Umschulung Gärtner - Quereinstieg über das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Dauer: rund 2 Jahre (statt 3 Jahre bei der regulären Ausbildung), mit anerkannter Abschlussprüfung.
- Fachrichtungen: u. a. Garten- und Landschaftsbau, Zierpflanzenbau, Gemüsebau, Baumschule, Obstbau, Staudengärtnerei, Friedhofsgärtnerei.
- Kosten: mehrere Tausend Euro Lehrgangsgebühren – bei Förderung übernimmt sie das Arbeitsamt.
- Förderung: über das Arbeitsamt bzw. Jobcenter per Bildungsgutschein bei bestehender oder drohender Arbeitslosigkeit (Kann-Leistung). Der Bildungsträger muss AZAV-zertifiziert sein.
- Verdienst: rund 24.000 bis 36.000 Euro brutto im Jahr, je nach Fachrichtung und Region.
Eine Umschulung zum Gärtner beziehungsweise zur Gärtnerin dauert rund zwei Jahre, schließt mit einem anerkannten Berufsabschluss ab und lässt sich bei Arbeitslosigkeit über das Arbeitsamt per Bildungsgutschein finanzieren. Sie eignet sich für alle, die mit Pflanzen und im Freien arbeiten und beruflich neu starten möchten.
Interessierte sollten die körperlichen Anforderungen und die Wahl der passenden Fachrichtung nicht unterschätzen. Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Informationen zu Berufsbild, Fachrichtungen, Ablauf, Voraussetzungen, Kosten und Förderung der Gärtner-Umschulung.
Berufsbild Gärtner/in – Aufgaben, Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten
Die Rahmenbedingungen der Umschulung sind wissenswert und relevant, aber zunächst lohnt es sich, den Gärtner-Beruf näher zu betrachten. Gärtner/innen sind im Gartenbau tätig und widmen sich dort der Anlage und Pflege von Grünflächen und Pflanzen. Zuweilen geht es im beruflichen Alltag auch darum, die Pläne von Landschaftsarchitekten umzusetzen.
Gärtner/innen kümmern sich somit um die Gestaltung und Instandhaltung von begrünten Außenbereichen. Dementsprechend ergeben sich insbesondere in den folgenden Bereichen berufliche Perspektiven:
- Gärtnereien
- Garten- und Landschaftsbau
- Baumschulen
- Sportplatzbau
- Landwirtschaft
- Pflanzenhandel
- Baumärkte
Der Gartenbau sucht angesichts des Fachkräftemangels vielerorts Nachwuchs, was für gute Berufsaussichten sorgt. Interessierte wollen vorab aber auch erfahren, wie es finanziell für sie aussieht. Im Einzelfall kann es Unterschiede geben, aber grundsätzlich bewegt sich das durchschnittliche Gehalt zwischen rund 24.000 Euro und 36.000 Euro brutto im Jahr. Im Garten- und Landschaftsbau sowie mit Meistertitel sind höhere Verdienste möglich.
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Die Gärtner-Umschulung
Wer sich für den beruflichen Neustart einen Job mit Pflanzen wünscht, trifft mit der Gärtner-Umschulung eine solide Wahl. Im Zuge dieser Zweitausbildung lässt sich der offizielle Berufsabschluss erlangen und damit die Basis für den Berufswechsel schaffen. Wichtig zu wissen: Die Gärtner-Umschulung wird in verschiedenen Fachrichtungen angeboten, für die man sich zu Beginn entscheidet.
Unabhängig vom jeweiligen Fachbereich werden in der Gärtner-Umschulung fundierte Kenntnisse vermittelt, die die Grundlagen für den Gärtner-Beruf darstellen. Dazu zählen unter anderem die Oberthemen Pflanzen, Umwelt, Material- und Werkstoffkunde, Baumaßnahmen und Wirtschaft.
Voraussetzungen und Dauer der Umschulung zum Gärtner
Bei den formalen Voraussetzungen gibt es kaum Hürden, denn Vorkenntnisse oder Erfahrungen im Garten- und Landschaftsbau werden nicht verlangt. Ein Berufswechsel setzt allerdings voraus, dass zuvor ein anderer Beruf erlernt und ausgeübt wurde. Erwartet wird daher in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung.
Im Gegensatz zur dualen Berufsausbildung als Gärtner/in, die drei Jahre dauert, kann die Gärtner-Umschulung in zwei Jahren absolviert werden. Dabei handelt es sich um einen außerbetrieblichen oder betrieblichen Lehrgang, der nicht vergütet wird. Eine Teilzeitvariante ist möglich, verlängert die Dauer aber entsprechend.
Die Fachrichtungen der Gärtner-Umschulung im Überblick
Der Gärtnerberuf ist vielseitig und gliedert sich in mehrere Fachrichtungen. Bereits während der Umschulung legt man sich auf einen Schwerpunkt fest, der den späteren Arbeitsalltag prägt:
- Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau): Anlage und Pflege von Gärten, Parks, Wegen und Außenanlagen – die größte und nachfragestärkste Fachrichtung.
- Zierpflanzenbau: Anzucht und Pflege von Topf-, Beet- und Zierpflanzen in Gärtnereien und Gewächshäusern.
- Gemüsebau: Anbau von Gemüsekulturen im Freiland und unter Glas, oft mit Bezug zu regionaler Erzeugung.
- Baumschule: Anzucht von Gehölzen, Bäumen und Sträuchern.
- Obstbau: Anbau und Pflege von Obstkulturen inklusive Ernte und Vermarktung.
- Staudengärtnerei: Vermehrung und Kultur mehrjähriger Stauden.
- Friedhofsgärtnerei: Anlage und Pflege von Grabstätten und Friedhofsanlagen.
Die Grundlagen sind in allen Fachrichtungen ähnlich, das Spezialwissen unterscheidet sich jedoch deutlich. Wer beispielsweise den Obstbau oder die Friedhofsgärtnerei wählt, erwirbt neben den essenziellen Grundlagen entsprechendes Spezialwissen.
Kosten und Förderung durch das Arbeitsamt
Da die Umschulung nicht vergütet wird und Lehrgangsgebühren anfallen, ist die Finanzierung für viele die zentrale Frage. Die Gebühren bewegen sich je nach Anbieter und Fachrichtung im Bereich von mehreren Tausend Euro, hinzu kommen der laufende Lebensunterhalt sowie Kosten für Lernmittel und Fahrten.
Das Arbeitsamt ist bei der Finanzierung eine große Hilfe: Über einen Bildungsgutschein werden die Umschulungskosten übernommen. Es handelt sich um eine Kann-Leistung ohne Rechtsanspruch. Wird ein Bildungsgutschein bewilligt, deckt er in der Regel die folgenden Kosten ab:
- Lehrgangsgebühren
- Fahrtkosten
- Ausgaben für Bücher
- Ausgaben für die Kinderbetreuung
- Prüfungsgebühren
Darüber hinaus lassen sich Hilfen zum Lebensunterhalt beziehen, sodass die Existenz während der Umschulung gesichert ist. Auch das Jobcenter kann eine Gärtner-Umschulung beim Bezug von Bürgergeld fördern. Voraussetzung für die Förderung ist, dass der Bildungsträger nach der AZAV zertifiziert ist. Ein Beratungstermin beim Arbeitsamt ist der richtige erste Schritt.
Anbieter der Gärtner-Umschulung
Wer sich für eine Umschulung zum Gärtner entscheidet, fragt sich, wo und wie sich diese absolvieren lässt. Dabei gibt es zwei Varianten, für die jeweils unterschiedliche Anbieter in Betracht kommen:
- Außerbetriebliche Umschulung über auf Umschulungen spezialisierte Lehrgangsanbieter
- Betriebliche Umschulung in einem einschlägigen Betrieb
Zertifizierte Anbieter lassen sich über das Portal KURSNET der Bundesagentur für Arbeit nach Ort und Fachrichtung filtern. Zuweilen kann auch ein Quereinstieg als Gärtner/in ohne Ausbildung oder Umschulung erfolgen: Die Externenprüfung lässt Berufserfahrene ohne Teilnahme an einer Qualifizierungsmaßnahme zur Abschlussprüfung zu und ermöglicht so den anerkannten Berufsabschluss.
Alternativen zur Gärtner-Umschulung
Menschen, die sich noch nicht auf den Gärtner-Beruf festlegen wollen, sollten auch mögliche Alternativen berücksichtigen. In Betracht kommen vor allem die folgenden Berufe:
- Florist/in
- Landwirt/in
- Winzer/in
- Forstwirt/in
- Fachkraft für Agrarservice
Nach der Umschulung: Weiterbildung und Karriere
Unabhängig davon, auf welche Art und Weise man sich als Gärtner/in qualifiziert hat, lohnen sich regelmäßige Weiterbildungen. Das lebenslange Lernen gilt auch für Gärtner/innen und lässt sich durch Seminare und Workshops umsetzen. Darüber hinaus führen die folgenden Fortbildungen zu einem höheren Berufsabschluss:
- Gärtnermeister/in
- Techniker/in – Gartenbau
- Techniker/in – Umwelt/Landschaft
- Fachagrarwirt/in
- Wirtschafter/in – Gartenbau
- Natur- und Landschaftspfleger/in
Gärtner/innen können auch berufsbegleitend studieren und den Bachelor oder Master per Fernstudium, Abendstudium oder Teilzeitstudium erlangen – etwa in Garten- und Landschaftsbau, Landschaftsarchitektur, Naturschutz, Umweltingenieurwesen oder Landschaftsökologie.
Die berufsbegleitende Ausbildung als Alternative zur Umschulung
Neben der Umschulung gibt es die Option einer berufsbegleitenden Ausbildung. Eine solche Teilzeitausbildung eignet sich für alle, die aufgrund familiärer Verpflichtungen weder eine klassische Ausbildung noch eine Umschulung in Vollzeit absolvieren können. Kindererziehung oder die Pflege eines Angehörigen stehen der Qualifizierung dann nicht im Weg.
Gesundheitliche und persönliche Eignung als Gärtner/in
Wer den Beruf des Gärtners ergreifen und sich umschulen lassen möchte, sollte sich mit der gesundheitlichen Eignung befassen. Wird diese ignoriert, kann sich nach einigen Jahren herausstellen, dass der Beruf aus körperlichen Gründen nicht mehr ausübbar ist. Die körperliche Arbeit im Freien sollte daher nicht unterschätzt werden. Wichtig sind vor allem:
- Rückengesundheit und körperliche Belastbarkeit
- Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit
- Koordinationsfähigkeit und Fingerfertigkeit
- gutes Sehvermögen und räumliches Vorstellungsvermögen
- Haut- und Lungengesundheit (Arbeit bei Wind und Wetter)
Neben der Gesundheit zählt die persönliche Eignung: Begeisterung für Pflanzen, Freude an der Arbeit im Freien und Organisationsgeschick sind eine gute Grundlage für einen dauerhaften Berufswechsel.
Typische Inhalte der Umschulung am Beispiel Garten- und Landschaftsbau
Je nach Fachrichtung unterscheiden sich die Inhalte der Gärtner-Umschulung deutlich. Am Beispiel der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau ergibt sich folgende Übersicht über typische Themen:
- Grundlagen der Botanik
- Böden, Erden und Substrate
- Werkstoff- und Materialkunde
- Natur- und Umweltschutz
- Baustellenorganisation
- Herstellung befestigter Flächen und Erdarbeiten
- Ent- und Bewässerung
- Herstellung von Bauwerken in Außenanlagen
- Verwendung und Pflege von Pflanzen
5 Tipps für die Auswahl der richtigen Gärtner-Umschulung
Wer sich für eine Umschulung zum Gärtner entschieden hat, muss sich noch für eine konkrete Maßnahme entscheiden. Aufgrund verschiedener Umschulungsformen und Anbieter kann das anspruchsvoll sein. Diese fünf Tipps helfen bei der Auswahl:
- Ziehen Sie eine betriebliche Umschulung in einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb in Betracht.
- Kontaktieren Sie verschiedene Lehrgangsanbieter und vergleichen Sie sie.
- Hören Sie sich nach Empfehlungen um.
- Vergleichen Sie die Betreuung anhand persönlicher Beratungen.
- Halten Sie Rücksprache mit dem Arbeitsamt.
Der Berufsalltag als Gärtner/in
Der Arbeitsalltag hängt stark von der gewählten Fachrichtung ab. Im Garten- und Landschaftsbau prägen körperliche Arbeit im Freien, das Anlegen von Wegen, Beeten und Bewässerungssystemen sowie der Umgang mit Maschinen den Tag. Im Zierpflanzen- oder Gemüsebau stehen dagegen Anzucht, Pflege, Ernte und Vermarktung in Gärtnereien und Gewächshäusern im Vordergrund.
Gemeinsam ist allen Fachrichtungen die Arbeit mit lebenden Pflanzen und der Einfluss der Jahreszeiten: Im Frühjahr und Sommer ist die Auslastung am höchsten, im Winter verlagert sich die Arbeit teils in Innenräume oder in die Planung. Wer den Beruf ergreift, sollte Freude an der Arbeit bei Wind und Wetter mitbringen und körperlich belastbar sein.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Die Berufsaussichten im Gartenbau sind gut. Der Garten- und Landschaftsbau verzeichnet seit Jahren eine hohe Nachfrage, getrieben durch Bauprojekte, öffentliche Grünanlagen, Klimaanpassung in Städten und den Trend zum eigenen Garten. Gleichzeitig sucht die Branche angesichts des Fachkräftemangels vielerorts Nachwuchs, was ausgebildeten Gärtner/innen solide Chancen bietet.
Mit Berufserfahrung und einer Weiterbildung zum Meister oder Techniker eröffnen sich Positionen mit Personalverantwortung, in der Bauleitung oder in der Selbstständigkeit. Auch spezialisierte Bereiche wie Baumpflege, naturnahe Gartengestaltung oder Dachbegrünung bieten Perspektiven.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Die Umschulung endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Kammer, die einen theoretischen und einen praktischen Teil umfasst. Im theoretischen Teil werden Pflanzenkenntnisse, Fachrechnen, Betriebswirtschaft sowie fachrichtungsspezifisches Wissen geprüft. Der praktische Teil verlangt die Ausführung typischer Arbeiten der gewählten Fachrichtung unter Aufsicht.
Mit bestandener Prüfung erwirbt man einen bundesweit anerkannten Berufsabschluss, der dieselbe Gültigkeit hat wie der Abschluss einer regulären Ausbildung. Eine gute Prüfungsvorbereitung durch den Bildungsträger und ausreichend Praxis im Betrieb sind entscheidend für den Erfolg.
Besondere Herausforderungen der Umschulung zum Landschaftsgärtner
Interessierte an einer Umschulung im Bereich Garten- und Landschaftsbau sollten trotz aller Begeisterung für den Beruf einen realistischen Blick behalten.
Daher sollten sie den besonderen Herausforderungen der Landschaftsgärtner-Umschulung unbedingt Beachtung schenken. Ein Berufswechsel ist stets mit einem gewissen Aufwand verbunden.
Als Landschaftsgärtner/in muss man zudem viel wissen und körperlich fit sein. Es ist daher wichtig, die persönliche Eignung für den Beruf zu hinterfragen.
Stellenangebote für Gärtner/innen richtig lesen
Wer sich zum/zur Gärtner/in umschulen lassen möchte, sieht darin seine Chance für einen beruflichen Neustart.
Die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt müssen daher unbedingt stimmen. Aktuelle Stellenangebote sind in diesem Zusammenhang sehr aufschlussreich und liefern wichtige Informationen. Bereits im Vorfeld der Umschulungsmaßnahme sollte man sich mit Stellenanzeigen befassen.
Diese informieren nicht nur über eine aktuell offene Stelle, sondern liefern auch die folgenden Informationen:
- geforderte Qualifikationen
- gesuchter Fachbereich
- typische Aufgaben
- Arbeitsorte
- besondere Anforderungen
Darüber hinaus erhält man so Adressen potenzieller Arbeitgeber und ist somit bestens für den Bewerbungsprozess im Anschluss an die Umschulung gewappnet. Zudem können Stellenanzeigen die Entscheidungsfindung erleichtern und Interessierten bei der Entscheidung für oder gegen die Gärtner-Umschulung helfen.
Häufige Fragen zur Umschulung zum Gärtner
Achtung! Tipp aus der Redaktion
Wenn es um die Umschulung zum Gärtner geht, gibt es viele Aspekte zu beachten. Oft wird der Fehler gemacht, nur die formalen Vorgaben zu prüfen. Dabei kommt es auf weitaus mehr an.
Wer einen beruflichen Neustart als Gärtner/in plant, sollte vorab die persönliche Eignung hinterfragen. Ein gewisses Maß an Selbstkritik ist ratsam, schließlich soll die zweite Berufswahl zu einer langfristigen Karriere führen. Gärtner/innen sollten die folgenden Kriterien erfüllen:
- Begeisterung für Pflanzen
- gutes Vorstellungsvermögen
- körperliche Belastbarkeit
- Freude an der Arbeit im Freien
- Organisationsgeschick






