F├╝hrerschein vom Arbeitsamt in der Ausbildung

Der F├╝hrerschein ist f├╝r viele junge Menschen ein wichtiger Meilenstein in ihrem Leben, denn dadurch sind sie mobil und unabh├Ąngig. Speziell w├Ąhrend einer Berufsausbildung ist das Geld aber sehr knapp, w├Ąhrend der Fahrschulbesuch eine kostspielige Angelegenheit sein kann. Sofern keine ausreichenden Ersparnisse vorhanden sind und auch die Eltern den F├╝hrerschein nicht finanzieren k├Ânnen, m├╝ssen sich Auszubildende in Verzicht ├╝ben.

Es gibt allerdings Situationen und Lebenslagen, in denen ein F├╝hrerschein nahezu unverzichtbar erscheint. Mitunter verschlechtern sich die beruflichen Chancen ohne Fahrerlaubnis massiv, weshalb eine F├Ârderung durch das Arbeitsamt legitim erscheint.

Ob und wie das Arbeitsamt den F├╝hrerschein bezahlt, h├Ąngt vom jeweiligen Einzelfall ab. Pauschalisierungen sind hier unangebracht und nicht zielf├╝hrend. Stattdessen sollten (angehende) Auszubildende bei der Agentur f├╝r Arbeit oder beim Jobcenter vorstellig werden und an einer ausf├╝hrlichen Beratung teilnehmen.

Wann haben Auszubildende einen Anspruch auf eine Finanzierung des F├╝hrerscheins durch das Arbeitsamt?

Grunds├Ątzlich ist zun├Ąchst festzuhalten, dass kein rechtlicher Anspruch auf eine Finanzierung des F├╝hrerscheins in der Ausbildung besteht. Auszubildende k├Ânnen also nicht auf eine Kosten├╝bernahme bestehen und diese gegebenenfalls einklagen. Es ist zu beachten, dass es im Ermessen des Arbeitsamtes liegt, ob und wie es eine ├ťbernahme der F├╝hrerscheinkosten in die Tat umsetzt.

Im pers├Ânlichen Gespr├Ąch sollte man folglich schl├╝ssig argumentieren k├Ânnen, um den Sachbearbeiter beziehungsweise die Sachbearbeiterin zu ├╝berzeugen.

Wann hat man gute Chancen auf eine ├ťbernahme der F├╝hrerscheinkosten durch das Arbeitsamt?

Unabh├Ąngig vom pers├Ânlichen Eindruck muss auch die Ausgangssituation stimmen, denn andernfalls wird das Arbeitsamt eine ├ťbernahme der F├╝hrerscheinkosten in der Ausbildung ohnehin ablehnen.

Es muss also triftige Gr├╝nde geben, die die Fahrerlaubnis unverzichtbar oder zumindest sehr hilfreich erscheinen lassen. Dann kann es sich um eine Leistung zur Eingliederung nach ┬ž 16 SGB II handeln, die in der Regel bewilligt wird.

Wie kann man eine ├ťbernahme der F├╝hrerscheinkosten beantragen?

Auszubildende, die sich gute Chancen auf eine Kosten├╝bernahme f├╝r den F├╝hrerschein ausrechnen oder es zumindest auf einen Versuch ankommen lassen m├Âchten, m├╝ssen einen entsprechenden Antrag stellen. Dabei bedarf es einer schl├╝ssigen Begr├╝ndung, warum der F├╝hrerschein f├╝r den weiteren beruflichen Werdegang erforderlich ist.

Geht es um eine Umschulung zum/zur LKW-Fahrer/in, liegt dies auf der Hand. Aber auch ein F├╝hrerschein der Klasse B kann im Zuge einer Ausbildung gef├Ârdert werden, sofern es daf├╝r gute Gr├╝nde gibt.

Grunds├Ątzlich sollten all diejenigen, die eine ├ťbernahme der F├╝hrerscheinkosten beim Arbeitsamt beantragen m├Âchten, sich nicht nur an die richtige Stelle wenden, sondern ihren Antrag um die folgenden Dokumente erg├Ąnzen:

  • Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsvertrag
  • Aufstellung der Kosten der Fahrausbildung
  • Nachweis der Bed├╝rftigkeit
  • detaillierte Begr├╝ndung der Notwendigkeit des betreffenden F├╝hrerscheins