Umschulung Gärtner - Quereinstieg über das Arbeitsamt

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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Dauer: rund 2 Jahre (statt 3 Jahre bei der regulären Ausbildung), mit anerkannter Abschlussprüfung.
  • Fachrichtungen: u. a. Garten- und Landschaftsbau, Zierpflanzenbau, Gemüsebau, Baumschule, Obstbau, Staudengärtnerei, Friedhofsgärtnerei.
  • Kosten: mehrere Tausend Euro Lehrgangsgebühren - bei Förderung übernimmt sie das Arbeitsamt.
  • Förderung: über das Arbeitsamt bzw. Jobcenter per Bildungsgutschein bei bestehender oder drohender Arbeitslosigkeit (Kann-Leistung). Der Bildungsträger muss AZAV-zertifiziert sein.
  • Verdienst: rund 24.000 bis 36.000 Euro brutto im Jahr, je nach Fachrichtung und Region.
2 JahreDauerVollzeit / je nach Lehrgang
24.000-36.000 €Verdienstbrutto/Jahr
KammerprüfungAbschlussAnerkannte Qualifikation
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Eine Umschulung zum Gärtner beziehungsweise zur Gärtnerin dauert rund zwei Jahre, schließt mit einem anerkannten Berufsabschluss ab und lässt sich bei Arbeitslosigkeit über das Arbeitsamt per Bildungsgutschein finanzieren. Sie eignet sich für alle, die mit Pflanzen und im Freien arbeiten und beruflich neu starten möchten.

Interessierte sollten die körperlichen Anforderungen und die Wahl der passenden Fachrichtung nicht unterschätzen. Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Informationen zu Berufsbild, Fachrichtungen, Ablauf, Voraussetzungen, Kosten und Förderung der Gärtner-Umschulung.

Umschulung zum Gärtner - Arbeit mit Pflanzen im Garten- und Landschaftsbau

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Inhaltsverzeichnis

Berufsbild Gärtner/in - Aufgaben, Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten

Die Rahmenbedingungen der Umschulung sind wissenswert und relevant, aber zunächst lohnt es sich, den Gärtner-Beruf näher zu betrachten. Gärtner/innen sind im Gartenbau tätig und widmen sich dort der Anlage und Pflege von Grünflächen und Pflanzen. Zuweilen geht es im beruflichen Alltag auch darum, die Pläne von Landschaftsarchitekten umzusetzen.

Gärtner/innen kümmern sich somit um die Gestaltung und Instandhaltung von begrünten Außenbereichen. Dementsprechend ergeben sich insbesondere in den folgenden Bereichen berufliche Perspektiven:

Der Gartenbau sucht angesichts des Fachkräftemangels vielerorts Nachwuchs, was für gute Berufsaussichten sorgt. Interessierte wollen vorab aber auch erfahren, wie es finanziell für sie aussieht. Im Einzelfall kann es Unterschiede geben, aber grundsätzlich bewegt sich das durchschnittliche Gehalt zwischen rund 24.000 Euro und 36.000 Euro brutto im Jahr. Im Garten- und Landschaftsbau sowie mit Meistertitel sind höhere Verdienste möglich.

Die Gärtner-Umschulung

Wer sich für den beruflichen Neustart einen Job mit Pflanzen wünscht, trifft mit der Gärtner-Umschulung eine solide Wahl. Im Zuge dieser Zweitausbildung lässt sich der offizielle Berufsabschluss erlangen und damit die Basis für den Berufswechsel schaffen. Wichtig zu wissen: Die Gärtner-Umschulung wird in verschiedenen Fachrichtungen angeboten, für die man sich zu Beginn entscheidet.

Unabhängig vom jeweiligen Fachbereich werden in der Gärtner-Umschulung fundierte Kenntnisse vermittelt, die die Grundlagen für den Gärtner-Beruf darstellen. Dazu zählen unter anderem die Oberthemen Pflanzen, Umwelt, Material- und Werkstoffkunde, Baumaßnahmen und Wirtschaft.

Voraussetzungen und Dauer der Umschulung zum Gärtner

Bei den formalen Voraussetzungen gibt es kaum Hürden, denn Vorkenntnisse oder Erfahrungen im Garten- und Landschaftsbau werden nicht verlangt. Ein Berufswechsel setzt allerdings voraus, dass zuvor ein anderer Beruf erlernt und ausgeübt wurde. Erwartet wird daher in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Im Gegensatz zur dualen Berufsausbildung als Gärtner/in, die drei Jahre dauert, kann die Gärtner-Umschulung in zwei Jahren absolviert werden. Dabei handelt es sich um einen außerbetrieblichen oder betrieblichen Lehrgang, der nicht vergütet wird. Eine Teilzeitvariante ist möglich, verlängert die Dauer aber entsprechend.

Die Fachrichtungen der Gärtner-Umschulung im Überblick

Der Gärtnerberuf ist vielseitig und gliedert sich in mehrere Fachrichtungen. Bereits während der Umschulung legt man sich auf einen Schwerpunkt fest, der den späteren Arbeitsalltag prägt:

Die Grundlagen sind in allen Fachrichtungen ähnlich, das Spezialwissen unterscheidet sich jedoch deutlich. Wer beispielsweise den Obstbau oder die Friedhofsgärtnerei wählt, erwirbt neben den essenziellen Grundlagen entsprechendes Spezialwissen.


Kosten und Förderung durch das Arbeitsamt

Da die Umschulung nicht vergütet wird und Lehrgangsgebühren anfallen, ist die Finanzierung für viele die zentrale Frage. Die Gebühren bewegen sich je nach Anbieter und Fachrichtung im Bereich von mehreren Tausend Euro, hinzu kommen der laufende Lebensunterhalt sowie Kosten für Lernmittel und Fahrten.

Das Arbeitsamt ist bei der Finanzierung eine große Hilfe: Über einen Bildungsgutschein werden die Umschulungskosten übernommen. Es handelt sich um eine Kann-Leistung ohne Rechtsanspruch. Wird ein Bildungsgutschein bewilligt, deckt er in der Regel die folgenden Kosten ab:

Darüber hinaus lassen sich Hilfen zum Lebensunterhalt beziehen, sodass die Existenz während der Umschulung gesichert ist. Auch das Jobcenter kann eine Gärtner-Umschulung beim Bezug von Grundsicherungsgeld (Bürgergeld) fördern. Voraussetzung für die Förderung ist, dass der Bildungsträger nach der AZAV zertifiziert ist. Ein Beratungstermin beim Arbeitsamt ist der richtige erste Schritt.


Anbieter der Gärtner-Umschulung

Wer sich für eine Umschulung zum Gärtner entscheidet, fragt sich, wo und wie sich diese absolvieren lässt. Dabei gibt es zwei Varianten, für die jeweils unterschiedliche Anbieter in Betracht kommen:

Zertifizierte Anbieter lassen sich über das Portal KURSNET der Bundesagentur für Arbeit nach Ort und Fachrichtung filtern. Zuweilen kann auch ein Quereinstieg als Gärtner/in ohne Ausbildung oder Umschulung erfolgen: Die Externenprüfung lässt Berufserfahrene ohne Teilnahme an einer Qualifizierungsmaßnahme zur Abschlussprüfung zu und ermöglicht so den anerkannten Berufsabschluss.


Alternativen zur Gärtner-Umschulung

Menschen, die sich noch nicht auf den Gärtner-Beruf festlegen wollen, sollten auch mögliche Alternativen berücksichtigen. In Betracht kommen vor allem die folgenden Berufe:


Nach der Umschulung: Weiterbildung und Karriere

Unabhängig davon, auf welche Art und Weise man sich als Gärtner/in qualifiziert hat, lohnen sich regelmäßige Weiterbildungen. Das lebenslange Lernen gilt auch für Gärtner/innen und lässt sich durch Seminare und Workshops umsetzen. Darüber hinaus führen die folgenden Fortbildungen zu einem höheren Berufsabschluss:

Gärtner/innen können auch berufsbegleitend studieren und den Bachelor oder Master per Fernstudium, Abendstudium oder Teilzeitstudium erlangen - etwa in Garten- und Landschaftsbau, Landschaftsarchitektur, Naturschutz, Umweltingenieurwesen oder Landschaftsökologie.

Die berufsbegleitende Ausbildung als Alternative zur Umschulung

Neben der Umschulung gibt es die Option einer berufsbegleitenden Ausbildung. Eine solche Teilzeitausbildung eignet sich für alle, die aufgrund familiärer Verpflichtungen weder eine klassische Ausbildung noch eine Umschulung in Vollzeit absolvieren können. Kindererziehung oder die Pflege eines Angehörigen stehen der Qualifizierung dann nicht im Weg.


Gesundheitliche und persönliche Eignung als Gärtner/in

Wer den Beruf des Gärtners ergreifen und sich umschulen lassen möchte, sollte sich mit der gesundheitlichen Eignung befassen. Wird diese ignoriert, kann sich nach einigen Jahren herausstellen, dass der Beruf aus körperlichen Gründen nicht mehr ausübbar ist. Die körperliche Arbeit im Freien sollte daher nicht unterschätzt werden. Wichtig sind vor allem:

Neben der Gesundheit zählt die persönliche Eignung: Begeisterung für Pflanzen, Freude an der Arbeit im Freien und Organisationsgeschick sind eine gute Grundlage für einen dauerhaften Berufswechsel.


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Typische Inhalte der Umschulung am Beispiel Garten- und Landschaftsbau

Je nach Fachrichtung unterscheiden sich die Inhalte der Gärtner-Umschulung deutlich. Am Beispiel der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau ergibt sich folgende Übersicht über typische Themen:


5 Tipps für die Auswahl der richtigen Gärtner-Umschulung

Wer sich für eine Umschulung zum Gärtner entschieden hat, muss sich noch für eine konkrete Maßnahme entscheiden. Aufgrund verschiedener Umschulungsformen und Anbieter kann das anspruchsvoll sein. Diese fünf Tipps helfen bei der Auswahl:

Der Berufsalltag als Gärtner/in

Der Arbeitsalltag hängt stark von der gewählten Fachrichtung ab. Im Garten- und Landschaftsbau prägen körperliche Arbeit im Freien, das Anlegen von Wegen, Beeten und Bewässerungssystemen sowie der Umgang mit Maschinen den Tag. Im Zierpflanzen- oder Gemüsebau stehen dagegen Anzucht, Pflege, Ernte und Vermarktung in Gärtnereien und Gewächshäusern im Vordergrund.

Gemeinsam ist allen Fachrichtungen die Arbeit mit lebenden Pflanzen und der Einfluss der Jahreszeiten: Im Frühjahr und Sommer ist die Auslastung am höchsten, im Winter verlagert sich die Arbeit teils in Innenräume oder in die Planung. Wer den Beruf ergreift, sollte Freude an der Arbeit bei Wind und Wetter mitbringen und körperlich belastbar sein.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt

Die Berufsaussichten im Gartenbau sind gut. Der Garten- und Landschaftsbau verzeichnet seit Jahren eine hohe Nachfrage, getrieben durch Bauprojekte, öffentliche Grünanlagen, Klimaanpassung in Städten und den Trend zum eigenen Garten. Gleichzeitig sucht die Branche angesichts des Fachkräftemangels vielerorts Nachwuchs, was ausgebildeten Gärtner/innen solide Chancen bietet.

Mit Berufserfahrung und einer Weiterbildung zum Meister oder Techniker eröffnen sich Positionen mit Personalverantwortung, in der Bauleitung oder in der Selbstständigkeit. Auch spezialisierte Bereiche wie Baumpflege, naturnahe Gartengestaltung oder Dachbegrünung bieten Perspektiven.

So läuft die Abschlussprüfung ab

Die Umschulung endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Kammer, die einen theoretischen und einen praktischen Teil umfasst. Im theoretischen Teil werden Pflanzenkenntnisse, Fachrechnen, Betriebswirtschaft sowie fachrichtungsspezifisches Wissen geprüft. Der praktische Teil verlangt die Ausführung typischer Arbeiten der gewählten Fachrichtung unter Aufsicht.

Mit bestandener Prüfung erwirbt man einen bundesweit anerkannten Berufsabschluss, der dieselbe Gültigkeit hat wie der Abschluss einer regulären Ausbildung. Eine gute Prüfungsvorbereitung durch den Bildungsträger und ausreichend Praxis im Betrieb sind entscheidend für den Erfolg.

Besondere Herausforderungen der Umschulung zum Landschaftsgärtner

Interessierte an einer Umschulung im Bereich Garten- und Landschaftsbau sollten trotz aller Begeisterung für den Beruf einen realistischen Blick behalten.

Daher sollten sie den besonderen Herausforderungen der Landschaftsgärtner-Umschulung unbedingt Beachtung schenken. Ein Berufswechsel ist stets mit einem gewissen Aufwand verbunden.

Als Landschaftsgärtner/in muss man zudem viel wissen und körperlich fit sein. Es ist daher wichtig, die persönliche Eignung für den Beruf zu hinterfragen.


Stellenangebote für Gärtner/innen richtig lesen

Wer sich zum/zur Gärtner/in umschulen lassen möchte, sieht darin seine Chance für einen beruflichen Neustart.

Die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt müssen daher unbedingt stimmen. Aktuelle Stellenangebote sind in diesem Zusammenhang sehr aufschlussreich und liefern wichtige Informationen. Bereits im Vorfeld der Umschulungsmaßnahme sollte man sich mit Stellenanzeigen befassen.

Diese informieren nicht nur über eine aktuell offene Stelle, sondern liefern auch die folgenden Informationen:

Darüber hinaus erhält man so Adressen potenzieller Arbeitgeber und ist somit bestens für den Bewerbungsprozess im Anschluss an die Umschulung gewappnet. Zudem können Stellenanzeigen die Entscheidungsfindung erleichtern und Interessierten bei der Entscheidung für oder gegen die Gärtner-Umschulung helfen.


Häufige Fragen zur Umschulung zum Gärtner

Wie lange dauert die Umschulung zum Gärtner?
Die Umschulung dauert in Vollzeit rund zwei Jahre, während die reguläre Ausbildung drei Jahre umfasst. In Teilzeit verlängert sich die Dauer entsprechend. Am Ende steht eine anerkannte Abschlussprüfung.
Welche Fachrichtungen gibt es bei der Gärtner-Umschulung?
Zur Wahl stehen unter anderem Garten- und Landschaftsbau, Zierpflanzenbau, Gemüsebau, Baumschule, Obstbau, Staudengärtnerei und Friedhofsgärtnerei. Der Garten- und Landschaftsbau ist die nachfragestärkste Fachrichtung.
Was kostet die Umschulung zum Gärtner?
Die Lehrgangsgebühren liegen je nach Anbieter und Fachrichtung bei mehreren Tausend Euro, hinzu kommen Lernmittel und Fahrtkosten. Bei einer Förderung durch das Arbeitsamt werden diese Kosten übernommen.
Zahlt das Arbeitsamt die Umschulung zum Gärtner?
Bei bestehender oder drohender Arbeitslosigkeit kann das Arbeitsamt die Umschulung per Bildungsgutschein fördern, das Jobcenter beim Bezug von Bürgergeld. Es handelt sich um eine Kann-Leistung ohne Rechtsanspruch. Voraussetzung ist ein AZAV-zertifizierter Bildungsträger.
Kann man ohne Ausbildung Gärtner/in werden?
Über die sogenannte Externenprüfung können Berufserfahrene ohne formale Umschulung den anerkannten Abschluss erlangen. Für Einsteiger ohne einschlägige Erfahrung ist jedoch eine Umschulung oder Ausbildung der sicherere Weg.
Was verdient man als Gärtner/in?
Das Bruttojahresgehalt liegt je nach Fachrichtung und Region bei rund 24.000 bis 36.000 Euro. Im Garten- und Landschaftsbau sowie mit Meistertitel sind höhere Verdienste möglich.

Achtung! Tipp aus der Redaktion

Persönliche Eignung für den Gärtner-Beruf prüfen

Wenn es um die Umschulung zum Gärtner geht, gibt es viele Aspekte zu beachten. Oft wird der Fehler gemacht, nur die formalen Vorgaben zu prüfen. Dabei kommt es auf weitaus mehr an.

Wer einen beruflichen Neustart als Gärtner/in plant, sollte vorab die persönliche Eignung hinterfragen. Ein gewisses Maß an Selbstkritik ist ratsam, schließlich soll die zweite Berufswahl zu einer langfristigen Karriere führen. Gärtner/innen sollten die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Begeisterung für Pflanzen
  • gutes Vorstellungsvermögen
  • körperliche Belastbarkeit
  • Freude an der Arbeit im Freien
  • Organisationsgeschick