Weiterbildung Fachwirt

Wer im Rahmen einer Weiterbildung Fachwirt beziehungsweise Fachwirtin werden möchte, hat die Qual der Wahl, denn es existieren zahlreiche Fachwirt-Abschlüsse. Außerdem ist der Fachwirt nicht der einzige kaufmännische Fortbildungsabschluss, schließlich gibt es beispielsweise noch den Betriebswirt. Es besteht daher ein großer Informationsbedarf, bevor eine Entscheidung hinsichtlich der Weiterbildung zum Fachwirt getroffen werden kann.

Der Fachwirt ist eine anerkannte Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz und wird von den Industrie- und Handelskammern (IHK) abgenommen. Er liegt auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) und ist damit einem Bachelor-Abschluss formal gleichgestellt. Seit der Reform des Berufsbildungsgesetzes tragen geprüfte Fachwirte zusätzlich die Fortbildungsbezeichnung „Bachelor Professional“. All diejenigen, die mit einer Fachwirt-Weiterbildung liebäugeln, sollten zunächst intensiv recherchieren und im nächsten Schritt eine Beratung beim Arbeitsamt in Anspruch nehmen. Die dortigen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter sind Experten auf dem Gebiet der beruflichen Bildung und können neben anbieterunabhängigen Informationen auch Zugang zu der einen oder anderen Förderung bieten.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Der Fachwirt ist eine IHK-Aufstiegsfortbildung auf DQR-Niveau 6 („Bachelor Professional“), aufbauend auf einer kaufmännischen Ausbildung und Berufspraxis.
  • Je nach Branche gibt es viele Varianten – vom Wirtschaftsfachwirt über den Handels- und Steuerfachwirt bis zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen.
  • Die Weiterbildung dauert in Teilzeit meist 1,5 bis 3 Jahre, in Vollzeit deutlich kürzer; die Kosten liegen typisch bei 2.000 bis 5.000 Euro.
  • Gefördert wird vor allem über das Aufstiegs-BAföG (50 % Zuschuss auf die Gebühren, weiterer Darlehenserlass bei Bestehen), bei Arbeitslosigkeit ergänzend über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III.
  • Fachwirte arbeiten meist im mittleren Management; die Gehälter bewegen sich je nach Branche und Erfahrung überwiegend zwischen rund 24.000 und 48.000 Euro brutto im Jahr.

Fachwirtin im Personalwesen am Arbeitsplatz

Der Fachwirt als kaufmännische Aufstiegsfortbildung

Als Fachwirt oder Fachwirtin verfügt man über fundierte kaufmännische Kenntnisse und Kompetenzen, die auf der beruflichen Erstausbildung aufbauen und die Basis für einen nachhaltigen Aufstieg auf der Karriereleiter schaffen. Der Fachwirt-Abschluss bietet demnach gute Berufsaussichten und ebnet den Weg für eine höhere Position im Unternehmen.

Formal handelt es sich um eine geregelte Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Prüfung wird vor der Industrie- und Handelskammer abgelegt, für einzelne Fachwirtabschlüsse auch vor der Handwerkskammer. Mit der Einordnung auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens steht der Fachwirt formal auf einer Stufe mit einem akademischen Bachelor, ohne dass ein Hochschulstudium notwendig gewesen wäre. Damit ist der Fachwirt ein klassischer Weg, ohne Studium in verantwortungsvolle Aufgaben hineinzuwachsen.

Wer aus der Arbeitslosigkeit heraus oder berufsbegleitend eine solche Qualifizierung anstrebt, findet auf unserer Übersicht zur Weiterbildung über das Arbeitsamt weiterführende Informationen zu Beratung, Ablauf und Fördermöglichkeiten.

Die Fachwirt-Abschlüsse unterscheiden sich nach Branche und Funktion

„Den“ Fachwirt gibt es nicht – die Bezeichnung steht für eine ganze Familie von Fortbildungsabschlüssen. Grundsätzlich lassen sich zwei Gruppen unterscheiden: der branchenübergreifende Wirtschaftsfachwirt, der auf allgemeine kaufmännische Führungsaufgaben vorbereitet, sowie die zahlreichen branchenspezifischen Fachwirte, die auf eine bestimmte Wirtschaftsbranche zugeschnitten sind.

Interessierte sollten daher wissen, was sie wollen. Die folgende Liste vermittelt einen ersten Eindruck von den beliebtesten Fachwirt-Weiterbildungen:

  • Wirtschaftsfachwirt/in (branchenübergreifend)
  • Immobilienfachwirt/in
  • Steuerfachwirt/in
  • Fachwirt/in im Erziehungswesen
  • Fachwirt/in im Sozial- und Gesundheitswesen
  • Fachwirt/in für Werbung und Kommunikation
  • Medienfachwirt/in
  • Tourismusfachwirt/in
  • Handelsfachwirt/in
  • Industriefachwirt/in
  • Energiefachwirt/in
  • Fitnessfachwirt/in
  • Technische/r Fachwirt/in

Wer sich für die branchenübergreifende Variante interessiert, findet in unserem Ratgeber zum Wirtschaftsfachwirt vertiefende Angaben. Für den steuerlichen Bereich lohnt sich ein Blick auf die Seite zum Steuerfachwirt.

Die Weiterbildung vermittelt betriebswirtschaftliches Kernwissen

Die Weiterbildung zum Fachwirt baut mehr oder weniger nahtlos auf der kaufmännischen Ausbildung auf und vermittelt zunächst wirtschaftsbezogene Qualifikationen, die für alle Fachwirtabschlüsse ähnlich sind. Dazu gehören die folgenden Themenfelder:

  • Betriebswirtschaftslehre
  • Volkswirtschaftslehre
  • Rechnungswesen und Controlling
  • Unternehmensführung und Organisation
  • Steuern und Finanzierung
  • Recht

Neben diesen allgemeinen Themen werden auch branchenbezogene Inhalte ausführlich behandelt. Je nach Fachwirt kann es dabei gravierende Unterschiede geben. Ein Handelsfachwirt beschäftigt sich beispielsweise intensiv mit Beschaffung, Vertrieb und Warenwirtschaft, während ein Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen den Fokus auf das Management sozialer Einrichtungen, Qualitätssicherung und Sozialrecht legt.

Ergänzt wird dieser fachliche Teil in vielen Lehrgängen durch handlungsspezifische Qualifikationen wie Personalführung, Projektmanagement und Kommunikation. Damit deckt die Weiterbildung nicht nur Fachwissen ab, sondern bereitet gezielt auf die Übernahme von Führungs- und Steuerungsaufgaben vor.

Voraussetzung sind Ausbildung und Berufspraxis

Die verschiedenen Fachwirt-Weiterbildungen unterscheiden sich teils gravierend voneinander, die grundlegenden Zugangsvoraussetzungen ähneln sich jedoch. In aller Regel setzen die IHK-Prüfungsordnungen eine abgeschlossene, einschlägige Ausbildung und anschließende Berufspraxis voraus.

Typisch sind folgende Wege zur Zulassung:

  • abgeschlossene kaufmännische oder verwaltende Ausbildung plus meist ein bis drei Jahre Berufspraxis
  • alternativ eine andere abgeschlossene Ausbildung mit entsprechend längerer Berufspraxis
  • in manchen Fällen der Nachweis mehrjähriger einschlägiger Berufserfahrung ohne formal passende Ausbildung

Die genauen Anforderungen legt die jeweilige Prüfungsordnung der zuständigen Kammer fest. Wer unsicher ist, ob die eigene Vorbildung ausreicht, sollte frühzeitig bei der IHK oder beim Weiterbildungsanbieter nachfragen. Auch die Berufsberatung des Arbeitsamts hilft dabei, den passenden Einstieg zu finden.

Dauer und Ablauf hängen von der gewählten Lehrgangsform ab

Wie lange eine Fachwirt-Weiterbildung dauert, hängt stark davon ab, ob sie in Vollzeit, in Teilzeit oder als Fernlehrgang absolviert wird. Berufstätige entscheiden sich meist für berufsbegleitende Formen, während sich für Arbeitsuchende oft eine Vollzeitmaßnahme anbietet. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Rahmenwerte:

LehrgangsformTypische DauerFür wen geeignet
Vollzeitca. 4 bis 9 MonateArbeitsuchende, die sich ganz auf die Weiterbildung konzentrieren können
Teilzeit (berufsbegleitend)ca. 1,5 bis 3 JahreBerufstätige, die abends und am Wochenende lernen
Fernlehrgangca. 1,5 bis 2,5 JahreLernende, die zeitlich und örtlich flexibel bleiben möchten

Unabhängig von der Form endet die Weiterbildung mit der schriftlichen und mündlichen Prüfung vor der zuständigen Kammer. Viele Anbieter gliedern den Lehrgang in Module, sodass Teilprüfungen über den Verlauf verteilt abgelegt werden können. Wer parallel arbeitet, sollte für die Prüfungsphasen genügend Vorbereitungszeit einplanen.

Kosten und Förderung entscheiden über die Finanzierung

Die Kosten der Weiterbildung zum Fachwirt sollten Interessierte nicht von dieser Qualifizierung abhalten. Die Lehrgangsgebühren liegen je nach Anbieter und Fachrichtung typisch zwischen rund 2.000 und 5.000 Euro, hinzu kommen Prüfungsgebühren und Lernmittel. Gleichzeitig gibt es gleich mehrere Förderwege, die diese Belastung deutlich abfedern.

Die wichtigste Förderung für Aufstiegsfortbildungen wie den Fachwirt ist das Aufstiegs-BAföG. Es ist einkommens- und altersunabhängig und übernimmt einen festen Anteil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss; der Rest kann über ein zinsgünstiges Förderdarlehen finanziert werden, von dem bei bestandener Prüfung ein weiterer Teil erlassen wird. Wer arbeitslos ist, kann seine Weiterbildung dagegen häufig über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III finanzieren lassen. Die folgende Übersicht ordnet die Wege ein:

FörderwegFür wenWas gefördert wird
Aufstiegs-BAföG (AFBG)alle mit passender Vorqualifikation, unabhängig vom Einkommen50 % Zuschuss auf Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, Rest als KfW-Darlehen mit weiterem Erlass bei Bestehen; bei Vollzeit zusätzlich Unterhaltsbeitrag
Bildungsgutschein (§ 81 SGB III)Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit Bedrohtevollständige Übernahme der Lehrgangs- und Prüfungskosten bei AZAV-zertifiziertem Träger, Weiterzahlung des Arbeitslosengeldes
QualifizierungschancengesetzBeschäftigte über den ArbeitgeberZuschüsse zu Weiterbildungskosten und Arbeitsentgelt während der Qualifizierung
WeiterbildungsgeldBezieher von Grundsicherungsgeld in geförderter Weiterbildungzusätzlich 150 Euro monatlich für eine abschlussorientierte Weiterbildung über das Jobcenter

Wer sein Fachwissen über das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit finanzieren möchte, sollte darauf achten, dass der Lehrgang eine AZAV-Zulassung besitzt – nur dann ist eine Förderung über den Bildungsgutschein möglich. Wer beim Bürgergeld beziehungsweise Grundsicherungsgeld eine abschlussorientierte Weiterbildung absolviert, kann zusätzlich das Weiterbildungsgeld von 150 Euro im Monat erhalten. Ein Minijob bis zur Verdienstgrenze von 603 Euro im Monat lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen mit einer geförderten Maßnahme kombinieren, hier sollte man die konkreten Anrechnungsregeln vorab mit der Beratung klären.

Fünf Tipps zur Inanspruchnahme einer Förderung

Damit die Finanzierung gelingt, helfen einige einfache Grundregeln:

  • Bevorzugen Sie einen förderfähigen Lehrgang mit AZAV-Zertifizierung.
  • Lassen Sie sich vor Vertragsabschluss beim Arbeitsamt beraten.
  • Verschaffen Sie sich vorab einen Überblick über Aufstiegs-BAföG und Bildungsgutschein.
  • Erkundigen Sie sich nach Stipendien und regionalen Förderprogrammen.
  • Fragen Sie auch beim Arbeitgeber oder Rentenversicherungsträger nach Fördermöglichkeiten.

Ausführliche Informationen zu Beratung und Antrag finden Interessierte auch auf unserer Seite zur Umschulung über das Arbeitsamt, die viele der Förderwege ebenfalls betrifft.

Der Fachwirt ist ein bundesweit anerkannter Abschluss

Menschen, die mit einer Weiterbildung zum Fachwirt liebäugeln, möchten ökonomisches Fachwissen erlangen und zugleich auf der Karriereleiter aufsteigen. Dazu bedarf es der Anerkennung der Fortbildung, schließlich muss die Qualifikation beruflich verwertbar sein.

Der Fachwirt kommt als höhere kaufmännische Berufsbildungsqualifikation daher und wird bundesweit einheitlich anerkannt. Möglich macht das die abschließende Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer beziehungsweise Handwerkskammer, die nach bundeseinheitlichen Rechtsvorschriften erfolgt. Wer bestanden hat, darf sich geprüfter Fachwirt oder geprüfte Fachwirtin der jeweiligen Fachrichtung nennen und zusätzlich die Bezeichnung „Bachelor Professional“ führen. Diese formale Gleichstellung mit einem Bachelor auf DQR-Niveau 6 macht den Abschluss auch im europäischen Vergleich transparent und verwertbar.

Fachwirt und Betriebswirt verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte

Fachwirt oder Betriebswirt?

Wenn es um eine betriebswirtschaftliche Aufstiegsfortbildung geht, ist vielfach auch vom Betriebswirt die Rede. Weiterbildungsinteressierte sollten die Unterschiede zwischen beiden Qualifikationen kennen.

Fachwirt-Weiterbildungen weisen in der Regel einen konkreten Bezug zu einer Branche und Funktion auf. Der Betriebswirt ist demgegenüber funktionsübergreifend aufgestellt und setzt einen bestimmten betriebswirtschaftlichen Schwerpunkt. Der geprüfte Betriebswirt ist zudem auf DQR-Niveau 7 angesiedelt und damit einem Master formal gleichgestellt; er baut häufig auf einem vorherigen Fachwirt- oder Meisterabschluss auf. Wer den nächsten Schritt plant, findet auf unserer Seite zum Technischen Betriebswirt weiterführende Informationen.

Fachwirte übernehmen Aufgaben im mittleren Management

Je nach Qualifikationsprofil und Erfahrung können die Kompetenzbereiche von Fachwirtinnen und Fachwirten variieren. Nichtsdestotrotz gibt es Aufgaben, die typisch für den Abschluss sind und sich in fast allen Branchen wiederfinden:

  • Planung und Steuerung von Abläufen und Projekten
  • Organisation von Prozessen und Ressourcen
  • Personalverantwortung und Anleitung von Mitarbeitenden
  • Zusammenarbeit mit der Unternehmensführung als Schnittstelle

Fachwirte übernehmen demnach bestimmte Führungsaufgaben und agieren als Schnittstelle zwischen dem Personal und der Unternehmensleitung. In der Regel landen sie im mittleren Management und tragen so maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens bei.

Auch die Verdienstmöglichkeiten sind nicht zu verachten. Im Einzelfall können die Einkommensverhältnisse zwar schwanken, aber grundsätzlich bewegt sich das durchschnittliche Gehalt eines Fachwirts überwiegend zwischen rund 24.000 Euro und 48.000 Euro brutto im Jahr. Wesentliche Faktoren sind dabei die Branche, die Region, die Unternehmensgröße und die übernommene Verantwortung. Wer eine vergleichbare Controlling- oder Steuerungsfunktion anstrebt, findet auf unserer Seite zum Controller ergänzende Angaben.

Nach dem Fachwirt stehen weitere Qualifizierungswege offen

Nach dem Abschluss als Fachwirt oder Fachwirtin ist das Thema Weiterbildung längst nicht abgehakt, denn Fachwirte können und sollten sich fortlaufend qualifizieren. Schon das lebenslange Lernen verlangt dies, weshalb es wichtig ist, die weiteren Möglichkeiten zu kennen.

Seminare erweisen sich als vielversprechende Möglichkeit und vermitteln spezielles Wissen zu einzelnen Themen. Zudem lässt sich mit dem Betriebswirt eine höhere Fortbildungsstufe anstreben. Auch ein betriebswirtschaftliches Studium ist eine Option: Da Absolventen im Besitz eines Fortbildungsabschlusses sind, können sie in vielen Bundesländern sogar ohne Abitur studieren und mit dem Bachelor einen ersten akademischen Grad erwerben.

Eine gute Vereinbarkeit mit Beruf und Familie bieten vor allem die folgenden Studien- und Lernformen:

  • Fernstudium
  • Abendstudium
  • Wochenendstudium
  • Teilzeit- oder duales Studium

Fachlich gibt es dabei eine immense Auswahl an Studiengängen. BWL, Gesundheitsmanagement, Logistik, Finanzmanagement, Medieninformatik, Sozialarbeit und Marketing sind nur einige Beispiele. Fachwirtinnen und Fachwirte können sich somit nicht über mangelnde Weiterbildungsmöglichkeiten beklagen und sollten sich bei Bedarf beim Arbeitsamt beraten lassen, um den richtigen Weg zu finden.

Die richtige Fachwirt-Fortbildung lässt sich systematisch auswählen

Wenn es um eine Qualifizierung zum oder zur Fachwirt/in geht, haben Interessierte die Qual der Wahl. Unterschiedliche Fachrichtungen, diverse Anbieter und variierende Lehrgangsformen machen es nicht leicht, die richtige Entscheidung zu treffen. Genau diese Entscheidung ist aber notwendig, um voranzukommen.

Die folgende Checkliste zeigt, welche Aspekte bei der Auswahl der passenden Fachwirt-Weiterbildung Beachtung finden sollten:

  • Fachrichtung und beruflicher Zielabschluss
  • Lehrgangsform (Vollzeit, Teilzeit, Fernlehrgang)
  • Anbieter und dessen Ruf
  • AZAV-Zulassung für eine mögliche Förderung
  • Standort und Lehrgangszeiten
  • Dauer bis zur Prüfung
  • Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten
Tipp aus der Redaktion: Stellenanzeigen als Orientierungshilfe

All diejenigen, die als Fachwirte Karriere machen möchten, sollten das lebenslange Lernen verinnerlichen. Indem sie unterschiedliche Qualifikationen sammeln, kommen sie beruflich weiter und sichern sich gute Perspektiven.

Wenn es um eine Karriere als Fachwirt oder Fachwirtin geht, ist eine Auseinandersetzung mit aktuellen Stellenangeboten anzuraten. Auch wer nicht sofort eine Bewerbung auf den Weg bringen möchte, sondern sich noch auf Weiterbildungssuche befindet, kann davon profitieren: Das detaillierte Anforderungsprofil in Stellenanzeigen eignet sich hervorragend als Orientierungshilfe für die Auswahl der richtigen Qualifizierung.

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Häufige Fragen zur Weiterbildung zum Fachwirt

Was ist ein Fachwirt?
Ein Fachwirt ist eine anerkannte kaufmännische Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz, die vor der Industrie- und Handelskammer geprüft wird. Sie baut auf einer Ausbildung und Berufspraxis auf, liegt auf DQR-Niveau 6 und ist einem Bachelor formal gleichgestellt. Fachwirte übernehmen meist Aufgaben im mittleren Management.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Fachwirt?
Die Dauer hängt von der Lehrgangsform ab. In Vollzeit ist ein Fachwirt oft in etwa vier bis neun Monaten zu schaffen. Berufsbegleitend in Teilzeit oder als Fernlehrgang dauert die Weiterbildung meist rund 1,5 bis 3 Jahre, weil das Lernen neben dem Beruf stattfindet.
Was kostet eine Fachwirt-Weiterbildung?
Die Lehrgangsgebühren liegen je nach Anbieter und Fachrichtung typisch zwischen rund 2.000 und 5.000 Euro, dazu kommen Prüfungsgebühren und Lernmittel. Über das Aufstiegs-BAföG und – bei Arbeitslosigkeit – über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III lässt sich ein großer Teil dieser Kosten fördern.
Wie wird die Fachwirt-Weiterbildung gefördert?
Die wichtigste Förderung ist das einkommensunabhängige Aufstiegs-BAföG: Es übernimmt 50 % der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss, den Rest als Darlehen mit weiterem Erlass bei Bestehen. Arbeitslose können den Bildungsgutschein nutzen, Beschäftigte eine Förderung über das Qualifizierungschancengesetz.
Welche Voraussetzungen gelten für den Fachwirt?
In der Regel wird eine abgeschlossene, einschlägige Ausbildung sowie ein bis drei Jahre Berufspraxis verlangt. Alternativ ist der Zugang mit einer anderen Ausbildung und längerer Praxis oder in manchen Fällen über mehrjährige einschlägige Berufserfahrung möglich. Die genauen Bedingungen legt die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer fest.
Was ist der Unterschied zwischen Fachwirt und Betriebswirt?
Der Fachwirt ist meist branchen- und funktionsbezogen und liegt auf DQR-Niveau 6, vergleichbar mit einem Bachelor. Der geprüfte Betriebswirt ist funktionsübergreifend aufgestellt, liegt auf DQR-Niveau 7 wie ein Master und baut häufig auf einem Fachwirt oder Meister auf. Der Betriebswirt ist also die höhere Fortbildungsstufe.
Kann ich den Fachwirt neben dem Beruf machen?
Ja, viele Lehrgänge sind gezielt berufsbegleitend als Teilzeit- oder Fernlehrgang aufgebaut. Der Unterricht findet dann abends, am Wochenende oder online statt. Das verlängert zwar die Gesamtdauer, ermöglicht aber, während der Weiterbildung weiterzuarbeiten und ein Einkommen zu behalten.
Ist der Fachwirt einem Studium gleichgestellt?
Der Fachwirt ist auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens eingeordnet und damit einem Bachelor formal gleichgestellt. Geprüfte Fachwirte dürfen zusätzlich die Bezeichnung „Bachelor Professional“ führen. Mit dem Abschluss ist in vielen Bundesländern zudem ein Hochschulstudium auch ohne Abitur möglich.

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