Weiterbildung Energieberater
Energieberater/innen sind die zentralen Ansprechpartner rund um Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Gebäudebereich. Das Bewusstsein für einen schonenden Umgang mit Ressourcen wächst, während die Energiekosten hoch bleiben und der Gesetzgeber mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) klare Vorgaben für Neubau und Sanierung macht. Der Bedarf an qualifizierter Energieberatung ist dadurch bei Eigentümerinnen und Eigentümern von Immobilien so groß wie nie.
Wer seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchte und sich zugleich für Bautechnik und neue Technologien interessiert, findet als Energieberater/in eine sinnstiftende und zukunftssichere Tätigkeit. Die Weiterbildung eröffnet attraktive Karrierechancen, ist aber an klare Zugangsvoraussetzungen geknüpft. Zur ersten Orientierung lohnt sich eine anbieterunabhängige Beratung beim Arbeitsamt. Dieser Ratgeber erklärt, welche Abschlüsse es gibt, wer teilnehmen darf, wie lange die Qualifizierung dauert, was sie kostet und wie sich die Weiterbildung fördern lässt.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Energieberater/innen analysieren Gebäude, senken den Energieverbrauch und begleiten Sanierungen - ein Beruf mit hoher Nachfrage durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG).
- Für die staatlich geförderte Beratung ist der Eintrag in die Energieeffizienz-Experten-Liste (EEE) nötig; typische Zugänge sind ein Meister-, Techniker- oder Hochschulabschluss aus Bau, Technik oder Handwerk.
- Die Weiterbildung dauert je nach Form 3 bis 18 Monate; private Kurse kosten oft rund 2.000 bis 6.000 Euro.
- Finanzierung: Bildungsgutschein (§ 81/§ 82 SGB III), Aufstiegs-BAföG bei Aufstiegsfortbildungen, Weiterbildungsgeld von 150 Euro sowie Kostenübernahme über die BAFA-Energieberatung.
- Das Jahresgehalt liegt meist zwischen rund 40.000 und 60.000 Euro brutto; selbstständige Energieberatung ist verbreitet.
Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium
Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt
Staatlich zugelassen (ZFU) · seit 1948
- Umschulungen, Weiterbildungen & Abschlüsse
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Förderung per Bildungsgutschein möglich

Fernakademie für Erwachsenenbildung
Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe
- Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Berufsbegleitend von zu Hause lernen

ILS Institut für Lernsysteme
Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule
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Inhaltsverzeichnis
Die Weiterbildung vermittelt Bauphysik, Gebäudetechnik und Recht
Energieeffizienz-Experte und Gebäudeenergieberater sind die zentralen Abschlüsse
Die Zulassung setzt eine einschlägige Vorbildung voraus
Dauer und Ablauf hängen von Vollzeit, Teilzeit oder Fernkurs ab
Kosten und Förderung lassen sich über mehrere Wege abdecken
Die Anerkennung entscheidet über die Förderfähigkeit der Beratung
Anbieter reichen von Handwerkskammern bis zu Fernakademien
Karriere und Gehalt in der Energieberatung
Alternativen und Anschlussqualifikationen erweitern die Perspektive
Häufige Fragen zur Weiterbildung Energieberater

Das Berufsbild: Was Energieberater/innen im Alltag leisten
Energieberater/innen stehen Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um effiziente Energiekonzepte geht. Unter bauphysikalischen und gebäudetechnischen Gesichtspunkten suchen sie nach Wegen, den Energieverbrauch zu senken und Energieverluste zu vermeiden. Das geschieht auch im Sinne der Umwelt: Ein geringer Verbrauch und eine effiziente Nutzung von Energie sparen bares Geld und tragen zugleich zu mehr Nachhaltigkeit bei.
Der Arbeitsalltag ist abwechslungsreich und verbindet Analyse, Beratung und Dokumentation. Zu den typischen Aufgaben gehören:
- Vor-Ort-Aufnahme von Gebäuden inklusive Gebäudehülle, Heizung und Lüftung
- Berechnung von Energiebilanzen und Erstellung von Energieausweisen
- Aufstellen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) mit sinnvoller Reihenfolge der Maßnahmen
- Beratung zu Dämmung, Fenstertausch, Heizungsmodernisierung und erneuerbaren Energien
- Begleitung von Förderanträgen bei BAFA und KfW im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
- Baubegleitung und Qualitätskontrolle während der Sanierung
Wer durch seine berufliche Tätigkeit etwas bewirken möchte, findet in der Energieberatung ein Feld mit sichtbarem Nutzen. Entsprechend qualifizierte Fachkräfte finden vor allem in diesen Bereichen gute Jobchancen:
- Verbraucherzentrale
- Bauunternehmen und Sanierungsbetriebe
- selbstständige Energieberatungen
- Ingenieur- und Planungsbüros
- Architekturbüros
- Energieversorger und kommunale Klimaschutzstellen
Die Weiterbildung vermittelt Bauphysik, Gebäudetechnik und Recht
Die Qualifizierung als Energieberater/in erfolgt im Rahmen einer beruflichen Weiterbildung, die die erforderlichen Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt. Die Teilnehmenden befassen sich vor allem mit diesen Inhalten:
- Baukonstruktion und Baustoffkunde
- Bauphysik (Wärmeschutz, Feuchteschutz, Wärmebrücken)
- Anlagen- und Gebäudetechnik (Heizung, Lüftung, Warmwasser)
- energetische Modernisierung und Sanierungsplanung
- erneuerbare Energien und Wärmepumpentechnik
- Energierecht, Gebäudeenergiegesetz (GEG) und Förderrecht
- Software zur Energiebilanzierung und Erstellung von Energieausweisen
Neben dem Fachwissen ist die Beratungskompetenz entscheidend. Energieberater/innen müssen komplexe technische Zusammenhänge verständlich erklären und ihren Kunden eine wirtschaftlich sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen empfehlen. Diese Verbindung aus Technik und Kommunikation macht den Beruf aus.
Energieeffizienz-Experte und Gebäudeenergieberater sind die zentralen Abschlüsse
Rund um die Energieberatung gibt es verschiedene Bezeichnungen, die oft verwechselt werden. Für die Praxis sind vor allem zwei Wege wichtig. Der Gebäudeenergieberater (HWK) ist eine geregelte Fortbildung der Handwerkskammern und richtet sich vorrangig an Handwerksmeister und Fachkräfte aus dem Bau. Der Eintrag als Energieeffizienz-Experte (EEE) auf der bundesweiten Expertenliste ist dagegen die Voraussetzung, um Beratungen und Baubegleitungen anbieten zu dürfen, die über die Bundesförderung gefördert werden.
Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Qualifikationen ein:
Je nach Anbieter kann die Weiterbildung als Vollzeit-Lehrgang, berufsbegleitend oder als Fernkurs stattfinden. Wer die staatlich geförderte Beratung anbieten will, sollte von Anfang an einen Kurs wählen, der auf den Eintrag in die Energieeffizienz-Experten-Liste vorbereitet.
Die Zulassung setzt eine einschlägige Vorbildung voraus
Je nach angestrebtem Abschluss und Lehrgangsanbieter variieren die Rahmenbedingungen der Weiterbildung deutlich. Anders als bei vielen anderen Weiterbildungen ist der Zugang zur Energieberatung an eine einschlägige berufliche Vorbildung gebunden - vor allem, wenn später der Eintrag in die Energieeffizienz-Experten-Liste angestrebt wird.
Als solide Basis gelten insbesondere:
- ein Meisterabschluss in einem einschlägigen Bau- oder Ausbauhandwerk
- ein Abschluss als staatlich geprüfte/r Techniker/in der Fachrichtung Bautechnik oder Gebäudetechnik
- ein Hochschulabschluss als Architekt/in oder Ingenieur/in (Bauwesen, Versorgungstechnik, Energietechnik)
- vergleichbare Qualifikationen mit ausreichender Berufserfahrung im Bauwesen
Für die Aufnahme in die Expertenliste kommen zu diesen Grundqualifikationen fachliche Mindestanforderungen und eine geprüfte Weiterbildung hinzu. Wer noch keine passende Grundlage besitzt, sollte zuerst eine dieser Basisqualifikationen erwerben, etwa über eine Weiterbildung zum Techniker oder als Bautechniker. Auch Fachkräfte mit einer Weiterbildung zur Elektrofachkraft bringen technisches Vorwissen mit, das den Einstieg erleichtert.
Dauer und Ablauf hängen von Vollzeit, Teilzeit oder Fernkurs ab
Die Dauer variiert je nach Lehrgangsform und Lernpensum stark. In der Regel müssen angehende Energieberater/innen zwischen 3 und 18 Monaten einkalkulieren. Berufsbegleitende Kurse und Fernlehrgänge dauern länger, lassen sich aber neben dem Job absolvieren. Vollzeitlehrgänge sind kompakter und eignen sich, wenn die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein während der Arbeitslosigkeit finanziert wird.
Viele Lehrgänge schließen mit einer Prüfung ab und beinhalten Präsenzphasen für praktische Übungen und Softwareschulungen. Wer den Eintrag in die Expertenliste anstrebt, sollte darauf achten, dass der Kurs die dafür geforderten Inhalte und Stundenumfänge abdeckt.
Kosten und Förderung lassen sich über mehrere Wege abdecken
Private Anbieter erheben Lehrgangsgebühren, die je nach Umfang und Abschluss meist zwischen rund 2.000 und 6.000 Euro liegen. Dazu kommen gegebenenfalls Prüfungsgebühren und Kosten für Fachsoftware. Diese Investition muss niemand allein tragen: Für die Weiterbildung stehen mehrere Förderwege offen, die sich nach der jeweiligen Lebenssituation richten.
Der passende Förderweg hängt davon ab, ob Sie arbeitslos, beschäftigt oder bereits in der Energieberatung tätig sind. Häufig lassen sich mehrere Bausteine kombinieren - lassen Sie sich vor der Anmeldung beim Arbeitsamt beraten.
Wer arbeitslos gemeldet ist, kann die Energieberater-Weiterbildung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanzieren, sofern die Maßnahme und der Träger nach AZAV zugelassen sind. Ausführliche Hinweise zum Ablauf und zu weiteren Optionen finden Sie in unserem Überblick zur Umschulung über das Arbeitsamt. Beschäftigte, die im Betrieb bleiben, profitieren häufig vom Qualifizierungschancengesetz, über das der Arbeitgeber Zuschüsse beantragen kann.
Ein weiterer Punkt ist wirtschaftlich reizvoll: Wer als geförderte/r Energieberater/in tätig wird, kann seinen Kunden Zuschüsse verschaffen. Die BAFA-Energieberatung für Wohngebäude wird staatlich bezuschusst, sodass Eigentümer nur einen Teil des Beraterhonorars selbst zahlen. Das erhöht die Nachfrage nach qualifizierter Beratung zusätzlich.
Die Anerkennung entscheidet über die Förderfähigkeit der Beratung
Es gibt zahlreiche Qualifizierungsmaßnahmen rund um Energieeffizienz und Energieberatung. Wer eine entsprechende Karriere anstrebt, sollte von Anfang an auf die Anerkennung des Abschlusses achten. Denn nur wenn diese gegeben ist, ist die spätere Beratung förderfähig und damit für zahlungskräftige Kunden interessant.
Zentral ist der Eintrag in die Energieeffizienz-Experten-Liste des Bundes, die von der Deutschen Energie-Agentur (dena) geführt wird. Nur wer dort gelistet ist, darf die geförderten Beratungen und Baubegleitungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sowie individuelle Sanierungsfahrpläne (iSFP) durchführen. Interessierte sollten deshalb eine Weiterbildung wählen, die die Aufnahmekriterien dieser Liste erfüllt, und die konkreten Anforderungen vor der Anmeldung prüfen.
Anbieter reichen von Handwerkskammern bis zu Fernakademien
Wer Energieberater/in werden möchte und nach Qualifizierungsangeboten sucht, sollte die verschiedenen Anbieter kennen. Grundsätzlich kommen zahlreiche Bildungseinrichtungen in Betracht, denn hohe Energiepreise und ein wachsendes Bewusstsein für nachhaltiges Bauen sorgen für eine große Nachfrage.
Bei den Handwerkskammern (HWK) werden Interessierte für den geregelten Abschluss Gebäudeenergieberater fündig, teils sogar im flexiblen Fernstudium. Daneben bieten Ingenieurakademien, Fernlehrinstitute und private Bildungsträger passende Maßnahmen an. Bei der Auswahl sollten Sie auf drei Punkte achten: die AZAV-Zulassung (Voraussetzung für den Bildungsgutschein), die Vorbereitung auf den Eintrag in die Energieeffizienz-Experten-Liste und einen ausreichenden Praxisanteil mit Softwareschulung.
Karriere und Gehalt in der Energieberatung
Die Verdienstmöglichkeiten in der Energieberatung sind attraktiv und erhöhen die Anziehungskraft des Tätigkeitsfeldes. Trotz Unterschieden im Einzelfall lässt sich das durchschnittliche Gehalt auf rund 40.000 bis 60.000 Euro brutto im Jahr beziffern. Viele Energieberater/innen arbeiten selbstständig und rechnen ihre Leistungen projektbezogen ab; hier hängt das Einkommen stark von Auftragslage und Spezialisierung ab.
Der Beruf bietet zudem gute Entwicklungsperspektiven. Nach der Qualifizierung endet die Fahnenstange nicht: Man kann sich kontinuierlich weiterbilden und die eigene Kompetenz gezielt ausbauen. Geeignet sind unter anderem Seminare zu diesen Themen:
- Wärmepumpen- und Heizungstechnik
- Photovoltaik und erneuerbare Energien
- Baubiologie und Nachhaltigkeit
- Bauphysik und Baustatik
- Klima-, Kälte- und Lüftungstechnik
- Energie- und Anlagentechnik
- Fördermittelberatung und Sanierungsmanagement
Außerdem besteht die Option eines Studiums. Aufbauend auf der Qualifikation als Energieberater/in lässt sich ein Bachelor oder Master erlangen - ein zukunftsorientierter Schritt, der Führungspositionen und anspruchsvolle Planungsaufgaben öffnet.
Alternativen und Anschlussqualifikationen erweitern die Perspektive
Ein bewusster Umgang mit Ressourcen und nachhaltiges Bauen werden zunehmend zur Normalität, und Energieberatungen leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Die Weiterbildung trifft damit den Nerv der Zeit. Dennoch kann es sinnvoll sein, verwandte Wege in Betracht zu ziehen, die technisch ähnlich gelagert sind:
- Solartechniker/in beziehungsweise Solarteur/in
- Fachplaner/in für Energie- und Gebäudetechnik
- Maschinenbautechniker/in mit Schwerpunkt Energie- und Anlagentechnik
- Sachverständige/r für Gebäude und Immobilienbewertung
Tipp aus der Redaktion: berufsbegleitendes Studium
Energieeffizienz, Energietechnik und erneuerbare Energien sind brandaktuelle Themen, die sich hervorragend im Rahmen eines Studiums vertiefen lassen. Energieberater/innen können von einem passenden Studiengang enorm profitieren und müssen dafür ihre Berufstätigkeit nicht unterbrechen. Möglich machen das flexible Studienformen wie Fernstudium, duales Studium, Abendstudium oder Teilzeitstudium. Parallel zur Praxis in der Energieberatung lässt sich so mit dem Bachelor oder Master ein akademischer Grad erlangen - eine solide Basis für den Aufstieg auf der Karriereleiter.