Per Fernstudium flexibel zum Studienabschluss

Frau lernt zu Hause am Laptop und mit Lehrbuch für ein Fernstudium
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Ein Studienabschluss gilt in vielen Branchen als Türöffner für die Karriere. Wer sich beruflich weiterentwickeln möchte und dabei nicht auf Job oder Familie verzichten kann, findet im Fernstudium eine flexible Lösung. Es führt zu einem vollwertigen, staatlich anerkannten Hochschulabschluss (Bachelor oder Master), ohne dass Sie regelmäßig in einen Hörsaal müssen. Dieser Ratgeber erklärt, wie ein Fernstudium funktioniert, was es kostet, welche Förderungen realistisch sind und worauf die Agentur für Arbeit dabei achtet.

Gerade wer beim Arbeitsamt nach einer passenden Weiterbildung fragt, sollte die zunehmende Akademisierung ganzer Berufsfelder ansprechen. Ein Fernstudium lässt sich mit Beruf und Familie vereinbaren, verlangt aber Disziplin und eine ehrliche Selbsteinschätzung. Vor dem Studienbeginn steht deshalb eine gründliche Recherche - neben dem Arbeitsamt sind die Fernstudienanbieter selbst kompetente Ansprechpartner.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Ein echtes Fernstudium führt zu einem anerkannten akademischen Grad (Bachelor/Master) - im Unterschied zum Fernkurs, der lediglich ein Anbieter-Zertifikat vergibt.
  • Die Agentur für Arbeit fördert ein akademisches Erststudium in der Regel nicht über den Bildungsgutschein; dieser zielt auf berufliche Weiterbildung, nicht auf ein Studium.
  • Realistische Geldquellen sind Aufstiegs-BAföG (bei Aufstiegsfortbildungen), Studienkredit, Stipendien, Bildungsprämie sowie steuerliche Absetzbarkeit der Studienkosten.
  • Die Kosten liegen an privaten Fernhochschulen meist bei 10.000 bis 15.000 Euro für einen Bachelor; die staatliche FernUniversität Hagen ist deutlich günstiger.
  • Erfolg im Fernstudium hängt vor allem an Selbstorganisation, Motivation und Durchhaltevermögen - prüfen Sie Ihre persönliche Eignung ehrlich vorab.
Inhaltsverzeichnis

So funktioniert ein Fernstudium

Ein Fernstudium ist ein Studium, das Sie überwiegend aus der Ferne und damit ohne dauerhafte Präsenz vor Ort absolvieren. Das wesentliche Merkmal ist die örtliche Unabhängigkeit: Sie lernen dort, wo es Ihnen passt. Hinzu kommt zeitliche Flexibilität, denn die Materialien werden vornehmlich per E-Learning bereitgestellt und lassen sich nach Belieben abrufen.

Fernstudierende entscheiden also frei, wann und wo sie sich den Studieninhalten widmen. Obwohl es sich um eine sehr spezielle Lernform handelt, hat ein richtiges Fernstudium einen wissenschaftlichen Anspruch und führt zum grundständigen Bachelor oder weiterführenden Master. Ein waschechter Fernstudiengang punktet somit mit einem akademischen Hochschulabschluss, der dem eines Präsenzstudiums rechtlich gleichgestellt ist.

Der Ablauf kombiniert in der Regel Selbststudium mit Studienheften und Lernvideos, betreute Online-Phasen, Einsendeaufgaben sowie einige wenige Präsenz- oder Online-Prüfungstermine. Seriöse Anbieter sind von der jeweiligen Landesbehörde staatlich anerkannt und ihre Studiengänge durch Akkreditierungsagenturen geprüft - ein Kriterium, das Sie vor der Anmeldung unbedingt kontrollieren sollten.

Fernstudium und Fernkurs unterscheiden sich beim Abschluss

Wer genauer hinsieht, stellt oft fest, dass zwar von einem Fernstudium die Rede ist, aber gar kein akademischer Grad erlangt werden kann. Die Bezeichnung ist dann irreführend und spielt lediglich auf das Lernkonzept an. Faktisch handelt es sich um einen Fernkurs. Fernkurse und Fernstudiengänge eint, dass sie zeitlich und örtlich unabhängig absolviert werden können. Kennzeichnend für einen richtigen Fernstudiengang ist jedoch, dass er zu einem anerkannten Hochschulabschluss führt.

Der Unterschied ist mehr als eine Formalie: Er entscheidet über die spätere Anerkennung Ihres Abschlusses am Arbeitsmarkt und über die möglichen Fördertöpfe. Die folgende Übersicht stellt beide Formen gegenüber.

MerkmalFernstudiumFernkurs
AbschlussAkademischer Grad (Bachelor, Master)Anbieter-Zertifikat oder Teilnahmebescheinigung
AnbieterStaatliche und private HochschulenPrivate Fernlehrinstitute (z. B. ILS, sgd, Fernakademie)
Dauer3 bis 4 Jahre (Bachelor), 2 Jahre (Master)Wenige Wochen bis rund 2 Jahre
ZugangsvoraussetzungMeist Hochschulzugangsberechtigung, teils berufliche QualifikationIn der Regel keine formalen Voraussetzungen
Typische KostenCa. 10.000 bis 15.000 Euro (Bachelor)Einige Hundert bis wenige Tausend Euro
Förderung ArbeitsamtIn der Regel nicht über BildungsgutscheinTeils über Bildungsgutschein möglich (bei Weiterbildungszweck)

Die Agentur für Arbeit fördert ein Fernstudium nur in Ausnahmefällen

Angehende Fernstudierende sind schnell Feuer und Flamme für ein Studium neben dem Beruf und der Familie. Das Ganze muss allerdings bezahlt werden, und bei Gebühren von mehreren Tausend Euro ist das eine echte Herausforderung. Viele wenden sich deshalb an das Arbeitsamt und hoffen auf eine Förderung.

Hier ist Ehrlichkeit gefragt: Ein akademisches Erststudium fördert die Agentur für Arbeit in aller Regel nicht über den Bildungsgutschein. Der Bildungsgutschein ist für berufliche Weiterbildungen gedacht, die eine drohende Arbeitslosigkeit abwenden oder eine fehlende Qualifikation nachholen - nicht für ein grundständiges Studium. Auch ALG-I-Bezieher können ein Vollzeit-Fernstudium nur eingeschränkt mit dem Leistungsbezug vereinbaren, weil sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen müssen. Wer während des Arbeitslosengeld-I-Bezugs nebenher studiert, sollte das unbedingt mit der Agentur abstimmen.

In seltenen Fällen kann ein Fernstudiengang als berufliche Qualifizierung anerkannt werden, etwa wenn er unmittelbar die Vermittlungschancen verbessert. In der Praxis kommt das jedoch nur vereinzelt vor. Realistischer ist es, ein Fernstudium mit den unten beschriebenen Finanzierungswegen zu stemmen. Prüfen Sie parallel, ob eine geförderte Weiterbildung über das Arbeitsamt oder eine Umschulung Ihr Ziel schneller erreicht - diese Wege sind über den Bildungsgutschein deutlich häufiger förderfähig.

Diese Finanzierungswege stehen für ein Fernstudium offen

Wenn die klassische Arbeitsamt-Förderung wegfällt, bleiben mehrere sinnvolle Optionen, die sich teils kombinieren lassen. Interessierte an einem Fernstudium sollten die folgenden Möglichkeiten kennen:

Teilweise erreichen Fernstudierende mit geringem Einkommen direkt beim Anbieter eine Ermäßigung der Studiengebühren. Es lohnt sich also, sowohl das Arbeitsamt als auch die Hochschule anzusprechen, um die Studienfinanzierung sauber zu klären.


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Die Kosten eines Fernstudiums hängen stark vom Anbieter ab

Wie teuer ein Fernstudium wird, entscheidet sich vor allem an der Trägerschaft der Hochschule. Private Fernhochschulen finanzieren sich über Studiengebühren und liegen deshalb deutlich höher als die staatliche FernUniversität in Hagen, die nur vergleichsweise geringe Semester- und Materialgebühren erhebt. Rechnen Sie bei der Kalkulation immer die gesamte Studiendauer ein, nicht nur die Monatsrate.

HochschultypTrägerschaftKostenrahmen Bachelor (gesamt)
FernUniversität HagenStaatlichNiedrige vierstellige Summe (Semester- und Kursgebühren)
Private FernhochschulenPrivat (z. B. IU, Wilhelm Büchner, Euro-FH)Rund 10.000 bis 15.000 Euro
Master (berufsbegleitend)Meist privatRund 8.000 bis 14.000 Euro

Die konkreten Preise ändern sich je nach Studiengang und Regelstudienzeit. Fordern Sie deshalb bei mehreren Anbietern das kostenlose Infomaterial an und vergleichen Sie nicht nur die Gesamtsumme, sondern auch Nebenkosten für Prüfungen, Verlängerungen und Präsenzphasen.

Neben dem Fernstudium gibt es weitere berufsbegleitende Studienformen

Wer getrost auf einen akademischen Grad verzichten kann, absolviert statt eines Fernstudiums einfach einen Fernkurs. Wer dagegen neben dem Beruf einen Abschluss anstrebt und nach Alternativen zum reinen Fernstudium sucht, hat weitere Ausweichmöglichkeiten:

Welche Form passt, hängt von Ihrem Zeitbudget, Wohnort und der Nähe zur nächsten Präsenzhochschule ab. Das Fernstudium bleibt die flexibelste Variante, weil es weder feste Termine noch einen bestimmten Ort voraussetzt.

Den passenden Fernstudiengang finden Sie mit gezielter Recherche

Wer ernsthaftes Interesse an einem akademischen Fernstudium hat, wird an vielen Hochschulen fündig. Spezielle Fernhochschulen und klassische Präsenzhochschulen mit ergänzendem Fernstudienangebot sind hier gleichermaßen zu nennen. In der Praxis ist es oft eine Herausforderung, den richtigen Fernstudiengang ausfindig zu machen - vor allem wegen der Vielfalt der Anbieter. Dabei handelt es sich um staatliche wie private Hochschulen, wobei letztere den Fernstudienbereich maßgeblich prägen.

Recherchieren Sie zunächst sorgsam und halten Sie mithilfe des Internets oder auch des Arbeitsamtes nach Hochschulen Ausschau, die das Fernstudieren per E-Learning unterstützen. Wenn Sie einige Adressen zusammen haben, prüfen Sie die Webseiten der Hochschulen und fordern das kostenlose Informationsmaterial unverbindlich an. Anhand der Unterlagen verschaffen Sie sich einen ersten Eindruck und finden heraus, wo Sie Ihr Fernstudium absolvieren möchten.

Achten Sie bei der Auswahl auf drei harte Kriterien: die staatliche Anerkennung der Hochschule, die Akkreditierung des Studiengangs und eine kostenlose Testphase, in der Sie das Fernstudium unverbindlich ausprobieren können. Diese Probephase ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und ein guter Weg, um Ihre persönliche Eignung zu testen.


Die persönliche Eignung entscheidet über den Studienerfolg

Tipp aus der Redaktion: Eignung ehrlich prüfen

Das Konzept des Fernstudierens überzeugt viele Menschen, die anders nicht studieren könnten. Ob familiäre oder berufliche Verpflichtungen im Weg stehen - ein Fernstudiengang bietet eine optimale Vereinbarkeit. Die zeitliche und örtliche Unabhängigkeit weiß zu überzeugen und erklärt den anhaltenden Boom des Fernstudiums.

Angesichts der zunehmenden Akademisierung in vielen Bereichen erscheint ein Fernstudium mit dem Ziel Bachelor oder Master oft als perfekte Lösung und zeitgemäße Alternative zu anderen Qualifizierungswegen. Überstürzen Sie aber nichts und ergründen Sie im Vorfeld genau, ob ein Fernstudiengang für Sie die richtige Wahl ist.

Wer den Nutzen eines berufsbegleitenden Fernstudiums für sich erkannt hat, muss vorab organisatorische Belange klären und sich mit den formalen Zulassungsvoraussetzungen befassen. Die persönliche Eignung gerät dabei leicht in Vergessenheit, obwohl sie mindestens genauso wichtig ist. Wer mit dem Konzept des selbstgesteuerten Lernens nicht zurechtkommt, wird hier schnell scheitern und wenig Freude am Versuch haben.

Ein abgebrochener Fernstudiengang ist kein Weltuntergang, bedeutet aber eine spürbare Enttäuschung - gescheiterte Fernstudierende haben vergebens viel Zeit, Energie und Geld investiert. Damit es gar nicht so weit kommt, sollten Sie schon während der Entscheidungsfindung besonders auf Ihre persönliche Eignung achten. Es kommt vor allem auf die folgenden Punkte an:

Wer von sich behaupten kann, diese Kriterien zu erfüllen, sollte sich an einem Fernstudium versuchen. So folgen Sie dem Prinzip des lebenslangen Lernens und erlangen zugleich einen akademischen Grad mit internationaler Anerkennung. Der Nutzen eines erfolgreich abgeschlossenen Fernstudiums steht damit außer Frage.

Häufige Fragen zum Fernstudium

Wird ein Fernstudium vom Arbeitsamt bezahlt?
Ein akademisches Erststudium zahlt die Agentur für Arbeit in der Regel nicht. Der Bildungsgutschein ist für berufliche Weiterbildungen gedacht, nicht für ein grundständiges Studium. Nur wenn ein Fernstudiengang ausdrücklich als notwendige berufliche Qualifizierung anerkannt wird, ist eine Förderung im Einzelfall denkbar - das kommt jedoch selten vor.
Was kostet ein Fernstudium?
An privaten Fernhochschulen kostet ein Bachelor meist zwischen 10.000 und 15.000 Euro über die gesamte Studiendauer, ein berufsbegleitender Master oft 8.000 bis 14.000 Euro. Die staatliche FernUniversität Hagen ist mit niedrigen vierstelligen Semester- und Kursgebühren deutlich günstiger. Achten Sie zusätzlich auf Nebenkosten für Prüfungen und Verlängerungen.
Ist ein Fernstudium genauso viel wert wie ein Präsenzstudium?
Ja. Ein an einer staatlich anerkannten Hochschule erworbener Bachelor oder Master ist rechtlich gleichgestellt, egal ob er im Fern- oder Präsenzstudium erworben wurde. Der Abschluss trägt keinen Vermerk auf die Studienform. Entscheidend ist, dass die Hochschule staatlich anerkannt und der Studiengang akkreditiert ist.
Kann ich neben dem Bezug von Arbeitslosengeld ein Fernstudium machen?
Grundsätzlich ist das möglich, muss aber mit der Agentur für Arbeit abgestimmt werden. Wer Arbeitslosengeld I bezieht, muss dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Ein Teilzeit-Fernstudium neben der Arbeitsuche ist meist unproblematisch, ein Vollzeitstudium kann den Leistungsanspruch gefährden. Klären Sie das immer vorab persönlich.
Welche Förderungen gibt es für ein Fernstudium?
Infrage kommen Aufstiegs-BAföG bei anerkannten Aufstiegsfortbildungen, der KfW-Studienkredit, Stipendien wie das Aufstiegsstipendium, die Bildungsprämie einzelner Länder sowie die steuerliche Absetzbarkeit der Studienkosten. Viele Fernhochschulen gewähren zudem Ratenzahlung und Rabatte für Geringverdiener oder Familien. Eine Kombination mehrerer Quellen ist oft sinnvoll.
Wie lange dauert ein Fernstudium?
Ein Bachelor im Fernstudium dauert in der Regelstudienzeit drei bis vier Jahre, ein Master rund zwei Jahre. Weil viele berufsbegleitend studieren, bieten die Hochschulen kostenlose Verlängerungen an, sodass sich die tatsächliche Dauer dem eigenen Tempo anpassen lässt. Ein Fernkurs ohne akademischen Abschluss dauert dagegen nur Wochen bis wenige Jahre.
Was ist der Unterschied zwischen Fernstudium und Fernkurs?
Ein Fernstudium führt zu einem akademischen Grad (Bachelor oder Master) und wird von Hochschulen angeboten. Ein Fernkurs vermittelt Wissen ebenfalls aus der Ferne, endet aber mit einem Anbieter-Zertifikat statt einem Hochschulabschluss. Beide sind zeitlich und örtlich flexibel; nur das Fernstudium liefert einen staatlich anerkannten akademischen Abschluss.
Kann ich ein Fernstudium ohne Abitur beginnen?
Häufig ja. Neben der klassischen Hochschulzugangsberechtigung öffnen viele Fernhochschulen den Zugang auch für beruflich Qualifizierte - etwa mit Meister- oder Fachwirtabschluss oder mit mehrjähriger Berufserfahrung plus Eignungsprüfung. Die genauen Voraussetzungen legt jedes Bundesland fest. Fragen Sie im Zweifel direkt bei der Wunschhochschule nach.