Umschulung Groß- und Außenhandelskaufmann - Quereinstieg über das Arbeitsamt

Die Umschulung zum Groß- und Außenhandelskaufmann dauert in der Regel zwei Jahre, endet mit einer IHK-Prüfung und lässt sich über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanzieren. Seit der Neuordnung 2020 trägt der Beruf offiziell die Bezeichnung Kaufmann beziehungsweise Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement, mit den Fachrichtungen Großhandel und Außenhandel. Wer den Quereinstieg plant, sollte sich zunächst mit dem Berufsbild vertraut machen und prüfen, ob die Tätigkeit zu den eigenen Wünschen und Plänen passt.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Die Umschulung dauert meist zwei Jahre und schließt mit der IHK-Prüfung zum Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement ab.
  • Zwei Fachrichtungen stehen zur Wahl: Großhandel (Ein- und Verkauf, Lager) und Außenhandel (Import, Export, Zoll).
  • Formale Voraussetzungen gibt es kaum; wichtiger sind kaufmännisches Interesse, Verhandlungsgeschick und gute Deutschkenntnisse, im Außenhandel auch Englisch.
  • Die Agentur für Arbeit kann Lehrgangskosten per Bildungsgutschein übernehmen und den Lebensunterhalt sichern, wenn die Umschulung notwendig ist.
  • Das Bruttojahresgehalt liegt je nach Region und Branche meist zwischen rund 24.000 und 48.000 Euro.

Unabhängig davon, ob es um die Berufswahl oder den Ablauf des Berufswechsels geht, ist das Arbeitsamt eine gute erste Adresse. Angehende Umschüler/innen können hier eine persönliche Beratung in Anspruch nehmen und haben so einen festen Ansprechpartner an ihrer Seite. Einen Überblick über weitere kaufmännische Wege bietet unsere Übersicht der Umschulungen über das Arbeitsamt.

Umschulung zum Groß- und Außenhandelskaufmann: kaufmännische Sachbearbeitung im Ein- und Verkauf

Berufsbild Groß- und Außenhandelskaufmann – Karrierechancen und Verdienst

Groß- und Außenhandelskaufleute können sich bereits im Rahmen der Ausbildung beziehungsweise Umschulung auf den Großhandel oder den Außenhandel spezialisieren. Je nach Fachrichtung variieren auch die typischen Aufgaben und Einsatzgebiete. Grundsätzlich sind Groß- und Außenhandelskaufleute für Geschäftsbeziehungen zu Lieferanten und Kunden, den Ein- und Verkauf von Waren sowie Belange aus den Bereichen Ex- und Import zuständig. Es erwarten sie folglich vielfältige Aufgaben, was auch anhand der beruflichen Perspektiven deutlich wird. So ergeben sich in nahezu allen Wirtschaftsbereichen Einsatzmöglichkeiten für Groß- und Außenhandelskaufleute.

Die Verdienstmöglichkeiten können sich ebenfalls sehen lassen. Obwohl es gewisse Schwankungen gibt, können Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement von einem durchschnittlichen Gehalt zwischen rund 24.000 Euro und 48.000 Euro brutto im Jahr ausgehen. Berufseinsteiger starten meist am unteren Ende dieser Spanne, während mehrjährige Berufserfahrung, Personalverantwortung oder eine Aufstiegsfortbildung deutlich höhere Bezüge ermöglichen. Auch Branche und Region spielen eine Rolle: Im industriell geprägten Süden und in exportstarken Betrieben fallen die Gehälter tendenziell höher aus.

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Per Umschulung Groß- und Außenhandelskaufmann werden

Die Umschulung zum Groß- und Außenhandelskaufmann sorgt für einen soliden Wechsel in das Groß- und Außenhandelsmanagement. Teilweise können Umschüler/innen eine entsprechende Qualifizierung in betrieblicher Form absolvieren, außerbetriebliche Lehrgänge bei einem Bildungsträger sind allerdings weit verbreitet.

Unabhängig von der Art der Umschulung erwerben angehende Groß- und Außenhandelskaufleute im Zuge dessen weitreichende Kenntnisse und Kompetenzen. Die folgenden Themen stehen üblicherweise auf dem Plan und machen sie fit für die Anforderungen im Groß- und Außenhandel:

  • kaufmännische Grundlagen
  • Recht
  • IT und Warenwirtschaftssysteme
  • Außenhandel
  • Großhandel
  • Beschaffung
  • Einkauf
  • Marketing
  • Vertrieb
  • Logistik
  • Kommunikation
  • Unternehmensführung und Steuerung
  • Personalwesen
  • Rechnungswesen

Voraussetzungen, Dauer und Kosten

Wer den Quereinstieg als Groß- und Außenhandelskaufmann/-frau mithilfe einer Umschulung plant, sollte vorab genau wissen, worauf er sich einlässt.

Neben den Inhalten sind hier vor allem die Modalitäten der Umschulungsmaßnahme relevant. Je nach Anbieter und Lehrgang kann es zwar Unterschiede geben, aber grundsätzlich sind die folgenden Eckdaten festzuhalten.

  • keine formalen Zugangsvoraussetzungen
  • üblicherweise zwei Jahre Dauer in Vollzeit
  • Kosten von mehreren Tausend Euro, meist über Bildungsgutschein förderfähig
Umschulungsplatz über die Agentur für Arbeit finden
AZAV-zugelassene Anbieter lassen sich bequem über KURSNET, die Datenbank für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit, recherchieren. Der Ansprechpartner in der örtlichen Agentur für Arbeit hilft bei der Auswahl eines passenden Lehrgangs.

So fördert das Arbeitsamt die Umschulung zum Groß- und Außenhandelskaufmann

Wer sich zum Groß- und Außenhandelskaufmann umschulen lassen möchte, muss an die Finanzierung dieses Vorhabens denken. Berufswechsler/innen haben in der Regel keine großen Rücklagen, sodass sie die Lehrgangsgebühren nicht ohne Weiteres aufbringen können. Zudem kann ihnen ihr laufender Lebensunterhalt während der Umschulung Sorgen bereiten.

In beiden Punkten kann das Arbeitsamt behilflich sein, da es eine Förderung als Kann-Leistung gewähren kann. Diese setzt sich dann aus einem Bildungsgutschein für die Lehrgangs- und Prüfungskosten und ergänzenden Hilfen zum Lebensunterhalt zusammen. Der Bildungsgutschein wird vor Beginn der Maßnahme ausgestellt und gilt für AZAV-zertifizierte Angebote. Ob eine Förderung bewilligt wird, hängt vom Einzelfall ab und wird im persönlichen Beratungsgespräch geklärt. Wer sich vorab breiter informieren möchte, findet in unserer Übersicht zur Weiterbildung über das Arbeitsamt weitere Fördermöglichkeiten.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Groß- und Außenhandelskaufleute

Groß- und Außenhandelskaufleute mit ambitionierten Karriereplänen betrachten den Berufsabschluss als solide Basis. Im Rahmen verschiedener Weiterbildungen können sie darauf aufbauen und ihre fachlichen Kenntnisse kontinuierlich erweitern. So tragen sie dem lebenslangen Lernen Rechnung und verbessern ihre Aufstiegschancen.

Zunächst kann hier auf Seminare und Kurse verwiesen werden, die als Anpassungsqualifizierungen dienen und sich beispielsweise den folgenden Themen widmen:

  • Material- und Warenwirtschaft
  • internationale Wirtschaftsbeziehungen
  • Kommunikation und Verhandlung
  • Fremdsprachen
  • Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
  • Logistik
  • Controlling
  • E-Commerce

Darüber hinaus können Groß- und Außenhandelskaufleute auch höhere berufliche Abschlüsse anstreben, indem sie an einer Aufstiegsfortbildung teilnehmen. Unter anderem die folgenden Qualifizierungen sind in diesem Zusammenhang erwähnenswert:

  • Handelsfachwirt/in
  • Handelsbetriebswirt/in
  • Betriebswirt/in – Außenwirtschaft
  • Fachwirt/in – Außenwirtschaft
  • Wirtschaftsfachwirt/in

Wer den akademischen Weg bevorzugt, kann mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und Berufserfahrung auch ohne Abitur ein einschlägiges Studium aufnehmen, etwa Betriebswirtschaftslehre, Handelsmanagement oder Außenwirtschaft. Berufsbegleitende Bachelorstudiengänge lassen sich gut mit einer Berufstätigkeit verbinden.

Alternativen zur Umschulung zum Groß- und Außenhandelskaufmann

Wenn es um einen Quereinstieg als Groß- und Außenhandelskaufmann/-frau geht, kann man sich in der Fachrichtung Außenhandel oder Großhandel umschulen lassen.

Interessierte, denen diese Auswahl nicht ausreicht, tun gut daran, über den Tellerrand hinauszuschauen und auch ähnliche Ausbildungsberufe als mögliche Alternativen zu betrachten. So kommen unter anderem ebenso die folgenden Umschulungen in Betracht:

Wer eher zur Logistikseite tendiert, findet mit einer Umschulung zur Fachkraft für Lagerlogistik eine praxisnahe Alternative mit engem Bezug zum Großhandel. Außerdem kann auch eine berufsbegleitende Ausbildung eine Option sein. Angehende Groß- und Außenhandelskaufleute können im Rahmen einer solchen Teilzeitausbildung Familie und berufliche Qualifizierung unter einen Hut bekommen.

Der Berufsalltag im Groß- und Außenhandel

Der Arbeitstag von Groß- und Außenhandelskaufleuten spielt sich überwiegend im Büro ab, häufig mit engem Kontakt zu Lager, Einkauf und Vertrieb. In der Fachrichtung Großhandel dreht sich vieles um die Beschaffung von Waren, das Einholen und Vergleichen von Angeboten, die Preisverhandlung mit Lieferanten sowie den Verkauf an gewerbliche Kunden wie Einzelhändler, Handwerksbetriebe oder Industrieunternehmen. Auch die Steuerung der Lagerbestände und die Kontrolle des Wareneingangs gehören dazu.

In der Fachrichtung Außenhandel rückt der grenzüberschreitende Handel in den Vordergrund. Import und Export, die Kalkulation von Preisen unter Berücksichtigung von Zöllen und Wechselkursen, die Abwicklung von Zollformalitäten sowie die Kommunikation mit ausländischen Geschäftspartnern prägen den Alltag. Gute Englischkenntnisse und im Idealfall eine weitere Fremdsprache sind hier von Vorteil. In beiden Fachrichtungen arbeitet man eng mit Warenwirtschafts- und ERP-Systemen und pflegt Bestell-, Liefer- und Rechnungsdaten.

Wer gern mit Zahlen umgeht, verhandlungsstark ist und Freude an organisatorischen Aufgaben hat, findet in diesem Beruf ein abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld. Serviceorientierung und Zuverlässigkeit sind gefragt, da Liefertermine und Kundenzufriedenheit unmittelbar vom eigenen Handeln abhängen. Ein typischer Tag beginnt oft mit der Prüfung eingegangener Bestellungen und offener Lieferungen, gefolgt von Angebotsvergleichen, Telefonaten mit Lieferanten und der Bearbeitung von Reklamationen. Auch die Kalkulation von Verkaufspreisen und die Pflege von Kundenstammdaten gehören zum wiederkehrenden Aufgabenspektrum.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt

Groß- und Außenhandelskaufleute werden branchenübergreifend gesucht, denn nahezu jedes Unternehmen ist auf Beschaffung, Verkauf und Warenwirtschaft angewiesen. Einsatzfelder finden sich im klassischen Großhandel, in der Industrie, bei Import- und Exportunternehmen, in der Automobil- und Konsumgüterbranche sowie zunehmend im Onlinehandel. Die breite Ausrichtung des Berufs sorgt dafür, dass Absolventinnen und Absolventen nicht auf eine einzelne Branche festgelegt sind.

Die Digitalisierung verändert das Tätigkeitsprofil spürbar. Digitale Beschaffungsplattformen, automatisierte Warenwirtschaft und der Ausbau des E-Commerce verschieben Aufgaben weg von reiner Routineabwicklung hin zu Datenanalyse, Lieferantenmanagement und Prozesssteuerung. Wer bereit ist, sich in diese Themen einzuarbeiten, verbessert seine Position auf dem Arbeitsmarkt deutlich. Kaufmännische Fachkräfte mit Erfahrung im internationalen Handel und in digitalen Systemen sind gefragt.

Für Quereinsteiger, die über eine Umschulung in den Beruf gelangen, spricht die Kombination aus solider kaufmännischer Grundlage und breiten Einsatzmöglichkeiten. Wer bereits Berufserfahrung aus einem anderen Bereich mitbringt, etwa aus Verkauf, Logistik oder Verwaltung, kann diese oft gewinnbringend einbringen. Die anschließenden Aufstiegsfortbildungen eröffnen zudem den Weg in Positionen mit mehr Verantwortung, etwa im Einkauf, im Vertrieb oder in der Teamleitung. Damit bietet der Beruf nicht nur einen soliden Einstieg, sondern auch langfristige Entwicklungsperspektiven.

So läuft die Abschlussprüfung ab

Die Umschulung endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK). Sie ist in der Regel in zwei Teile gegliedert. Der schriftliche Teil umfasst mehrere Prüfungsbereiche, darunter Großhandels- beziehungsweise Außenhandelsgeschäfte, kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Geprüft werden fachliche Kenntnisse aus dem Ein- und Verkauf, dem Rechnungswesen und den rechtlichen Grundlagen.

Der zweite Teil besteht aus einer praxisbezogenen Aufgabe, die häufig als fallbezogenes Fachgespräch durchgeführt wird. Dabei zeigen die Prüflinge, dass sie eine typische Aufgabenstellung aus dem beruflichen Alltag strukturiert bearbeiten und ihre Lösung nachvollziehbar begründen können. Wer die Prüfung besteht, erhält den anerkannten IHK-Abschluss zum Kaufmann beziehungsweise zur Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement. Bildungsträger bereiten mit Übungsklausuren und Prüfungssimulationen gezielt auf diesen Abschluss vor.

Häufige Fragen zur Umschulung zum Groß- und Außenhandelskaufmann

Wie lange dauert die Umschulung zum Groß- und Außenhandelskaufmann?
In Vollzeit dauert die Umschulung üblicherweise zwei Jahre und ist damit gegenüber der regulären dreijährigen Ausbildung verkürzt. In Teilzeit kann sie sich entsprechend verlängern. Sie schließt mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab und führt zu einem staatlich anerkannten Berufsabschluss.
Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Formale Zugangsvoraussetzungen gibt es kaum. Bildungsträger erwarten meist einen Schulabschluss sowie gute Deutschkenntnisse. Wichtiger sind kaufmännisches Interesse, Zahlenverständnis und Verhandlungsgeschick. Für die Fachrichtung Außenhandel sind gute Englischkenntnisse von Vorteil. Für eine Förderung prüft die Agentur für Arbeit zusätzlich die berufliche Notwendigkeit der Umschulung.
Übernimmt das Arbeitsamt die Kosten der Umschulung?
Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kann die Lehrgangs- und Prüfungskosten über einen Bildungsgutschein übernehmen und den Lebensunterhalt sichern. Es handelt sich um eine Kann-Leistung, die im Einzelfall geprüft wird. Der Bildungsgutschein wird vor Beginn ausgestellt und gilt für AZAV-zertifizierte Angebote. Grundlage ist ein persönliches Beratungsgespräch.
Worin unterscheiden sich die Fachrichtungen Großhandel und Außenhandel?
Im Großhandel stehen Beschaffung, Lagerhaltung und der Verkauf an gewerbliche Kunden im Mittelpunkt. Der Außenhandel konzentriert sich auf Import und Export, Zollabwicklung, Wechselkurse und den Kontakt zu ausländischen Geschäftspartnern. Beide Fachrichtungen teilen sich eine gemeinsame kaufmännische Grundlage und lassen sich später durch Weiterbildung ergänzen.
Was verdient man als Groß- und Außenhandelskaufmann?
Das Bruttojahresgehalt liegt je nach Region, Branche und Erfahrung meist zwischen rund 24.000 und 48.000 Euro. Berufseinsteiger starten am unteren Ende der Spanne. Mit mehrjähriger Erfahrung, einer Aufstiegsfortbildung wie dem Handelsfachwirt oder Personalverantwortung sind deutlich höhere Bezüge möglich. Exportstarke Betriebe und wirtschaftsstarke Regionen zahlen tendenziell mehr.
Wie heißt der Beruf heute offiziell?
Seit der Neuordnung 2020 lautet die offizielle Bezeichnung Kaufmann beziehungsweise Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement. Umgangssprachlich ist weiterhin von Groß- und Außenhandelskaufleuten die Rede. Inhaltlich blieb der Beruf mit seinen beiden Fachrichtungen Großhandel und Außenhandel bestehen, wurde aber um aktuelle Themen wie Digitalisierung und E-Commerce erweitert.
Tipp der Redaktion
Vereinbaren Sie vor Beginn der Umschulung ein Beratungsgespräch bei Ihrer Agentur für Arbeit und lassen Sie sich den Bildungsgutschein ausstellen, bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden. So stellen Sie sicher, dass der gewählte Lehrgang AZAV-zertifiziert und förderfähig ist.

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