Anders als bei der Grundsicherung fĂĽr Arbeitsuchende gibt es hier keine Verpflichtung, dem Arbeitsmarkt zur VerfĂĽgung zu stehen, und keine Eingliederungsvereinbarung. Es geht ausschlieĂźlich um die Sicherung des Lebensunterhalts. Ein häufiges Missverständnis: Wer eine niedrige Rente bezieht, muss die aufstockende Grundsicherung aktiv beantragen – sie wird nicht automatisch zur Rente hinzugezahlt. Viele ältere Menschen verzichten aus Scham oder Unwissenheit auf diesen Anspruch, obwohl er ihnen zusteht.

Ein wichtiger Unterschied zur Sozialhilfe früherer Prägung: Bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung findet in der Regel kein Unterhaltsrückgriff auf Kinder oder Eltern statt, solange deren Jahreseinkommen unter 100.000 Euro liegt. Angehörige mit normalem Einkommen müssen also nicht fürchten, für die Grundsicherung ihrer Eltern herangezogen zu werden.

Die Regelsätze legen den monatlichen Grundbedarf fest

Kern jeder Grundsicherung ist der Regelbedarf, umgangssprachlich Regelsatz genannt. Er soll den Bedarf fĂĽr Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, Strom und persönliche BedĂĽrfnisse des täglichen Lebens abdecken. Die Sätze sind in beiden Systemen – SGB II und SGB XII – identisch und werden nach Regelbedarfsstufen gestaffelt. FĂĽr 2026 gilt eine Nullrunde: Die Beträge bleiben gegenĂĽber 2025 unverändert.

PersonengruppeRegelsatz 2026
Alleinstehende / Alleinerziehende563 Euro
Paare je Partner (Bedarfsgemeinschaft)506 Euro
Erwachsene unter 25 im Haushalt der Eltern451 Euro
Jugendliche 14 bis 17 Jahre471 Euro
Kinder 6 bis 13 Jahre390 Euro
Kinder bis 5 Jahre357 Euro

Zum Vergleich: Noch bis vor wenigen Jahren lag der Satz fĂĽr Alleinstehende deutlich niedriger. Die Erhöhungen der Vorjahre wurden 2026 jedoch nicht fortgesetzt. Mehr Details zur Berechnung und Zusammensetzung finden Sie im Ratgeber zum Regelsatz. Der Regelbedarf ist dabei nur ein Teil der Leistung – hinzu kommen Wohnkosten und mögliche Mehrbedarfe.

Unterkunft und Heizung erhöhen die tatsächliche Leistung deutlich

Der Regelsatz ist nicht alles, was ein Grundsicherungsbezieher erhält. Zusätzlich ĂĽbernimmt der Träger die Kosten der Unterkunft und Heizung, kurz KdU. Das bedeutet, dass Miete und Heizkosten in angemessener Höhe direkt vom Amt getragen werden. Was „angemessen“ ist, richtet sich nach den örtlichen Mietobergrenzen der jeweiligen Kommune und der Haushaltsgröße.

In der Praxis macht dieser Posten oft den größeren Teil der Gesamtleistung aus. Eine alleinstehende Person mit 563 Euro Regelsatz und beispielsweise 450 Euro angemessener Warmmiete erhält also rund 1.000 Euro monatlich. Über die reine Existenzsicherung hinaus können Mehrbedarfe hinzukommen, etwa für Alleinerziehende, Schwangere, kostenaufwändige Ernährung bei bestimmten Krankheiten oder für Menschen mit Behinderung. Diese Mehrbedarfe werden prozentual auf den Regelsatz aufgeschlagen und müssen nachgewiesen werden.

SO SETZT SICH DIE LEISTUNG ZUSAMMEN

  • Regelbedarf (fester Satz je nach Personengruppe)
  • Kosten der Unterkunft und Heizung (tatsächlich, soweit angemessen)
  • gegebenenfalls Mehrbedarfe (prozentualer Zuschlag)
  • gegebenenfalls einmalige Leistungen (z. B. Erstausstattung Wohnung, Schwangerschaft)

Die Reform 2026 hat das System umbenannt und verschärft

Zum 1. Juli 2026 ist eine grundlegende Reform der Grundsicherung fĂĽr Arbeitsuchende in Kraft getreten. Das bislang als BĂĽrgergeld bekannte System heiĂźt seither offiziell Grundsicherungsgeld, das Gesamtsystem wird wieder als „Grundsicherung fĂĽr Arbeitsuchende“ bezeichnet. Eine Ăśbergangsfrist bis zum 31. Dezember 2026 erlaubt es, den Begriff BĂĽrgergeld weiterhin zu verwenden, sodass beide Bezeichnungen derzeit parallel auftauchen.

Neben der Umbenennung bringt die Reform mehrere inhaltliche Verschärfungen mit sich:

  • Einheitliche Sanktion: Bei Pflichtverletzungen gilt eine pauschale LeistungskĂĽrzung von 30 Prozent fĂĽr drei Monate. Die frĂĽhere Staffelung mit 10, 20 und 30 Prozent entfällt.
  • Wegfall der Vermögens-Karenzzeit: Die anfängliche Schonzeit fĂĽr Vermögen ist abgeschafft. Stattdessen gelten von Beginn an altersgestaffelte Vermögensfreibeträge.
  • Deckelung der Wohnkosten: Die tatsächlichen Unterkunftskosten werden nur noch im ersten Jahr, und auch dort begrenzt, in voller angemessener Höhe ĂĽbernommen.

Die Regelsätze selbst wurden im Zuge der Reform nicht gekürzt, aber auch nicht erhöht (Nullrunde). Wer konkret vom früheren Bürgergeld betroffen ist, findet die Einzelheiten im Ratgeber Bürgergeld. Für den geschichtlichen Hintergrund lohnt zudem der Blick auf die frühere Bezeichnung Arbeitslosengeld II.

Grundsicherung wird nur auf Antrag bei der richtigen Stelle gewährt

Grundsicherung gibt es nicht automatisch, sondern ausschließlich auf Antrag. Entscheidend ist, an welche Stelle man sich wendet, denn die Zuständigkeit hängt von der Art der Grundsicherung ab.

SituationZuständige Stelle
Erwerbsfähig, arbeitsuchendJobcenter am Wohnort
Rentenalter erreicht, Rente reicht nichtSozialamt (auch über die Deutsche Rentenversicherung möglich)
Dauerhaft voll erwerbsgemindertSozialamt

Wer arbeitsuchend ist, wendet sich an das fĂĽr den Wohnort zuständige Jobcenter. FĂĽr die Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung ist das Sozialamt der richtige Ansprechpartner; die Deutsche Rentenversicherung nimmt Anträge entgegen und leitet sie weiter. Dem Antrag sollten von Anfang an alle relevanten Unterlagen beiliegen – Nachweise ĂĽber Einkommen, Vermögen, Miete und KontoauszĂĽge. Vollständige Anträge werden deutlich schneller bearbeitet. Ein persönlicher Termin lohnt sich oft, weil sich RĂĽckfragen direkt klären lassen.

Tipp: Antrag frĂĽhzeitig stellen
Die Grundsicherung wird grundsätzlich ab dem Monat der Antragstellung gezahlt, nicht rĂĽckwirkend. Wer also merkt, dass das Geld nicht reicht, sollte den Antrag nicht aufschieben, sondern zeitnah stellen – notfalls formlos, um den Zeitpunkt zu sichern. Die vollständigen Unterlagen können nachgereicht werden. So gehen keine AnsprĂĽche fĂĽr zurĂĽckliegende Wochen verloren.

Einkommen und Vermögen werden auf die Grundsicherung angerechnet

Grundsicherung ist eine Fürsorgeleistung und keine bedingungslose Zahlung. Wer über eigenes Einkommen oder Vermögen verfügt, muss dieses grundsätzlich einsetzen, bevor der Staat einspringt. Allerdings gibt es Freibeträge, die sicherstellen, dass sich Arbeit und Vorsorge lohnen.

Beim Erwerbseinkommen in der Grundsicherung für Arbeitsuchende bleiben die ersten 100 Euro monatlich anrechnungsfrei, darüber hinaus wird das Einkommen gestaffelt teilweise angerechnet. Ein Minijob lohnt sich deshalb auch im Leistungsbezug, denn ein Teil des Verdienstes bleibt. Die Minijob-Grenze liegt 2026 übrigens bei 603 Euro im Monat, da sie an den Mindestlohn gekoppelt ist. Bei der Grundsicherung im Alter gibt es zusätzlich einen Grundrentenfreibetrag, durch den ein Teil der Rente bei langjährig Versicherten anrechnungsfrei bleibt.

Für das Vermögen gelten Freibeträge. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende sind seit der Reform 2026 altersgestaffelte Freibeträge maßgeblich, die frühere pauschale Karenzzeit ist entfallen. Angemessener Hausrat, ein angemessenes selbst genutztes Eigenheim und eine angemessene Altersvorsorge bleiben in der Regel geschützt. Wer über die Freibeträge hinaus Vermögen besitzt, muss dieses zunächst aufbrauchen. In finanziellen Notlagen mit Schulden kann eine Schuldnerberatung zusätzlich entlasten.

Weitere Leistungen ergänzen die Grundsicherung

Neben dem Regelbedarf und den Wohnkosten gibt es weitere Leistungen, die Grundsicherungsbezieher entlasten oder die Grundsicherung ganz vermeiden können. Besonders für Familien lohnt sich der genaue Blick, denn manche Leistungen gehen der Grundsicherung vor und sind weniger stark stigmatisiert.

  • Bildung und Teilhabe: Kinder in Bedarfsgemeinschaften erhalten ZuschĂĽsse fĂĽr Schulbedarf, Klassenfahrten, Mittagessen, Nachhilfe und Vereinsbeiträge.
  • Kinderzuschlag: FĂĽr Familien mit geringem Einkommen, die knapp ĂĽber der Grundsicherungsgrenze liegen – er verhindert oft den Rutsch in die Grundsicherung.
  • Wohngeld: Ein staatlicher Mietzuschuss fĂĽr Haushalte mit geringem Einkommen, der der Grundsicherung vorgeht.
  • Befreiung von Zuzahlungen: Grundsicherungsbezieher können sich von Rundfunkbeitrag und bestimmten GebĂĽhren befreien lassen.

Wer erwerbsfähig ist und Grundsicherung für Arbeitsuchende bezieht, hat außerdem Zugang zu Förderangeboten des Jobcenters, etwa Weiterbildungen und Umschulungen. Diese Eingliederungsleistungen sollen den Weg zurück in eine reguläre Beschäftigung ebnen und damit langfristig aus dem Leistungsbezug herausführen.

Häufige Fragen zur Grundsicherung

Was ist der Unterschied zwischen Grundsicherung und BĂĽrgergeld?
BĂĽrgergeld war von 2023 bis 2026 der Name fĂĽr die Grundsicherung fĂĽr Arbeitsuchende nach dem SGB II. „Grundsicherung“ ist der ĂĽbergeordnete Begriff und umfasst auch die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII. Seit Juli 2026 heiĂźt das frĂĽhere BĂĽrgergeld offiziell Grundsicherungsgeld.
Wie hoch ist die Grundsicherung 2026?
Der Regelsatz für Alleinstehende beträgt 2026 monatlich 563 Euro (Nullrunde, keine Erhöhung). Paare erhalten je 506 Euro, Kinder je nach Alter zwischen 357 und 471 Euro. Hinzu kommen die angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung sowie mögliche Mehrbedarfe, sodass die tatsächliche Leistung deutlich höher liegt.
Wo beantrage ich Grundsicherung?
Erwerbsfähige Arbeitsuchende stellen ihren Antrag beim Jobcenter am Wohnort. Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung beantragt man beim Sozialamt; auch die Deutsche Rentenversicherung nimmt den Antrag entgegen und leitet ihn weiter. Die Leistung wird ab dem Monat der Antragstellung gezahlt, nicht rückwirkend.
Wer hat Anspruch auf Grundsicherung im Alter?
Anspruch haben Menschen, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, sowie dauerhaft voll erwerbsgeminderte Erwachsene, deren Einkommen und Vermögen nicht ausreichen. Ein Rückgriff auf Kinder oder Eltern findet nicht statt, solange deren Jahreseinkommen unter 100.000 Euro liegt. Die aufstockende Leistung muss aktiv beantragt werden.
Wird mein Vermögen auf die Grundsicherung angerechnet?
Ja, Vermögen wird oberhalb der Freibeträge angerechnet. Seit der Reform 2026 gelten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende altersgestaffelte Vermögensfreibeträge; die frühere Karenzzeit ist entfallen. Angemessener Hausrat, ein selbst genutztes Eigenheim und angemessene Altersvorsorge bleiben in der Regel geschützt.
Darf ich zur Grundsicherung dazuverdienen?
Ja. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende bleiben die ersten 100 Euro Erwerbseinkommen anrechnungsfrei, darüber wird gestaffelt angerechnet. Ein Minijob (2026 bis 603 Euro monatlich) lohnt sich deshalb, weil ein Teil des Verdienstes behalten werden darf. Bei der Grundsicherung im Alter mindert ein Grundrentenfreibetrag zusätzlich die Anrechnung.
Was zahlt das Amt zusätzlich zum Regelsatz?
Zusätzlich zum Regelbedarf übernimmt der Träger die angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung. Hinzu kommen bei Bedarf Mehrbedarfe, etwa für Alleinerziehende, Schwangere oder Menschen mit Behinderung, sowie einmalige Leistungen wie die Erstausstattung einer Wohnung. Für Kinder gibt es Leistungen für Bildung und Teilhabe.
Was ändert sich durch die Reform 2026?
Seit dem 1. Juli 2026 heißt das Bürgergeld offiziell Grundsicherungsgeld. Zusätzlich gelten Verschärfungen: eine einheitliche Sanktion von 30 Prozent für drei Monate, der Wegfall der Vermögens-Karenzzeit zugunsten altersgestaffelter Freibeträge sowie eine engere Deckelung der Wohnkosten. Die Regelsätze bleiben unverändert (Nullrunde).

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