Weiterbildung Eventmanagement
Eventmanagement-Weiterbildungen erfreuen sich großer Beliebtheit und sind bei vielen Berufstätigen sehr gefragt. Wer im Job ohnehin organisatorisch gefordert ist, baut so eine fundierte Fachkompetenz auf und kann sich beruflich klarer im Veranstaltungswesen positionieren. Auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die sich stärker auf Events konzentrieren möchten, treffen mit einer Qualifizierung im Bereich Eventmanagement eine ausgezeichnete Wahl.
Vom kompakten Zertifikatskurs bis zur geprüften Aufstiegsfortbildung stehen unterschiedlichste Maßnahmen zur Auswahl, die die Weichen für eine aussichtsreiche Laufbahn als Eventmanager/in stellen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Wege es gibt, was sie kosten, wie sich eine Weiterbildung über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter fördern lässt und mit welchem Gehalt Sie rechnen können.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Eventmanagement verbindet organisatorische, kaufmännische und kreative Aufgaben rund um Messen, Kongresse, Firmen- und Kulturveranstaltungen.
- Für die Weiterbildung gibt es drei Wege: kurze Zertifikatskurse (Anpassung), geregelte Aufstiegsfortbildungen wie Veranstaltungsfachwirt/in IHK und ein berufsbegleitendes Studium.
- Bei Arbeitslosigkeit oder drohender Arbeitslosigkeit ist ein Bildungsgutschein nach § 81 SGB III möglich; Beschäftigte werden über das Qualifizierungschancengesetz gefördert.
- Aufstiegsfortbildungen (z.B. Veranstaltungsfachwirt/in) werden über das Aufstiegs-BAföG bezuschusst, unabhängig von Alter und Einkommen.
- Das Gehalt liegt je nach Qualifikation und Erfahrung meist zwischen rund 30.000 und 50.000 Euro brutto im Jahr, in leitenden Positionen deutlich darüber.
Eventmanager verbinden Organisation, Kaufmännisches und Kreativität
Das Eventmanagement präsentiert sich immer wieder als spannendes Berufsfeld. Im Kern geht es um die Konzeption, Planung und Umsetzung von Veranstaltungen. Das reichen von Messen, Kongressen und Firmenfeiern über Produktpräsentationen und Tagungen bis hin zu Konzerten, Festivals und kulturellen Events. Eventmanagement begleitet den gesamten Prozess von der ersten Idee über die Budgetierung bis zur Realisation vor Ort und der Nachbereitung.
Organisatorische, kaufmännische und kreative Tätigkeiten kommen dabei zusammen und sorgen für ein vielschichtiges Aufgabenprofil. Zum Alltag gehören unter anderem:
- Konzeption und Dramaturgie einer Veranstaltung entlang der Ziele des Auftraggebers
- Budgetplanung, Kalkulation und Kostenkontrolle
- Auswahl und Steuerung von Location, Catering, Technik und Dienstleistern
- Terminplanung, Ablaufregie und Personaleinsatz am Veranstaltungstag
- Marketing, Einladungsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit
- Beachtung rechtlicher Vorgaben zu Sicherheit, Genehmigungen und Versicherung
Wer eine entsprechende Qualifizierung absolviert hat, kann in unterschiedlichen Umfeldern Fuß fassen:
- Eventagenturen und Full-Service-Dienstleister
- Marketing- und Kommunikationsabteilungen von Unternehmen
- Messe- und Kongressveranstalter
- Kultureinrichtungen, Stadthallen und Tourismusorganisationen
- PR- und Werbeagenturen
- öffentliche Verwaltung und Verbände
An Beschäftigungsmöglichkeiten fehlt es im Eventmanagement nicht. Wer sich fachlich fundiert aufstellt, kann eine einschlägige Weiterbildung daher gut nutzen, um sich vom Gelegenheitsorganisator zur gefragten Fachkraft zu entwickeln.
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Drei Wege führen ins Eventmanagement
Im Zuge einer Recherche offenbart sich schnell eine große Vielfalt an möglichen Maßnahmen. Grundsätzlich lassen sie sich in drei Gruppen einteilen, die sich in Anspruch, Dauer und Abschluss deutlich unterscheiden. Welcher Weg passt, hängt von Ihrer Vorbildung und Ihrem Ziel ab.
Zertifikatskurse und Seminare zur Anpassung
Wenn es um Qualifizierungen im Eventmanagement geht, sind zunächst Seminare und Kurse zu nennen. Dabei handelt es sich typischerweise um Anpassungsqualifizierungen, die vorhandenes Wissen auffrischen, aktualisieren oder erweitern und die Kompetenzen an die Anforderungen des Arbeitsmarktes anpassen. Sie enden meist mit einem trägerinternen Zertifikat. Insbesondere Kurse zu den folgenden Themen bieten sich an:
- Eventkonzeption und Projektmanagement
- Marketing und Public Relations
- Marktforschung und Zielgruppenanalyse
- Veranstaltungsrecht und Sicherheit
- Organisation und Ablaufplanung
- Rechnungswesen und Budgetierung
Aufstiegsfortbildungen mit anerkanntem Abschluss
Eine Fortbildung ist bestens für Menschen geeignet, die bereits über eine einschlägige Ausbildung verfügen und nun einen höheren, öffentlich-rechtlich anerkannten Abschluss anstreben. Diese Aufstiegsfortbildungen sind bundesweit geregelt, enden mit einer Prüfung vor der IHK und sind daher besonders aussagekräftig gegenüber Arbeitgebern:
- Geprüfte/r Veranstaltungsfachwirt/in (IHK)
- Fachkaufmann/-frau und weiterführende kaufmännische Fortbildungen
- Betriebswirt/in mit Schwerpunkt Event-Management
Der Veranstaltungsfachwirt gilt als der klassische Aufstieg für Veranstaltungskaufleute und ist auf der Meister-Ebene des Deutschen Qualifikationsrahmens angesiedelt. Wer eher branchenübergreifend nach oben will, findet Alternativen in verwandten Fachwirt-Weiterbildungen oder in einer Fortbildung zum Betriebswirt.
Berufsbegleitendes Studium im Eventbereich
Klassische Weiterbildungen haben ohne Frage ihre Daseinsberechtigung, doch auch die akademische Route lohnt einen Blick. Wer im Eventmanagement langfristig in Leitungsfunktionen möchte, kann über ein Studium nachdenken. Berufliche Verpflichtungen sind dabei kein Hinderungsgrund, denn Bachelor oder Master lassen sich per Fernstudium oder in einem anderen Teilzeitmodell berufsbegleitend erreichen. Passende Fächer sind unter anderem Eventmanagement, Eventmarketing, Medien- und Eventmanagement, Messe- und Kongressmanagement, Betriebswirtschaftslehre sowie Veranstaltungstechnik.
Diese Inhalte vermittelt eine Eventmanagement-Weiterbildung
Unabhängig vom gewählten Format kreist eine gute Eventmanagement-Weiterbildung um einige Kernbereiche, die den Berufsalltag abbilden. So stellen Sie sicher, dass Sie nicht nur Theorie, sondern belastbares Handwerkszeug mitnehmen. Typische Module sind:
- Eventkonzeption: Ziele definieren, Formate entwickeln, Dramaturgie und Storyline planen
- Projektmanagement: Zeit-, Ressourcen- und Meilensteinplanung, Schnittstellen steuern
- Budget und Kalkulation: Kosten schätzen, Angebote vergleichen, Wirtschaftlichkeit sichern
- Marketing und Kommunikation: Bewerbung des Events, Einladungsmanagement, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
- Recht und Sicherheit: Verträge, Genehmigungen, Versammlungsstättenverordnung, Versicherungen
- Technik und Logistik: Bühnen-, Licht- und Tontechnik, Auf- und Abbau, Sicherheitskonzepte
- Nachbereitung: Erfolgskontrolle, Feedback und Kennzahlen auswerten
Diese Bandbreite erklärt, warum Eventmanagement so eng mit angrenzenden Feldern wie Marketing und Projektmanagement verzahnt ist. Wer hier zusätzlich Kompetenzen aufbaut, macht sich für Arbeitgeber besonders attraktiv.
Für eine Weiterbildung braucht es Vorerfahrung und persönliche Eignung
Eine Weiterbildung in Sachen Eventmanagement richtet sich teilweise auch an Quereinsteiger/innen, in der Regel erweitern damit aber bereits ausgebildete Fachkräfte ihre Kenntnisse. Entsprechende Qualifizierungen sprechen vor allem Angehörige der folgenden Berufe an:
- Veranstaltungskaufmann/-frau
- Fachkraft für Veranstaltungstechnik
- Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit sowie Tourismuskaufleute
- Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation
- Kaufmann/-frau für Hotelmanagement und Fachkräfte aus Hotellerie und Gastronomie
Für die geregelten Aufstiegsfortbildungen gelten formale Zugangsvoraussetzungen: Der Veranstaltungsfachwirt setzt in der Regel eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung plus einschlägige Berufspraxis voraus, alternativ mehrjährige Berufserfahrung. Zertifikatskurse sind meist offener zugänglich und eignen sich auch für den Einstieg.
Neben formalen Kriterien zählt die persönliche Eignung. Wer sich als Eventmanager/in verwirklichen möchte, sollte folgende Stärken mitbringen:
Denken Sie auch über Ihre persönliche Eignung für das Eventmanagement nach
Die Redaktion rät, vor der Anmeldung ehrlich zu prüfen, ob das Berufsbild wirklich zu einem passt. Gefragt sind vor allem:
- Organisationsgeschick und strukturiertes Arbeiten
- Kommunikationsstärke und Verhandlungsgeschick
- Flexibilität, auch bei Abend- und Wochenendterminen
- Belastbarkeit und Nervenstärke unter Zeitdruck
- Zuverlässigkeit und Detailgenauigkeit
- Offenheit, Kreativität und Serviceorientierung
Dauer und Ablauf richten sich nach Lebenssituation und Ziel
Wie lange eine Eventmanagement-Weiterbildung dauert, hängt stark vom Format ab. Kompakte Zertifikatskurse sind in wenigen Wochen absolviert, eine Aufstiegsfortbildung zieht sich berufsbegleitend über mehr als ein Jahr. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Modelle ein:
Vollzeitmaßnahmen bringen Sie schneller ans Ziel, verlangen aber, dass Sie sich für die Dauer freistellen. Teilzeit- und Fernformate lassen sich mit Beruf und Familie vereinbaren, dauern dafür länger. Wer eine Weiterbildung über die Arbeitsagentur plant, sollte Format und Dauer früh mit der Vermittlungsfachkraft abstimmen.
Kosten und Förderung entscheiden über den passenden Weg
Die Kosten reichen von wenigen Hundert Euro für ein Wochenendseminar bis zu mehreren Tausend Euro für einen Fachwirtlehrgang oder ein Studium. Die gute Nachricht: Für fast jede Ausgangslage gibt es einen passenden Fördertopf. Entscheidend ist, ob Sie arbeitslos, beschäftigt oder auf einen Aufstiegsabschluss aus sind.
Bei Arbeitslosigkeit trägt der Bildungsgutschein die Kosten
Wer arbeitslos ist oder von Arbeitslosigkeit bedroht, kann eine Eventmanagement-Weiterbildung über einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III fördern lassen. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter übernimmt dann in der Regel die kompletten Lehrgangs- und Prüfungskosten sowie Fahrt- und gegebenenfalls Kinderbetreuungskosten. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch, in dem die Notwendigkeit der Weiterbildung festgestellt wird, und ein Träger mit AZAV-Zulassung.
Seit 2026 gibt es für Menschen, die Grundsicherungsgeld beziehen und eine abschlussbezogene Weiterbildung machen, zusätzlich das Weiterbildungsgeld von 150 Euro monatlich sowie Prämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischenprüfung und 1.500 Euro für die Abschlussprüfung. Details klärt die Vermittlungsfachkraft. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber zur Weiterbildung über das Jobcenter und zur Weiterbildungsprämie.
Beschäftigte, die im Job bleiben, gehen einen anderen Weg: Über das Qualifizierungschancengesetz beteiligt sich die Arbeitsagentur an den Weiterbildungskosten und unter Umständen am Arbeitsentgelt, wenn der Arbeitgeber die Maßnahme mitträgt. Wer eine Aufstiegsfortbildung wie den Veranstaltungsfachwirt anstrebt, nutzt das Aufstiegs-BAföG: Es fördert unabhängig von Alter und Einkommen einen großen Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss und stellt für den Rest ein zinsgünstiges Darlehen bereit, von dem bei Bestehen ein erheblicher Teil erlassen wird. Ein Minijob bis zur Grenze von 603 Euro im Monat bleibt neben einer geförderten Weiterbildung in der Regel möglich, sollte aber immer vorab mit der zuständigen Stelle abgestimmt werden.
Karriere und Gehalt im Eventmanagement
Eine einschlägige Weiterbildung zahlt sich häufig auch finanziell aus. Die Verdienstmöglichkeiten variieren allerdings von Fall zu Fall stark. Je nach Qualifikation, Erfahrung, Region und Einsatzbereich bewegt sich das durchschnittliche Bruttojahresgehalt meist zwischen rund 30.000 und 50.000 Euro. Berufseinsteiger liegen eher am unteren Rand, während erfahrene Fachkräfte mit Fachwirt- oder Studienabschluss und Führungsverantwortung deutlich mehr erreichen können.
Wichtig für die Einordnung: In Agenturen und bei Veranstaltern fällt das Einstiegsgehalt oft niedriger aus, dafür sammelt man schnell Erfahrung und Projekte. In den Marketingabteilungen großer Unternehmen und in der öffentlichen Hand wird meist stabiler und nach Tarif vergütet. Mit einem anerkannten Abschluss verbessern sich Verhandlungsposition und Aufstiegschancen spürbar, etwa in Richtung Projekt-, Team- oder Bereichsleitung. Wer sich breiter aufstellen möchte, kann Eventmanagement auch mit einer Weiterbildung im Personalmanagement oder mit touristischem Know-how über den Tourismusbereich kombinieren.
Auf AZAV-Zulassung und Praxisbezug beim Anbieter achten
Der Markt an Anbietern ist groß, die Qualität sehr unterschiedlich. Damit die Weiterbildung wirklich weiterbringt und förderfähig ist, lohnt ein genauer Blick auf einige Kriterien:
- AZAV-Zulassung: Nur zugelassene Träger dürfen über Bildungsgutschein abgerechnet werden. Ohne diese Zulassung ist eine Förderung durch die Arbeitsagentur ausgeschlossen.
- Anerkannter Abschluss: Bei Aufstiegszielen auf eine IHK-Prüfung achten, denn ein reines Trägerzertifikat hat am Arbeitsmarkt weniger Gewicht.
- Praxisbezug: Fallstudien, echte Projektarbeit und Dozenten aus der Branche sind wertvoller als reine Theorie.
- Format und Betreuung: Prüfen Sie, ob Vollzeit, Teilzeit oder Fernkurs zu Ihrer Lebenssituation passt und wie die Lernbegleitung organisiert ist.
- Transparente Kosten: Alle Gebühren inklusive Prüfung und Material sollten von Anfang an klar sein.
Nutzen Sie die kostenlose Beratung der Agentur für Arbeit und einen Überblick über passende Weiterbildungen über das Arbeitsamt. Wenn Sie den Beruf grundlegend wechseln möchten, kann statt einer Weiterbildung auch eine Umschulung über das Arbeitsamt der bessere Weg sein.






