Weiterbildung Chemielaborant
Als Chemielaborant/in üben Sie einen interessanten Beruf aus, der zudem vielversprechende Perspektiven bietet. Um diese wahrnehmen zu können, sollten Sie an Weiterbildungen teilnehmen und so fachlich auf dem Laufenden bleiben. Wer als Chemielaborant/in Karriere machen möchte, braucht schließlich nicht nur den Berufsabschluss, sondern auch praktische Erfahrung und zusätzliche Qualifikationen. Das lebenslange Lernen hat somit auch diesen Beruf längst erreicht und sollte für Chemielaboranten eine Selbstverständlichkeit sein.
Die Suche nach der richtigen Weiterbildung für Chemielaboranten ist gar nicht so einfach, wie vielfach angenommen wird. Da es darum geht, die richtigen Weichen zu stellen, sollten Sie die Maßnahme mit Sinn und Verstand auswählen. Eine Beratung beim Arbeitsamt kann daher sehr aufschlussreich sein und die Entscheidungsfindung unterstützen. Schlussendlich müssen Sie aber selbst recherchieren und unter Berücksichtigung der persönlichen Karrierepläne eine Wahl treffen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die wichtigsten Wege, von Zertifikatskursen über die Aufstiegsfortbildung zum Techniker oder Chemiemeister bis hin zum berufsbegleitenden Studium, und erklärt, wie sich das Ganze über Bildungsgutschein, Aufstiegs-BAföG und Co. finanzieren lässt.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Chemielaborant/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Den Abschluss selbst erreicht man über die duale Ausbildung oder eine Umschulung, nicht über eine reine Weiterbildung.
- Für ausgebildete Chemielaboranten gibt es dafür umso mehr Weiterbildungswege: Zertifikatskurse (z.B. Gefahrstoffe, Analytik), Aufstiegsfortbildungen zum Techniker, Chemiemeister oder Fachwirt sowie berufsbegleitende Studiengänge.
- Aufstiegsfortbildungen wie Techniker oder Chemiemeister werden über das Aufstiegs-BAföG gefördert, unabhängig von Alter und Einkommen und teils mit hohem Zuschussanteil.
- Bei Arbeitslosigkeit oder drohender Arbeitslosigkeit kann eine Weiterbildung über einen Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) komplett finanziert werden, ergänzt durch Weiterbildungsgeld und Prämien.
- Das Gehalt liegt je nach Region und Branche meist zwischen rund 3.000 und 4.500 Euro brutto im Monat, mit Aufstiegsqualifikation ist mehr drin.
Der Beruf Chemielaborant bietet gute Aussichten und solide Verdienstchancen
Wer von Beruf Chemielaborant/in ist, findet vor allem in den folgenden Bereichen Beschäftigungsmöglichkeiten vor:
- Chemie-Industrie
- Pharma-Industrie
- Farben- und Lackindustrie
- Kosmetikindustrie
- Nahrungsmittelindustrie
- Forschungseinrichtungen und Institute
- chemische Labore
- Umweltbehörden
Die Aufgaben gestalten sich dabei sehr vielfältig und lassen keine Langeweile aufkommen. Die Vorbereitung von chemischen Versuchen und Untersuchungen gehört ebenso dazu wie deren Durchführung. Analysen und die Herstellung chemischer Substanzen sind ebenfalls Teil der Tätigkeiten von Chemielaboranten. Dokumentationen und Protokolle werden von ihnen erstellt beziehungsweise ausgewertet. Immer wichtiger werden zudem instrumentelle Analytik, Qualitätskontrolle nach festen Normen und der Umgang mit digitalen Laborinformationssystemen.
Als Chemielaborant/in haben Sie nicht nur gute Jobchancen, sondern auch attraktive Verdienstmöglichkeiten. Das Einkommen kann im Einzelfall aber erheblich variieren, je nach Bundesland, Branche und Tarifbindung. In der tarifgebundenen Chemieindustrie liegt das Gehalt spürbar höher als in kleineren Laboren. Zur groben Orientierung lässt sich ein Jahresbrutto von rund 36.000 bis 54.000 Euro nennen, was etwa 3.000 bis 4.500 Euro im Monat entspricht. Wer sich über eine Aufstiegsfortbildung oder ein Studium weiterqualifiziert, kann diesen Rahmen deutlich übertreffen.
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Chemielaborant wird man über Ausbildung oder Umschulung, nicht über eine Weiterbildung
Die Idee, per Weiterbildung Chemielaborant/in zu werden, müssen Interessierte leider verwerfen, denn es gibt keine Weiterbildung, die als grundlegende Qualifizierung zum Chemielaboranten taugt. Dies liegt daran, dass es sich um einen anerkannten Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz handelt.
Der Berufsabschluss kann somit nur durch die duale Ausbildung erlangt werden. Diese dauert regulär dreieinhalb Jahre und schließt mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab. Als Alternative kommt für Berufswechsler/innen eine Umschulung zum Chemielaboranten beziehungsweise zur Chemielaborantin in Betracht. Eine Umschulung ist inhaltlich an die Ausbildung angelehnt, verläuft aber verkürzt und richtet sich an Menschen, die bereits einen anderen Beruf erlernt haben. Sie kann bei entsprechenden Voraussetzungen über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter gefördert werden.
Wer den Abschluss dagegen bereits in der Tasche hat, hat die freie Wahl zwischen zahlreichen aufbauenden Qualifizierungen. Die facettenreichen Weiterbildungsmöglichkeiten erlauben es, den eigenen Karriereweg individuell zu gestalten. So entwickeln Sie ein persönliches Qualifikationsprofil und kommen auf dieser Grundlage weiter voran. Entscheidend ist, dass Sie sich einen Überblick verschaffen und sorgfältig auswählen. Die folgenden Abschnitte stellen die drei großen Wege vor: Zertifikatskurse, Aufstiegsfortbildungen und das Studium.
Zertifikatskurse und Seminare vertiefen einzelne Fachgebiete
Seminare und Kurse geben Chemielaboranten die Gelegenheit, ihr Wissen in einzelnen Bereichen gezielt zu erweitern. Auch eine Schwerpunktsetzung ist so möglich und kommt der Karriere sehr zugute. Die Teilnahme an einem Seminar oder Zertifikatskurs kann für Chemielaboranten somit ein wichtiger Karrierebaustein sein, gerade wenn Sie sich für eine bestimmte Analysemethode oder ein Spezialgebiet interessieren.
Die folgenden Themen bieten sich für derartige Qualifizierungen in besonderem Maße an:
- Labortechnik und Laborautomation
- Chemietechnik und Verfahrenstechnik
- Instrumentelle Analytik (HPLC, GC, Spektroskopie)
- Umweltschutz und Umweltanalytik
- Mess- und Prüftechnik
- Gefahrstoffe und Arbeitssicherheit
- Qualitätsmanagement und GMP/GLP
Solche Kurse dauern von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen und schließen häufig mit einem Teilnahme- oder Kompetenzzertifikat ab. Sie eignen sich besonders, wenn Sie berufsbegleitend eine konkrete Lücke schließen möchten, etwa im Bereich Gefahrstoffrecht oder in einer neuen Analysemethode, ohne gleich eine mehrjährige Fortbildung anzugehen. Als Beschäftigte oder Beschäftigter können solche Qualifizierungen unter Umständen über das Qualifizierungschancengesetz bezuschusst werden, wenn Ihr Arbeitgeber Sie dafür freistellt.
Aufstiegsfortbildungen zum Techniker, Chemiemeister oder Fachwirt eröffnen Führungsaufgaben
Wer als Chemielaborant/in Karriere machen möchte, sollte an eine höhere berufliche Qualifikation denken. Diese winkt im Rahmen einer Aufstiegsfortbildung, die auf der abgeschlossenen Ausbildung und Berufspraxis aufbaut und mit einem staatlich anerkannten oder IHK-Abschluss endet. Solche Fortbildungen sind der klassische Weg vom Facharbeiter in Richtung Fach- und Führungsverantwortung.
Vor allem die folgenden Abschlüsse sind hier zu nennen:
- Staatlich geprüfte/r Techniker/in – Chemietechnik
- Staatlich geprüfte/r Techniker/in – Umweltschutztechnik
- Staatlich geprüfte/r Techniker/in – Farb- und Lacktechnik
- Industriemeister/in beziehungsweise Chemiemeister/in
- Technische/r Fachwirt/in (IHK)
- Geprüfte/r Industriefachwirt/in als kaufmännische Ergänzung
Der Chemiemeister qualifiziert Sie für die Leitung von Produktions- und Laborbereichen in der chemischen Industrie und umfasst neben fachlichen auch betriebswirtschaftliche und führungsbezogene Inhalte. Der Techniker Chemietechnik setzt einen stärker technisch-planerischen Schwerpunkt und wird an Fachschulen absolviert. Wer stattdessen eher in Richtung Organisation, Vertrieb oder Betriebswirtschaft möchte, findet mit dem Technischen Betriebswirt oder dem Industriefachwirt passende Anschlüsse. Verwandt und ebenfalls interessant für technisch orientierte Laboranten sind der Industriemeister und der Maschinenbautechniker.
Ein berufsbegleitendes Studium führt zum akademischen Abschluss
In Zeiten zunehmender Akademisierung sollten Chemielaborantinnen und Chemielaboranten auf Weiterbildungssuche auch an ein Studium denken. Viele Hochschulen bieten das eine oder andere Fernstudium oder Teilzeitstudium an. Dadurch ist ein Studium neben dem Beruf möglich, ohne dass Sie Ihre Anstellung aufgeben müssen. In einigen Bundesländern eröffnet die abgeschlossene Berufsausbildung zusammen mit Berufspraxis sogar den Hochschulzugang ohne Abitur.
Ein solches Studium beschert den Teilnehmenden den grundständigen Bachelor oder weiterführenden Master in beispielsweise einer der folgenden Disziplinen:
- Chemie und Angewandte Chemie
- Chemische Biologie
- Biochemie
- Chemieingenieurwesen
- Biotechnologie
- Chemietechnik
- Wirtschaftsingenieurwesen
Wie ein Studium neben dem Job praktisch funktioniert und welche Formate es gibt, lesen Sie im Ratgeber zum Fernstudium. Ein akademischer Abschluss eröffnet Chemielaboranten den Weg in Entwicklung, Forschung, Verfahrensplanung oder ins Qualitätsmanagement mit erweiterter Verantwortung.
Für die meisten Aufstiegsfortbildungen brauchen Sie Abschluss und Berufspraxis
Welche Voraussetzungen gelten, hängt vom gewählten Weg ab. Zertifikatskurse und Seminare sind meist offen zugänglich und setzen lediglich einschlägiges Grundwissen voraus. Bei den Aufstiegsfortbildungen ist die Zulassung dagegen klar geregelt.
Für den Chemiemeister und die technischen Fachwirte verlangt die Prüfungsordnung in der Regel eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung plus mehrjährige Berufspraxis, häufig ein bis mehrere Jahre. Der staatlich geprüfte Techniker wird an einer Fachschule absolviert und setzt ebenfalls Ausbildung und Berufspraxis voraus. Für ein Studium brauchen Sie entweder eine Hochschulzugangsberechtigung oder Sie nutzen den beruflichen Hochschulzugang über Ausbildung und Berufserfahrung. Wer unsicher ist, ob die eigenen Nachweise ausreichen, klärt das am besten direkt mit dem Bildungsanbieter, der IHK oder der zuständigen Fachschule.
Dauer und Ablauf hängen stark vom gewählten Format ab
Die Bandbreite ist groß: Ein Wochenendseminar ist nach wenigen Tagen abgeschlossen, ein Meister- oder Technikerlehrgang zieht sich dagegen über ein bis vier Jahre. Entscheidend für den Ablauf ist, ob Sie in Vollzeit lernen und dafür pausieren oder berufsbegleitend in Teilzeit weiterarbeiten. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Formate ein.
Berufsbegleitende Formate dauern länger, haben aber den großen Vorteil, dass Einkommen und Praxisbezug erhalten bleiben. Vollzeitvarianten führen schneller zum Ziel, erfordern aber eine finanzielle Überbrückung, die sich über Förderung abfedern lässt.
Bildungsgutschein, Aufstiegs-BAföG und Co. senken die Kosten deutlich
Weiterbildung kostet Geld, doch für Chemielaboranten stehen je nach Situation mehrere Fördertöpfe bereit. Welcher greift, hängt vor allem davon ab, ob Sie arbeitslos, von Arbeitslosigkeit bedroht oder in Beschäftigung sind und ob es sich um eine Aufstiegsfortbildung handelt.
Die wichtigsten Förderwege im Überblick
Bei Arbeitslosigkeit übernimmt der Bildungsgutschein die Weiterbildungskosten
Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann bei der Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III beantragen. Damit werden die Lehrgangskosten einer AZAV-zertifizierten Maßnahme in der Regel vollständig übernommen, hinzu kommen Fahrt- und gegebenenfalls Kinderbetreuungskosten. Seit der Weiterbildungsförderung erhalten Teilnehmende einer geförderten abschlussbezogenen Weiterbildung zusätzlich ein Weiterbildungsgeld von 150 Euro pro Monat sowie Prämien für bestandene Zwischen- und Abschlussprüfungen. Wichtig: Der Bildungsgutschein muss bewilligt sein, bevor die Weiterbildung beginnt. Sprechen Sie daher frühzeitig mit Ihrer Vermittlungsfachkraft.
Für Beschäftigte greift dagegen häufig das Qualifizierungschancengesetz, über das Arbeitgeber Zuschüsse zu den Lehrgangskosten und zum Arbeitsentgelt erhalten, wenn Mitarbeitende weitergebildet werden. Handelt es sich um eine Aufstiegsfortbildung wie Techniker, Chemiemeister oder Fachwirt, ist das Aufstiegs-BAföG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz) meist der attraktivste Weg. Es fördert einen großen Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss, der Rest läuft über ein zinsgünstiges Darlehen, von dem bei bestandener Prüfung ein erheblicher Anteil erlassen wird. Das Aufstiegs-BAföG ist einkommens- und altersunabhängig und lässt sich mit einem Vollzeit-Unterhaltsbeitrag kombinieren. Einen kompakten Überblick über die zusätzlichen Prämien finden Sie im Ratgeber zur Weiterbildungsprämie, alle Wege im Überblick liefert unser Hub zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Mit Zusatzqualifikation steigen Verantwortung und Gehalt
Weiterbildung ist für Chemielaboranten kein Selbstzweck, sondern zahlt sich in aller Regel konkret aus. Wer eine Aufstiegsfortbildung abschließt, übernimmt häufig Verantwortung für ein Labor, eine Schicht oder einen Produktionsbereich, koordiniert Teams und ist für Qualität, Sicherheit und Abläufe zuständig. Damit verbunden sind meist ein spürbar höheres Gehalt und stabilere Perspektiven.
Ausgebildete Chemielaboranten verdienen je nach Region, Branche und Tarifbindung meist zwischen rund 3.000 und 4.500 Euro brutto im Monat. Mit dem Abschluss als Chemiemeister oder Techniker sind Positionen erreichbar, die deutlich darüber liegen, und ein abgeschlossenes Studium öffnet die Tür zu Fach- und Führungsrollen in Entwicklung, Analytik oder Verfahrenstechnik. Neben dem Geld zählt der Zugewinn an Sicherheit: Wer sich kontinuierlich qualifiziert, bleibt für den Arbeitsmarkt attraktiv und kann leichter zwischen Branchen wie Pharma, Chemie oder Umwelttechnik wechseln.
Auf AZAV-Zulassung und passende Formate achten
Angebote für Chemielaboranten kommen von Fachschulen, Industrie- und Handelskammern, privaten Bildungsanbietern, Fernlehrinstituten und Hochschulen. Bei der Auswahl lohnt ein prüfender Blick: Für eine Förderung über Bildungsgutschein muss die Maßnahme nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert sein, andernfalls übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten nicht.
Achten Sie außerdem auf einen anerkannten Abschluss (staatlich geprüft, IHK, akademischer Grad), auf ein Format, das zu Ihrem Alltag passt (Vollzeit, Teilzeit, Fernunterricht mit Präsenzphasen), und auf transparente Kosten inklusive Prüfungsgebühren. Ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt hilft, die eigenen Ziele zu schärfen und den passenden Fördertopf zu finden, bevor Sie sich für einen konkreten Anbieter entscheiden.






