Weiterbildung Bilanzbuchhalter
Die Bilanzbuchhaltung gehört zu den Aufgaben, die in allen bilanzierenden Unternehmen anfallen. Unabhängig von der Branche ergeben sich somit für Bilanzbuchhalter/innen gute Berufsaussichten. Wer sich diese sichern möchte, fasst daher zuweilen eine Weiterbildung zum/zur Bilanzbuchhalter/in ins Auge.
Die Bilanzbuchhalter-Weiterbildung bietet enormes Potenzial, ist aber auch eine große Herausforderung. Wer sich dieser stellen möchte, sollte nichts überstürzen und stattdessen zunächst recherchieren. Hier erfahren Interessierte viel Wissenswertes und können sich einen ersten Eindruck von der Weiterbildung zur Bilanzbuchhalterin beziehungsweise zum Bilanzbuchhalter verschaffen - vom Berufsbild über Voraussetzungen, Dauer und Kosten bis hin zur Förderung durch das Arbeitsamt.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Der Geprüfte Bilanzbuchhalter (IHK) ist ein öffentlich-rechtlich anerkannter Aufstiegsabschluss auf Meisterebene (DQR-Niveau 6, wie der Bachelor).
- Zugelassen wird, wer eine kaufmännische Ausbildung plus Berufspraxis mitbringt - oder über ausreichend einschlägige Berufserfahrung verfügt.
- Die Weiterbildung dauert je nach Form rund 3 Monate (Vollzeit) bis etwa 24 Monate (berufsbegleitend oder per Fernstudium).
- Die Lehrgangskosten liegen meist zwischen 2.000 und 6.000 Euro; Prüfungsgebühren der IHK kommen hinzu.
- Gefördert wird vor allem über das Aufstiegs-BAföG, für Arbeitslose auch über den Bildungsgutschein (§ 81 SGB III).
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Inhaltsverzeichnis
- Bilanzbuchhalter/innen sind gefragte Fachleute für das Rechnungswesen
- Der Bilanzbuchhalter ist ein Aufstiegsabschluss auf Meisterebene
- Die Prüfung deckt fünf große Handlungsbereiche ab
- Zur Prüfung wird nur zugelassen, wer Ausbildung und Praxis vorweist
- Dauer und Ablauf richten sich nach der gewählten Lernform
- Die Kosten lassen sich durch mehrere Förderwege deutlich senken
- Das Aufstiegs-BAföG ist der wichtigste Förderweg
- Der Abschluss verbessert Gehalt und Aufstiegschancen spürbar
- Zur Bilanzbuchhalter-Weiterbildung gibt es sinnvolle Alternativen
- Auch nach dem Abschluss lohnt sich fortlaufende Weiterbildung
- Ein AZAV-zugelassener Anbieter ist Voraussetzung für die Förderung
- Häufige Fragen zur Bilanzbuchhalter-Weiterbildung

Bilanzbuchhalter/innen sind gefragte Fachleute für das Rechnungswesen
Bilanzbuchhalter/innen kümmern sich im beruflichen Alltag vor allem um die Organisation der Buchhaltung. Die Erstellung von Abschlüssen sowie die Ermittlung wichtiger Kennzahlen anhand der Bilanzen sind ebenfalls ihr Metier. Dabei sind sie auf keine bestimmte Branche festgelegt und profitieren von facettenreichen Beschäftigungsmöglichkeiten.
Zu den typischen Aufgaben gehören die Organisation und Überwachung des betrieblichen Rechnungswesens, die Erstellung von Monats-, Quartals- und Jahresabschlüssen nach Handels- und Steuerrecht, die Kosten- und Leistungsrechnung sowie das interne und externe Berichtswesen. Bilanzbuchhalter/innen bereiten außerdem betriebswirtschaftliche Auswertungen für die Geschäftsführung auf und sind häufig zentrale Ansprechpartner für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Finanzbehörden. Wer die Buchhaltung von Grund auf beherrscht, findet in der Bilanzbuchhaltung die anspruchsvollste und bestbezahlte Stufe dieses Berufsfelds.
Die Verdienstmöglichkeiten spielen für Bilanzbuchhalter/innen ebenfalls eine große Rolle. Wer sich Tag für Tag mit Zahlen befasst, möchte natürlich auch um die eigene finanzielle Situation wissen. Interessierte an einer Qualifizierung für die Bilanzbuchhaltung sollten wissen, dass das durchschnittliche Gehalt hier je nach Region, Betriebsgröße und Erfahrung zwischen 40.000 Euro und 50.000 Euro brutto im Jahr liegt, in größeren Unternehmen und mit Führungsverantwortung auch deutlich darüber.
Der Bilanzbuchhalter ist ein Aufstiegsabschluss auf Meisterebene
Menschen mit dem Berufswunsch Bilanzbuchhalter/in müssen zunächst wissen, dass es sich dabei nicht um einen klassischen Ausbildungsberuf, sondern um einen Weiterbildungsabschluss handelt. Sie müssen demnach eine berufliche Aufstiegsfortbildung absolvieren, um die Qualifikation zu erlangen.
Dabei handelt es sich typischerweise um den Abschluss als Geprüfte/r Bilanzbuchhalter/in (IHK). So erlangt man den öffentlich-rechtlich anerkannten Fortbildungsabschluss gemäß Berufsbildungsgesetz. Die bundeseinheitliche Fortbildungsordnung sorgt dafür, dass der Titel überall in Deutschland gleich viel wert ist - unabhängig davon, bei welcher Industrie- und Handelskammer die Prüfung abgelegt wurde.
Die Prüfung zum Bilanzbuchhalter findet vor der IHK statt und ist im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) auf Niveau 6 eingestuft - also auf derselben Stufe wie der Bachelor und der Handwerksmeister. Damit gehört der Geprüfte Bilanzbuchhalter zu den höchsten Fortbildungsabschlüssen im kaufmännischen Bereich. Die Prüflinge müssen einen schriftlichen und einen mündlichen beziehungsweise berufspraktischen Teil bestehen.
Die Prüfung deckt fünf große Handlungsbereiche ab
Die Inhalte der Bilanzbuchhalter-Weiterbildung orientieren sich an der Prüfungsordnung der IHK und bereiten gezielt auf die anspruchsvollen Klausuren vor. Beherrscht werden müssen unter anderem die folgenden Handlungsbereiche:
- Geschäftsvorfälle erfassen und nach handels- und steuerrechtlichen Vorschriften buchen
- Jahresabschluss erstellen, aufbereiten und auswerten
- Finanzwirtschaftliche Steuerung des Unternehmens, Finanzierung und Investition
- Kosten- und Leistungsrechnung als Instrument der Unternehmenssteuerung
- Steuerrecht und dessen Anwendung im Betrieb
- Internes Kontrollsystem, Berichtswesen und Kommunikation
Gerade das Steuerrecht und der Jahresabschluss gelten als die anspruchsvollsten Teile der Prüfung. Viele Lehrgänge legen daher einen Schwerpunkt auf umfangreiche Übungsklausuren, damit die Teilnehmenden den hohen Zeitdruck der schriftlichen Prüfung realistisch trainieren.
Zur Prüfung wird nur zugelassen, wer Ausbildung und Praxis vorweist
Die Rahmenbedingungen der Bilanzbuchhalter-Weiterbildung sollten stets vorab genau analysiert werden. Interessierte können sich nur so einen ersten Eindruck verschaffen, der ihnen dann als Entscheidungsgrundlage dient. Anders als bei vielen Anpassungsweiterbildungen ist der Zugang zur IHK-Prüfung an konkrete Voraussetzungen gebunden.
Zur Prüfung zugelassen wird in der Regel, wer eine der folgenden Kombinationen aus Ausbildung und Berufspraxis nachweist:
- eine abgeschlossene kaufmännische oder verwaltende Ausbildung und anschließend mindestens drei Jahre einschlägige Berufspraxis, oder
- eine sonstige abgeschlossene Ausbildung und mindestens vier Jahre Berufspraxis, oder
- mindestens sechs Jahre einschlägige Berufspraxis ohne einschlägigen Ausbildungsabschluss.
Die Berufspraxis muss dabei einen wesentlichen Bezug zu den Aufgaben eines Bilanzbuchhalters haben, etwa in der Finanz-, Lohn- oder Anlagenbuchhaltung. Neben diesen formalen Zugangsvoraussetzungen kommt es vor allem auf die persönliche Eignung an. Als hilfreich gelten mathematisches Verständnis, Genauigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, ökonomisches Denken sowie ausgeprägtes Organisationsgeschick. Wer den kaufmännischen Unterbau erst noch aufbauen möchte, kann zuvor eine Weiterbildung im Rechnungswesen oder als Finanzbuchhalter/in absolvieren.
Dauer und Ablauf richten sich nach der gewählten Lernform
Wie lange die Bilanzbuchhalter-Weiterbildung dauert, hängt maßgeblich von der gewählten Lernform ab. Grundsätzlich stehen Vollzeit-, Teilzeit- und Fernlehrgänge zur Auswahl, sodass sich für nahezu jede Lebenssituation ein passendes Modell finden lässt. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Varianten ein:
Ein Vollzeitlehrgang bringt die Teilnehmenden am schnellsten zum Ziel, setzt aber voraus, dass in dieser Zeit keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen wird - für Arbeitslose ist das oft die ideale Konstellation. Berufstätige greifen dagegen meist zu einem Teilzeit- oder Fernlehrgang, um Beruf und Weiterbildung zu vereinbaren. Je nach Anbieter können die Modalitäten der Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter variieren. Interessierte sollten daher Kontakt aufnehmen und beispielsweise das kostenlose Informationsmaterial unverbindlich anfordern.
Die Kosten lassen sich durch mehrere Förderwege deutlich senken
Die Kosten der Bilanzbuchhalter-Weiterbildung machen sich langfristig zwar bezahlt, müssen aber zunächst finanziert werden. Für den reinen Lehrgang fallen je nach Anbieter, Umfang und Lernform meist zwischen 2.000 und 6.000 Euro an. Hinzu kommen die Prüfungsgebühren der IHK, die noch einmal mehrere Hundert Euro betragen können, sowie Ausgaben für Lehrbücher und Prüfungsvorbereitung.
Eine Förderung vom Arbeitsamt oder von einer anderen Stelle kommt da sehr gelegen und mindert den finanziellen Druck erheblich. Welcher Weg der richtige ist, hängt vor allem davon ab, ob man arbeitslos, arbeitsuchend oder in Beschäftigung ist. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Finanzierungsmöglichkeiten ein:
Das Aufstiegs-BAföG ist der wichtigste Förderweg
Weil der Geprüfte Bilanzbuchhalter ein Aufstiegsfortbildungsabschluss ist, greift hier in besonderem Maße das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG). Es ist einkommens- und altersunabhängig und übernimmt einen festen Anteil von 50 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Für den verbleibenden Anteil steht ein zinsgünstiges Darlehen der KfW bereit, von dem bei bestandener Prüfung noch einmal die Hälfte erlassen wird.
Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, sollte zuerst mit der Agentur für Arbeit sprechen. Über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III kann die Behörde die Lehrgangs- und Prüfungskosten vollständig übernehmen, sofern die Weiterbildung notwendig ist, um eine Beschäftigung aufzunehmen oder zu sichern. Wichtig ist, den Bildungsgutschein vor Anmeldung zum Lehrgang zu beantragen, denn er wird nur im Voraus ausgestellt. Mehr zu diesem Weg erklärt unser Ratgeber zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Beschäftigte, die sich neben dem Job weiterbilden möchten, können über das Qualifizierungschancengesetz gefördert werden. Hier stellt der Arbeitgeber den Antrag, und die Agentur für Arbeit beteiligt sich an den Weiterbildungskosten sowie unter Umständen am fortgezahlten Arbeitsentgelt. Da die Bilanzbuchhalter-Weiterbildung ein hochwertiger Aufstiegsabschluss ist, lohnt sich in vielen Fällen die Kombination mehrerer Bausteine - eine individuelle Beratung schafft hier Klarheit.
Der Abschluss verbessert Gehalt und Aufstiegschancen spürbar
Der Geprüfte Bilanzbuchhalter zahlt sich in aller Regel aus. Fachkräfte mit diesem Abschluss übernehmen häufig die Leitung der Finanzbuchhaltung, verantworten den Jahresabschluss eigenständig oder rücken in Positionen mit Personalverantwortung auf. Das durchschnittliche Jahresgehalt liegt spürbar über dem eines Finanzbuchhalters und bewegt sich je nach Betriebsgröße, Branche und Region häufig im Bereich von 45.000 bis 60.000 Euro brutto, in großen Unternehmen und mit Führungsverantwortung auch darüber.
Über die reine Vergütung hinaus verbessert der Abschluss die Sicherheit des Arbeitsplatzes, denn qualifizierte Fachkräfte im Rechnungswesen sind branchenübergreifend gefragt. Wer weiterdenkt, kann den Bilanzbuchhalter als Sprungbrett in Richtung Controlling oder in eine kaufmännische Leitungsfunktion nutzen.
Zur Bilanzbuchhalter-Weiterbildung gibt es sinnvolle Alternativen
Ambitionierte Kaufleute, die nach einer passenden Fortbildung suchen, landen vielfach beim Bilanzbuchhalter, sollten aber auch die möglichen Alternativen berücksichtigen. Je nach beruflichem Ziel können andere Qualifikationen besser passen. Hier sind vor allem die folgenden zu nennen:
- Betriebswirt/in für Rechnungswesen oder Controlling
- Finanzbuchhalter/in als Einstiegsstufe vor dem Bilanzbuchhalter
- Steuerfachwirt/in mit Schwerpunkt Steuerberatung
- Fachkraft für Rechnungswesen als kompakter Einstieg
Trotz gewisser Parallelen zeichnen sich die Qualifizierungen durch Eigenheiten aus und setzen andere Schwerpunkte. Wer noch nach seinem beruflichen Weg sucht, sollte den Rechercheaufwand nicht scheuen und viel Herzblut in die Entscheidungsfindung investieren. Auch ein Blick auf das gesamte Angebot der geförderten Weiterbildungen und der Umschulungen über das Arbeitsamt kann bei der Orientierung helfen.
Auch nach dem Abschluss lohnt sich fortlaufende Weiterbildung
All diejenigen, die den Weg als Bilanzbuchhalter/in eingeschlagen haben, dürfen nach dem Abschluss das lebenslange Lernen auf keinen Fall vergessen. Auch Bilanzbuchhalter/innen kommen in den Genuss vielfältiger Weiterbildungsmöglichkeiten und sollten diese nutzen, um bei sich ständig ändernden Vorschriften im Handels- und Steuerrecht auf dem aktuellen Stand zu bleiben.
Neben Fachseminaren sind vor allem berufsbegleitende Studiengänge hervorzuheben. Per Fernstudium oder anderweitigem Teilzeitstudium winkt der Bachelor oder Master in beispielsweise Wirtschaftswissenschaften, Betriebswirtschaftslehre, Steuern oder Controlling. Als Bilanzbuchhalter/in kann man sich vor der zunehmenden Akademisierung nicht verstecken und sollte diese ernst nehmen. Indem man neben dem Beruf studiert, kann man Theorie und Praxis gut miteinander verbinden. Als berufsbegleitende Studienformen bieten sich duales Studium, Abendstudium, Teilzeitstudium sowie Online- und Fernstudium an. Studiengänge aus den Bereichen Wirtschaft und Rechnungswesen heben die vorhandenen Kenntnisse auf ein wissenschaftliches Niveau.
Ein AZAV-zugelassener Anbieter ist Voraussetzung für die Förderung
Für die Wahl des richtigen Lehrgangs spielt der Anbieter eine zentrale Rolle. Wer die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein finanzieren möchte, muss zwingend einen nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifizierten Träger wählen - nur dann übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten. Auch beim Aufstiegs-BAföG ist auf eine anerkannte Maßnahme zu achten.
Bei der Auswahl lohnt der Vergleich mehrerer Anbieter hinsichtlich Betreuung, Anteil an Übungsklausuren, Erfolgsquoten und Flexibilität der Lernform. Ein wertvoller Tipp aus unserer Redaktion rundet die Entscheidung ab.
Nehmen Sie eine Beratung zu Bilanzbuchhalter-Weiterbildungen in Anspruch!
Wenn es um Qualifizierungen in Sachen Bilanzbuchhaltung geht, sollte man auch den Rat erfahrener Experten einholen. Die Weiterbildungsanbieter beraten Interessierte gerne und ausführlich. Zudem kann man bei der IHK vorstellig werden oder einen Beratungstermin beim Arbeitsamt vereinbaren. An kompetenten Ansprechpartnern fehlt es folglich nicht, sofern man sich um eine Beratung bemüht. Fordern Sie am besten mehrere kostenlose Informationsmaterialien an und vergleichen Sie die Angebote in Ruhe.