Weiterbildung Finanzbuchhalter
Finanzbuchhalter-Weiterbildungen erweisen sich immer wieder als ideale Gelegenheiten, um sich für die Finanzbuchhaltung zu qualifizieren. Wer seine berufliche Zukunft in diesem Bereich sieht, sollte sich um einen Abschluss als Finanzbuchhalter/in bemühen und das lebenslange Lernen aktiv nutzen. Auf diese Art und Weise kann man seine Karriere selbst in die Hand nehmen und kontinuierlich an den eigenen Zielen arbeiten.
Im Zweifelsfall sollten Interessierte an einer Weiterbildung zum/zur Finanzbuchhalter/in auch mit dem Arbeitsamt in Kontakt treten. Dort erhalten sie ausführliche Beratungen und unter bestimmten Voraussetzungen eine Förderung, etwa über einen Bildungsgutschein. Zunächst sollte aber dennoch eine eigenständige Recherche durchgeführt werden. Dieser Ratgeber führt Sie durch Berufsbild, Inhalte, Voraussetzungen, Dauer, Kosten und Fördermöglichkeiten der Finanzbuchhalter-Weiterbildung.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Finanzbuchhalter/innen führen die laufende Buchhaltung, betreuen Kreditoren und Debitoren und bereiten Jahresabschlüsse vor - branchenübergreifend gefragt.
- Die Weiterbildung ist eine Anpassungsfortbildung und baut in der Regel auf einer kaufmännischen Ausbildung sowie etwas Berufspraxis auf.
- Die Dauer reicht von rund zwei bis vier Monaten in Vollzeit bis zu sechs bis achtzehn Monaten in Teilzeit oder als Fernkurs.
- Die Kosten liegen meist zwischen etwa 1.500 und 3.500 Euro; bei Arbeitslosigkeit ist eine volle Förderung über den Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) möglich.
- Das Jahresgehalt bewegt sich üblicherweise zwischen rund 30.000 und 50.000 Euro brutto, mit Aufstiegschancen Richtung Bilanzbuchhalter/in.
Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium
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Inhaltsverzeichnis
- Finanzbuchhalter/innen sichern die Zahlenbasis jedes Unternehmens
- Die Weiterbildung vermittelt Buchführung, Jahresabschluss und Steuern
- Eine kaufmännische Basis erleichtert den Einstieg deutlich
- Dauer und Ablauf hängen vom gewählten Lernmodell ab
- Bei Arbeitslosigkeit übernimmt das Arbeitsamt die Kosten oft vollständig
- Nach dem Abschluss stehen weitere Qualifizierungswege offen
- Karriere und Gehalt entwickeln sich mit Erfahrung und Spezialisierung
- Verwandte Abschlüsse bieten sinnvolle Alternativen
- Häufige Fragen zur Finanzbuchhalter-Weiterbildung

Finanzbuchhalter/innen sichern die Zahlenbasis jedes Unternehmens
Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Beruf Finanzbuchhalter/in sollte vor der Teilnahme an einer entsprechenden Qualifizierung unbedingt stattfinden. Interessierte sollten wissen, dass Finanzbuchhalter/innen im Rechnungswesen sowie in der Buchhaltung tätig sind. Hier kümmern sie sich insbesondere um die Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung. Darüber hinaus obliegen ihnen oftmals die vorbereitenden Arbeiten für die Jahresabschlüsse. Durch ihre Arbeit leisten Finanzbuchhalter/innen außerdem einen wesentlichen Beitrag zum betrieblichen Finanzmanagement.
Der Arbeitsalltag ist geprägt von wiederkehrenden und terminierten Aufgaben. Dazu gehören das Erfassen und Kontieren von Belegen, die Abstimmung von Konten, die Bearbeitung offener Posten sowie die Vorbereitung der Umsatzsteuervoranmeldung. In vielen Betrieben arbeiten Finanzbuchhalter/innen eng mit dem Controlling, der Lohnbuchhaltung und dem Steuerberater zusammen. Genauigkeit, ein gutes Zahlenverständnis und Zuverlässigkeit sind daher zentrale Eigenschaften für diesen Beruf.
Da die Buchhaltung auf keine spezielle Branche beschränkt ist, sondern für Unternehmen aller Branchen von Belang ist, ergeben sich für qualifizierte Finanzbuchhalter/innen in allen Bereichen spannende Perspektiven. Ob Industrie, Handel, Handwerk oder Dienstleistung: Wer die Zahlen im Griff hat, wird gebraucht. Das macht den Beruf krisenfest und bundesweit gefragt. Je nach Einsatzbereich und Qualifikationsprofil kann das Einkommen variieren. In der Regel lässt sich das durchschnittliche Gehalt auf rund 30.000 Euro bis 50.000 Euro brutto im Jahr beziffern.
Die Weiterbildung vermittelt Buchführung, Jahresabschluss und Steuern
Menschen, die als Finanzbuchhalter/innen durchstarten möchten, können sich im Rahmen einer entsprechenden Weiterbildung qualifizieren. Je nach Anbieter und Lehrgang kann es zwar Unterschiede hinsichtlich des Ablaufs geben, aber es geht stets um die wesentlichen Aspekte der Finanzbuchhaltung. Die Teilnehmenden setzen sich dabei vor allem mit den folgenden Themenfeldern auseinander:
- Grundlagen und Organisation der Finanzbuchführung
- Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung
- Anlagenbuchhaltung und Abschreibungen
- Vorbereitung und Erstellung des Jahresabschlusses
- Umsatzsteuer und Grundzüge des Steuerrechts
- Kosten- und Leistungsrechnung
- Buchführung mit gängiger Software wie DATEV oder SAP
Viele Lehrgänge schließen mit einer internen Prüfung oder einem Zertifikat ab. Verbreitet ist der Abschluss "Finanzbuchhalter/in (IHK)", der bei den Industrie- und Handelskammern über deren Weiterbildungseinrichtungen angeboten wird. Anders als eine bundeseinheitlich geregelte Aufstiegsfortbildung handelt es sich hierbei um eine Anpassungsfortbildung, deren Inhalte und Prüfungsformen je nach Anbieter variieren. Für den Berufsalltag zählt vor allem, dass die vermittelten Kompetenzen praxisnah und auf gängige Buchhaltungssoftware ausgerichtet sind.
Eine kaufmännische Basis erleichtert den Einstieg deutlich
Der Zugang zur Finanzbuchhalter-Weiterbildung kann je nach Lehrgang unterschiedlich geregelt sein. Unabhängig von den jeweiligen formalen Bedingungen ist eine kaufmännische Ausbildung die ideale Basis. Wer beispielsweise als Kauffrau oder Kaufmann für Büromanagement, als Industriekaufmann oder als Steuerfachangestellte/r gearbeitet hat, bringt in der Regel gute Startvoraussetzungen mit.
Zusätzlich sollte man auch über eine gewisse Berufspraxis verfügen, denn die Weiterbildung setzt kaufmännisches Grundverständnis voraus. Viele Anbieter erwarten daher erste Erfahrungen im Rechnungswesen oder in der Buchhaltung. Wer noch keine kaufmännische Ausbildung hat, aber im Beruf mit Buchführung zu tun hatte, sollte vorab mit dem Bildungsträger klären, ob eine Teilnahme möglich ist. Darauf aufbauend bietet sich die Weiterbildung zum Finanzbuchhalter IHK an. Persönlich sind Sorgfalt, logisches Denken und Freude an der Arbeit mit Zahlen entscheidend.
Dauer und Ablauf hängen vom gewählten Lernmodell ab
Wie lange die Weiterbildung dauert, richtet sich vor allem danach, ob sie in Vollzeit, berufsbegleitend in Teilzeit oder als Fernkurs absolviert wird. Vollzeitlehrgänge sind kompakt und eignen sich besonders für Menschen, die aktuell nicht berufstätig sind und sich zügig neu ausrichten möchten. Teilzeit- und Fernangebote lassen sich dagegen mit Beruf und Familie vereinbaren, dauern dafür aber länger. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Modelle ein:
Der Ablauf kombiniert in vielen Lehrgängen Theorie und praktische Übungen an konkreten Buchungsfällen. Bei Fernkursen erfolgt das Lernen überwiegend eigenständig mit Studienheften und Online-Material, ergänzt um Einsendeaufgaben und teils Präsenz- oder Online-Seminare. Am Ende steht meist eine Abschlussprüfung oder ein Zertifikatstest. Achten Sie bei der Anbieterwahl auf eine AZAV-Zulassung des Trägers, denn nur dann ist eine Förderung über die Bundesagentur für Arbeit möglich.
Bei Arbeitslosigkeit übernimmt das Arbeitsamt die Kosten oft vollständig
Die Finanzbuchhalter-Weiterbildung bringt kompetente Finanzbuchhalter/innen hervor, die in ihrem Job permanent mit Zahlen umgehen. Dementsprechend sollten sie auch nicht davor zurückscheuen, sich mit den Kosten der Qualifizierung auseinanderzusetzen. Je nach Lehrgang und Umfang können hier Summen zwischen etwa 1.500 und 3.500 Euro zusammenkommen. Eine gute Finanzierung ist daher das A und O.
Die gute Nachricht: Für den Zugang zu einer Förderung gibt es mehrere Wege, die vor allem von Ihrer aktuellen Situation abhängen. Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, hat oft die besten Karten. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Förderwege im Überblick:
So unterstützt das Arbeitsamt die Finanzbuchhalter-Weiterbildung
Wer arbeitslos gemeldet ist oder seinen Arbeitsplatz zu verlieren droht, kann bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III beantragen. Damit übernimmt das Arbeitsamt die Lehrgangs- und Prüfungskosten einer AZAV-zertifizierten Finanzbuchhalter-Weiterbildung häufig vollständig. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch, in dem gemeinsam festgestellt wird, dass die Weiterbildung Ihre Vermittlungschancen verbessert. Der Gutschein wird ausgestellt, bevor der Lehrgang beginnt.
Da die Finanzbuchhalter-Weiterbildung eine Anpassungsfortbildung ohne bundeseinheitliche Prüfungsordnung ist, läuft die Förderung überwiegend über den Bildungsgutschein und nicht über das Aufstiegs-BAföG. Das Aufstiegs-BAföG greift dagegen bei bundesrechtlich geregelten Aufstiegsfortbildungen, etwa beim geprüften Bilanzbuchhalter. Wer eine längere, geförderte Weiterbildung besucht, kann zusätzlich ein Weiterbildungsgeld von 150 Euro monatlich sowie unter Umständen Prämien für bestandene Zwischen- und Abschlussprüfungen erhalten. Beschäftigte, deren Tätigkeit sich durch den technologischen Wandel verändert, profitieren vom Qualifizierungschancengesetz, bei dem der Arbeitgeber die Weiterbildung anstößt und Zuschüsse fließen. Neben der öffentlichen Förderung gibt es weitere Optionen wie Weiterbildungsstipendium, Bildungskredit oder Ratenzahlung beim Anbieter.
Nach dem Abschluss stehen weitere Qualifizierungswege offen
Wenn es um eine Finanzbuchhalter-Weiterbildung geht, ist längst nicht immer die Qualifizierung zum/zur Finanzbuchhalter/in gemeint. Passend zum lebenslangen Lernen stehen auch für ausgebildete Finanzbuchhalter/innen vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Diese können sich so kontinuierlich weiterentwickeln und ihre Karriere weiter vorantreiben. Damit dies gelingt, müssen sie allerdings die richtige Wahl treffen.
Anpassungsqualifizierungen in der Finanzbuchhaltung
Sogenannte Anpassungsqualifizierungen sind bestens dazu geeignet, bereits vorhandenes Wissen zu erweitern, aufzufrischen oder zu spezialisieren. Wer als Finanzbuchhalter/in fachliche Schwerpunkte setzen möchte, kann folglich auf ein thematisch passendes Seminar zurückgreifen. Die folgenden Themengebiete bieten sich hier in besonderem Maße an:
- Controlling
- Steuerrecht
- Lohn- und Gehaltsbuchführung
- Rechnungslegung
- Finanzbuchführung
- Kosten- und Leistungsrechnung
Aufstiegsweiterbildungen für Finanzbuchhalter/innen
Ein nachhaltiger Aufstieg auf der Karriereleiter erfordert zumeist höhere Abschlüsse. Diese winken im Rahmen klassischer Aufstiegsfortbildungen. Da es sich bei dem Finanzbuchhalter bereits um einen Weiterbildungsabschluss handelt, liegt es nahe, den nächsten Schritt zu gehen und beispielsweise die kaufmännische Weiterbildung gezielt fortzusetzen. Ein naheliegender Aufstieg ist die Qualifizierung zum geprüften Bilanzbuchhalter, die als bundesrechtlich geregelte Fortbildung auch über das Aufstiegs-BAföG förderfähig ist.
Alternativ tragen viele der zunehmenden Akademisierung Rechnung und streben einen Hochschulabschluss an. Im Rahmen eines Studiums neben dem Beruf können Finanzbuchhalter/innen einerseits praktische Erfahrungen sammeln und andererseits einen akademischen Grad mit internationaler Anerkennung erwerben. Insbesondere die folgenden Studienfächer bieten sich hier an:
- Wirtschaftswissenschaften
- Betriebswirtschaftslehre
- Controlling
- Finanz- und Rechnungswesen
- Finanzmanagement
Karriere und Gehalt entwickeln sich mit Erfahrung und Spezialisierung
Mit dem Abschluss als Finanzbuchhalter/in verbessern sich sowohl die Aufgaben als auch die Verdienstaussichten. Berufseinsteiger im Bereich bewegen sich häufig am unteren Ende der genannten Spanne, während erfahrene Kräfte mit Verantwortung für Teilbereiche der Buchhaltung deutlich mehr verdienen. Faktoren wie Unternehmensgröße, Branche, Region und der Umgang mit gängiger Buchhaltungssoftware wirken sich spürbar auf das Gehalt aus.
Wer sich weiterentwickelt und etwa zum geprüften Bilanzbuchhalter aufsteigt oder eine Fach- oder Führungsrolle im Rechnungswesen übernimmt, kann die Verdienstgrenze weiter nach oben verschieben. Auch eine Spezialisierung auf Steuerrecht, Konzernrechnungslegung oder internationale Rechnungslegung nach IFRS eröffnet zusätzliche Perspektiven. Die Finanzbuchhalter-Weiterbildung ist damit oft der erste Schritt einer längeren Entwicklung im Rechnungswesen. Wer den Quereinstieg in Erwägung zieht, findet in unserem Ratgeber zur Umschulung über das Arbeitsamt weitere Informationen.
Verwandte Abschlüsse bieten sinnvolle Alternativen
Menschen, die eigentlich an der Finanzbuchhalter-Weiterbildung interessiert sind, sich aber noch nicht festlegen möchten, sollten nach möglichen Alternativen Ausschau halten. Je nach Vorbildung und Karriereziel kann ein anderer Abschluss besser passen. In diesem Zusammenhang sind unter anderem die folgenden Qualifikationen zu nennen:
- Bilanzbuchhalter/in - der klassische Aufstieg mit höherer Verantwortung
- Steuerfachangestellte/r - mit Fokus auf Steuern und Kanzleiarbeit
- Fachwirt/in für Controlling
- Controller/in - mit Blick auf Steuerung und Planung
- Betriebswirt/in für Rechnungswesen
Einen breiteren Überblick über passende Lehrgänge und Fördermöglichkeiten liefert unsere Übersicht zur Weiterbildung im Rechnungswesen. Grundsätzliche Fragen rund um Antrag, Ablauf und Förderung beantwortet der Ratgeber zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.