Umschulung Tierarzthelferin - Quereinstieg über das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Die Umschulung zur Tierarzthelferin führt zum anerkannten Abschluss als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r (TFA) - so lautet die heutige offizielle Berufsbezeichnung.
- Sie dauert in der Regel zwei Jahre und damit ein Jahr kürzer als die dreijährige Erstausbildung. Besondere schulische Voraussetzungen gibt es nicht.
- Die Abschlussprüfung nimmt die zuständige Landestierärztekammer ab, nicht die IHK - der Beruf zählt zum Bereich der freien Berufe.
- Das spätere Einstiegsgehalt liegt meist zwischen rund 24.000 und 36.000 Euro brutto im Jahr, je nach Region, Praxis und Erfahrung.
- Die Agentur für Arbeit kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein fördern; passende AZAV-zugelassene Anbieter finden sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.
Die Umschulung zur Tierarzthelferin beziehungsweise zum Tierarzthelfer führt zum anerkannten Abschluss als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r und richtet sich an alle, die ein großes Herz für Tiere haben und zugleich medizinisch stark interessiert sind. Über den Quereinstieg lassen sich nach Rückschlägen im bisherigen Werdegang neue berufliche Perspektiven erschließen - meist innerhalb von zwei Jahren und mit möglicher Förderung durch das Arbeitsamt.
Angehende Berufswechsler/innen, die mit einer Zweitausbildung zum Tiermedizinischen Fachangestellten liebäugeln, sollten sich vom Arbeitsamt beraten lassen. Zunächst empfiehlt es sich aber, auf eigene Faust zu recherchieren. So kann man sich ein genaues Bild machen und feststellen, inwiefern die Umschulung zu den eigenen Wünschen und Vorstellungen passt. Wer den Berufswechsel grundsätzlich plant, findet in unserer Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt alle Grundlagen zu Ablauf und Förderung.
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Inhaltsverzeichnis
- Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r
- Die Umschulung zur Tierarzthelferin im Überblick
- Für diese Menschen eignet sich der Beruf besonders
- Weiterbildung nach der Umschulung
- Alternativen zur Umschulung als Tierarzthelfer/in
- Stellenangebote und Arbeitsmarkt
- Die berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit
- Fördermöglichkeiten über das Arbeitsamt
- Der Berufsalltag als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r
- So läuft die Abschlussprüfung ab
- Häufige Fragen zur Umschulung als Tierarzthelfer/in

Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r
Die beruflichen Perspektiven sollten zu Beginn der Recherche genauer betrachtet werden. Wer bereits schlechte Erfahrungen machen musste und nun seine Hoffnungen in die Zweitausbildung setzt, analysiert das Berufsbild am besten ganz genau.
Tiermedizinische Fachangestellte sind für die Assistenz in der Tierarztpraxis und Tierklinik zuständig. Im Rahmen von Behandlungen und Untersuchungen gehen sie den Tierärztinnen und Tierärzten zur Hand. Darüber hinaus beraten sie die Tierhalter/innen und organisieren den gesamten Praxisbetrieb inklusive Verwaltung. Zum Einsatz kommen sie überall dort, wo Tiere medizinisch versorgt werden.
Dementsprechend ergeben sich in den folgenden Bereichen Beschäftigungsmöglichkeiten:
- Tierkliniken
- Tierarztpraxen
- Tierparks und Zoos
- veterinärmedizinische Hochschulinstitute und Labore
Je nach Erfahrung, Position, Region und Einsatzbereich schwankt das Einkommen deutlich. Als grobe Orientierung dient ein späteres Einstiegsgehalt zwischen rund 24.000 und 36.000 Euro brutto im Jahr. Der bundesweite Median liegt nach Marktdaten etwa bei 2.700 bis 3.000 Euro brutto im Monat, also grob 32.000 bis 36.000 Euro im Jahr. Während der Umschulung selbst richtet sich eine mögliche Vergütung nach dem Anbieter und der Form der Qualifizierung.
Die Umschulung zur Tierarzthelferin im Überblick
Wer sich den Traum von einem Beruf mit Tieren per Quereinstieg erfüllen und zugleich bessere Berufschancen sichern möchte, findet oft großen Gefallen an der Umschulung zum Tiermedizinischen Fachangestellten.
Diese kann in betrieblicher Form erfolgen, häufig finden aber auch außerbetriebliche Lehrgänge zur Vorbereitung auf den Berufsabschluss statt. Die Inhalte weichen trotz unterschiedlicher Umschulungsformen kaum voneinander ab und greifen vornehmlich die folgenden Themen auf:
- Grundlagen der Tiermedizin
- tierärztliche Hausapotheke und Arzneimittelkunde
- Hygiene und Infektionsschutz
- Röntgen und Strahlenschutz
- Labortätigkeiten und Probenaufbereitung
- Kommunikation mit Tierhaltern
- Praxisorganisation und Abrechnung
- Qualitätsmanagement
Voraussetzungen, Dauer und Kosten des Quereinstiegs als Tierarzthelfer/in
Unter welchen Bedingungen eine Umschulung zum Tiermedizinischen Fachangestellten stattfindet, hängt im Wesentlichen vom jeweiligen Anbieter ab. Pauschale Angaben dienen daher nur der groben Orientierung. Wer konkrete Informationen sucht, wendet sich an einzelne AZAV-zugelassene Anbieter über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit und fordert beispielsweise Informationsmaterial an. Ergänzend ist ein Beratungstermin beim Arbeitsamt sehr aufschlussreich.
Zur Veranschaulichung finden sich nachfolgend allgemeine Angaben zur Umschulung:
- Voraussetzung: keine besonderen schulischen Voraussetzungen
- Dauer: in der Regel zwei Jahre
- Kosten: mehrere Tausend Euro, aber mögliche Förderung durch das Arbeitsamt
Die Umschulung zum Tiermedizinischen Fachangestellten kommt ohne besondere schulische Voraussetzungen aus. Dabei geht es allerdings nur um formale Kriterien, denn auf persönlicher Ebene stellt der Beruf einige Anforderungen.
Tiermedizinische Fachangestellte sollten eine tiefe Tierliebe empfinden, medizinisch interessiert, kommunikationsstark und belastbar sein. Von Vorteil ist zudem Organisationstalent sowie die Bereitschaft, neuen Menschen und Situationen offen zu begegnen.
Persönliche Anforderungen an den Beruf
Neben den fachlichen Inhalten entscheidet vor allem die persönliche Passung darüber, ob sich der Berufswechsel langfristig trägt. Der Alltag in der Tierarztpraxis ist emotional fordernd, weil man regelmäßig mit kranken oder verletzten Tieren und ihren besorgten Haltern zu tun hat.
Wer belastbar bleibt, auch in hektischen Situationen den Überblick behält und Freude am direkten Kontakt mit Menschen und Tieren hat, bringt gute Grundlagen mit. Ein ruhiger Umgang mit ängstlichen Tieren und ein sicheres Auftreten gegenüber Tierhaltern gehören ebenso dazu wie Sorgfalt bei Laborarbeiten und Dokumentation.
Weiterbildung nach der Umschulung
Eine Weiterbildung nach der Ausbildung oder Umschulung zum Tiermedizinischen Fachangestellten sollte angesichts des lebenslangen Lernens selbstverständlich sein. Tiermedizinische Fachangestellte bleiben durch regelmäßige Seminare auf dem Laufenden.
Außerdem lohnen sich die folgenden Fortbildungen, da sie einen Aufstieg auf der Karriereleiter begünstigen:
- Fachwirt/in für Büro- und Projektorganisation
- Betriebswirt/in für Kommunikation und Büromanagement
- Fachrichtungsbezogene Fortbildungen etwa zur Praxisanleitung oder Laborassistenz
Wer sich breiter weiterbilden möchte, findet in unserer Übersicht zur Weiterbildung über das Arbeitsamt weitere geförderte Möglichkeiten.
Alternativen zur Umschulung als Tierarzthelfer/in
Einerseits erfreut sich der Beruf mit Tieren großer Beliebtheit, andererseits empfinden es viele Tierfreunde als belastend, ständig mit kranken Tieren und ihren Haltern konfrontiert zu werden.
Daher ist es eine Überlegung wert, im Zuge des Berufswechsels auf einen der folgenden Berufe auszuweichen:
- Tierpfleger/in
- Pferdewirt/in
- Tierwirt/in
- Veterinärmedizinisch-technische/r Assistent/in
- Medizinische/r Fachangestellte/r
- Fachkraft für Medizinprodukteaufbereitung
- Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r
Wer stärker in den Bereich der Tierpflege oder Rehabilitation gehen möchte, findet in Berufen wie Ergotherapeut/in oder Physiotherapeut/in verwandte Tätigkeitsfelder im Gesundheitsbereich. Im Zweifelsfall sollten angehende Umschüler/innen eine ausführliche Beratung beim Arbeitsamt in Anspruch nehmen und ihr Anliegen dort besprechen.
Der Wunsch nach einem Beruf mit Tieren ist weit verbreitet und flammt oftmals wieder auf, wenn ein Berufswechsel ansteht.
Angehende Umschüler/innen sollten sich zunächst mit dem Arbeitsmarkt befassen. Indem sie nach aktuellen Stellenangeboten suchen, gewinnen sie einen Eindruck davon, wie stark Tiermedizinische Fachangestellte gefragt sind und welche Anforderungen an sie gestellt werden.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Tiermedizinische Fachangestellte werden bundesweit gesucht. Der steigende Anteil an Haustieren, der Ausbau tierärztlicher Versorgung und eine spürbare Personalknappheit in vielen Praxen sorgen für gute Aussichten. Wer qualifiziert und flexibel ist, findet häufig zügig eine Anstellung.
Beschäftigung gibt es vor allem in Klein- und Großtierpraxen, in Tierkliniken sowie in spezialisierten Einrichtungen wie Zoos oder Forschungslaboren. Regional bestehen Unterschiede: In Ballungsräumen sind mehr Praxen vorhanden, während in ländlichen Regionen oft die Nutztiermedizin überwiegt. Aktuelle offene Stellen lassen sich über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit recherchieren.
Die berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit
Wer Tiermedizinische/r Fachangestellte/r werden möchte, absolviert grundsätzlich die dreijährige duale Ausbildung. Die Umschulung weicht davon ab und verkürzt den Weg in der Regel auf zwei Jahre.
Wer die Qualifizierung aufgrund anderweitiger Verpflichtungen nicht in Vollzeit angehen kann, findet vielleicht Gefallen an einer berufsbegleitenden Ausbildung in Teilzeit. Diese führt nichtsdestotrotz zum anerkannten Abschluss. Die Gesamtdauer verlängert sich dabei entsprechend der reduzierten Wochenstunden.
Fördermöglichkeiten über das Arbeitsamt
Die Teilnahme an einem außerbetrieblichen Umschulungslehrgang geht mit erheblichen Kosten einher, die Berufswechsler/innen aus eigener Tasche kaum finanzieren können.
Das Arbeitsamt kann mit einer passenden Förderung unter die Arme greifen, sofern es diesen Berufsweg unterstützt. Befürwortet das Amt die Umschulung, können Teilnehmende einen Bildungsgutschein erhalten, der die Lehrgangskosten übernimmt. Zusätzlich sind Hilfen zum Lebensunterhalt möglich. Voraussetzung ist, dass die Umschulung über einen AZAV-zugelassenen Anbieter läuft, wie er sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden lässt.
Der Berufsalltag als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r
Der Arbeitstag in einer Tierarztpraxis ist abwechslungsreich und selten planbar. Morgens werden Sprechstunden vorbereitet, Instrumente sterilisiert und Behandlungsräume hergerichtet. Über den Tag verteilt empfangen Tiermedizinische Fachangestellte die Tierhalter, nehmen Daten auf und beruhigen ängstliche Patienten.
Bei Untersuchungen und Eingriffen assistieren sie den Tierärztinnen und Tierärzten, halten Tiere fest, reichen Instrumente an und überwachen den Zustand narkotisierter Tiere. Hinzu kommen Laborarbeiten wie das Anlegen von Blut- oder Kotproben, das Erstellen von Röntgenaufnahmen unter Beachtung des Strahlenschutzes sowie die Pflege der tierärztlichen Hausapotheke.
Ein erheblicher Teil der Arbeit entfällt zudem auf die Verwaltung: Termine koordinieren, Abrechnungen erstellen, Bestellungen aufgeben und Behandlungen dokumentieren. Diese Mischung aus medizinischer Assistenz, direktem Tierkontakt und Organisation macht den Reiz des Berufs aus, fordert aber auch ein hohes Maß an Flexibilität.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Anders als bei vielen kaufmännischen oder technischen Berufen ist für die Tiermedizinischen Fachangestellten nicht die Industrie- und Handelskammer, sondern die zuständige Landestierärztekammer verantwortlich. Der Beruf zählt zum Bereich der freien Berufe, die Kammer nimmt die Prüfungen nach dem Berufsbildungsgesetz ab.
Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Schriftlich werden Kenntnisse in Bereichen wie Tiermedizin, Praxisorganisation, Abrechnung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft. Im praktischen Teil weisen die Prüflinge nach, dass sie typische Tätigkeiten wie das Assistieren bei Behandlungen, Laborarbeiten und die Kommunikation mit Tierhaltern sicher beherrschen. Wer beide Teile besteht, erhält den anerkannten Berufsabschluss. Auch der Weg über eine Externenprüfung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich, etwa nach einschlägiger Berufserfahrung.
Häufige Fragen zur Umschulung als Tierarzthelfer/in
Interessierte an einer Umschulung zum Tiermedizinischen Fachangestellten sollten sich einerseits mit den Modalitäten des Berufswechsels befassen, andererseits aber auch langfristige Karrierepläne schmieden.
Passend zum lebenslangen Lernen sollte hin und wieder eine Weiterbildung anstehen. Für die Suche nach geeigneten Qualifizierungen gibt es nachfolgend einen Tipp aus unserer Redaktion.
Behalten Sie nach der Umschulung auch kaufmännische Weiterbildungen im Blick
Der kaufmännische Bereich bietet sich nicht nur für Kaufleute an, sondern kann auch Tiermedizinische Fachangestellte weiterbringen.
Sie können sich dabei dem Büromanagement, dem Rechnungswesen und dem Sekretariat widmen. Es muss also längst nicht immer eine Zusatzqualifizierung aus dem medizinischen Bereich sein.