Umschulung Forstwirt - Quereinstieg ĂĽber das Arbeitsamt

Eine Umschulung zum Forstwirt bzw. zur Forstwirtin ermöglicht Berufswechslern den Einstieg in die Waldarbeit, ohne die klassische dreijährige Ausbildung durchlaufen zu müssen. Die Qualifizierung dauert in der Regel zwei Jahre, schließt mit einer Prüfung vor der zuständigen Landwirtschaftskammer ab und lässt sich über die Agentur für Arbeit mit einem Bildungsgutschein fördern. Wer gerne im Freien arbeitet, körperlich belastbar ist und Verantwortung für Wald und Natur übernehmen möchte, findet hier einen krisensicheren und sinnstiftenden Beruf.

Die Forstwirt-Umschulung erscheint auf den ersten Blick empfehlenswert und kann eine bestehende Perspektivlosigkeit beenden. Nichtsdestotrotz sollten Interessierte einen kritischen Blick auf das Ganze werfen und die Qualifizierung zunächst hinterfragen. Zu diesem Zweck kann es sich lohnen, Kontakt mit dem Arbeitsamt aufzunehmen und einen Beratungstermin zu vereinbaren. Zunächst erfahren Interessierte hier aber viel Wissenswertes über die Forstwirt-Umschulung.

Forstwirt bei der Waldarbeit mit Motorsäge im Wald - Umschulung über das Arbeitsamt

Das Wichtigste in KĂĽrze

  • Die Umschulung zum Forstwirt dauert meist zwei Jahre und ersetzt die dreijährige duale Ausbildung.
  • Sie schlieĂźt mit einer PrĂĽfung vor der Landwirtschaftskammer ab und ist ein staatlich anerkannter Berufsabschluss.
  • Ăśber das Arbeitsamt ist eine Förderung per Bildungsgutschein möglich, wenn die Umschulung arbeitsmarktlich sinnvoll ist.
  • Wichtige Voraussetzungen sind körperliche Fitness, Naturverbundenheit, handwerkliches Geschick und Verantwortungsbewusstsein.
  • Beschäftigung finden Forstwirte bei Forstämtern, Forstbetrieben, im Garten- und Landschaftsbau sowie bei forstwirtschaftlichen Dienstleistern.

Berufsbild Forstwirt/in – Berufliche Perspektiven und Verdienstmöglichkeiten

Wer von Beruf Forstwirt/in ist, ist in erster Linie als Waldarbeiter/in tätig. Früher war daher auch von Waldfacharbeitern die Rede. Mittlerweile lautet die offizielle Berufsbezeichnung in Deutschland Forstwirt/in. Angehörige dieses Berufsstandes widmen sich der Pflege und Bewirtschaftung von Wäldern. Die Ernte, Sortierung und Lagerung von Holz gehört ebenso wie das Pflanzen von Baumsetzlingen zu ihren typischen Aufgaben. Die Waldwege sowie die Wildbestände liegen ebenfalls im Verantwortungsbereich von Forstwirtinnen und Forstwirten.

Neben vielseitigen Aufgaben erwarten Forstwirte auch gute Berufsaussichten. Insbesondere in den folgenden Bereichen ergeben sich solide Beschäftigungsmöglichkeiten:

  • Forstämter
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Baumschulen
  • Forstverwaltungen
  • Forstbetriebe
  • forstwirtschaftliche Dienstleister

Angesichts des steigenden Umweltbewusstseins gewinnt der Wald in den Augen vieler Menschen an Bedeutung. Forstwirte können hier auf unterschiedliche Weise Karriere machen. Je nach Einsatzbereich, Position und Erfahrung kann es beim Verdienst Unterschiede geben. Im Allgemeinen bewegt sich das durchschnittliche Bruttoeinkommen zwischen rund 26.000 Euro und 38.000 Euro brutto im Jahr. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach dem Tarifvertrag (TV-L bzw. TVöD), was für verlässliche und planbare Einkommensverhältnisse sorgt.

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Die Umschulung zum/zur Forstwirt/in

Wenn es darum geht, sich zum Forstwirt umschulen zu lassen, sollten Interessierte wissen, dass es sich bei entsprechenden Maßnahmen um einen Ersatz für die duale Ausbildung handelt. Quereinsteiger/innen müssen somit keine klassische Berufsausbildung absolvieren, sondern können an einem für Erwachsene konzipierten Programm teilnehmen. Dieses kommt üblicherweise als außerbetrieblicher Lehrgang daher und widmet sich den folgenden Inhalten:

  • Waldbewirtschaftung
  • Forstproduktion
  • Forsttechnik
  • Landschaftspflege
  • Naturschutz
  • Holzernte
  • Waldpflege
  • Organisation
  • Wirtschaft

Voraussetzungen, Dauer und Kosten

Die duale Ausbildung zum/zur Forstwirt/in dauert ĂĽblicherweise drei Jahre. Die betreffende Umschulung kann dahingegen bereits nach zwei Jahren abgeschlossen werden. Die unterschiedliche Dauer zeigt somit auf, dass es teils deutliche Differenzen gibt.

So sollte man auch wissen, dass sich Umschulungen an Menschen mit einer ersten abgeschlossenen Ausbildung richten. Grundsätzlich müssen angehende Forstwirte aber körperlich fit, gerne draußen und handwerklich begabt sein. Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein sind weitere Voraussetzungen.

Im Gegensatz zur dualen Ausbildung wird die außerbetriebliche Forstwirt-Umschulung nicht vergütet. Stattdessen können nicht unerhebliche Kosten von mehreren Tausend Euro entstehen, die sich aus den Lehrgangsgebühren und den Lebenshaltungskosten zusammensetzen. Wird die Umschulung über das Arbeitsamt gefördert, übernimmt die Agentur für Arbeit bei Vorliegen der Voraussetzungen die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren.

So funktioniert die Finanzierung der Forstwirt-Umschulung ĂĽber das Arbeitsamt

Dass die Forstwirt-Umschulung einer soliden Finanzierung bedarf, steht angesichts der finanziellen Belastung außer Frage. Interessierte sollten in diesem Punkt auf das Arbeitsamt vertrauen und dort zunächst eine Beratung in Anspruch nehmen.

Bei dieser Gelegenheit können sie den Bildungsgutschein als Förderung beantragen. Dieser deckt bei Bewilligung die Kosten der MaĂźnahme sowie Fahrt- und gegebenenfalls Kinderbetreuungskosten ab. Zudem sollten sie wissen, dass UmschĂĽlern Hilfen zum Lebensunterhalt gewährt werden können – etwa Arbeitslosengeld oder BĂĽrgergeld. Voraussetzung fĂĽr die Förderung ist, dass die Umschulung arbeitsmarktlich sinnvoll erscheint und ĂĽber einen AZAV-zugelassenen Anbieter absolviert wird. Passende Bildungsträger lassen sich ĂĽber KURSNET, die Weiterbildungsdatenbank der Bundesagentur fĂĽr Arbeit, finden.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Forstwirtinnen und Forstwirte

Als Forstwirt/in ist man qualifizierte/r Waldfacharbeiter/in und hat dementsprechend gute Berufsaussichten. Um diese zu verbessern und langfristig zu sichern, sollte man regelmäßige Weiterbildungen absolvieren. Seminare und Workshops vermitteln häufig praktisches Wissen, während die folgenden Fortbildungen außerdem zu einem höheren beruflichen Abschluss mit offizieller Anerkennung führen:

  • Techniker/in – Forsttechnik
  • Forstwirtschaftsmeister/in
  • Natur- und Landschaftspfleger/in
  • Fachagrarwirt/in – Baumpflege
  • ForstmaschinenfĂĽhrer/in

Das berufsbegleitende Studium darf in Zeiten zunehmender Akademisierung nicht auĂźer Acht gelassen werden und kann beispielsweise als Fernstudium zum Bachelor oder Master in einer der folgenden Disziplinen fĂĽhren:

  • Biologie
  • Holztechnik
  • Holzwirtschaft
  • Forstwissenschaft
  • Forstwirtschaft
  • Landschaftsökologie

Wer sich grundsätzlich über geförderte Fortbildungen informieren möchte, findet weitere Hinweise in unserem Ratgeber zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.

Alternativen zur Umschulung zum/zur Forstwirt/in

Berufswechsler/innen, die sich mit der Umschulung zum/zur Forstwirt/in nicht sicher sind, sollten ĂĽber den Tellerrand hinausschauen und auch den folgenden Berufen Beachtung schenken, da sich diese bestens als Umschulungsalternativen eignen:

Einen vollständigen Überblick über alle geförderten Zweitausbildungen bietet unsere Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt.

Stellenangebote in der Forstwirtschaft

Offene Stellen erscheinen für Interessierte an einer forstwirtschaftlichen Qualifizierung zunächst uninteressant, denn ohne einschlägige Ausbildung ist es für eine Bewerbung noch zu früh. Diese Haltung ist zwar nachvollziehbar, aber nicht unbedingt richtig.

Bereits im Vorfeld einer Umschulungsmaßnahme lohnt es sich, die Stellenangebote zu studieren. Durch diese erfährt man beispielsweise, dass Forstwirte längst nicht nur Bäume fällen. Außerdem gewähren Stellenausschreibungen einen Einblick in die Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Die Forstwirt-Qualifizierung als Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit

Wer sich zum/zur Forstwirt/in umschulen lassen möchte, hat vor allem einen beruflichen Neuanfang im Sinn und will der Perspektivlosigkeit des alten Jobs entkommen. Das Ganze lässt sich aber auch mit einem nachhaltigeren Lebensstil verbinden.

Im Rahmen der täglichen Waldarbeit entwickelt man ein ganz anderes Verhältnis zur Umwelt und bekommt ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur. Indem man als Forstwirt/in seiner Arbeit nachgeht, kann man einen wichtigen Beitrag leisten. Angesichts von Klimawandel, Waldumbau und der Wiederaufforstung geschädigter Bestände wächst die gesellschaftliche Bedeutung des Berufs zusätzlich. Die Forstwirtschaft kann also Beruf und Berufung zugleich sein.

Der Berufsalltag als Forstwirt/in

Der Arbeitstag eines Forstwirts beginnt in der Regel früh am Morgen, oft direkt im Revier oder auf einem Betriebshof. Die Tätigkeiten richten sich stark nach der Jahreszeit: Im Winter dominieren Holzernte und Fällarbeiten, im Frühjahr stehen Pflanzung und Kulturpflege im Vordergrund, während im Sommer Pflege- und Schutzmaßnahmen sowie die Instandhaltung von Waldwegen anfallen. Zum Alltag gehört der sichere Umgang mit Motorsäge, Freischneider und Forstmaschinen ebenso wie das Anlegen von Rückegassen und das Vermessen von Holz.

Die Arbeit findet nahezu ausschließlich im Freien statt, bei jeder Witterung und häufig in unwegsamem Gelände. Das setzt eine gute körperliche Verfassung und die Bereitschaft voraus, auch bei Kälte, Nässe oder Hitze zuverlässig anzupacken. Sicherheit spielt eine zentrale Rolle, denn die Waldarbeit zählt zu den anspruchsvolleren körperlichen Tätigkeiten. Schutzkleidung, geregelte Arbeitsabläufe und eine gründliche Ausbildung im Umgang mit den Maschinen sind deshalb unverzichtbar. Teamarbeit ist ebenfalls typisch, da viele Arbeiten aus Sicherheitsgründen nicht allein durchgeführt werden.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt

Die Nachfrage nach ausgebildeten Forstwirten ist stabil. Der Wald steht durch Klimawandel, Trockenheit und Schädlingsbefall unter Druck, sodass Aufforstung, Waldumbau und Pflege dauerhaft Fachkräfte binden. Gleichzeitig führt der demografische Wandel dazu, dass viele erfahrene Waldarbeiter in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen und Nachwuchs gebraucht wird.

Arbeitgeber sind vor allem die Landesforstverwaltungen, kommunale und private Forstbetriebe, Lohnunternehmen sowie Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus. Wer bereit ist, sich weiterzuqualifizieren – etwa zum Forstwirtschaftsmeister oder zur ForstmaschinenfĂĽhrerin -, verbessert seine Position spĂĽrbar und kann Leitungs- oder Spezialaufgaben ĂĽbernehmen. Die Beschäftigung im öffentlichen Dienst gilt zudem als vergleichsweise krisensicher, da forstliche Aufgaben unabhängig von der Konjunktur anfallen.

So läuft die Abschlussprüfung ab

Die Umschulung endet mit einer AbschlussprĂĽfung, die vor der zuständigen Stelle – meist der Landwirtschaftskammer bzw. der Landesforstverwaltung – abgelegt wird. Sie gliedert sich in einen praktischen und einen schriftlichen Teil. Im praktischen Teil weisen die PrĂĽflinge nach, dass sie zentrale Arbeiten wie das Fällen und Aufarbeiten von Bäumen, Pflanz- und PflegemaĂźnahmen sowie den fachgerechten und sicheren Umgang mit der Motorsäge beherrschen.

Der schriftliche Teil deckt Themen wie Waldbau, Forsttechnik, Naturschutz, Arbeitssicherheit sowie wirtschaftliche und rechtliche Grundlagen ab. Wer beide Teile besteht, erhält einen staatlich anerkannten Berufsabschluss, der dem der regulären dualen Ausbildung gleichwertig ist. Damit stehen Umschülerinnen und Umschülern anschließend dieselben beruflichen Wege offen wie klassisch ausgebildeten Forstwirten, einschließlich aller Fortbildungen bis hin zum Meister oder Techniker.

Häufige Fragen zur Forstwirt-Umschulung

Wie lange dauert die Umschulung zum Forstwirt?
Die Umschulung zum Forstwirt dauert in der Regel zwei Jahre und ist damit ein Jahr kürzer als die klassische duale Ausbildung. In dieser Zeit werden theoretische Grundlagen und praktische Waldarbeit vermittelt. Am Ende steht eine Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle, meist der Landwirtschaftskammer oder Landesforstverwaltung.
Ăśbernimmt das Arbeitsamt die Kosten der Forstwirt-Umschulung?
Ja, bei Vorliegen der Voraussetzungen kann die Agentur für Arbeit die Umschulung über einen Bildungsgutschein fördern. Damit werden Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie Fahrtkosten übernommen. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme arbeitsmarktlich sinnvoll ist und über einen AZAV-zugelassenen Anbieter absolviert wird. Der Lebensunterhalt kann zusätzlich abgesichert werden.
Welche Voraussetzungen muss ich fĂĽr die Umschulung erfĂĽllen?
Angehende Forstwirte sollten körperlich fit und belastbar sein, gerne im Freien arbeiten und handwerkliches Geschick mitbringen. Einsatzbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Naturverbundenheit sind ebenfalls wichtig. Umschulungen richten sich in der Regel an Menschen mit einer bereits abgeschlossenen ersten Berufsausbildung oder entsprechender Berufserfahrung.
Was verdient man als Forstwirt?
Das Jahresbruttoeinkommen bewegt sich je nach Einsatzbereich, Erfahrung und Region meist zwischen rund 26.000 und 38.000 Euro. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach Tarifvertrag, was für planbare Einkommensverhältnisse sorgt. Mit Weiterbildungen wie dem Forstwirtschaftsmeister lässt sich das Gehalt weiter steigern.
Ist der Abschluss der Umschulung gleichwertig zur Ausbildung?
Ja. Wer die Abschlussprüfung besteht, erhält einen staatlich anerkannten Berufsabschluss, der dem der regulären dualen Ausbildung gleichwertig ist. Umschülerinnen und Umschülern stehen dieselben beruflichen Wege und Fortbildungen offen wie klassisch ausgebildeten Forstwirten, bis hin zum Meister oder Techniker.
Wo finde ich einen passenden Umschulungsanbieter?
Geeignete, AZAV-zugelassene Anbieter lassen sich über KURSNET, die Weiterbildungsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, recherchieren. Auch die zuständige Landwirtschaftskammer und die Landesforstverwaltungen geben Auskunft. Ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt hilft, den passenden Träger zu finden und die Förderung zu klären.
Achtung! Tipp aus der Redaktion

Interessierte an einer Forstwirt-Umschulung sollten nichts überstürzen und alle erdenklichen Informationen sammeln, um über eine solide Entscheidungsgrundlage zu verfügen. Dazu kann beispielsweise auch ein Beratungstermin beim Arbeitsamt gehören. Grundsätzlich sollten sie sich über die beruflichen Perspektiven in der Waldarbeit informieren und die Vielfalt an Berufen beachten. Der folgende Tipp aus unserer Redaktion soll helfen, den individuell richtigen Karriereweg zu finden.

Sammeln Sie Erfahrungen in der Forstwirtschaft!

Ausgiebige Waldspaziergänge können eine Liebe zum Wald und zur Natur wecken. Daraus kann mitunter der Wunsch resultieren, sich beruflich dahingehend zu verändern. Bevor man diesen Schritt wagt, sollte man aber einen realistischen Eindruck von der Waldarbeit gewinnen. Dies kann vor allem gelingen, indem man Erfahrungen in der forstwirtschaftlichen Praxis sammelt. Praktika und Nebenjobs sind dazu bestens geeignet und helfen zu entscheiden, ob man per Umschulung Forstwirt/in werden möchte oder nicht.

Umschulung

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