Umschulung Erzieher - Quereinstieg ĂĽber das Arbeitsamt

DAS WICHTIGSTE IN KĂśRZE

  • Dauer: Die Umschulung zum Erzieher dauert in der Regel 2 bis 3 Jahre, je nach Modell (kompakte Umschulung, praxisintegrierte Ausbildung PiA oder Teilzeit).
  • Kosten: An staatlichen Fachschulen fällt kein Schulgeld an, private Anbieter verlangen mehrere Tausend Euro – bei Förderung entstehen fĂĽr Teilnehmende in der Regel keine Kosten.
  • Förderung: Die Agentur fĂĽr Arbeit fördert die Umschulung mit dem Bildungsgutschein nach § 81 SGB III, sofern der Anbieter AZAV-zugelassen ist.
  • Voraussetzungen: Mittlerer Schulabschluss, meist eine einschlägige Vorbildung oder Berufsausbildung und ein erweitertes FĂĽhrungszeugnis ohne Einträge.
  • Verdienst: Fertige Erzieher/innen verdienen je nach Träger und Region rund 2.800 bis 3.500 Euro brutto im Monat, in der PiA-Ausbildung gibt es bereits eine AusbildungsvergĂĽtung.

Die Umschulung zum Erzieher beziehungsweise zur Erzieherin ist eine ausgezeichnete Wahl für alle, die gerne mit Kindern arbeiten möchten, dies in ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn allerdings nicht konnten. Wer sich beruflich neu orientieren will, findet im Erzieherberuf hervorragende Aussichten: Wegen des akuten Fachkräftemangels werden pädagogische Fachkräfte händeringend gesucht, und der Berufsabschluss ist nach der Umschulung vollwertig staatlich anerkannt. Nicht selten verändern sich die beruflichen Wünsche und Pläne im Laufe der Zeit, so dass sich die abgeschlossene Ausbildung mitunter als Fehlentscheidung erweist.

Dies ist auch dann der Fall, wenn man im erlernten Beruf keine Perspektive mehr hat und nun notgedrungen umdenken muss. In solchen Fällen kann eine Erzieher-Umschulung eine interessante Option sein. Der akute Mangel an pädagogischen Fachkräften sorgt dabei für exzellente Berufsaussichten, so dass sich eine entsprechende Umschulung absolut lohnt. Einen Überblick über weitere Berufe und Fördermöglichkeiten bietet unsere Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt.

Erzieherin betreut spielende Kinder in einer Kindertagesstätte - Umschulung zum Erzieher

Berufsbild Erzieher/in: Aufgaben, Chancen und Verdienst

Betreuungsplätze für Kinder sind vielerorts Mangelware, was nicht zuletzt an fehlenden pädagogischen Fachkräften liegt. Ohne ausreichend Betreuungskräfte können nicht genügend Kindergartenplätze geschaffen werden, was wiederum vielen Familien ernsthafte Schwierigkeiten bereitet. Dass Erzieher/innen händeringend gesucht werden, liegt somit mehr oder weniger in der Natur der Sache.

Gute Berufsaussichten bestehen demnach vor allem in den folgenden Bereichen:

  • Kindergärten und Kindertagesstätten
  • Horte
  • Schulen (Ganztagsbetreuung)
  • Familienberatungsstellen
  • Kinderheime
  • Jugendwohngruppen
  • Tagesstätten und Heime fĂĽr Menschen mit Behinderung
  • Ferieneinrichtungen
  • Jugendämter

Als Erzieher/in hat man die Aufgabe, Kinder, Jugendliche und mitunter auch junge Erwachsene zu betreuen und zu fördern. Grundsätzlich sind die Erziehung und Bildung von Kindern die wesentlichen Aufgabengebiete. Diese Tätigkeit ist überaus verantwortungsvoll und wird von vielen Fachkräften als Berufung empfunden. Davon allein kann man allerdings nicht leben, weshalb auch die Verdienstmöglichkeiten zu betrachten sind. Fertige Erzieher/innen verdienen je nach Träger, Bundesland und Berufserfahrung rund 2.800 bis 3.500 Euro brutto im Monat. In öffentlichen Einrichtungen richtet sich die Bezahlung nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD SuE), was für verlässliche Gehaltsstufen und regelmäßige Steigerungen sorgt.

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Die Erzieher-Umschulung im Ăśberblick

Wer Gefallen an dem Beruf des Erziehers findet und die vielversprechenden Karrierechancen für sich nutzen möchte, kann trotz erster Karriere noch umschwenken und eine entsprechende Umschulung in Angriff nehmen. Da die klassische Ausbildung zum Erzieher schulisch erfolgt, ist auch die Erzieher-Umschulung überwiegend außerbetrieblich angelegt.

Dabei kann man eine Fachschule für Sozialpädagogik besuchen und gemeinsam mit jungen Erwachsenen den Erzieherberuf von der Pike auf erlernen. Alternativ besteht die Möglichkeit, das Qualifizierungsangebot eines ausgewiesenen Umschulungsanbieters wahrzunehmen. Passende, AZAV-zugelassene Anbieter finden Interessierte über das Portal KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.

Unabhängig davon, wo man die Umschulung zum/zur Erzieher/in absolviert, befasst man sich in Vorbereitung auf die Abschlussprüfung mit den folgenden Inhalten:

  • Sozialpädagogik
  • Erziehungswissenschaft
  • Bildungswissenschaft
  • Didaktik und Methodik
  • Entwicklungspsychologie
  • FrĂĽhförderung
  • Zusammenarbeit mit Eltern und Familien
  • Kommunikation
  • Rechtliche Grundlagen
  • Organisation und Verwaltung

Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Umschulung zum Erzieher

Hinsichtlich der formalen Voraussetzungen unterscheidet sich die Erzieher-Umschulung kaum von der üblichen Ausbildung. Angehende Erzieher/innen müssen mindestens einen mittleren Bildungsabschluss und in vielen Bundesländern eine einschlägige Vorbildung vorweisen können. Zusätzlich ist ein erweitertes Führungszeugnis ohne relevante Einträge erforderlich, da die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine besondere Verantwortung mit sich bringt.

Interessierte mit (Fach-)Hochschulreife können in einigen Ländern auch ohne vorherige Ausbildung und/oder Berufspraxis im sozialen oder pädagogischen Bereich die Qualifizierung in Angriff nehmen. Wer eine spezielle Umschulung zum Erzieher anstrebt, sollte allerdings eine Ausbildung in einem anderen Beruf abgeschlossen haben.

Die Dauer der Umschulung liegt in der Regel zwischen zwei und drei Jahren, je nachdem, ob sie in Vollzeit- oder Teilzeitform sowie als kompakte Umschulung oder praxisintegrierte Ausbildung absolviert wird. Während staatliche Fachschulen kein Schulgeld verlangen, erheben private Umschulungsanbieter durchaus Gebühren in Höhe von mehreren Tausend Euro. Wird die Maßnahme über einen Bildungsgutschein gefördert, entstehen für die Teilnehmenden in der Regel jedoch keine Kosten.

Die Umschulung ist voll anerkannt
Quereinsteiger/innen in den Erzieher-Beruf gehen natürlich der Frage nach, wie es mit der Anerkennung der Umschulung aussieht. Etwaige Bedenken lassen sich leicht ausräumen, denn auch Umschülern winkt der vollwertige Berufsabschluss. Unabhängig davon, ob man eine Ausbildung oder Umschulung absolviert hat, darf man sich nach bestandener Abschlussprüfung staatlich anerkannte/r Erzieher/in nennen und hat damit dieselben beruflichen Möglichkeiten wie klassisch ausgebildete Fachkräfte.

PiA: Die praxisintegrierte Ausbildung

Die praxisintegrierte Ausbildung zum Erzieher, kurz PiA genannt, stellt eine besonders attraktive Form der Erzieherqualifizierung dar. Im Gegensatz zur klassischen schulischen Ausbildung erhält man während der gesamten dreijährigen Ausbildungszeit eine Vergütung, die sich je nach Träger und Tarif meist im Bereich von etwa 1.200 bis 1.900 Euro brutto monatlich bewegt. Diese Ausbildungsform kombiniert theoretischen Unterricht an einer Fachschule mit praktischer Arbeit in einer Kindertagesstätte oder einer anderen sozialpädagogischen Einrichtung. Dadurch sammelt man bereits während der Ausbildung Berufserfahrung und kann gleichzeitig den Lebensunterhalt bestreiten.

Die PiA-Ausbildung ist besonders für Umschüler geeignet, da sie eine solide finanzielle Grundlage bietet und den direkten Praxisbezug ermöglicht. Nach erfolgreichem Abschluss erhält man die staatliche Anerkennung als Erzieher und damit dieselben beruflichen Möglichkeiten wie Absolventen der klassischen Fachschulausbildung. Viele Träger von Kindertagesstätten bieten ihren PiA-Auszubildenden nach dem Abschluss eine Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis an, was zusätzliche Sicherheit für den Quereinstieg als Erzieher bedeutet.

Finanzierung und Förderung durch das Arbeitsamt

Die Finanzierung einer Erzieher-Umschulung erfolgt in vielen Fällen über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter. Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann die Förderung der beruflichen Weiterbildung nach § 81 SGB III beantragen. Wird der Antrag bewilligt, erhält man einen Bildungsgutschein, der bei einem AZAV-zugelassenen Bildungsträger eingelöst werden kann. Damit übernimmt die Arbeitsagentur die Lehrgangskosten sowie in der Regel auch Fahrt- und Materialkosten. Während der Maßnahme wird das Arbeitslosengeld in bisheriger Höhe weitergezahlt.

Eine alternative Finanzierungsmöglichkeit bietet die Deutsche Rentenversicherung, wenn gesundheitliche Gründe eine berufliche Neuorientierung erforderlich machen. In diesem Fall kann die Umschulung als Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben (Reha-Maßnahme) finanziert werden, sofern die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Während schulischer Ausbildungsphasen kommt zudem Schüler-BAföG in Betracht, dessen Höhe vom eigenen Einkommen und dem der Eltern abhängt. Wer die PiA-Ausbildung wählt, erhält ohnehin bereits eine Ausbildungsvergütung und ist damit finanziell abgesichert. Ausführliche Informationen zu allen Fördermöglichkeiten bietet die Bundesagentur für Arbeit. Einen breiteren Überblick über geförderte Qualifizierungen liefert außerdem unser Ratgeber zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.

Lebens- und berufserfahrene Menschen sind gefragt

Kindertagesstätten und andere pädagogische Einrichtungen schätzen besonders die Kompetenzen von lebens- und berufserfahrenen Quereinsteigern. Bereits gesammelte Erfahrungen aus anderen Berufsfeldern bringen oft wertvolle Fähigkeiten mit sich, die in der pädagogischen Arbeit sehr geschätzt werden. Dazu gehören beispielsweise Organisationstalent aus kaufmännischen Berufen, handwerkliche Fertigkeiten oder kommunikative Kompetenzen aus dem Dienstleistungsbereich. Auch Eltern, die eigene Kinder großgezogen haben, verfügen über praktische Erfahrungen im Umgang mit Kindern, die eine wichtige Grundlage für den Erzieherberuf bilden.

Die Agentur für Arbeit prüft individuell, ob eine Umschulung zum Erzieher sinnvoll und förderungswürdig ist. Dabei werden nicht nur formale Qualifikationen betrachtet, sondern auch bisherige Lebenserfahrungen und praktische Kompetenzen gewürdigt. Besonders vorteilhaft wirken sich erste Erfahrungen in der Kinderbetreuung aus, sei es durch ehrenamtliche Tätigkeiten, die Betreuung eigener Kinder oder berufliche Kontakte zu Familien. Solche Vorerfahrungen können je nach Bundesland und Anbieter sogar zu einer Verkürzung der Qualifizierungsdauer führen.

So läuft die Umschulung Schritt für Schritt ab

Der Weg zur Erzieher-Umschulung beginnt mit einer ausführlichen Beratung bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Zunächst sollte man einen Beratungstermin vereinbaren, in dem die persönlichen Voraussetzungen, beruflichen Erfahrungen und die Notwendigkeit einer Umschulung geprüft werden. Zu diesem Termin bringt man am besten alle relevanten Unterlagen mit: Zeugnisse, Nachweise über bisherige Berufstätigkeiten und gegebenenfalls ein ärztliches Attest, falls gesundheitliche Gründe für die Umschulung vorliegen. Die Arbeitsagentur prüft dann, ob die Förderungsvoraussetzungen nach § 81 SGB III erfüllt sind.

Nach einer positiven Bewertung des Antrags erhält man den Bildungsgutschein und kann sich bei einem AZAV-zugelassenen Bildungsträger anmelden. Es lohnt sich, verschiedene Anbieter in der Region zu recherchieren und deren Konzepte zu vergleichen, da diese je nach Bundesland und Träger variieren. Die Anmeldung erfolgt anschließend direkt bei der gewählten Fachschule oder dem Bildungsträger. Während der gesamten Umschulungsdauer wird das Arbeitslosengeld weitergezahlt, sodass man sich vollständig auf die neue Qualifikation konzentrieren kann.

Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Umschulung

Qualifizierte Erzieher/innen können sich in der Regel nicht über mangelnde Jobchancen beschweren, weshalb die Notwendigkeit einer Weiterbildung nicht immer offensichtlich ist. Nichtsdestotrotz lässt sich der Wert des lebenslangen Lernens nicht von der Hand weisen. Wer die zweite Karriere als Erzieher/in ambitioniert angeht, sollte die folgenden Weiterbildungsmöglichkeiten kennen:

  • Fachwirt/in fĂĽr Erziehungswesen
  • Sonderpädagoge/Sonderpädagogin
  • Motopäde/Motopädin
  • Heilpädagoge/Heilpädagogin
  • Betriebswirt/in im Sozial- und Gesundheitswesen
  • Fachwirt/in fĂĽr Organisation und FĂĽhrung, Schwerpunkt Sozialpädagogik

In diesem Zusammenhang kommt zuweilen auch ein akademisches Studium mit dem Ziel Bachelor oder Master in Betracht. Durch ein Abend-, Wochenend- oder Fernstudium können auch Berufstätige der zunehmenden Akademisierung Rechnung tragen und beispielsweise Pädagogik, Erziehungswissenschaft, Bildungswissenschaft, Heilpädagogik, Soziale Arbeit oder Sonderpädagogik berufsbegleitend studieren.

Alternativen zur Erzieher-Umschulung

Trotz bester Aussichten als Erzieher/in sollten Menschen, die sich beruflich neu orientieren wollen oder mĂĽssen, auch Umschulungsalternativen prĂĽfen. Hier kommen unter anderem die folgenden Berufe infrage:

Durch eine eingehende Recherche im Vorfeld können auch angehende Umschüler/innen die richtige Berufswahl treffen. Es lohnt sich, Informationen zu sammeln und die eigenen Wünsche und Vorstellungen zu hinterfragen.

Quereinstieg als Erzieher/in ohne Umschulung

Wenn es um einen Quereinstieg in einen neuen Beruf geht, ist eine Umschulung stets eine gute Wahl. Auf den Erzieherberuf trifft dies ebenfalls zu. So kann man sich zum Erzieher umschulen lassen und im Zuge eines entsprechenden Lehrgangs den Abschluss als staatlich anerkannte/r Erzieher/in erlangen. Es muss allerdings nicht immer eine klassische UmschulungsmaĂźnahme sein.

Stattdessen kommt vielleicht auch eine berufsbegleitende Ausbildung infrage. Ansonsten sind auch Quereinsteiger/innen ohne abgeschlossene Ausbildung willkommen und können als pädagogische Hilfskräfte im Erziehungswesen Fuß fassen. Nach einigen Jahren einschlägiger Tätigkeit lässt sich der vollwertige Abschluss zudem im Rahmen einer Externenprüfung nachholen. Auch eine berufsbegleitende Teilzeitausbildung ist möglich: Sie erlaubt es, einer Tätigkeit in einer pädagogischen Einrichtung nachzugehen oder familiären Verpflichtungen gerecht zu werden, und lässt sich so mit verschiedenen Lebenssituationen vereinbaren.

Der Berufsalltag als Erzieher/in

Der Arbeitsalltag als Erzieher/in ist abwechslungsreich und fordert Fachkräfte auf vielen Ebenen. In einer Kindertagesstätte beginnt der Tag meist mit dem Empfang der Kinder und einem kurzen Austausch mit den Eltern, der sogenannten Tür-und-Angel-Kommunikation. Anschließend strukturieren feste Rituale wie der Morgenkreis den Vormittag. Erzieher/innen planen und begleiten Bildungsangebote, die die sprachliche, motorische, soziale und emotionale Entwicklung der Kinder fördern. Ob Basteln, Bewegungsspiele, Vorlesen oder erste naturwissenschaftliche Experimente: Hinter jeder Aktivität steht ein pädagogisches Ziel.

Neben der unmittelbaren Arbeit mit den Kindern gehört auch die Dokumentation zum Berufsalltag. Erzieher/innen beobachten die Entwicklung einzelner Kinder, halten Fortschritte in Portfolios fest und bereiten Entwicklungsgespräche mit den Eltern vor. Hinzu kommen Team-Besprechungen, die Planung von Festen und Ausflügen sowie die Zusammenarbeit mit Fachdiensten wie Logopädie oder Frühförderung. Der Beruf verlangt Geduld, Einfühlungsvermögen und Belastbarkeit, bietet dafür aber eine hohe Sinnhaftigkeit: Man begleitet Kinder in einer prägenden Lebensphase und trägt aktiv zu ihrer Bildung bei.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt

Kaum ein Beruf bietet derzeit so sichere Perspektiven wie der des Erziehers. Der Fachkräftemangel im pädagogischen Bereich ist erheblich, und der Bedarf an Betreuungsplätzen wächst weiter, unter anderem durch den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz und den Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Wer eine Umschulung zum Erzieher abschließt, findet daher in der Regel ohne lange Suche eine Anstellung. Viele Träger werben schon während der Ausbildung aktiv um Nachwuchskräfte.

Auch die langfristigen Aussichten sind gut. Erzieher/innen können in unterschiedlichsten Einrichtungen arbeiten, von der klassischen Kita über Horte und Wohngruppen bis hin zur Behindertenhilfe. Mit zunehmender Berufserfahrung stehen zudem Aufstiegswege offen, etwa zur Gruppenleitung, zur stellvertretenden Leitung oder zur Kita-Leitung. Wer sich spezialisieren möchte, kann sich in Bereichen wie Sprachförderung, Inklusion oder Krippenpädagogik weiterbilden. Die Kombination aus hoher Nachfrage, tariflicher Bezahlung im öffentlichen Dienst und vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten macht den Beruf besonders zukunftssicher.

So läuft die Abschlussprüfung ab

Die Umschulung endet mit einer staatlichen Abschlussprüfung, die den vollwertigen Berufsabschluss als staatlich anerkannte/r Erzieher/in bescheinigt. Die genauen Prüfungsanforderungen sind Ländersache und unterscheiden sich daher von Bundesland zu Bundesland. In der Regel setzt sich die Prüfung aus mehreren Bausteinen zusammen: schriftlichen Klausuren in den zentralen Fächern wie Sozialpädagogik, Didaktik und Psychologie, einer praktischen Prüfung in einer Einrichtung sowie einem abschließenden Kolloquium oder einer mündlichen Prüfung.

Ein wesentlicher Bestandteil ist das Berufspraktikum, das je nach Ausbildungsform als Anerkennungsjahr oder als integrierter Praxisteil absolviert wird. Während dieser Zeit übernehmen angehende Erzieher/innen zunehmend eigenständig pädagogische Aufgaben und werden dabei von erfahrenen Fachkräften angeleitet und bewertet. Häufig ist außerdem eine Facharbeit oder ein Projektbericht anzufertigen, in dem ein selbst geplantes pädagogisches Angebot dokumentiert und reflektiert wird. Wer alle Prüfungsteile besteht, erhält die staatliche Anerkennung und darf die Berufsbezeichnung offiziell führen.

Häufige Fragen zur Umschulung Erzieher

Was kostet eine Umschulung zum Erzieher?
An staatlichen Fachschulen für Sozialpädagogik fällt kein Schulgeld an. Private Bildungsträger verlangen je nach Anbieter Gebühren von mehreren Tausend Euro. Wird die Umschulung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert, entstehen für die Teilnehmenden in der Regel keine Kosten, da Lehrgangs-, Fahrt- und Materialkosten übernommen werden.
Wie lange dauert die Umschulung zum Erzieher?
Die Umschulung dauert in der Regel zwei bis drei Jahre. Die kompakte Umschulung ist oft in etwa zwei Jahren zu schaffen, während die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) drei Jahre umfasst. In Teilzeit oder berufsbegleitend kann sich die Dauer entsprechend verlängern. Ein Berufspraktikum ist meist fester Bestandteil der Qualifizierung.
Welche Voraussetzungen brauche ich fĂĽr eine Erzieher-Umschulung?
In der Regel benötigt man einen mittleren Schulabschluss und je nach Bundesland eine einschlägige Vorbildung oder abgeschlossene Berufsausbildung. Erforderlich ist außerdem ein erweitertes Führungszeugnis ohne relevante Einträge. Für eine Förderung durch das Arbeitsamt sollte man arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sein.
Wird die Erzieher-Umschulung vom Arbeitsamt bezahlt?
Ja. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kann die Umschulung nach § 81 SGB III mit einem Bildungsgutschein fördern, sofern der Anbieter AZAV-zugelassen ist. Damit werden Lehrgangskosten sowie meist Fahrt- und Materialkosten übernommen, und das Arbeitslosengeld wird während der Maßnahme weitergezahlt. Ein Rechtsanspruch besteht jedoch nicht.
Wie viel verdient man als Erzieher/in?
Fertige Erzieher/innen verdienen je nach Träger, Region und Berufserfahrung rund 2.800 bis 3.500 Euro brutto im Monat. In öffentlichen Einrichtungen richtet sich die Bezahlung nach dem Tarifvertrag TVöD SuE, der verlässliche Gehaltsstufen und regelmäßige Steigerungen vorsieht. In der PiA-Ausbildung gibt es bereits eine monatliche Ausbildungsvergütung.
Kann ich als Quereinsteiger ohne pädagogische Vorerfahrung Erzieher werden?
Ja, pädagogische Vorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich. Lebenserfahrung und Kompetenzen aus anderen Berufen werden von Einrichtungen sogar besonders geschätzt. Auch ohne Abschluss kann man zunächst als pädagogische Hilfskraft einsteigen und den vollwertigen Erzieherabschluss später über eine Umschulung oder eine Externenprüfung nachholen.
Achtung! Tipp aus der Redaktion

Die Umschulung zum/zur Erzieher/in erscheint überaus aussichtsreich und rückt daher oftmals in den Mittelpunkt des Interesses, wenn es um einen Berufswechsel geht. Der hohe Bedarf an pädagogischen Fachkräften sowie die erfüllende Arbeit mit Kindern sind zentrale Faktoren, die zur Popularität der Erzieher-Umschulung beitragen.

Interessierte an einem solchen Quereinstieg sollten sich gut informieren und den folgenden Ratschlag aus unserer Fachredaktion befolgen. So schaffen sie ideale Bedingungen fĂĽr einen Wechsel in den Erzieherberuf.

Sammeln Sie vorab Erfahrungen im Erziehungswesen!

Betrachtet man die Lage auf dem Arbeitsmarkt und die vielfältigen Möglichkeiten für einen Quereinstieg, erscheint eine Umschulung zum Erzieher als sinnvolle Lösung für einen beruflichen Neustart. Interessierte sollten allerdings nicht zu blauäugig an die Sache herangehen und zunächst prüfen, ob ihnen die Arbeit als Erzieher/in zusagt. Zu diesem Zweck empfiehlt es sich, vorab Erfahrungen im Erziehungswesen zu sammeln.

Praktika oder Aushilfstätigkeiten gewähren Einblicke in den Kindergartenalltag und vermitteln einen Eindruck vom Arbeitsalltag als Erzieher/in. Durch diese ersten Erfahrungen in der Praxis können Berufswechsler/innen besser beurteilen, ob ihnen die Tätigkeit zusagt. So werden böse Überraschungen nach dem Abschluss der Umschulung und dem anschließenden Einstieg in den Beruf vermieden.

Umschulung

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