Umschulung Fachlagerist - Quereinstieg über das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Dauer: Die Umschulung zum Fachlageristen dauert verkürzt in der Regel 16 bis 24 Monate (Vollzeit meist rund 16 Monate, Teilzeit länger).
- Kosten: Bei AZAV-zugelassenen Trägern übernimmt in aller Regel das Arbeitsamt oder Jobcenter die Lehrgangskosten vollständig - eigene Zahlungen entfallen bei bewilligter Förderung.
- Förderung: Finanziert wird über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern; der Lebensunterhalt läuft über Arbeitslosengeld weiter.
- Voraussetzungen: Ein formaler Schulabschluss ist nicht zwingend vorgeschrieben, körperliche Belastbarkeit und ausreichende Deutschkenntnisse sind aber wichtig.
- Verdienst: Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen rund 2.000 und 2.500 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung und Schichtzulagen ist mehr möglich.
Die Umschulung zum Fachlageristen führt Erwachsene mit einer fachfremden Vorbildung über das Arbeitsamt zu einem anerkannten Berufsabschluss im Lagerwesen. Sie dauert verkürzt meist 16 bis 24 Monate, schließt mit einer IHK-Prüfung ab und lässt sich bei AZAV-zugelassenen Trägern in aller Regel vollständig über einen Bildungsgutschein finanzieren. Damit ist der Beruf ein realistischer und schnell erreichbarer Neustart für alle, die in der boomenden Logistikbranche wieder Fuß fassen möchten.
In Anbetracht der Tatsache, dass die Logistikbranche wächst und händeringend nach qualifizierten Kräften sucht, liegt eine Qualifizierung als Fachlagerist nahe. Wer zunächst einen anderen Beruf erlernt hat, nun aber wechseln möchte, tut gut daran, sich über den Beruf des Fachlageristen zu informieren und beim Arbeitsamt eine entsprechende Umschulung anzustoßen. So ist es nie zu spät für einen aussichtsreichen Neustart.
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Inhaltsverzeichnis
- Das Berufsbild Fachlagerist: Aufgaben und Verdienst
- So läuft die Umschulung zum Fachlageristen ab
- Voraussetzungen, Dauer und Kosten im Überblick
- Förderung durch Arbeitsamt und Jobcenter
- Anerkennung und IHK-Abschluss
- Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Umschulung
- Alternativen und verwandte Umschulungsberufe
- Der Berufsalltag als Fachlagerist
- Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
- So läuft die Abschlussprüfung ab
- Häufige Fragen zur Umschulung Fachlagerist

Das Berufsbild Fachlagerist: Aufgaben und Verdienst
Wer eine Fachlagerist-Umschulung ins Auge fasst, sollte dem Berufsbild zunächst auf den Grund gehen und prüfen, ob es zu den eigenen Neigungen passt. Die typischen Aufgaben von Fachlageristen und Fachlageristinnen bestehen in der Warenannahme, der sachgerechten Lagerung, der Zusammenstellung von Bestellungen (Kommissionierung) und der Bereitstellung von Gütern für die betrieblichen Abläufe.
Innerhalb des Betriebes übernimmt der Fachlagerist damit eine Schlüsselposition und leistet einen wichtigen Beitrag zum reibungslosen Warenfluss. Qualifizierte Fachlageristen werden vor allem in den folgenden Bereichen gebraucht:
- Speditionen
- Groß- und Einzelhandel
- Logistikdienstleister
- Industrieunternehmen
- Post- und Kurierdienste
Die verschiedenen Einsatzbereiche zeigen die guten Beschäftigungschancen auf, die im Anschluss an eine Umschulung bestehen. Ebenso wichtig sind die Verdienstmöglichkeiten, schließlich möchte man nach der Umschulung wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen. Das Einstiegsgehalt eines Fachlageristen liegt je nach Region, Branche und Tarifbindung meist zwischen rund 2.000 und 2.500 Euro brutto im Monat, was etwa 24.000 bis 30.000 Euro brutto im Jahr entspricht. Mit Berufserfahrung, Schichtzulagen und zusätzlichen Qualifikationen wie einem Staplerschein ist deutlich mehr möglich.
So läuft die Umschulung zum Fachlageristen ab
Umschulungen dienen als Ersatz für die klassische Ausbildung und richten sich vornehmlich an Erwachsene mit fachfremder Vorbildung. Im Zuge einer betrieblichen oder außerbetrieblichen Umschulung erlernen die Teilnehmenden den Beruf des Fachlageristen von Grund auf und setzen sich mit den folgenden Inhalten auseinander:
- Lagerhaltung und Lagerorganisation
- Verpackung und Ladungssicherung
- Versand und Warenausgang
- Kommissionierung
- Warenannahme und Wareneingangskontrolle
- Güterkontrolle und Bestandsführung
- Einsatz von Arbeitsmitteln und Fördertechnik
- Arbeitsorganisation und Arbeitssicherheit
- Qualitätssicherung und Umweltschutz
Die Umschulung gliedert sich typischerweise in drei aufeinander aufbauende Phasen. Den Beginn macht die Fachtheorie, in der Sie sich intensiv mit den Grundlagen der Lagerlogistik beschäftigen. Hierzu zählen das fachgerechte Annehmen von Gütern, deren ordnungsgemäße Lagerung sowie die Kommissionierung von Bestellungen. Im Anschluss folgt ein betriebliches Praktikum von drei bis sechs Monaten, in dem Sie das erlernte Wissen direkt in der Praxis anwenden. Die dritte Phase umfasst weitere Fachtheorie mit gezielter Vorbereitung auf die IHK-Abschlussprüfung.
Die Lerninhalte orientieren sich am offiziellen Ausbildungsrahmenplan und umfassen neben den fachspezifischen Themen auch wichtige Bereiche wie Arbeitssicherheit und Umweltschutz. Zusätzlich erhalten viele Umschüler Zusatztrainings in EDV-Anwendungen (etwa Lagerverwaltungssoftware), Bewerbungstechniken und Kommunikation, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten im Überblick
Für die Umschulung zum Fachlageristen gelten keine strengen formalen Voraussetzungen. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht zwingend vorgeschrieben; in der Praxis erwarten viele Bildungsträger jedoch mindestens einen Hauptschulabschluss sowie ausreichende Deutschkenntnisse, häufig auf B1-Niveau. Wichtiger als Zeugnisse sind körperliche Belastbarkeit, räumliches Vorstellungsvermögen und die Bereitschaft zu Schichtarbeit. Berufserfahrung als Lagerhelfer ist hilfreich, aber nicht erforderlich.
Die Dauer hängt maßgeblich davon ab, ob Sie sich für eine Vollzeit- oder Teilzeitvariante entscheiden. In Vollzeit beträgt die Umschulungsdauer typischerweise rund 16 Monate, die sich in etwa neun Monate Theorie, drei Monate betriebliches Praktikum und vier weitere Monate Theorie mit Prüfungsvorbereitung aufteilen. Bei einer Teilzeit-Umschulung verlängert sich die Gesamtdauer auf etwa 21 bis 24 Monate. Bringen Sie bereits Vorwissen oder Erfahrung im Lagerbereich mit, kann sich die Dauer entsprechend verkürzen.
Die Kosten für eine Fachlagerist-Umschulung werden bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern in der Regel vollständig gefördert, sofern Sie die Voraussetzungen für einen Bildungsgutschein erfüllen. Ohne Förderung müssten Sie mit Lehrgangsgebühren von mehreren Tausend Euro rechnen - genau deshalb ist der Weg über das Arbeitsamt für die meisten Umschüler entscheidend. Wer die Umschulung über einen Bildungsgutschein absolviert, zahlt für den Lehrgang selbst in aller Regel nichts.
Förderung durch Arbeitsamt und Jobcenter
Die Finanzierung Ihrer Umschulung zum Fachlageristen erfolgt hauptsächlich über die Förderung der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters nach den Paragraphen 81 und 82 des Dritten Sozialgesetzbuches (SGB III). Wenn Sie arbeitslos sind oder von Arbeitslosigkeit bedroht werden, haben Sie gute Chancen auf einen Bildungsgutschein, der die gesamten Lehrgangskosten abdeckt. Während der Umschulung läuft Ihr Lebensunterhalt in der Regel über das Arbeitslosengeld weiter.
Wichtig ist, dass die Förderung ausschließlich für zugelassene Maßnahmen gilt, die von AZAV-zertifizierten Bildungsträgern durchgeführt werden. Ein Beratungsgespräch bei Ihrem zuständigen Arbeitsvermittler ist daher unerlässlich, um Ihre persönlichen Voraussetzungen zu klären und einen geeigneten Träger zu finden. Der Bildungsgutschein wird immer vor Beginn der Maßnahme ausgestellt, weshalb Sie die Förderung frühzeitig beantragen sollten. Passende, zertifizierte und AZAV-zugelassene Anbieter finden Sie über das Portal KURSNET der Bundesagentur für Arbeit sowie im direkten Gespräch mit Ihrer Arbeitsagentur.
Einen breiteren Überblick über geförderte Qualifizierungen bietet unsere Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt. Wer statt einer kompletten Umschulung eher einzelne Qualifikationen sucht, findet Anregungen im Bereich Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Anerkennung und IHK-Abschluss
Auf der Suche nach der richtigen Qualifizierung stoßen Interessierte häufig auf die Umschulung zum Fachlageristen bei der DEKRA und auf die Umschulung zum Fachlageristen über die IHK. Dabei handelt es sich keineswegs um unterschiedliche Abschlüsse. Der offizielle Abschluss als Fachlagerist geht stets mit einer IHK-Prüfung einher. Auch eine Maßnahme der DEKRA Akademie oder eines anderen privaten Trägers dient somit nur der Vorbereitung auf diese eine, bundesweit einheitliche IHK-Prüfung.
Der IHK-Abschluss als Fachlagerist ist deutschlandweit anerkannt und öffnet Türen in verschiedenen Branchen der Logistikwirtschaft. Die Umschulung ist zudem als anschlussfähig angelegt: Der Beruf Fachlagerist bildet die erste Stufe der zweistufigen Ausbildung, die im dritten Jahr zur Fachkraft für Lagerlogistik führt. Wer nach der Umschulung weitermachen möchte, kann so gezielt aufbauen.
Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Umschulung
Nach der erfolgreichen Fachlagerist-Umschulung lohnt sich eine ambitionierte Karriereplanung, deren Umsetzung auch von weiteren Qualifikationen abhängt. Als Fachlagerist sollten Sie die bestehenden Weiterbildungsmöglichkeiten kennen und nutzen. Erwähnenswert sind unter anderem:
- Fachkraft für Lagerlogistik (dritte Stufe der Ausbildung)
- Geprüfte/r Logistikmeister/in
- Fachwirt/in für Logistiksysteme
- Handelsfachwirt/in
- Technische/r Fachwirt/in
Außerdem können Fachlageristen bei entsprechenden Voraussetzungen neben dem Beruf studieren. Per Abend-, Wochenend- oder Fernstudium winkt beispielsweise ein Bachelor in BWL, Logistik, Materialwirtschaft oder Supply-Chain-Management. Zusatzqualifikationen wie der Gabelstaplerschein oder eine Weiterbildung zum Gefahrgutbeauftragten steigern zusätzlich den Wert auf dem Arbeitsmarkt.
Alternativen und verwandte Umschulungsberufe
Interessierte sollten ihre Wahl sorgfältig bedenken und auch mögliche Alternativen kennen. Unter anderem die folgenden Berufe sind Optionen für eine alternative Umschulung im Logistikumfeld:
- Die Umschulung zur Fachkraft für Lagerlogistik baut fachlich direkt auf dem Fachlageristen auf und umfasst zusätzlich planende und kaufmännische Aufgaben.
- Als Umschulung zum Berufskraftfahrer für alle, die Ware nicht nur lagern, sondern transportieren möchten.
- Die Umschulung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung für einen stärker kaufmännisch geprägten Weg.
- Einen Gesamtüberblick über das Berufsfeld bietet unsere Seite zur Umschulung im Bereich Logistik.
Unabhängig davon, ob man sich für eine dieser Alternativen oder die Qualifizierung als Fachlagerist entscheidet, sollte man den nötigen Rechercheaufwand nicht scheuen und sich vor dem Gespräch mit dem Arbeitsamt gut informieren.
Der Berufsalltag als Fachlagerist
Der Arbeitstag eines Fachlageristen beginnt häufig am Wareneingang: Anlieferungen werden entgegengenommen, auf Menge und Zustand kontrolliert und mit den Lieferpapieren abgeglichen. Anschließend werden die Güter fachgerecht eingelagert, wobei je nach Betrieb feste Lagerplätze, chaotische Lagerhaltung oder digital gestützte Systeme zum Einsatz kommen. Ein großer Teil der Arbeit besteht in der Kommissionierung, also dem Zusammenstellen von Waren für konkrete Aufträge, sowie im fachgerechten Verpacken und der Ladungssicherung für den Versand.
Der Beruf ist körperlich fordernd und findet überwiegend im Stehen und Gehen statt, oft in Hallen mit Flurförderfahrzeugen wie Gabelstaplern und Hubwagen. In vielen Betrieben wird im Schichtbetrieb gearbeitet, gerade im Versandhandel und in großen Logistikzentren. Wer gerne anpackt, sorgfältig und zuverlässig arbeitet und den Überblick über Bestände behält, findet in diesem Alltag eine sinnvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit. Zunehmend spielen auch digitale Werkzeuge wie Handscanner und Lagerverwaltungssoftware eine Rolle, sodass neben körperlicher Arbeit auch Sorgfalt im Umgang mit Daten gefragt ist.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Die Berufsaussichten für Fachlageristen sind stabil bis gut. Der wachsende Online-Handel, komplexer werdende Lieferketten und der anhaltende Bedarf an schneller Warenverteilung sorgen dafür, dass Lager- und Logistikkräfte in nahezu allen Regionen Deutschlands gesucht werden. Fachlageristen finden Beschäftigung bei Speditionen, Logistikdienstleistern, im Handel, in Industriebetrieben sowie bei Post- und Paketdiensten - also in Branchen, die von konjunkturellen Schwankungen unterschiedlich stark betroffen sind, in der Summe aber einen dauerhaften Personalbedarf haben.
Wer sich über die Umschulung hinaus weiterqualifiziert, etwa zur Fachkraft für Lagerlogistik oder zum Logistikmeister, verbessert Verdienst und Aufstiegschancen zusätzlich. Auch die Automatisierung vieler Läger verändert den Beruf, ersetzt ihn aber nicht: Es entstehen neue Aufgaben rund um die Bedienung und Kontrolle technischer Systeme. Wer bereit ist zu lernen und Verantwortung zu übernehmen, hat als Fachlagerist realistische Perspektiven auf einen sicheren Arbeitsplatz.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Die Umschulung endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK). Diese besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Im schriftlichen Bereich werden die Prüfungsfächer Lagerprozesse, Güterbewegung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde abgefragt. Hier geht es um Wissen zu Lagerhaltung, Kommissionierung, Verpackung, Arbeitssicherheit und den rechtlichen Rahmenbedingungen des Berufs.
Im praktischen Teil weisen die Prüflinge nach, dass sie typische Arbeitsaufgaben eines Fachlageristen selbstständig und fachgerecht ausführen können - etwa das Kommissionieren eines Auftrags, das Verpacken und Sichern von Gütern oder das Bearbeiten eines Wareneingangs. Wer eine außerbetriebliche Umschulung absolviert, kann zusätzlich über die sogenannte Externenprüfung zum Abschluss gelangen, sofern die entsprechende einschlägige Berufserfahrung nachgewiesen wird. Mit bestandener Prüfung erhalten die Absolventen einen bundesweit anerkannten IHK-Abschluss als Fachlagerist und können unmittelbar in den Beruf einsteigen.
Häufige Fragen zur Umschulung Fachlagerist
Was kostet die Umschulung zum Fachlageristen?
Wie lange dauert die Umschulung zum Fachlageristen?
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Umschulung?
Fördert das Arbeitsamt die Umschulung zum Fachlageristen?
Wie viel verdient ein Fachlagerist?
Welchen Abschluss erhalte ich nach der Umschulung?
Interessierte an einer Umschulung zum Fachlageristen wünschen sich einen beruflichen Neuanfang und streben deshalb den betreffenden Abschluss an. Im Vorfeld der Maßnahme sollten sie unter anderem dem folgenden Tipp aus unserer Redaktion Beachtung schenken.
Befassen Sie sich mit aktuellen Stellenangeboten für Fachlageristen
Die Umschulung soll der Startschuss für einen beruflichen Neubeginn sein. Angehende Berufswechsler sollten kein Risiko eingehen und sicherstellen, dass sie nach dem Abschluss gute Perspektiven erwarten. Dazu empfiehlt es sich, aktuelle Stellenanzeigen zu studieren. Diese stellen die Situation auf dem Arbeitsmarkt gut dar und geben zudem Auskunft über die Anforderungen und Aufgaben. Darüber hinaus lassen sich so Unternehmen sammeln, die als potenzielle Arbeitgeber in Betracht kommen.