Umschulung Chemielaborant - Quereinstieg ĂĽber das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KĂśRZE
- Die Umschulung zum Chemielaboranten dauert in verkĂĽrzter Form meist rund zwei Jahre und endet mit einer PrĂĽfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK).
- Besondere formale Voraussetzungen gibt es nicht; gefragt sind naturwissenschaftliches Interesse, sorgfältiges Arbeiten und ein gutes Verständnis für Mathematik und Chemie.
- Über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit können Lehrgangskosten und Lebensunterhalt vollständig übernommen werden, wenn die Umschulung arbeitsmarktlich sinnvoll ist.
- Chemielaboranten arbeiten in der Chemie-, Pharma-, Lebensmittel- und Kosmetikindustrie sowie in Forschungseinrichtungen und Umweltämtern.
- Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen rund 2.400 und 3.200 Euro brutto im Monat; mit Berufserfahrung und Weiterbildung sind deutlich höhere Verdienste möglich.
Eine Umschulung zum Chemielaboranten eröffnet einen fundierten Quereinstieg in die Laborarbeit der Chemie-, Pharma- und Lebensmittelbranche. Sie dauert in der Regel zwei Jahre, ist über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit förderfähig und schließt mit einer anerkannten IHK-Prüfung ab. Wer in seinem bisherigen Job keine Perspektive mehr hat, findet damit einen soliden Weg in ein zukunftssicheres Berufsfeld.
Wer ernsthaftes Interesse an einer Chemielaboranten-Umschulung hat, erhält im Folgenden alle wichtigen Informationen zu Ablauf, Voraussetzungen, Förderung und Berufsaussichten. So kann man sich ein genaues Bild machen und auf dieser Grundlage die richtigen Weichen für die berufliche Zukunft stellen. Während der Entscheidungsfindung sollten angehende Umschüler zudem den Kontakt zur Agentur für Arbeit suchen und einen Beratungstermin vereinbaren.
Berufsbild Chemielaborant – Karrierechancen und Verdienst
Chemielaborantinnen und Chemielaboranten befassen sich im beruflichen Alltag mit chemischen Untersuchungen und Versuchen. Die DurchfĂĽhrung kann ihnen ebenso wie die Dokumentation obliegen. Weiterhin widmen sie sich chemischen Analysen sowie der Herstellung chemischer Substanzen. Folglich sind sie in unterschiedlichste Arbeiten im chemischen Labor involviert.
Daraus ergeben sich Beschäftigungsmöglichkeiten in den folgenden Bereichen:
- Chemie-Industrie
- Lebensmittel-Industrie
- Farben- und Lackindustrie
- Pharma-Industrie
- Kosmetik-Industrie
- medizinische Institute und Laboratorien
- Umweltämter
Die Verdienstmöglichkeiten als Chemielaborant sind ebenfalls von großem Interesse für all diejenigen, die diesen beruflichen Weg einschlagen möchten. Je nach Einsatzbereich, Erfahrung und Verantwortungsbereich kann es Unterschiede geben. Das Einstiegsgehalt bewegt sich häufig zwischen rund 2.400 und 3.200 Euro brutto im Monat, was einem Jahresbrutto von etwa 30.000 bis 40.000 Euro entspricht. In Betrieben mit Tarifbindung der chemischen Industrie liegen die Gehälter oft am oberen Rand, mit Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen sind auch 45.000 Euro und mehr erreichbar.
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Per Umschulung Chemielaborant werden
Normalerweise erfolgt die Qualifizierung zum Chemielaboranten im Rahmen einer 3,5-jährigen dualen Berufsausbildung. Wer jedoch einen fundierten Quereinstieg plant, kann sich auch umschulen lassen. Eine betriebliche Umschulung ist möglich, häufiger sind jedoch außer- oder überbetriebliche Lehrgänge. Diese bereiten intensiv auf die Prüfung vor und befassen sich mit den folgenden Inhalten:
- Mathematik
- Chemie
- Physik
- Biologie
- chemische Methoden
- chemische Analysen
- Labor- und Messgeräte
- Umgang mit Gefahrstoffen
Eine passende Maßnahme finden Interessierte über KURSNET, die Weiterbildungsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, in der AZAV-zugelassene Anbieter gelistet sind. Wer sich grundsätzlich orientieren möchte, findet in unserer Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt weitere geförderte Berufswege.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Chemielaboranten-Umschulung
Die Rahmenbedingungen der Umschulung zum Chemielaboranten sind mindestens ebenso wichtig wie die behandelten Themen. Interessierte sollten sich vorab gut informieren. Die Agentur für Arbeit kann der richtige Ansprechpartner sein, wobei man auch mit verschiedenen Anbietern Kontakt aufnehmen sollte, um die konkreten Konditionen zu erfragen. Zum besseren Verständnis gibt es nachfolgend eine kurze Übersicht.
- keine besonderen formalen Voraussetzungen, empfohlen wird ein mittlerer Schulabschluss
- Dauer von ĂĽblicherweise zwei Jahren in verkĂĽrzter Form
- Kosten in Höhe mehrerer Tausend Euro, in aller Regel über Bildungsgutschein finanzierbar
Förderung der Umschulung durch das Arbeitsamt
Ohne eine solide Finanzierung ist die Umschulung zum Chemielaboranten kaum zu realisieren. Daher ist es ratsam, frühzeitig einen Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit zu vereinbaren und die Fördermöglichkeiten zu klären.
Bei der Agentur für Arbeit kann man einerseits einen Bildungsgutschein und andererseits Hilfen zum Lebensunterhalt beantragen. Werden diese Leistungen gewährt, ist die Finanzierung der Chemielaboranten-Umschulung gesichert.
Voraussetzung ist, dass die Umschulung arbeitsmarktlich sinnvoll ist und die Eingliederung in den Arbeitsmarkt verbessert. Der Bildungsgutschein deckt die Lehrgangskosten ab und wird bei einem zugelassenen Anbieter eingelöst.
Alternativen zur Chemielaboranten-Umschulung
Eine berufsbegleitende Ausbildung kann eine echte Alternative zu einer Umschulung zum Chemielaboranten sein. Im Zuge einer solchen Teilzeitausbildung stehen andere Verpflichtungen der beruflichen Qualifizierung nicht im Wege. Diejenigen, die sich mit der Berufswahl noch nicht sicher sind, sollten dahingegen auf ähnliche Berufe achten, da diese interessante Umschulungsalternativen darstellen können.
Das gilt beispielsweise fĂĽr die folgenden Berufe:
- Biologielaborant
- Physiklaborant
- Lacklaborant
- Chemisch-technischer Assistent (CTA)
- Milchwirtschaftlicher Laborant
- EdelmetallprĂĽfer
- Textillaborant
Wer eher in der laufenden Produktion arbeiten möchte, findet in der Umschulung zum Chemikanten eine verwandte Alternative. Auch die Tätigkeit als Laborassistent ist für Interessierte einen Blick wert.
Weiterbildung und Aufstieg fĂĽr Chemielaboranten
Wer sich als Chemielaborant qualifiziert hat, sollte sich bemühen, stets am Ball zu bleiben. Dazu gehört es unter anderem, Seminare zu besuchen und so kontinuierlich zu lernen. Eine gute Übersicht über geförderte Angebote bietet unsere Seite zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Wenn zudem ein höherer Abschluss erlangt werden soll, sind die folgenden Fortbildungen für Chemielaboranten besonders interessant:
- Industriemeister – Chemie
- Techniker – Chemietechnik
- Techniker – Farb- und Lacktechnik
- Techniker – Umweltschutztechnik
- Technischer Fachwirt
Passend zur zunehmenden Akademisierung ist auch ein berufsbegleitendes Studium für Chemielaboranten mittlerweile ein großes Thema. So lässt sich zum Beispiel ein zeitlich und örtlich unabhängiges Fernstudium absolvieren und im Zuge dessen der Bachelor oder Master in Chemie, Chemieingenieurwesen oder Biochemie erlangen.
Chemielaboranten und die zunehmende Akademisierung
Eine zunehmende Akademisierung ist gegenwärtig branchenübergreifend festzustellen und sorgt dafür, dass das berufsbegleitende Studium einen regelrechten Boom erlebt. Berufstätige haben so die Gelegenheit, den Bachelor oder Master an einer Hochschule zu erlangen, ohne ihre Berufstätigkeit unterbrechen zu müssen. Möglich machen dies vor allem die folgenden Studienformen:
- Fernstudium
- Abendstudium
- Duales Studium
- Teilzeitstudium
Wenn es um eine Weiterbildung auf dem Gebiet der Chemie geht, sollten entsprechende Fachkräfte daher heutzutage auch an ein Studium denken. Vor allem die folgenden Fächer sind dafür geeignet:
- Chemie
- Biochemie
- Wirtschaftschemie
- Chemieingenieurwesen
Die berufsbegleitende Ausbildung als weitere Option
Neben Umschulung und Studium gibt es noch eine dritte Möglichkeit, den anerkannten Abschluss zu erlangen.
Die klassische Ausbildung zum Chemielaboranten erfolgt in dualer Form in der Industrie und nimmt 3,5 Jahre in Vollzeit in Anspruch.
Wer diese Option aus verschiedenen Gründen nicht hat, kann den Quereinstieg auch im Rahmen einer Umschulung schaffen. Zusätzlich gibt es mit der berufsbegleitenden Ausbildung noch eine weitere Möglichkeit, um den anerkannten Berufsabschluss zu erlangen.
Dabei handelt es sich um eine Ausbildung in Teilzeit, die gut für Menschen geeignet ist, die einen Angehörigen pflegen oder sich um den eigenen Nachwuchs kümmern.
Der Berufsalltag als Chemielaborant
Der Arbeitsalltag im Labor ist geprägt von Sorgfalt, Konzentration und einem strukturierten Vorgehen. Chemielaboranten bereiten Proben vor, führen qualitative und quantitative Analysen durch und bedienen dabei moderne Messgeräte wie Chromatographen, Spektrometer oder Titrationsanlagen. Jeder Arbeitsschritt wird dokumentiert, denn nachvollziehbare Protokolle sind die Grundlage für belastbare Ergebnisse.
Ein zentraler Teil der Arbeit ist der sichere Umgang mit Gefahrstoffen. Schutzausrüstung, Abzüge und klare Sicherheitsvorschriften gehören zum Alltag. Wer im Team arbeitet, stimmt sich eng mit Kolleginnen und Kollegen aus Forschung, Entwicklung und Qualitätskontrolle ab. Die Tätigkeit verlangt technisches Verständnis ebenso wie ein gutes Gespür für exaktes, methodisches Arbeiten. Für Menschen mit naturwissenschaftlichem Interesse ist der Beruf abwechslungsreich, weil sich Fragestellungen und Projekte regelmäßig ändern.
Je nach Arbeitgeber verschieben sich die Schwerpunkte: In der Forschung stehen neue Substanzen und Verfahren im Mittelpunkt, in der Qualitätskontrolle geht es um die Einhaltung festgelegter Normen und Grenzwerte, in der Produktion begleiten Chemielaboranten die laufende Fertigung analytisch. Digitale Laborsoftware zur Erfassung und Auswertung von Messdaten gewinnt dabei stetig an Bedeutung. Wer sich in diese Systeme einarbeitet und sorgfältig dokumentiert, macht sich für Arbeitgeber besonders wertvoll. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, in Betrieben mit Schichtbetrieb kann jedoch auch Schichtarbeit anfallen.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Die Nachfrage nach ausgebildeten Chemielaboranten ist stabil. Die chemische und pharmazeutische Industrie in Deutschland zählt zu den größten Industriezweigen und benötigt kontinuierlich qualifizierte Laborfachkräfte. Hinzu kommen Einsatzfelder in der Lebensmittel- und Umweltanalytik, in der Qualitätssicherung sowie in Forschungseinrichtungen und Hochschulen.
Ausgebildete Chemielaboranten, die sich beruflich verändern wollen oder müssen, sollten einerseits die Möglichkeiten für einen Quereinstieg in anderen Tätigkeitsfeldern der Chemie erörtern und andererseits an eine weitere Qualifizierung denken. Hier stehen praktisch alle Wege offen, sodass auch ein kompletter Berufswechsel möglich bleibt. Wer sich fachlich weiterentwickelt und etwa eine Techniker- oder Meisterqualifikation erwirbt, verbessert seine Aussichten auf verantwortungsvolle Positionen und ein höheres Gehalt deutlich.
Regional gibt es deutliche Unterschiede: In Ballungsräumen mit starker Chemie- und Pharmaindustrie, etwa im Rhein-Main-Gebiet, im Rheinland oder rund um die mitteldeutschen Chemieparks, ist die Zahl der Stellen besonders hoch. Der demografische Wandel und der Bedarf an nachhaltiger, ressourcenschonender Chemie sorgen dafür, dass qualifizierte Fachkräfte auch mittelfristig gefragt bleiben. Für Umschülerinnen und Umschüler ist das eine gute Ausgangslage, zumal viele Betriebe bereit sind, motivierte Quereinsteiger einzuarbeiten. Ein Blick in aktuelle Stellenangebote der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit hilft, den regionalen Bedarf und die konkreten Anforderungen einzuschätzen.
So läuft die IHK-Abschlussprüfung ab
Die Umschulung endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Sie orientiert sich an derselben Ausbildungsordnung wie die reguläre Ausbildung und gliedert sich in einen schriftlichen und einen praktischen Teil.
Im schriftlichen Teil werden Kenntnisse in Bereichen wie chemische Reaktionen, Analytik, Mathematik und Arbeitssicherheit abgefragt. Der praktische Teil findet im Labor statt: Hier zeigen die Prüflinge, dass sie Analysen und präparative Arbeiten selbstständig und normgerecht durchführen können. Eine gute Prüfungsvorbereitung durch den Lehrgangsträger, eigenständiges Üben und das Wiederholen der Laborpraxis sind entscheidend für den Erfolg. Wer die Prüfung besteht, erhält einen bundesweit anerkannten Berufsabschluss.
In Zusammenhang mit einem beruflichen Neuanfang als Chemielaborant mĂĽssen Berufswechsler auf verschiedene Dinge RĂĽcksicht nehmen. Sie sollten die Entscheidungsfindung ernst nehmen und auch den folgenden Tipp beherzigen.
Befassen Sie sich mit aktuellen Stellenangeboten fĂĽr Chemielaboranten!
Dass die Umschulung zum Chemielaboranten einen vielversprechenden Neustart begrĂĽnden soll, liegt auf der Hand. Um sicherzustellen, dass dies auch gelingt, sollten sich Interessierte einerseits von der Agentur fĂĽr Arbeit beraten lassen und andererseits nach aktuellen Stellenangeboten suchen.
Diese geben Auskunft über die Anforderungen und Aufgaben. Zudem kann man so Adressen sammeln und kennt bereits einige Unternehmen, die als Arbeitgeber in Betracht kommen könnten.






