Umschulung Speditionskaufmann - Quereinstieg über das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Die Umschulung zum Speditionskaufmann führt zum anerkannten IHK-Abschluss "Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung" - der offiziellen Berufsbezeichnung seit 2004.
- Sie dauert als außerbetriebliche Maßnahme in der Regel zwei Jahre (verkürzt gegenüber der dreijährigen Ausbildung) und endet mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer.
- Über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters können die Lehrgangskosten vollständig übernommen werden.
- Voraussetzungen sind formal keine besonderen; gefragt sind Organisationsgeschick, kaufmännisches Denken und Kommunikationsstärke.
- Die Logistikbranche sucht dauerhaft Fachkräfte, was Umschülern gute Einstiegs- und Verdienstchancen zwischen rund 24.000 und 36.000 Euro brutto im Jahr eröffnet.
Wer im Zuge eines notwendigen Berufswechsels eine kaufmännische Tätigkeit im Bereich Transport und Logistik anstrebt, kommt schnell auf die Umschulung zum Speditionskaufmann. Der schnelle Überblick vorweg: Die Umschulung führt in der Regel innerhalb von zwei Jahren zum IHK-Abschluss "Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung", lässt sich über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern und eröffnet den Quereinstieg in eine Branche mit stabilem Fachkräftebedarf. Wichtig zu wissen: Die Berufsbezeichnung Speditionskaufmann/-frau hat offiziell ausgedient und wurde durch Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung abgelöst.
Umgangssprachlich ist trotz der Reform des Berufsbildes nach wie vor vom Speditionskaufmann die Rede. Die betreffende Umschulung kann einen Wendepunkt im beruflichen Leben markieren und den Quereinstieg in die Logistikbranche ermöglichen. Angehende Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung sollten sich vorab umfassend informieren und beim Arbeitsamt beraten lassen.

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Inhaltsverzeichnis
- Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten für Speditionskaufleute
- Die Umschulung zum Speditionskaufmann im Überblick
- Für diese Menschen eignet sich die Umschulung besonders
- So können sich Speditionskaufleute weiterbilden
- Alternativen zur Speditionskaufmann-Umschulung
- Die Reform des Berufes Speditionskaufmann/-frau
- Die IHK-Prüfung im Detail
- Stellenangebote als Orientierungshilfe
- Der Berufsalltag als Speditionskaufmann
- Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
- Häufige Fragen zur Umschulung Speditionskaufmann
Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten für Speditionskaufleute
Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung sind Fachleute für TUL-Prozesse, denn die Bereiche Transport, Umschlag und Logistik sind ihr Metier. Die wesentlichen Aufgaben von Speditionskaufleuten bestehen darin, Güter zu versenden, zu lagern sowie ihren Umschlag zu organisieren. Darüber hinaus widmen sie sich weiteren logistischen Dienstleistungen wie der Zollabwicklung, der Frachtberechnung und der Terminüberwachung.
Dass Speditionskaufleute im logistischen Bereich für kaufmännische Prozesse zuständig sind, liegt auf der Hand. Sie verbinden logistische Expertise mit kaufmännischem Können. Daraus ergeben sich vor allem in den folgenden Bereichen gute Berufsaussichten:
- Speditionen
- Logistikdienstleister
- E-Commerce
- Handel
- Reedereien
- Kurier-, Express- und Postdienste
Für Interessierte an einer Umschulung zum Speditionskaufmann beziehungsweise zur Speditionskauffrau sind die guten Karrierechancen ein wichtiger Anreiz.
Da der berufliche Neuanfang mit finanzieller Unabhängigkeit von staatlicher Unterstützung einhergehen soll, lohnt sich ein Blick auf die Verdienstmöglichkeiten. Hier ist ein durchschnittliches Gehalt zwischen rund 24.000 Euro und 36.000 Euro brutto im Jahr zu nennen. Mit Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen oder einer Fortbildung zum Fachwirt lässt sich dieser Rahmen deutlich ausbauen. Wer sich noch breiter orientieren möchte, findet in unserem Überblick zur Umschulung über das Arbeitsamt viele weitere Berufsbilder.
Die Umschulung zum Speditionskaufmann im Überblick
Wer den Beruf des Kaufmannes für Spedition und Logistikdienstleistung ergreifen möchte, absolviert üblicherweise eine dreijährige Berufsausbildung im dualen System und besteht abschließend die Prüfung vor der IHK.
Die IHK-Abschlussprüfung steht auch Umschülerinnen und Umschülern bevor, doch ihr Weg dahin ist ein anderer. Umschulungsmaßnahmen kommen zumeist als außerbetriebliche Lehrgänge daher und erinnern an klassischen Schulunterricht. Praktika sorgen für die berufspraktischen Bezüge. Da die Umschulung auf Vorwissen und Lebenserfahrung der Teilnehmenden aufbaut, ist sie mit rund zwei Jahren kürzer als die reguläre Ausbildung.
Dabei geht es vornehmlich um die folgenden Inhalte:
- Betriebswirtschaftslehre
- Fremdsprachen
- Organisation
- IT
- Kommunikation
- Marketing
- Logistik
- Recht
- Lagerwirtschaft
- Sicherheit
Die Umschulung zum Speditionskaufmann kann nicht nur in Vollzeit, sondern auch in Teilzeit absolviert werden. Dabei handelt es sich um eine berufsbegleitende Variante, die genug Freiräume für familiäre Verpflichtungen und gegebenenfalls eine parallele Tätigkeit lässt. Zudem ist die Möglichkeit einer betrieblichen Umschulung für angehende Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung nicht zu unterschätzen, weil sie das Lernen unmittelbar mit der Praxis in einem Betrieb verbindet.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten des Quereinstiegs als Speditionskaufmann/-frau
Dass sich die Rahmenbedingungen der Speditionskaufmann-Umschulung je nach Lehrgangsform unterscheiden, liegt in der Natur der Sache. Die außerbetriebliche Maßnahme ist jedoch die Norm und dient hier zur Veranschaulichung der Modalitäten.
- Voraussetzung: keine besonderen formalen Voraussetzungen
- Dauer: rund zwei Jahre
- Kosten: mehrere Tausend Euro, in der Regel über Bildungsgutschein förderbar
Der Umstand, dass angehende Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung mit Lehrgangsgebühren von einigen Tausend Euro rechnen müssen, schreckt zunächst ab. Außerdem muss der Lebensunterhalt während der Maßnahme gesichert sein. Hier kann das Arbeitsamt Abhilfe schaffen, indem es eine Förderung gewährt. Diese besteht aus einem Bildungsgutschein, der die Lehrgangs- und Prüfungskosten bei AZAV-zugelassenen Anbietern übernimmt, sowie ergänzenden Hilfen zum Lebensunterhalt. Welche Wege es neben der klassischen Umschulung gibt, zeigt unser Ratgeber zur geförderten Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Für diese Menschen eignet sich die Umschulung besonders
Die besondere Eignung für die Speditionskaufmann-Umschulung hängt nicht von den finanziellen Mitteln ab, denn gegebenenfalls springt das Arbeitsamt ein und stellt finanzielle Unterstützung zur Verfügung.
Stattdessen geht es um die persönlichen Eigenschaften, die für den Job als Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung sprechen.
In diesem Zusammenhang sind vor allem die folgenden Kriterien zu nennen:
- ökonomisches Interesse
- Organisationsgeschick
- Zuverlässigkeit
- gutes Ausdrucksvermögen
- rechnerisches Denken
- Kommunikationsstärke
- Genauigkeit
- Anpassungsfähigkeit
So können sich Speditionskaufleute weiterbilden
Nach dem erfolgreichen Abschluss als Speditionskaufmann/-frau beziehungsweise Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung geht das lebenslange Lernen weiter. Neben Seminaren sind hier vor allem die folgenden Fortbildungen zu nennen:
- Fachwirt/in - Güterverkehr und Logistik
- Fachwirt/in - Logistiksysteme
- Betriebswirt/in - Logistik
Ein Studium neben dem Beruf bietet sich ebenfalls für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung an. Dabei kann es sich zum Beispiel um ein Fernstudium in Betriebswirtschaftslehre, Logistik, Supply-Chain-Management oder Wirtschaftsingenieurwesen handeln. Wer eher in Richtung Lager und Warenwirtschaft weiterdenkt, findet in der Fachkraft für Lagerlogistik ein eng verwandtes Berufsbild.
Alternativen zur Speditionskaufmann-Umschulung
Als Alternative zur Umschulung zum Speditionskaufmann beziehungsweise zur Speditionskauffrau kommt zuweilen eine berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit in Betracht. Wer einen anderen Beruf in Betracht zieht, kann die Auswahl um die folgenden Berufe erweitern:
- Kaufmann/-frau für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen
- Kaufmann/-frau im Eisenbahn- und Straßenverkehr
- Schifffahrtskaufmann/-frau
- Luftverkehrskaufmann/-frau
- Kaufmann/-frau für Verkehrsservice
- Kaufmann/-frau für Groß- und Außenhandelsmanagement
Angehende Berufswechsler/innen sollten diesen Berufen auf den Grund gehen und eine Beratung beim Arbeitsamt in Anspruch nehmen. Verwandte kaufmännische Wege sind etwa die Umschulung zum Industriekaufmann oder zum Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement. So lassen sich die Optionen vergleichen und die Basis für einen guten Neustart schaffen.
Die Reform des Berufes Speditionskaufmann/-frau
Die Berufsbezeichnung Speditionskaufmann/-frau ist nach wie vor geläufig, obwohl sie offiziell ausgedient hat.
Im Jahr 2004 wurde sie durch die Bezeichnung Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung ersetzt. Die Umbenennung trug dem veränderten Berufsbild Rechnung und berücksichtigt die Entwicklungen in der Logistik, die Speditionskaufleute in besonderem Maße betreffen.
Die IHK-Prüfung im Detail
Unabhängig davon, ob man eine duale Ausbildung, eine berufsbegleitende Ausbildung oder eine Umschulung absolviert, muss man abschließend die Prüfung vor der IHK bestehen, um die Berufsbezeichnung Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung tragen zu dürfen.
Die Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer setzt sich aus schriftlichen und einem mündlichen Teil zusammen und deckt die folgenden Bereiche ab:
- Leistungserstellung in Spedition und Logistik
- kaufmännische Steuerung und Kontrolle
- Wirtschafts- und Sozialkunde
- fallbezogenes Fachgespräch als mündlicher Teil
Die schriftlichen Prüfungsteile werden bundeseinheitlich gestellt, das Fachgespräch führt der Prüfungsausschuss der zuständigen Kammer. Wer die Prüfung nicht auf Anhieb besteht, kann sie wiederholen.
Stellenangebote als Orientierungshilfe
Menschen, die darüber nachdenken, sich zum Speditionskaufmann umschulen zu lassen, suchen häufig nach Orientierung.
Aktuelle Stellenangebote eignen sich dafür gut. Selbst wenn eigene Bewerbungen noch in weiter Ferne liegen, kann man sich anhand der Ausschreibungen über typische Aufgaben, Anforderungen und Arbeitsplätze informieren. Eine breite Übersicht bietet die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, in der sich Stellen nach Region und Tätigkeit filtern lassen.
Der Berufsalltag als Speditionskaufmann
Der Arbeitstag einer Kauffrau oder eines Kaufmanns für Spedition und Logistikdienstleistung spielt sich überwiegend im Büro ab, ist aber eng mit dem operativen Geschehen im Lager, am Terminal und auf der Straße verzahnt. Am Morgen werden häufig eingegangene Aufträge geprüft, Transporte disponiert und Frachtpapiere vorbereitet. Speditionskaufleute wählen geeignete Verkehrsträger aus - also Lkw, Bahn, Schiff oder Flugzeug - und stellen komplette Transportketten zusammen, oft über Ländergrenzen hinweg.
Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Kommunikation: mit Auftraggebern, Fahrern, Frachtführern, Zollbehörden und Lagerpersonal. Dabei sind Englisch und teils weitere Fremdsprachen wichtig, weil viele Sendungen international laufen. Hinzu kommen kaufmännische Aufgaben wie das Kalkulieren von Frachtkosten, das Erstellen von Angeboten und Rechnungen, das Bearbeiten von Reklamationen sowie die Überwachung von Terminen und Kosten. Moderne Speditionssoftware und Sendungsverfolgung in Echtzeit gehören heute zum Alltag.
Weil in der Logistik oft unter Zeitdruck gearbeitet wird und Störungen wie Staus, Verzögerungen im Hafen oder kurzfristige Auftragsänderungen dazugehören, sind ein kühler Kopf und lösungsorientiertes Handeln gefragt. Wer gern organisiert, den Überblick behält und Freude an wirtschaftlichen Zusammenhängen hat, findet in diesem Beruf ein abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Die Logistik zählt zu den größten Wirtschaftsbereichen in Deutschland und ist auf qualifizierte kaufmännische Fachkräfte angewiesen. Der anhaltende Boom des Online-Handels, global verzweigte Lieferketten und der Trend zu schnellen Lieferzeiten sorgen dafür, dass Speditionskaufleute gefragt bleiben. Gleichzeitig scheiden in den kommenden Jahren viele erfahrene Beschäftigte altersbedingt aus, was den Bedarf an Nachwuchs und Quereinsteigern zusätzlich erhöht.
Für Umschülerinnen und Umschüler bedeutet das gute Einstiegschancen, denn Betriebe stellen zunehmend auch Menschen mit vorheriger Berufserfahrung in anderen Feldern ein. Wer nach dem IHK-Abschluss Zusatzqualifikationen erwirbt - etwa im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht, im Gefahrgutbereich oder in einer Fremdsprache - verbessert die eigenen Aussichten weiter. Auch die Digitalisierung der Branche schafft neue Aufgabenfelder, etwa in der Steuerung digitaler Transport- und Lagerprozesse.
Langfristig bietet der Beruf verschiedene Entwicklungswege: von der Spezialisierung auf bestimmte Verkehrsträger oder Warengruppen über Führungsaufgaben in der Disposition bis hin zu Fach- und Betriebswirtsabschlüssen. Damit ist die Umschulung zum Speditionskaufmann nicht nur ein Einstieg, sondern der Beginn einer Laufbahn mit Aufstiegsperspektiven in einer stabilen Branche.
Häufige Fragen zur Umschulung Speditionskaufmann
Wie lange dauert die Umschulung zum Speditionskaufmann?
Welchen Abschluss erhalte ich nach der Umschulung?
Wer bezahlt die Umschulung zum Speditionskaufmann?
Welche Voraussetzungen muss ich für die Umschulung erfüllen?
Was verdient ein Speditionskaufmann?
Kann ich die Umschulung auch in Teilzeit machen?
Was macht ein Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung im Berufsalltag?
Worin unterscheidet sich die Umschulung zum Speditionskaufmann von der zum Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement?
Wie melde ich mich für die Umschulung zum Kaufmann für Spedition an?
Angehende Speditionskaufleute sollten sich gut über die Umschulung informieren und vorab alle Fragen klären. Nur so lässt sich eine bewusste Entscheidung treffen und die Weichen für einen guten Berufswechsel stellen. Der folgende Tipp aus unserer Redaktion kann dabei helfen.
Nehmen Sie die Hilfe des Arbeitsamtes in Anspruch!
Wer sich zum Speditionskaufmann beziehungsweise zur Speditionskauffrau umschulen lassen möchte, sollte sich an das Arbeitsamt wenden.
Dieses ist die richtige Anlaufstelle für Berufswechsler/innen und berät angehende Speditionskaufleute gerne. Diese erfahren hier mehr über das Berufsbild und die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Zudem können sie finanzielle Unterstützung beantragen und direkt in eine Umschulungsmaßnahme vermittelt werden. Über einen AZAV-zugelassenen Anbieter, den Sie über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden, geht es dann in die konkrete Maßnahme.