Weiterbildung Erzieher

Erzieherinnen und Erzieher √ľben einen √ľberaus wichtigen Beruf aus, denn sie betreuen und f√∂rdern nicht nur Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren, sondern erm√∂glichen es den Eltern, einer beruflichen T√§tigkeit nachzugehen. Die organisierte Kinderbetreuung ist die Basis f√ľr die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dass in Deutschland ein Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz besteht, tr√§gt diesem Umstand Rechnung und soll zugleich Kindern den Zugang zu elementarp√§dagogischer F√∂rderung garantieren.

Es gibt keinen Zweifel daran, dass Erzieher/innen einen f√ľr die gesamte Gesellschaft wichtigen Beruf aus√ľben. Umso schwieriger ist es, dass qualifizierte Fachkr√§fte fehlen. Im Erziehungswesen herrscht ein akuter Fachkr√§ftemangel. Auch in h√∂heren Positionen bleiben viele offene Stellen unbesetzt. Eine Erzieher-Weiterbildung kann sich daher als T√ľr√∂ffner erweisen und spannende Perspektiven bieten.

Berufsbild Erzieher/in ‚Äď Karrierechancen und Verdienstm√∂glichkeiten

Die meisten Menschen haben eine grobe Vorstellung von dem Beruf des Erziehers und sehen darin vor allem die Kinderg√§rtnerin, die auf die Kinder aufpasst, w√§hrend diese in der Kita sind. Dies ist ohne Frage eine wichtige Aufgabe, wird dem vielf√§ltigen Berufsbild aber nicht vollends gerecht. Erzieher/innen k√ľmmern sich nicht nur um Kinder, sondern gegebenenfalls auch um Jugendliche und junge Erwachsene. Dabei geht es sowohl um die Beaufsichtigung als auch um eine ad√§quate Betreuung und F√∂rderung. Als p√§dagogische Fachkr√§fte werden Erzieher/innen daher in den folgenden Bereichen gebraucht:

  • Kinderg√§rten
  • Horte
  • Schulen
  • Familienberatungen
  • Kinder- und Jugendhilfe
  • Behindertenhilfe
  • Heime und betreutes Wohnen
  • Jugend√§mter

Je nach Berufserfahrung, Qualifikationsprofil und Einsatzbereich können die Verdienstmöglichkeiten von Erzieher/innen variieren. In der Regel bewegt sich das durchschnittliche Gehalt zwischen rund 24.000 Euro und 45.000 Euro brutto im Jahr. Zusätzliche Qualifikationen wirken sich positiv auf die Einkommenssituation aus und stellen einen Aufstieg auf der Karriereleiter inklusive Gehaltserhöhung in Aussicht.

Per Weiterbildung Erzieher/in werden

Wer Erzieher/in werden m√∂chte, muss √ľblicherweise eine schulische Ausbildung an einer Fachschule sowie ein anschlie√üendes einj√§hriges Praktikum absolvieren. Nach bestandener Pr√ľfung darf man sich dann staatlich anerkannte/r Erzieher/in nennen. Menschen, die Interesse an dieser Qualifizierung haben, aber nicht die Voraussetzungen erf√ľllen, k√∂nnen einen kleinen Umweg nehmen und sich zun√§chst als Sozialassistent/in, Kinderpfleger/in oder Sozialp√§dagogische/r Assistent/in qualifizieren. Nach dem Abschluss der zweij√§hrigen Berufsfachschule in einem der genannten Berufe kann man zu der Erzieherausbildung zugelassen werden, die dann gewisserma√üen als Weiterbildung fungiert.

Weiterbildungsm√∂glichkeiten f√ľr Erzieher/innen

Im Rahmen von Erzieher-Weiterbildungen geht es allerdings nicht typischerweise um die Qualifizierung als staatlich anerkannte/r Erzieher/in. Entsprechende Angebote stellen ausgebildeten Erziehern zusätzliche Qualifikationen in Aussicht, die ihrem beruflichen Werdegang zugutekommen. Hier sind beispielsweise Seminare und Kurse zu den folgenden Themen zu nennen:

  • Psychologie
  • Elternarbeit
  • Elementarp√§dagogik
  • Familienhilfe
  • Bewegungserziehung
  • Sprachentwicklung
  • Kunstp√§dagogik
  • Medienerziehung
  • Musikp√§dagogik

Dar√ľber hinaus besteht im Rahmen eines Fortbildungslehrgangs die M√∂glichkeit, einen h√∂heren beruflichen Abschluss zu erlangen. Insbesondere die folgenden Qualifikationen verhelfen Erziehern zu aussichtsreichen Karrierechancen:

  • Fachwirt/in ‚Äď Erziehungswesen
  • Motop√§de/Motop√§din
  • Betriebswirt/in ‚Äď Sozialwesen

Wo können Erzieher/innen Weiterbildungen absolvieren?

An Weiterbildungsm√∂glichkeiten mangelt es versierten Erziehern nicht. Diese kommen vielmehr in den Genuss einer riesigen Auswahl und m√ľssen sich zun√§chst auf Anbietersuche begeben. Fachschulen, Bildungseinrichtungen des Sozialwesens, Fernschulen und private Institute sind hier zu nennen. Interessierte sollten unverbindlich Informationen anfordern und eine pers√∂nliche Beratung in Anspruch nehmen, um sich einen √úberblick zu verschaffen. So entwickeln sie ein Gef√ľhl f√ľr die verschiedenen Optionen und k√∂nnen schlussendlich die richtige Wahl treffen.

Wie steht es um die Anerkennung von Erzieher-Weiterbildungen?

Geht es um eine Qualifizierung als Erzieher/in per Weiterbildung, ist darauf zu achten, dass am Ende der Abschluss als staatlich anerkannte/r Erzieher/in erlangt wird. Dann ist die offizielle Anerkennung gegeben. Dies gilt auch f√ľr Fortbildungen, die zu einem h√∂heren beruflichen Abschluss f√ľhren, sowie Studien mit dem Ziel Bachelor oder Master.

Bei Seminaren und √§hnlichen Qualifizierungen m√ľssen Interessierte dahingegen genauer hinsehen und beachten, dass es oftmals keine offizielle Anerkennung des erlangten Zertifikats gibt. Dies schlie√üt jedoch in keiner Weise aus, dass es sich um einen wichtigen Karrierebaustein handelt.

Was sind die Alternativen zu einer Erzieher-Weiterbildung?

Der Mangel an p√§dagogischen Fachkr√§ften ist vielerorts so gro√ü, dass auch ungelernte Erg√§nzungskr√§fte eingesetzt werden. All diejenigen, die als p√§dagogische Fachkraft Fu√ü fassen m√∂chten, sollten sich allerdings um eine ad√§quate Qualifizierung k√ľmmern. Gegebenenfalls kommt die praxisintegrierte Erzieherausbildung in Betracht. Falls es eher um eine Alternative zu klassischen Weiterbildungen f√ľr Erzieher/innen geht, lohnt es sich, Qualifizierungen f√ľr Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen, Heilerziehungspfleger/innen oder Familienpfleger/innen in Betracht zu ziehen.

Achtung! Zwei Tipps aus der Redaktion

Weiterbildungen können Erzieher/innen zu mehr Fachkompetenz verhelfen und sie so beruflich weiterbringen. Die damit verbundene Herausforderung darf allerdings nicht unterschätzt werden. Bereits vor dem eigentlichen Lernen wird man gefordert und muss die richtige Wahl treffen. Die folgenden Tipps aus unserer Redaktion sollen dabei behilflich sein.

Nutzen Sie die Möglichkeit eines berufsbegleitenden Studiums!

Die Akademisierung mindert die Weiterbildungsm√∂glichkeiten f√ľr Erzieher/innen in keiner Weise, sondern erweitert sie um eine weitere Option. Vor allem Studienformen wie das Fernstudium, Abendstudium oder Teilzeitstudium erm√∂glichen ein berufsbegleitendes Studium, das zeitlich und √∂rtlich unabh√§ngig absolviert werden kann.

Die Arbeit im Kindergarten steht dem Studienvorhaben demnach nicht im Wege. Mit den folgenden Fächern treffen pädagogische Fachkräfte eine exzellente Wahl und können ihren weiteren Karriereweg positiv beeinflussen:

  • P√§dagogik
  • Fr√ľhf√∂rderung
  • Bildungswissenschaft
  • Soziale Arbeit
  • Sozialp√§dagogik
  • Heilp√§dagogik
  • P√§dagogische Psychologie

Wählen Sie mit Bedacht die richtige Qualifizierung aus!

Formale Aspekte wie die Voraussetzungen, Dauer und Kosten spielen bei der Auswahl der richtigen Erzieher-Weiterbildung stets große Rollen. Darauf allein kommt es allerdings nicht an.

Die vermittelten Inhalte, der erreichbare Abschluss und die beruflichen Perspektiven sind zu beachten. Erzieher/innen, die sich weiterbilden m√∂chten, m√ľssen demnach Einiges bedenken und sollten sich Zeit f√ľr ihre Wahl nehmen. Nur so kann man die Weichen f√ľr die berufliche Zukunft stellen und sich als Erzieher/in verwirklichen.