Weiterbildung Lerntherapeut
Per Weiterbildung Lerntherapeut/in zu werden, ist der Wunsch vieler Menschen, die um die Herausforderungen des Lernens wissen. Wer pädagogisch und therapeutisch helfen und zugleich für sich selbst eine neue berufliche Perspektive entwickeln möchte, findet in der Lerntherapie ein sinnstiftendes Tätigkeitsfeld mit wachsender Nachfrage. Lernstörungen wie Legasthenie, Dyskalkulie oder eine ADHS-bedingte Aufmerksamkeitsproblematik betreffen einen erheblichen Teil aller Schulkinder, und der Bedarf an qualifizierten Fachkräften steigt. Bevor Sie in die eigene Recherche einsteigen, lohnt sich häufig ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt, um die passende Weiterbildung und mögliche Fördermittel abzuklären.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Lerntherapeut/in ist kein staatlich geschützter Beruf, sondern eine Weiterbildung. Auf einen zertifizierten, renommierten Anbieter zu achten, ist deshalb entscheidend.
- Die Weiterbildung richtet sich vor allem an Menschen mit pädagogischem, psychologischem oder therapeutischem Hintergrund (z. B. Erzieher/in, Lehrer/in, Heilpraktiker/in für Psychotherapie).
- Je nach Anbieter dauert die Qualifizierung berufsbegleitend meist 12 bis 24 Monate; die Kosten liegen häufig zwischen rund 2.000 und 6.000 Euro.
- Eine Förderung ist über den Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) bei einem AZAV-zertifizierten Kurs möglich, ebenso über das Qualifizierungschancengesetz für Beschäftigte.
- Das Bruttojahresgehalt bewegt sich je nach Anstellung und Region meist zwischen rund 32.000 und 45.000 Euro; viele Lerntherapeuten arbeiten zusätzlich selbstständig.
Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium
Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt
Staatlich zugelassen (ZFU) · seit 1948
- Umschulungen, Weiterbildungen & Abschlüsse
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Förderung per Bildungsgutschein möglich

Fernakademie für Erwachsenenbildung
Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe
- Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Berufsbegleitend von zu Hause lernen

ILS Institut für Lernsysteme
Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule
- Deutschlands größte Fernschule
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Über 200 Fernkurse im Angebot
Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.
Inhaltsverzeichnis
- Das Berufsbild Lerntherapeut/in im Überblick
- Lerntherapeuten begleiten Menschen mit Lernstörungen individuell
- Die Weiterbildung vermittelt therapeutisches und pädagogisches Fachwissen
- Eine einschlägige Vorbildung bildet die Basis der Qualifizierung
- Persönliche Eignung entscheidet über den Erfolg in der Lerntherapie
- Dauer und Ablauf richten sich nach Format und Anbieter
- Kosten und Förderung lassen sich über mehrere Wege abdecken
- Gehalt und Karriereperspektiven in der Lerntherapie
- Bei der Anbieterwahl zählen Zertifizierung und Anerkennung
- Häufige Fragen zur Weiterbildung Lerntherapeut/in

Das Berufsbild Lerntherapeut/in im Überblick
Als Lerntherapeut/in behandeln Sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Lernstörungen. Dabei geht es beispielsweise um eine Dyskalkulie (Rechenschwäche), um ADHS oder um eine Dyslexie beziehungsweise Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Störung). Im Rahmen der Lerntherapie finden gezielte, therapeutisch fundierte Behandlungen statt, die der jeweiligen Problematik entgegenwirken sollen. Anders als klassische Nachhilfe setzt die Lerntherapie nicht nur am Schulstoff an, sondern an den zugrunde liegenden Wahrnehmungs-, Aufmerksamkeits- und Verarbeitungsprozessen.
Ein zentrales Prinzip lautet: zunächst die vorhandenen Stärken erkennen und dort ansetzen, um die bestehenden Defizite anzugehen. Auf diese Weise lernen die Betroffenen einen besseren Umgang mit ihrer Lernstörung und entwickeln neues Selbstvertrauen. Gerade in Zeiten des lebenslangen Lernens können ausgeprägte Lernstörungen zu einem erheblichen Problem werden. Lerntherapeuten helfen ihren Klientinnen und Klienten dabei, passende Lernstrategien zu entwickeln, die ihre Stärken nutzen und Schwächen ausgleichen, sodass sich trotz vorhandener Lernstörung bestmögliche Ergebnisse erzielen lassen.
Lerntherapeuten finden vor allem in den folgenden Bereichen interessante Beschäftigungsmöglichkeiten:
- Praxen für Lerntherapie
- Förderzentren und Förderschulen
- schulische Beratungsstellen
- soziale Einrichtungen und Jugendhilfe
- Erwachsenenbildung
- eigene selbstständige Praxis
Lerntherapeuten begleiten Menschen mit Lernstörungen individuell
Der Arbeitsalltag in der Lerntherapie ist abwechslungsreich und beziehungsorientiert. Am Anfang jeder Begleitung steht eine sorgfältige Diagnostik: Über standardisierte Testverfahren, Beobachtung und Gespräche mit Kind, Eltern und teils Lehrkräften wird ermittelt, wo die Lernstörung genau ansetzt und welche Ressourcen bereits vorhanden sind. Auf dieser Grundlage entsteht ein individueller Förderplan, der regelmäßig überprüft und angepasst wird.
In den Therapiestunden arbeiten Lerntherapeuten mit motivierenden, altersgerechten Methoden, etwa mit strukturierten Lernprogrammen bei Legasthenie, mit anschaulichem Material zum Mengen- und Zahlenverständnis bei Dyskalkulie oder mit Konzentrations- und Selbststeuerungsübungen bei ADHS. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Zusammenarbeit mit dem Umfeld: Elterngespräche, Austausch mit der Schule und die Vermittlung von Lernstrategien, die im Alltag tragfähig bleiben. Häufig gehören auch Entspannungstechniken und der Umgang mit Prüfungsangst dazu. Wer sich gezielt in diesem Feld vertiefen möchte, findet Anknüpfungspunkte in verwandten Angeboten wie einer Weiterbildung in Traumapädagogik oder einer allgemeinen therapeutischen Weiterbildung.
Die Weiterbildung vermittelt therapeutisches und pädagogisches Fachwissen
Die Qualifizierung zur Lerntherapeutin beziehungsweise zum Lerntherapeuten erfolgt im Rahmen einer entsprechenden Weiterbildung. Wichtig zu wissen: Es handelt sich um keinen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf und keine bundeseinheitlich geschützte Berufsbezeichnung. Daher sollte man darauf achten, dass der Anbieter renommiert ist und eine Zertifizierung durch ein anerkanntes Institut oder einen Fachverband vorliegt. Je nach Lehrgang können Aufbau, Umfang und Inhalt der Weiterbildung deutlich variieren.
Die folgenden Themen stehen in der Regel immer auf dem Plan und bilden die fachliche Grundlage der Lerntherapie:
- Wahrnehmung und Wahrnehmungsförderung
- Entspannungsverfahren
- Grundlagen der Psychologie
- Pädagogik und Didaktik
- Rechenschwäche (Dyskalkulie)
- Lese- und Rechtschreibschwäche
- Legasthenie
- ADHS und Aufmerksamkeitsstörungen
- Hochbegabung
- Umgang mit Prüfungsangst
- Diagnostik und Förderplanung
- Elternberatung und Gesprächsführung
Viele Lehrgänge kombinieren Theoriemodule mit praktischen Übungen, Fallarbeit und einer supervidierten Praxisphase. So können Sie das Gelernte direkt an konkreten Fällen erproben und erhalten Rückmeldung von erfahrenen Fachkräften.
Eine einschlägige Vorbildung bildet die Basis der Qualifizierung
Eine einschlägige Vorbildung ist in der Regel erforderlich, um als Lerntherapeut/in durchstarten zu können. Die formalen Zugangsvoraussetzungen legen die Anbieter selbst fest, weshalb es hier keine bundeseinheitliche Regelung gibt. Häufig richten sich die Qualifizierungen vor allem an Angehörige der folgenden Berufe:
- Erzieher/in
- Lehrer/in
- Heilpraktiker/in für Psychotherapie
- Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in
- Sozialpädagoge/Sozialpädagogin und Heilpädagoge/Heilpädagogin
- Motopäde/Motopädin und Ergotherapeut/in
Manche Anbieter öffnen ihre Lehrgänge zusätzlich für Quereinsteiger mit nachgewiesener Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Für einige der genannten Grundberufe bietet arbeitsamt.info eigene Ratgeber, etwa zur Weiterbildung zum Sozialpädagogen oder zur Umschulung zum Heilpädagogen und Ergotherapeuten.
Persönliche Eignung entscheidet über den Erfolg in der Lerntherapie
Die formalen Voraussetzungen für die Weiterbildung können variieren, die persönliche Eignung für die Lerntherapie aber nicht. Interessierte sollten sich daher ehrlich fragen, ob eine lerntherapeutische Qualifizierung wirklich zu ihnen passt. Die Eignung steht und fällt mit den folgenden Eigenschaften:
- Kommunikationsstärke und Freude am Kontakt mit Kindern und Familien
- Einfühlungsvermögen und Geduld
- Offenheit und Flexibilität im methodischen Vorgehen
- Durchsetzungsstärke und klare Struktur
- Einsatzbereitschaft und Belastbarkeit
Wer über diese Eigenschaften verfügt und Freude daran hat, Lernprozesse langfristig zu begleiten, bringt eine gute Grundlage mit. Weil in der Lerntherapie häufig auch belastende familiäre Situationen mitschwingen, sind Abgrenzungsfähigkeit und ein reflektierter Umgang mit der eigenen Rolle ebenfalls hilfreich.
Dauer und Ablauf richten sich nach Format und Anbieter
Da die Lerntherapie-Weiterbildung nicht bundeseinheitlich geregelt ist, unterscheiden sich Dauer und Ablauf je nach Anbieter erheblich. Kompakte Zertifikatskurse dauern wenige Monate, umfassende, verbandsanerkannte Ausbildungen erstrecken sich berufsbegleitend über ein bis zwei Jahre. Die meisten Angebote sind so aufgebaut, dass sie sich neben Beruf oder Familie absolvieren lassen, sei es in Teilzeit, an Wochenenden oder als Fernlehrgang mit Präsenzphasen.
Bevor Sie sich festlegen, sollten Sie bei mehreren Bildungsanbietern die genauen Rahmenbedingungen erfragen und online recherchieren. So erfahren Sie die relevanten Details zu Umfang, Präsenzterminen und Abschluss und können vorab einschätzen, worauf Sie sich einlassen. Ein Fernlehrgang ist besonders attraktiv, wenn Sie beruflich oder familiär eingebunden sind; Hinweise dazu finden Sie auch in unserem Überblick zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Kosten und Förderung lassen sich über mehrere Wege abdecken
Die Kosten für eine Lerntherapie-Weiterbildung hängen stark vom Anbieter und Umfang ab. Kompakte Zertifikatskurse beginnen oft bei rund 2.000 Euro, umfassende, verbandsanerkannte Ausbildungen können 5.000 bis 6.000 Euro und mehr kosten. Diese Investition muss niemand zwingend allein tragen, denn je nach persönlicher Situation kommen verschiedene Förderwege infrage.
Diese Förderwege kommen für die Weiterbildung infrage
Ob eine Förderung möglich ist, hängt von Ihrer Situation und davon ab, ob der gewählte Kurs nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert ist. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Wege:
Wird Ihr Lebensunterhalt aktuell über die Grundsicherung für Arbeitsuchende (das frühere Bürgergeld, seit 1. Juli 2026 als Grundsicherungsgeld bezeichnet) gesichert, läuft die Förderung einer Weiterbildung ebenfalls in der Regel über den Bildungsgutschein Ihres Jobcenters. Prämien für das erfolgreiche Bestehen von Zwischen- und Abschlussprüfungen erklären wir ausführlich im Ratgeber zur Weiterbildungsprämie. Lassen Sie sich vor Vertragsabschluss beraten, denn ein Bildungsgutschein muss vor Kursbeginn ausgestellt sein.
Gehalt und Karriereperspektiven in der Lerntherapie
Die Verdienstmöglichkeiten in der Lerntherapie lassen sich nicht pauschal beziffern, da sie von Anstellung, Region, Erfahrung und Selbstständigkeit abhängen. Als Orientierung dient ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt zwischen rund 32.000 Euro und 45.000 Euro. In Festanstellung an sozialen Einrichtungen oder Förderzentren richtet sich die Vergütung häufig nach Tarif, während selbstständige Lerntherapeuten ihr Einkommen über Stundensätze und Auslastung selbst gestalten.
Viele Fachkräfte kombinieren eine Teilzeitanstellung mit einer eigenen Praxis. Wer sich selbstständig macht, kann als Nebentätigkeit starten und die Praxis Schritt für Schritt ausbauen. Die Karriereperspektiven sind solide: Der gesellschaftliche Bedarf an Unterstützung bei Legasthenie, Dyskalkulie und ADHS ist hoch, und mit zusätzlichen Spezialisierungen lassen sich Zielgruppen und Honorare erweitern.
Bei der Anbieterwahl zählen Zertifizierung und Anerkennung
Weil die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, ist die Wahl eines seriösen Anbieters der wichtigste Schritt. Achten Sie auf die Anerkennung durch einen Fachverband (etwa den Fachverband für integrative Lerntherapie), auf transparente Curricula, qualifizierte Dozenten und eine praktische Ausbildungskomponente mit Supervision. Wenn Sie eine Förderung planen, muss der Lehrgang zusätzlich AZAV-zertifiziert sein, damit ein Bildungsgutschein eingelöst werden kann.
Es empfiehlt sich, mehrere Angebote zu vergleichen, kostenlose Infomaterialien anzufordern und mit ehemaligen Teilnehmern zu sprechen. Nach der Qualifizierung sollten Sie fachlich am Ball bleiben und sich mit Seminaren kontinuierlich weiterbilden. Besonders geeignet sind Themen wie Lernberatung, Frühförderung, Kinder- und Jugendhilfe, Kommunikation oder Behindertenhilfe. Auch ein Fernstudium neben dem Beruf ist eine Überlegung wert: Bildungswissenschaften, Sonderpädagogik, Pädagogik, Psychologie, Heilpädagogik und Soziale Arbeit passen inhaltlich hervorragend ins Portfolio von Lerntherapeuten. Wer noch unsicher ist, ob Weiterbildung oder ein kompletter Neustart der richtige Weg ist, findet Orientierung in unserem Überblick zur Umschulung über das Arbeitsamt.
Eine Weiterbildung in Lerntherapie eröffnet vielen Menschen eine sinnstiftende Perspektive, denn als Lerntherapeut/in üben Sie einen Beruf aus, mit dem Sie anderen Menschen spürbar helfen. Prüfen Sie vor der Anmeldung, ob der Anbieter zertifiziert und der Kurs bei geplanter Förderung AZAV-zugelassen ist, und klären Sie einen möglichen Bildungsgutschein rechtzeitig mit dem Arbeitsamt. So starten Sie fachlich und finanziell auf einer soliden Grundlage.