Umschulung Arbeitserzieher
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Arbeitserzieher-Weiterbildung dauert drei Jahre und erfordert eine abgeschlossene Berufsausbildung
- Eine Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit ist über einen Bildungsgutschein möglich
- Der Abschluss erfolgt mit einer staatlichen Prüfung und führt zur bundesweiten Anerkennung
- Die Weiterbildung kann sowohl in Vollzeit als auch berufsbegleitend absolviert werden
Die Umschulung zum Arbeitserzieher beziehungsweise zur Arbeitserzieherin ist die richtige Wahl für alle, die in ihrem bisherigen Job keine Perspektive mehr haben und nun in der Arbeitserziehung ihre berufliche Zukunft sehen.
In Anbetracht der Tatsache, dass viele Branchen einen erheblichen Fachkräftemangel zu beklagen haben, ergeben sich für Arbeitserzieher/innen vielfältige Chancen, schließlich haben sie wesentlichen Anteil an der Qualifizierung des beruflichen Nachwuchses.
Auf den ersten Blick erscheint die Arbeitserzieher-Umschulung sehr reizvoll. Interessierte sollten aber umfassend recherchieren und sich zudem beispielsweise vom Arbeitsamt beraten lassen. So erfährt man viel Wissenswertes über die Umschulung zum Arbeitserzieher und kann die richtige Entscheidung treffen.
Berufsbild Arbeitserzieher/in – Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten
Arbeitserzieher/innen kümmern sich um Menschen mit und ohne Behinderung, die Unterstützung bei der Integration auf dem Arbeitsmarkt brauchen. Zu diesem Zweck arbeiten sie intensiv mit ihren Klienten.
Arbeitstherapeutische und arbeitserzieherische Maßnahmen stehen dabei im Vordergrund und sollen die Betroffenen fit für den Arbeitsmarkt machen. Als Arbeitserzieher/in kann man vor allem in den folgenden Bereichen Fuß fassen:
- Behindertenhilfe
- Rehabilitationseinrichtungen
- Berufsförderungswerke
- Justizvollzugsanstalten
- Resozialisierungseinrichtungen
- Beratungsstellen
- Psychiatrien
Die Verdienstmöglichkeiten sind zwar variabel, aber im Allgemeinen bewegt sich das durchschnittliche Gehalt von Arbeitserziehern zwischen rund 24.000 Euro und 36.000 Euro brutto im Jahr.
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Per Umschulung Arbeitserzieher/in werden
All diejenigen, die per Umschulung Arbeitserzieher/in werden möchten, müssen bedenken, dass es sich um keinen klassischen Ausbildungsberuf handelt. Daher gibt es auch keine Umschulung im eigentlichen Sinne.
Die Qualifizierung zum/zur Arbeitserzieher/in erfolgt vielmehr im Rahmen einer beruflichen Weiterbildung. Da diese vielfach den Startschuss für den beruflichen Neuanfang gibt, ist häufig von einer Arbeitserzieher-Umschulung die Rede.
Die Weiterbildung zum Arbeitserzieher besteht aus einem Lehrgang an einer Fachschule, der mit einer staatlichen Abschlussprüfung endet.
Zur offiziellen Anerkennung muss allerdings noch ein einjähriges Praktikum absolviert werden. So werden die Teilnehmenden in Theorie und Praxis geschult. Die wichtigsten Inhalte lassen sich dabei folgendermaßen zusammenfassen:
- Psychologie
- Psychiatrie
- Neurologie
- Soziologie
- Pädagogik
- Arbeitstherapie
- Arbeitserziehung
- Didaktik
- Berufskunde
- Kommunikation
- Recht
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Arbeitserzieher-Umschulung
Der Zugang zur Arbeitserzieher-Qualifizierung setzt üblicherweise eine abgeschlossene Ausbildung und gegebenenfalls eine entsprechende Berufspraxis voraus.
Zudem muss man in der Regel drei Jahre für dieses Unterfangen einkalkulieren. An staatlichen Fachschulen fallen keine Gebühren an, während private Anbieter teils hohe Kosten verursachen.
Die Rahmenbedingungen der Umschulung beziehungsweise Weiterbildung zum Arbeitserzieher sollten im Einzelfall genau recherchiert werden.
Dazu können sich Interessierte an das Arbeitsamt wenden oder direkt mit entsprechenden Lehrgangsanbietern Kontakt aufnehmen. So erfahren sie die Details aus erster Hand.
Welche Alternativen gibt es zur Umschulung zum Arbeitserzieher?
Von Alternativlosigkeit kann in Zusammenhang mit der Arbeitserzieher-Qualifizierung keine Rede sein. Die folgenden Qualifizierungen sollten während der Entscheidungsfindung beachtet werden:
- Fachkraft für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation
- Fachlehrer/in an Förderschulen
- Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung
- Heilpädagoge/Heilpädagogin
So hat man eine größtmögliche Auswahl und kann die richtigen Weichen für die berufliche Zukunft stellen.
Wer ist als Arbeitserzieher/in geeignet?
Der formale Zugang zur Arbeitserzieher-Qualifizierung ist für viele Menschen gegeben, sodass diese einen Neustart in der Arbeitserziehung wagen können.
Langfristiger Erfolg stellt sich allerdings nur ein, wenn auch die persönliche Eignung gegeben ist. Dabei kommt es vor allem auf die folgenden Dinge an:
- Zuverlässigkeit
- Verantwortungsbewusstsein
- Offenheit
- Geduld
- Einfühlungsvermögen
- Organisationsgeschick
- Anpassungsfähigkeit
- Einsatzbereitschaft
- Konsequenz
- selbständige Arbeitsweise
- Belastbarkeit
Voraussetzungen für die Arbeitserzieher-Umschulung
Für die Zulassung zur Weiterbildung zum Arbeitserzieher müssen Sie verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Schulisch ist mindestens ein Hauptschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss wie die Berufsreife erforderlich. Beruflich benötigen Sie eine abgeschlossene, mindestens zweijährige Berufsausbildung, idealerweise im pädagogischen, pflegerischen oder sozialen Bereich.
Bei einem Hauptschulabschluss müssen Sie zusätzlich mindestens zwei Jahre berufliche Tätigkeit in einem relevanten Arbeitsbereich nachweisen. Verfügen Sie über einen mittleren Bildungsabschluss oder die Fachhochschulreife, entfällt diese zweijährige Berufserfahrung. Weitere wichtige Dokumente sind ein ärztliches Attest zur Bestätigung Ihrer gesundheitlichen Eignung und ein polizeiliches Führungszeugnis. Die persönliche Eignung umfasst soziales Denken, Hilfsbereitschaft und die Fähigkeit zur Interaktion mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen.
Ablauf und Dauer der Arbeitserzieher-Weiterbildung
Die Weiterbildung zum Arbeitserzieher können Sie in zwei verschiedenen Varianten absolvieren. In der Vollzeitvariante absolvieren Sie zunächst zwei Jahre an einer Berufsfachschule mit 1.400 Stunden Theorieunterricht und mindestens 500 Stunden fachpraktische Ausbildung inklusive einem zwölfwöchigen Praktikum. Anschließend folgt ein einjähriges Berufspraktikum in einer geeigneten Praxiseinrichtung zur staatlichen Anerkennung.
Alternativ steht Ihnen die berufsbegleitende oder duale Variante offen, die ebenfalls drei Jahre dauert. Hier wechseln sich Praxisanteile mit Theoriephasen ab, wodurch die Berufsfachschule mit einem integrierten Berufspraktikum kombiniert wird. Personen mit bereits abgeschlossener pädagogischer, pflegerischer oder sozialer Ausbildung können einen Antrag auf Ausbildungsverkürzung stellen, der von der Schulaufsichtsbehörde genehmigt werden muss. Die Weiterbildung endet mit einer staatlichen Prüfung, die aus einem fachpraktischen, schriftlichen und mündlichen Teil besteht.
Finanzierung und Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit
Die Finanzierung der Arbeitserzieher-Umschulung kann vollständig durch die Agentur für Arbeit übernommen werden, wenn Sie arbeitssuchend sind oder von Erwerbslosigkeit bedroht sind. Grundlage hierfür bilden die Paragraphen 81 und 82 des Sozialgesetzbuches III. Die Kostenübernahme umfasst nicht nur die Schulgebühren und Lehrmaterialien, sondern auch Anfahrtskosten zur Bildungseinrichtung.
Während der gesamten Weiterbildungsmaßnahme erhalten Sie weiterhin Arbeitslosengeld, sodass Ihre Existenz gesichert bleibt. Ein Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit ist eine bewährte Fördermaßnahme für diese Qualifizierung. Zusätzliche Kostenfaktoren wie Gebühren für Anmeldung, Prüfungen und Eignungstests sollten Sie bei der Planung berücksichtigen. An staatlichen Fachschulen fallen in der Regel keine Schulgebühren an, während private Anbieter teilweise erhebliche Kosten verursachen können.
Anbieter und Durchführungsorte der Weiterbildung
Die Arbeitserzieher-Weiterbildung ist landesrechtlich geregelt und wird überwiegend an staatlichen Fachschulen durchgeführt. Je nach Bundesland variieren die verfügbaren Angebote und Anbieter erheblich. Zu den bekannten Anbietern gehören spezialisierte Bildungseinrichtungen, die Caritas sowie regionale Fachschulen, die eng mit den jeweiligen Landesbehörden zusammenarbeiten.
Bei der Auswahl einer geeigneten Bildungseinrichtung sollten Sie sowohl die räumliche Nähe als auch die Qualität der Ausbildung berücksichtigen. Einige Anbieter haben sich auf berufsbegleitende Umschulungen spezialisiert und bieten flexible Zeitmodelle an. Die staatliche Anerkennung wird nach erfolgreichem Abschluss bei der zuständigen Landesbehörde beantragt, wobei die Berufsbezeichnung „staatlich anerkannte/r Arbeitserzieher/in“ bundesweit anerkannt wird. Informieren Sie sich direkt bei den Fachschulen über aktuelle Starttermine und spezielle Zulassungsvoraussetzungen.
Rechtliche Grundlagen und staatliche Anerkennung
Die rechtlichen Grundlagen für die Arbeitserzieher-Umschulung sind klar definiert und bieten Ihnen Sicherheit bezüglich der Anerkennung Ihres Abschlusses. Die Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit regeln die Paragraphen 81 und 82 des Sozialgesetzbuches III, die Umschulungen für Arbeitssuchende und von Erwerbslosigkeit bedrohte Personen ermöglichen. Die Weiterbildung selbst unterliegt landesrechtlichen Regelungen, wodurch sich Details zwischen den Bundesländern unterscheiden können.
Nach erfolgreichem Abschluss der staatlichen Prüfung dürfen Sie die geschützte Berufsbezeichnung „staatlich anerkannte/r Arbeitserzieher/in“ führen. Diese Qualifikation wird bundesweit anerkannt, unabhängig davon, in welchem Bundesland Sie die Weiterbildung absolviert haben. Die staatliche Anerkennung beantragen Sie bei der zuständigen Landesbehörde, nachdem Sie sowohl den theoretischen Teil als auch das einjährige Berufspraktikum erfolgreich abgeschlossen haben. Diese rechtliche Absicherung gewährleistet Ihnen beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn in der Arbeitserziehung.
Weiterführende Informationen
Bundesagentur für Arbeit – Offizielle Informationen zu Bildungsgutscheinen und Förderungsmöglichkeiten für Umschulungen nach SGB III.
Wikipedia – Arbeitserzieher – Umfassende Informationen zum Berufsbild und den rechtlichen Grundlagen der Arbeitserzieher-Qualifizierung.
Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Aktuelle Informationen zu arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und beruflicher Weiterbildung.
Wie lange dauert die Umschulung zum Arbeitserzieher?
Die Weiterbildung zum Arbeitserzieher dauert insgesamt drei Jahre: zwei Jahre Berufsfachschule plus ein Jahr Berufspraktikum für die staatliche Anerkennung.
Welche Schulbildung brauche ich für die Arbeitserzieher-Umschulung?
Sie benötigen mindestens einen Hauptschulabschluss oder gleichwertigen Bildungsabschluss sowie eine abgeschlossene zweijährige Berufsausbildung, vorzugsweise im sozialen Bereich.
Übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten für die Umschulung?
Ja, die Agentur für Arbeit kann die kompletten Kosten über einen Bildungsgutschein übernehmen, wenn Sie arbeitssuchend sind.
Kann ich die Arbeitserzieher-Weiterbildung berufsbegleitend machen?
Ja, neben der Vollzeitvariante gibt es auch berufsbegleitende Modelle, bei denen Theorie und Praxis über drei Jahre verteilt werden.
Ist der Abschluss bundesweit anerkannt?
Ja, die Berufsbezeichnung „staatlich anerkannte/r Arbeitserzieher/in“ wird in ganz Deutschland anerkannt, unabhängig vom Bundesland der Ausbildung.
Brauche ich ein polizeiliches Führungszeugnis für die Umschulung?
Ja, ein polizeiliches Führungszeugnis und ein ärztliches Attest zur gesundheitlichen Eignung sind für die Zulassung erforderlich.
Achtung! Tipp aus der Redaktion
Berufswechsler/innen, die sich als Arbeitserzieher/innen verwirklichen möchten, wissen aus eigener Erfahrung, wie schwierig es sein kann, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Daher sind sie vielfach bestens für die Arbeitserziehung geeignet. Im Zuge der Recherche sollten sie sich aber nicht nur mit der eigentlichen Qualifizierung befassen, sondern auch dem folgenden Tipp aus unserer Redaktion Beachtung schenken.
Befassen Sie sich mit den Weiterbildungsmöglichkeiten für Arbeitserzieher/innen!
Als Arbeitserzieher/in verfügt man über einen anerkannten Abschluss, auf den man ohne Frage stolz sein kann. In Zeiten des lebenslangen Lernens darf man sich aber nicht darauf ausruhen, sondern sollte die verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen.
Es gibt beispielsweise interessante Seminare zu den folgenden Themen:
- Gesprächsführung
- Psychologie
- Pädagogik
- Didaktik
- Behindertenarbeit
- Sozialarbeit
- Erwachsenenbildung
- Sonderpädagogik
- Heilpädagogik
Ansonsten ist auch ein einschlägiges Studium eine Überlegung wert. Indem man sich dabei für ein Fernstudium oder anderes Teilzeitstudium entscheidet, kann man sogar berufsbegleitend studieren.
Die folgenden Fächer bringen Arbeitserzieher/innen fachlich weiter:
- Sozialarbeit
- Sonderpädagogik
- Heilpädagogik
- Psychologie
- Pädagogik
- Ergotherapie
- Rehabilitation






