K├╝ndigungsschutz

Eine K├╝ndigung durch den Arbeitgeber beraubt Arbeitnehmer/innen ihrer Existenzgrundlage und sorgt somit f├╝r einen massiven Einschnitt. Die Arbeit sichert einerseits die wirtschaftliche Existenz, ist andererseits aber auch ein wichtiger Lebensinhalt. So erwirtschaftet man ein festes Einkommen und hat zudem eine Aufgabe. Im Falle einer K├╝ndigung ├Ąndert sich dies pl├Âtzlich, was Betroffenen den Boden unter den F├╝├čen wegzieht.

Gl├╝cklicherweise leben wir in Deutschland in einem Sozialstaat und k├Ânnen finanzielle Hilfen wie Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II beanspruchen, um zumindest das Existenzminimum zu sichern. Zudem ist man beim Arbeitsamt an der richtigen Adresse, wenn es um die Vermittlung in Arbeit geht. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, sich mit dem K├╝ndigungsschutz zu befassen, schlie├člich verliert man idealerweise erst gar nicht den Job und rutscht somit nicht in die Arbeitslosigkeit ab.

Unabh├Ąngig davon, ob man mit einer K├╝ndigung durch den Arbeitgeber rechnet, diese bereits erhalten hat oder sich in seinem Job relativ sicher f├╝hlt, sollte man als Arbeitnehmer/in mit dem K├╝ndigungsschutz auseinandersetzen und seine Rechte und M├Âglichkeiten kennen. Im Folgenden finden sich umfassende Informationen, die auch juristischen Laien einen Eindruck vom K├╝ndigungsschutz im deutschen Arbeitsrecht vermitteln.

Der K├╝ndigungsschutz als Institution im deutschen Arbeitsrecht

Als Arbeitnehmer/in kann man zuweilen das Gef├╝hl haben, der Willk├╝r des Arbeitgebers ausgeliefert zu sein. Man braucht den Job und das damit verbundene Einkommen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Dass auch von einem abh├Ąngigen Besch├Ąftigungsverh├Ąltnis die Rede ist, verdeutlicht dies und entspricht somit vollends den Tatsachen.

Trotz einer gewissen Abh├Ąngigkeit muss der Arbeitnehmer nicht jegliches Verhalten des Arbeitgebers hinnehmen. Daf├╝r sorgt in Deutschland das detailliert geregelte Arbeitsrecht. Dieses beinhaltet unter anderem auch den K├╝ndigungsschutz, der gewisserma├čen eine arbeitsrechtliche Institution darstellt und Arbeitnehmer/innen in vielen F├Ąllen vor einer K├╝ndigung durch den Arbeitgeber bewahrt.

In gleich mehreren Punkten finden sich innerhalb des Arbeitsrechts strikte Regelungen zur K├╝ndigung. So muss der Arbeitgeber die schriftliche Form wahren, die K├╝ndigungsfristen einhalten und darf zudem nur aus zul├Ąssigen Gr├╝nden die K├╝ndigung aussprechen. Eine K├╝ndigung durch den Arbeitgeber ist somit nur innerhalb des strengen Rahmens des K├╝ndigungsschutzes m├Âglich.

Welche K├╝ndigungsgr├╝nde sind zul├Ąssig?

Obwohl ein strenger K├╝ndigungsschutz besteht, kann ein bestehendes Arbeitsverh├Ąltnis durchaus durch den Arbeitgeber beendet werden. Diese kann sich also von Arbeitnehmern trennen, sofern triftige Gr├╝nde vorliegen. Je nach K├╝ndigungsgrund nimmt man ├╝blicherweise die folgende Differenzierung vor:

  • Betriebsbedingte K├╝ndigung
    Im Falle einer betriebsbedingten K├╝ndigung liegt der K├╝ndigungsgrund nicht in der Person oder im Verhalten des betreffenden Arbeitnehmers. Stattdessen sieht sich der Chef aus ├Âkonomischen Gr├╝nden dazu gezwungen, den Betrieb ganz oder teilweise einzustellen beziehungsweise Arbeitspl├Ątze abzubauen.
  • Verhaltensbedingte K├╝ndigung
    Legt der Arbeitnehmer trotz bereits erteilter Abmahnungen weiterhin arbeitsvertragswidrig, kann eine verhaltensbedingte K├╝ndigung gerechtfertigt sein. Zu sp├Ątes Erscheinen oder auch Internetmissbrauch am Arbeitsplatz sind hier typische K├╝ndigungsgr├╝nde.
  • Personenbedingte K├╝ndigung
    F├╝r eine personenbedingte K├╝ndigung bedarf es keiner vorherigen Abmahnung, schlie├člich liegt der K├╝ndigungsgrund in der Person des Arbeitnehmers und kann von diesem nicht beeinflusst werden. Wer beispielsweise seinen F├╝hrerschein verliert und als Fahrer besch├Ąftigt ist, muss mit einer personenbedingten K├╝ndigung rechnen. Dies gilt auch f├╝r Ausl├Ąnder, die ihre Arbeitserlaubnis verlieren.
  • Krankheitsbedingte K├╝ndigung
    Die krankheitsbedingte K├╝ndigung ist eine besondere Form der personenbedingten K├╝ndigung und in einzelnen F├Ąllen durchaus gerechtfertigt und somit zul├Ąssig. Dies gilt vor allem dann, wenn der Arbeitnehmer in seiner Leistungsf├Ąhigkeit stark eingeschr├Ąnkt ist oder die T├Ątigkeit krankheitsbedingt nicht mehr aus├╝ben kann.

Wer kann vom arbeitsrechtlichen K├╝ndigungsschutz profitieren?

In Anbetracht der vielen zul├Ąssigen K├╝ndigungsgr├╝nde fragt man sich mitunter, was der K├╝ndigungsschutz ├╝berhaupt ausrichten kann. Zun├Ąchst ist festzuhalten, dass es strenge Vorgaben gibt und es so verhindert wird, dass der Arbeitgeber nur einen Vorwand sucht, um sich von einem Arbeitnehmer zu trennen.

Besonders deutlich wird dies anhand dessen, dass f├╝r die folgenden Personengruppen ein besonders starker K├╝ndigungsschutz besteht:

  • M├╝tter und V├Ąter in Elternzeit
  • Schwangere
  • Schwerbehinderte und ihnen gleichgestellte Personen

Wo finden sich die gesetzlichen Regelungen zum K├╝ndigungsschutz?

Wer sich mit dem K├╝ndigungsschutz auseinandersetzen m├Âchte, sollte wissen, wo die betreffenden Regelungen zu finden sind. Nur so kann man sich ein eigenes Bild machen und seine Rechte ergr├╝nden. Dies ist wichtig, um gegebenenfalls auf eine ungerechtfertigte K├╝ndigung durch den Arbeitgeber reagieren zu k├Ânnen.

Zun├Ąchst lohnt sich ein Blick ins B├╝rgerliche Gesetzbuch, denn insbesondere in den ┬ž┬ž 611 ff. BGB findet sich Grunds├Ątzliches zum deutschen Arbeitsrecht. In Sachen K├╝ndigungsschutz ist zudem das K├╝ndigungsschutzgesetz die zentrale Rechtsquelle, mit der man sich befassen sollte.

Achtung! Zwei Tipps aus der Redaktion

Der K├╝ndigungsschutz ist grunds├Ątzlich eine gute Sache und verschafft Arbeitnehmer/innen auch in einem abh├Ąngigen Besch├Ąftigungsverh├Ąltnis eine gewisse Sicherheit.

Als juristischer Laie tut man gut daran, sich umfassend zu informieren und dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Die folgenden Tipps aus unserer Redaktion sollen dabei behilflich sein.

Informieren Sie sich ├╝ber die K├╝ndigungsfristen!

Zun├Ąchst ist es nicht nur wichtig, die zul├Ąssigen K├╝ndigungsgr├╝nde zu kennen, sondern auch mit den Fristen vertraut zu sein. Arbeitnehmer/innen sollten sich daher sp├Ątestens im Ernstfall mit den K├╝ndigungsfristen befassen. Ma├čgebend ist hier vor allem ┬ž 622 BGB, denn darin finden sich die gesetzlichen K├╝ndigungsfristen des deutschen Arbeitsrechts. Zun├Ąchst geht daraus hervor, dass die ├╝bliche Frist vier Wochen betr├Ągt und ein Arbeitsverh├Ąltnis dementsprechend zum F├╝nfzehnten oder Ende eines Monats gek├╝ndigt werden kann.

Im Falle einer K├╝ndigung durch den Arbeitgeber ist allerdings auch die Betriebszugeh├Ârigkeit des Mitarbeiters ein entscheidender Faktor und ausschlaggebend f├╝r die jeweilige K├╝ndigungsfrist, die der Arbeitgeber zu befolgen hat.

Nachfolgend gibt es eine kleine ├ťbersicht:

Dauer des Arbeitsverh├Ąltnisses K├╝ndigungsfrist zum Ende des Monats
2 Jahre 1 Monat
5 Jahre 2 Monate
8 Jahre 3 Monate
10 Jahre 4 Monate
12 Jahre 5 Monate
15 Jahre 6 Monate
20 Jahre 7 Monate

Lassen Sie sich anwaltlich beraten!

Dass es einen umfassenden K├╝ndigungsschutz im deutschen Arbeitsrecht gibt, wiegt Arbeitnehmer/innen zun├Ąchst in Sicherheit. Im Ernstfall sollten diese allerdings einen Fachanwalt f├╝r Arbeitsrecht aufsuchen und sich anwaltlich beraten lassen.

Der Anwalt beziehungsweise die Anw├Ąltin ├╝berblickt die Rechtslage und kann feststellen, inwiefern ein Versto├č gegen den K├╝ndigungsschutz vorliegen k├Ânnte. Gegebenenfalls hat man als Arbeitnehmer/in dann einen kompetenten Partner an seiner Seite, um gegen die K├╝ndigung vorzugehen.