Umschulung Fachkraft für Schutz und Sicherheit - Quereinstieg über das Arbeitsamt

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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Die Umschulung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit führt zu einem anerkannten IHK-Abschluss und dauert als verkürzte Zweitausbildung in der Regel zwei Jahre.
  • Statt der klassischen dreijährigen Ausbildung richtet sich die Umschulung an Quereinsteiger, die bereits einen anderen Beruf erlernt oder Berufserfahrung gesammelt haben.
  • Über einen Bildungsgutschein kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Lehrgangskosten vollständig übernehmen und den Lebensunterhalt sichern.
  • Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.200 und 2.600 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung und Zusatzqualifikation sind rund 3.400 Euro möglich.
  • Einsatzfelder reichen von Objekt- und Werkschutz über Personenschutz und Veranstaltungssicherheit bis zum Geld- und Werttransport.
2 JahreDauerVollzeit / je nach Lehrgang
2.200-2.600 €Verdienstbrutto/Monat
IHK-AbschlussAbschlussAnerkannte Qualifikation
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Wer nach einem beruflichen Neuanfang mit stabilen Aussichten sucht, findet in der Umschulung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit einen anerkannten Weg in das Sicherheitsgewerbe. Die Qualifizierung schließt mit einem regulären IHK-Berufsabschluss ab, dauert als Zweitausbildung meist zwei Jahre und lässt sich bei entsprechenden Voraussetzungen über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanzieren. Der Bedarf an geschultem Sicherheitspersonal ist hoch, sodass Quereinsteiger nach der Umschulung gute Chancen auf eine feste Anstellung haben.

Die Umschulung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit bietet spannende Perspektiven, ist zugleich aber auch anspruchsvoll. Aus diesem Grund sollte man den Berufswechsel mit Bedacht angehen. Eine Beratung beim Arbeitsamt kann diesbezüglich sehr aufschlussreich sein und mitunter zu einer Förderung führen. Zunächst erfahren Interessierte hier viel Wissenswertes und können so den Grundstein für ihre Entscheidung legen.

Fachkraft für Schutz und Sicherheit im Objektschutz während eines Kontrollgangs

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Inhaltsverzeichnis

Berufsbild Fachkraft für Schutz und Sicherheit - Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten

Als Fachkraft für Schutz und Sicherheit widmet man sich dem Schutz von Personen, Objekten, Anlagen und Werten. Sicherheitskonzepte zur Prävention gehören ebenso wie die Gefahrenabwehr im Ernstfall zu den zentralen Aufgaben. Das Sicherheitsgewerbe ist das Metier, sodass Fachkräfte vor allem in den folgenden Bereichen Beschäftigung finden:

Je nach Einsatzbereich, Qualifikation und Erfahrung variiert das Einkommen. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen rund 2.200 und 2.600 Euro brutto im Monat. Mit Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen oder Verantwortung für ein Team steigt die Vergütung häufig in Richtung 3.400 Euro brutto monatlich. Auf das Jahr gerechnet bewegt sich das Einkommen damit etwa zwischen 27.000 und 40.000 Euro brutto. Wer eine Meisterqualifikation erwirbt oder in Führungspositionen aufsteigt, kann darüber hinaus verdienen.

Die Aussichten sind stabil: Der Bedarf an qualifiziertem Sicherheitspersonal wächst seit Jahren, weil Unternehmen, Kommunen und Veranstalter zunehmend auf geschulte Kräfte setzen. Anders als bloße Wachleute mit einer reinen Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung verfügen Fachkräfte für Schutz und Sicherheit über eine vollwertige Berufsausbildung und werden dadurch für anspruchsvollere und besser bezahlte Aufgaben eingesetzt.

Hinzu kommt, dass viele Sicherheitsunternehmen händeringend Personal suchen und Quereinsteiger mit abgeschlossener Umschulung gute Chancen auf eine unbefristete Stelle haben. Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und sich fortzubilden, findet in der Branche verlässliche Perspektiven. Neben privaten Sicherheitsdiensten kommen auch Anstellungen bei Industriebetrieben, Flughäfen, Verkehrsbetrieben und in der öffentlichen Verwaltung infrage.

Die Umschulung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit

Fachkraft für Schutz und Sicherheit wird man üblicherweise im Rahmen der dreijährigen dualen Berufsausbildung. Diejenigen, die bereits einen anderen Beruf erlernt haben und nun nach einer Möglichkeit für einen Quereinstieg suchen, können sich allerdings auch umschulen lassen. Im Rahmen einer Umschulungsmaßnahme absolvieren die Teilnehmenden eine Zweitausbildung und können so als Quereinsteiger noch einmal durchstarten.

Die Umschulung führt ebenso wie die klassische Ausbildung zum offiziellen Berufsabschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Die Zielgruppe unterscheidet sich zwar, aber die Inhalte sind angesichts der einheitlichen Prüfung identisch. Angehende Fachkräfte für Schutz und Sicherheit befassen sich daher mit den folgenden Themen:

Voraussetzungen, Dauer und Kosten

All diejenigen, die ernsthaftes Interesse an einem Quereinstieg als Fachkraft für Schutz und Sicherheit haben, sollten nicht nur Gefallen an den Inhalten und Perspektiven finden, sondern sich auch mit dem Ablauf der Maßnahme vertraut machen. Je nach Anbieter und Lehrgang kann es Unterschiede geben, aber grundsätzlich lassen sich die Rahmenbedingungen folgendermaßen zusammenfassen:

Bei einem anerkannten Bildungsträger, der über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit zu finden ist, ist die Maßnahme nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert. Nur dann kommt eine Förderung über den Bildungsgutschein infrage. Ein umfassender Überblick über weitere Qualifizierungswege findet sich in unserem Ratgeber zur Umschulung über das Arbeitsamt.


Welche Unterstützung bietet das Arbeitsamt zur Umschulung?

So unterstützt das Arbeitsamt die Umschulung finanziell

Menschen, die einen Berufswechsel vollziehen möchten, befinden sich häufig in einer schwierigen Lage. Fehlende Perspektiven im alten Job belasten, und für eine teure Qualifizierungsmaßnahme fehlt oft das Geld. Zusätzlich zu den Lehrgangsgebühren muss auch der laufende Lebensunterhalt gesichert werden.

Dass Menschen aufgrund von Geldnot auf die Umschulung verzichten, wäre schade, denn als Quereinsteiger könnten sie beruflich wieder Fuß fassen. Aus diesem Grund lohnt sich eine Beratung beim Arbeitsamt. Dort kann man sein Anliegen vortragen und unter den passenden Voraussetzungen eine Förderung erhalten. Diese besteht typischerweise aus den folgenden Elementen:

  • Bildungsgutschein zur Übernahme der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
  • Hilfen zum Lebensunterhalt über Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld (Bürgergeld) während der Maßnahme

Ob und in welchem Umfang gefördert wird, entscheidet die zuständige Vermittlungsfachkraft nach dem individuellen Fall. Weitere geförderte Qualifizierungen stellen wir im Bereich Weiterbildung über das Arbeitsamt vor.


Alternativen zur Umschulung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit

Die Umschulung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit bietet interessante Aussichten. Wer sich nicht sicher ist, sollte allerdings auch Alternativen ins Auge fassen. Hier sind unter anderem die folgenden Wege zu nennen:

Anstelle einer Umschulung kann auch eine berufsbegleitende Ausbildung absolviert werden. Dabei handelt es sich um eine Teilzeitausbildung, die sich gut mit der Kindererziehung oder der Pflege eines Angehörigen vereinbaren lässt.

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Weiterbildung und Aufstieg im Sicherheitsgewerbe

Berufswechsler, die sich für die Qualifizierung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit entschieden haben, können nach dem Abschluss im Sicherheitsgewerbe Fuß fassen. Um langfristig erfolgreich zu bleiben, müssen sie fachlich auf dem Laufenden bleiben. Seminare zu den folgenden Themen sind dazu gut geeignet:

Darüber hinaus kann man eine Fortbildung beginnen und einen höheren beruflichen Abschluss erlangen. Vor allem der geprüfte Meister für Schutz und Sicherheit ist in diesem Zusammenhang hervorzuheben. Als Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz eröffnet er den Weg in leitende Positionen, etwa als Objektleiter, Einsatzleiter oder Ausbilder. Auch ein anschließendes Studium im Bereich Sicherheitsmanagement ist möglich und wird von einigen Hochschulen berufsbegleitend angeboten.

Der Berufsalltag als Fachkraft für Schutz und Sicherheit

Der Arbeitsalltag richtet sich stark nach dem jeweiligen Einsatzgebiet. Im Objekt- und Werkschutz überwachen Fachkräfte Betriebsgelände, Produktionsanlagen und Firmengebäude, kontrollieren Zugänge, führen Rundgänge durch und dokumentieren besondere Vorkommnisse. Moderne Sicherheitstechnik wie Videoüberwachung, Alarm- und Zutrittskontrollsysteme gehört dabei zum täglichen Handwerkszeug.

Im Veranstaltungsschutz sorgen sie dafür, dass Konzerte, Messen oder Sportereignisse sicher ablaufen. Dazu zählen Einlasskontrollen, Besucherlenkung und das frühzeitige Erkennen von Gefahrensituationen. Im Personenschutz begleiten und sichern Fachkräfte gefährdete Personen, während im Geld- und Werttransport der Schutz hoher Vermögenswerte im Vordergrund steht.

Schicht-, Nacht- und Wochenenddienste gehören in vielen Bereichen dazu, denn Sicherheit wird rund um die Uhr benötigt. Neben körperlicher Belastbarkeit sind vor allem Aufmerksamkeit, ein besonnenes Auftreten und Kommunikationsgeschick gefragt. Häufig entscheidet das ruhige und rechtssichere Verhalten in kritischen Momenten darüber, ob eine Situation deeskaliert oder eskaliert.

Ein wichtiger Teil der Arbeit besteht darin, rechtliche Grenzen genau zu kennen. Fachkräfte für Schutz und Sicherheit handeln überwiegend auf Grundlage des Hausrechts und der sogenannten Jedermannsrechte, etwa der Notwehr oder der vorläufigen Festnahme. Wer diese Befugnisse sicher einordnet, schützt sich und andere vor unnötigen Konflikten. Genau diese rechtliche Sicherheit ist ein Grund dafür, dass ausgebildete Fachkräfte gegenüber angelerntem Personal im Vorteil sind.

Auch das Zusammenspiel im Team prägt den Alltag. In größeren Objekten arbeiten mehrere Kräfte zusammen, tauschen sich über Funk aus und übergeben bei Schichtwechsel wichtige Informationen. Eine saubere Dokumentation im Wachbuch sorgt dafür, dass Vorkommnisse nachvollziehbar bleiben und im Ernstfall vor Gericht Bestand haben.

So läuft die Abschlussprüfung ab

Die Umschulung endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Sie ist bundesweit einheitlich geregelt und entspricht der Prüfung der regulären dualen Ausbildung. Die Prüfung gliedert sich in einen schriftlichen und einen praktischen Teil.

Im schriftlichen Teil werden die Bereiche Sicherheit und Ordnung, Schutz und Sicherheit sowie Wirtschafts- und Sozialkunde abgefragt. Geprüft wird unter anderem Wissen zu rechtlichen Grundlagen, zu Sicherheitskonzepten, zur Gefahrenabwehr und zur Dokumentation. Der praktische Teil besteht aus einer situationsbezogenen Aufgabe, in der die Prüflinge zeigen, wie sie im Einsatz handeln, kommunizieren und ihr Vorgehen begründen.

Wer die Prüfung besteht, darf die geschützte Berufsbezeichnung Fachkraft für Schutz und Sicherheit führen. Der Abschluss ist deutschlandweit anerkannt und bildet die Grundlage für den Einstieg in den Beruf sowie für spätere Aufstiegsfortbildungen. Bei einer geförderten Umschulung übernimmt die Agentur für Arbeit im Rahmen des Bildungsgutscheins in der Regel auch die Prüfungsgebühren.

Häufige Fragen zur Umschulung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit

Wie lange dauert die Umschulung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit?
Als verkürzte Zweitausbildung dauert die Umschulung in Vollzeit in der Regel zwei Jahre. Sie führt zum selben IHK-Abschluss wie die klassische dreijährige Ausbildung. In Teilzeit verlängert sich die Dauer entsprechend. Der genaue Ablauf hängt vom jeweiligen Bildungsträger und den mitgebrachten Vorkenntnissen ab.
Wird die Umschulung vom Arbeitsamt bezahlt?
Ja, bei entsprechenden Voraussetzungen kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Umschulung über einen Bildungsgutschein fördern. Dieser deckt die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren ab. Zusätzlich wird der Lebensunterhalt über Arbeitslosengeld oder Bürgergeld gesichert. Voraussetzung ist ein AZAV-zugelassener Anbieter und ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt.
Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?
Eine bestimmte schulische Vorbildung ist nicht zwingend erforderlich. Wichtig sind körperliche Fitness, Verantwortungsbewusstsein und ein einwandfreies erweitertes Führungszeugnis. Da im Beruf viel mit Menschen und in kritischen Situationen gearbeitet wird, sind zudem Kommunikationsgeschick und ein besonnenes Auftreten von Vorteil. Manche Träger setzen ein Mindestalter voraus.
Was verdient eine Fachkraft für Schutz und Sicherheit?
Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.200 und 2.600 Euro brutto im Monat. Mit Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen oder Verantwortung für ein Team sind rund 3.400 Euro brutto möglich. Der genaue Verdienst hängt vom Einsatzbereich, vom Bundesland und vom geltenden Tarifvertrag ab. Meister und Führungskräfte verdienen darüber hinaus.
Worin unterscheidet sich die Fachkraft von einer Sicherheitskraft mit § 34a?
Die Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung ist eine kurze Unterrichtung, die zur einfachen Bewachungstätigkeit berechtigt. Die Fachkraft für Schutz und Sicherheit hingegen absolviert eine vollwertige Berufsausbildung mit IHK-Abschluss. Dadurch übernimmt sie anspruchsvollere Aufgaben, hat bessere Aufstiegschancen und verdient in der Regel mehr.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nach der Umschulung?
Nach einigen Jahren Berufserfahrung ist die Aufstiegsfortbildung zum geprüften Meister für Schutz und Sicherheit möglich. Damit eröffnen sich leitende Positionen als Objekt- oder Einsatzleiter sowie die Tätigkeit als Ausbilder. Auch ein berufsbegleitendes Studium im Bereich Sicherheitsmanagement ist ein möglicher Weg für den weiteren beruflichen Aufstieg.
Tipp der Redaktion
Vereinbaren Sie vor Beginn der Umschulung ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt und klären Sie die Fördermöglichkeiten. Lassen Sie sich anhand von KURSNET AZAV-zugelassene Anbieter in Ihrer Nähe nennen und vergleichen Sie Lehrgangsdauer, Praxisanteil und Prüfungsvorbereitung, bevor Sie sich für einen Bildungsträger entscheiden.