Weiterbildung Fachinformatiker für Systemintegration
Fachinformatiker/innen für Systemintegration sind in der digitalisierten Arbeitswelt gefragte Fachkräfte. Der Ausbildungsberuf öffnet die Tür zu einem stabilen IT-Arbeitsmarkt und bildet die Basis für eine langfristige Karriere. Wer im Beruf vorankommen möchte, sollte sich allerdings nicht auf dem einmal erworbenen Wissen ausruhen, sondern kontinuierlich weiterbilden. Technologien, Sicherheitsstandards und Netzwerkarchitekturen verändern sich schnell, deshalb ist lebenslanges Lernen in der IT keine Floskel, sondern Voraussetzung für dauerhafte Beschäftigungssicherheit.
Durch gezielte Weiterbildung bleiben Fachinformatiker/innen fachlich auf dem Laufenden und verbessern ihre Aufstiegs- und Verdienstchancen spürbar. Dass sich eine Weiterbildung für Fachinformatiker/innen der Fachrichtung Systemintegration lohnt, steht somit außer Frage. Interessierte sollten jedoch nicht wahllos die erstbeste Qualifizierung buchen, sondern vorab sorgfältig recherchieren und alle Möglichkeiten ausloten. Ein Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit hilft dabei, den passenden Weg und mögliche Förderungen zu klären. Der folgende Ratgeber verschafft einen Überblick über Weiterbildungsmöglichkeiten, Dauer, Kosten, Förderwege und Karriereperspektiven.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Fachinformatiker/in für Systemintegration wird man über eine duale Ausbildung oder eine Umschulung, nicht über eine Weiterbildung.
- Für bereits ausgebildete Fachkräfte gibt es zahlreiche Anpassungs- und Aufstiegsweiterbildungen, etwa Zertifikate, IT-Fachwirt, Techniker/in Informatik oder ein berufsbegleitendes Studium.
- Die Bundesagentur für Arbeit kann Weiterbildungen per Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) fördern, für Beschäftigte greift zusätzlich das Qualifizierungschancengesetz.
- Aufstiegsfortbildungen wie IT-Fachwirt oder Techniker/in werden über das Aufstiegs-BAföG unabhängig vom Alter bezuschusst.
- Das Jahresgehalt liegt je nach Erfahrung, Spezialisierung und Region grob zwischen 32.000 und 55.000 Euro brutto, mit Weiterbildung und Führungsverantwortung deutlich mehr.
Berufsbild und Aufgaben im Überblick
Als Fachinformatiker/in für Systemintegration setzt man Informations- und Kommunikationslösungen nach Kundenwunsch um. Im Mittelpunkt steht die Vernetzung von Hard- und Software: Einzelkomponenten werden zu funktionierenden, komplexen IT-Systemen zusammengefügt, in Betrieb genommen und dauerhaft betreut. Dazu gehört das Planen und Konfigurieren von Netzwerken und Servern ebenso wie die Fehleranalyse, die Systemadministration und die Betreuung der Anwender im laufenden Betrieb.
Die Kernkompetenzen ausgebildeter Fachinformatiker/innen für Systemintegration lassen sich so zusammenfassen:
- Aufbau und Betrieb von IT-Systemen und Serverlandschaften
- Netzwerktechnik und Netzwerkadministration
- grundlegende Softwareentwicklung und Scripting
- Anwenderschulungen und Support
- IT-Beratung und Anforderungsanalyse
- Projektmanagement bei der Systemeinführung
Mit diesem Know-how finden Fachinformatiker/innen der Fachrichtung Systemintegration in nahezu allen Branchen sowie in der öffentlichen Verwaltung Beschäftigung. Sie sind also nicht auf klassische IT-Unternehmen beschränkt, sondern werden überall dort gebraucht, wo IT-Infrastruktur betrieben wird, vom Mittelständler über das Krankenhaus bis zur Behörde. Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt bewegt sich je nach Region und Erfahrung etwa zwischen 32.000 und 48.000 Euro, mit Spezialisierung und Verantwortung liegt es spürbar darüber.
Wer sich zunächst grundsätzlich orientieren möchte, findet auf unserer Übersicht zum Berufsbild Fachinformatiker weitere Hintergründe zu den vier Fachrichtungen des Ausbildungsberufs.
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Fachinformatiker/in wird man nicht per Weiterbildung
Wer per Weiterbildung Fachinformatiker/in der Fachrichtung Systemintegration werden möchte, erlebt zunächst eine Enttäuschung, denn diesen Weg gibt es nicht. Es handelt sich um einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, der eine duale Berufsausbildung voraussetzt. Der Begriff Weiterbildung meint hier also nicht den Weg in den Beruf, sondern die Qualifizierung von Menschen, die bereits ausgebildet sind.
Für Quereinsteiger ohne einschlägige Ausbildung kommt stattdessen eine Umschulung in Betracht. Sie schließt in der Regel mit derselben IHK-Prüfung ab wie die reguläre Ausbildung, dauert aber meist verkürzt rund zwei Jahre und lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen fördern. Details dazu finden Sie in unseren Ratgebern zur IT-Umschulung und allgemein zur Umschulung über das Arbeitsamt. Für alle, die den Beruf bereits ausüben, richtet sich dieser Ratgeber auf die eigentlichen Weiterbildungen: Anpassung, Aufstieg und Studium.
Anpassungsqualifizierungen halten das Fachwissen aktuell
Seminare, Kurse und Zertifikatslehrgänge sind ideal, um vorhandenes Wissen aufzufrischen, zu erweitern oder gezielt zu spezialisieren. In diesem Zusammenhang spricht man von Anpassungsqualifizierungen. Sie sind meist kürzer als Aufstiegsfortbildungen und lassen sich gut neben dem Beruf absolvieren. Fachinformatiker/innen für Systemintegration können damit eine klare Schwerpunktsetzung erreichen, etwa in diesen Themenfeldern:
- Netzwerkadministration und Cloud-Technologien
- IT-Sicherheit und Informationssicherheit
- Systemadministration (Windows Server, Linux)
- Virtualisierung und Containerisierung
- Datenbanken und Programmierung
- IT-Support und Qualitätssicherung
- agiles Projektmanagement
Besonders gefragt sind derzeit Herstellerzertifikate, die auf dem Arbeitsmarkt einen konkreten Nachweis liefern. Dazu zählen etwa Microsoft- und Cisco-Zertifizierungen, Cloud-Nachweise für Azure oder AWS sowie anerkannte Zertifikate im Bereich IT-Sicherheit. Wer sich in Richtung Datenverarbeitung oder Anwendungen spezialisieren will, findet mit einer SAP-Weiterbildung einen weiteren gefragten Baustein. Auch der Wechsel oder die Ergänzung in Richtung IT-Sicherheitstechniker/in ist ein sinnvoller Spezialisierungspfad.
Aufstiegsfortbildungen ebnen den Weg nach oben
Für ambitionierte Fachinformatiker/innen, denen ein einzelnes Seminar nicht ausreicht, ist eine Aufstiegsfortbildung überlegenswert. Sie führt zu einem höheren, staatlich oder von der IHK geregelten Abschluss und dient als wichtiger Karrierebaustein für einen nachhaltigen Aufstieg in Richtung Fachverantwortung, Teamleitung oder Projektleitung. Folgende Wege stehen offen:
- Geprüfte/r IT-Fachwirt/in (IHK)
- Betriebswirt/in Informationsverarbeitung
- Staatlich geprüfte/r Techniker/in der Fachrichtung Informatik
- Betriebsinformatiker/in
- Operative/r Professional (IT), etwa IT-Projektleiter/in oder IT-Berater/in
Diese Abschlüsse sind im Deutschen Qualifikationsrahmen teils auf Bachelor-Niveau eingestuft und öffnen Türen zu Führungs- und Spezialistenrollen. Verwandte Profile, die für Systemintegratoren interessant sein können, stellen wir in eigenen Ratgebern vor, etwa Betriebsinformatiker/in, IT-Projektkoordinator/in und Informatikkaufmann/-frau. Der große Vorteil der Aufstiegsfortbildungen: Sie sind über das Aufstiegs-BAföG förderfähig, und zwar unabhängig vom Alter.
Ein berufsbegleitendes Studium erweitert die Perspektiven
Klassische Weiterbildungen sind wichtig, in Zeiten zunehmender Akademisierung aber nicht mehr alternativlos. Manche Karrierewege, gerade in Richtung IT-Leitung, Architektur oder Consulting, setzen einen Studienabschluss voraus. Hier lässt sich Abhilfe schaffen, denn ein Studium neben dem Beruf ist heute problemlos möglich. Immer mehr Hochschulen richten sich gezielt an Berufstätige und bieten flexible Studienformen an:
- Fernstudium
- Duales Studium
- Abendstudium
- Teilzeitstudium
So lassen sich Beruf und Studium miteinander vereinbaren. Das ist herausfordernd, stellt aber eine aussichtsreiche Karriere in Aussicht. Für Fachinformatiker/innen für Systemintegration bieten sich besonders folgende Fächer an:
- Informatik
- Technische Informatik
- Informationstechnik
- IT-Management
- Softwaretechnik
- Wirtschaftsinformatik
- Wirtschaftsingenieurwesen
Wichtig zu wissen: Eine abgeschlossene Berufsausbildung plus Berufserfahrung ermöglicht in vielen Bundesländern auch ohne Abitur den Hochschulzugang. Beratung dazu bietet die Agentur für Arbeit ebenso wie die Studienberatung der jeweiligen Hochschule.
Für die meisten Weiterbildungen gelten klare Voraussetzungen
Welche Voraussetzungen gelten, hängt vom Weiterbildungsziel ab. Für einfache Seminare und Zertifikatskurse genügt meist die abgeschlossene Ausbildung oder einschlägige Berufspraxis. Aufstiegsfortbildungen und Studiengänge stellen höhere Anforderungen. Als Orientierung gilt:
- Anpassungsqualifizierungen: abgeschlossene IT-Ausbildung oder vergleichbare Praxis, teils Vorkenntnisse im jeweiligen Themengebiet.
- IT-Fachwirt/in (IHK): in der Regel abgeschlossene kaufmännische oder IT-Ausbildung plus Berufspraxis, alternativ mehrjährige einschlägige Berufserfahrung.
- Techniker/in Informatik: abgeschlossene Ausbildung und meist ein Jahr Berufspraxis.
- Studium: Hochschulzugangsberechtigung oder beruflicher Zugang über Ausbildung plus Berufserfahrung.
Wer über die Agentur für Arbeit gefördert werden möchte, sollte die persönlichen Voraussetzungen für eine geförderte Weiterbildung vorab prüfen. Entscheidend sind hier meist die berufliche Notwendigkeit der Qualifizierung und ein zugelassener Bildungsträger.
Dauer und Ablauf richten sich nach dem Format
Die Dauer einer Weiterbildung hängt stark vom Ziel und vom gewählten Format ab. Ein kompaktes Zertifikatsseminar ist in wenigen Tagen absolviert, eine Aufstiegsfortbildung oder ein Studium erstreckt sich über Monate bis Jahre. Vollzeitformate sind schneller abgeschlossen, verlangen aber die volle Verfügbarkeit; Teilzeit- und Fernformate dauern länger, lassen sich dafür neben dem Job absolvieren. Die folgende Übersicht zeigt typische Rahmenwerte:
Bei geförderten Weiterbildungen prüft die Agentur für Arbeit auch, ob das gewählte Format zur individuellen Lebenssituation passt. Wer Familie und Beruf unter einen Hut bringen muss, fährt oft mit einem Fern- oder Teilzeitangebot besser, auch wenn die Gesamtdauer länger ausfällt.
Kosten und Förderung entscheiden über die Wahl
Weiterbildungen kosten Zeit und Geld. Die Spanne reicht von wenigen hundert Euro für ein Seminar bis zu mehreren tausend Euro für eine Aufstiegsfortbildung oder ein Studium. Die gute Nachricht: Für die meisten Wege gibt es Fördermöglichkeiten. Welcher Weg passt, hängt vor allem davon ab, ob man arbeitslos, von Arbeitslosigkeit bedroht oder in Beschäftigung ist und um welche Art von Abschluss es geht.
Bildungsgutschein bei Arbeitslosigkeit
Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann bei der Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III beantragen. Damit übernimmt die Agentur die Lehrgangskosten sowie oft Fahrt- und Betreuungskosten vollständig. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch, die Notwendigkeit der Weiterbildung und ein AZAV-zugelassener Träger. Details erklären wir in unseren Ratgebern zur Weiterbildung über das Arbeitsamt und zur Förderung einer Weiterbildung.
Qualifizierungschancengesetz für Beschäftigte
Wer noch in Beschäftigung ist, muss nicht leer ausgehen. Über das Qualifizierungschancengesetz können auch Berufstätige eine geförderte Weiterbildung erhalten, wenn ihre Tätigkeit durch technologischen Wandel betroffen ist, was in der IT häufig zutrifft. Antrag und Förderquote laufen über die Agentur für Arbeit, häufig gemeinsam mit dem Arbeitgeber.
Aufstiegs-BAföG für Fortbildungen
Aufstiegsfortbildungen wie IT-Fachwirt/in oder Techniker/in werden über das Aufstiegs-BAföG gefördert, altersunabhängig. Ein großer Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren wird als Zuschuss übernommen, der Rest über ein zinsgünstiges Darlehen, das bei bestandener Prüfung zusätzlich teilweise erlassen wird.
Weiterbildungsgeld und weitere Leistungen
Wer eine geförderte, abschlussbezogene Weiterbildung über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter absolviert, kann ein Weiterbildungsgeld von 150 Euro monatlich zusätzlich erhalten. Für erfolgreich bestandene Zwischen- und Abschlussprüfungen gibt es außerdem Weiterbildungsprämien. Bezieht man während der Maßnahme das umbenannte Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), bleibt ein Minijob bis zur Minijob-Grenze von 603 Euro im Monat teilweise anrechnungsfrei, sodass ein Nebenverdienst möglich bleibt.
Weiterbildung wirkt sich direkt auf das Gehalt aus
Das Einkommen von Fachinformatiker/innen für Systemintegration hängt stark von Erfahrung, Spezialisierung, Region und Betriebsgröße ab. Einsteiger starten häufig bei rund 32.000 bis 38.000 Euro brutto im Jahr. Mit Berufserfahrung sind 42.000 bis 50.000 Euro realistisch, in Ballungsräumen und großen Unternehmen auch mehr. Wer sich weiterbildet, verschiebt diesen Rahmen deutlich nach oben:
- gefragte Zertifikate (Cloud, IT-Sicherheit) heben das Marktgehalt spürbar an,
- mit IT-Fachwirt/in oder Techniker/in werden Fach- und Teamleitungspositionen erreichbar,
- ein Studium eröffnet Rollen wie IT-Architekt/in, IT-Consultant oder IT-Leitung mit Gehältern jenseits von 60.000 Euro.
Weiterbildung ist damit nicht nur eine Frage der fachlichen Aktualität, sondern eine der lohnendsten Investitionen in die eigene Karriere. Der finanzielle Aufwand amortisiert sich in der Regel über höhere Gehälter und bessere Aufstiegschancen.
Bei der Anbieterwahl zählt die AZAV-Zulassung
Wer eine Weiterbildung über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter fördern lassen möchte, muss einen zugelassenen Träger wählen. Entscheidend ist die AZAV-Zulassung (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung). Nur bei zertifizierten Bildungsträgern lässt sich ein Bildungsgutschein einlösen. Achten sollte man außerdem auf:
- eine anerkannte Abschlussprüfung, etwa bei der IHK,
- Praxisbezug und aktuelle Lerninhalte, gerade bei schnelllebigen IT-Themen,
- flexible Lernformate (Vollzeit, Teilzeit, Fernunterricht),
- transparente Kosten und realistische Prüfungsstatistiken.
Eine Übersicht zugelassener Angebote liefert das Kursnet-Portal der Bundesagentur für Arbeit. Vor der Anmeldung lohnt sich in jedem Fall ein Beratungsgespräch, um Ziel, Förderweg und Format aufeinander abzustimmen.






