Umschulung Tourismuskaufmann/-frau - Quereinstieg über das Arbeitsamt

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Die Umschulung zum Tourismuskaufmann beziehungsweise zur Tourismuskauffrau (offiziell: Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit sowie der ältere Abschluss Tourismuskaufmann für Privat- und Geschäftsreisen) dauert in der Regel zwei Jahre und endet mit einer IHK-Prüfung. Sie richtet sich an Erwachsene, die einen kaufmännischen Beruf in der Reise- und Freizeitbranche erlernen möchten, und lässt sich über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters finanzieren.

Angehende Berufswechsler/innen, die einen kaufmännischen Beruf mit Bezug zum Reisen erlernen möchten, finden in dieser Umschulung einen strukturierten Weg zum anerkannten Berufsabschluss. Bevor man sich dafür entscheidet, lohnt sich eine Beratung bei der Agentur für Arbeit sowie eine gründliche eigene Recherche. Nachfolgend erfahren Interessierte das Wichtigste rund um Ablauf, Voraussetzungen, Kosten und Berufsaussichten.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Die Umschulung dauert meist zwei Jahre und schließt mit einer IHK-Prüfung zum anerkannten Berufsabschluss ab.
  • Formal ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben; Anbieter erwarten aber oft einen mittleren Bildungsabschluss und gute Deutsch- sowie Englischkenntnisse.
  • Bei arbeitslosen oder von Arbeitslosigkeit bedrohten Teilnehmenden kann die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten per Bildungsgutschein vollständig übernehmen.
  • Beschäftigung finden Tourismuskaufleute in Reisebüros, bei Reiseveranstaltern, in Hotels, bei Fluggesellschaften und Reedereien.
  • Das Bruttojahresgehalt liegt je nach Region, Betrieb und Erfahrung meist zwischen rund 24.000 und 40.000 Euro.
2 JahreDauerVollzeit / je nach Lehrgang
24.000-40.000 €Verdienstbrutto/Jahr
IHK-AbschlussAbschlussAnerkannte Qualifikation
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Inhaltsverzeichnis

Umschulung zum Tourismuskaufmann: Beratung im Reisebüro zu Reisezielen und Buchungen

Berufsbild, Berufsaussichten und Verdienst im Überblick

Tourismuskaufleute widmen sich im beruflichen Alltag der Beratung, Vermittlung und dem Verkauf von Reisen und Freizeitangeboten. Auch die Buchung einzelner Leistungen wie Flüge, Übernachtungen, Mietwagen oder Ausflüge gehört zu ihren Aufgaben. Privatreisende und Geschäftskunden werden dabei gleichermaßen betreut, von der ersten Beratung bis zur Nachbetreuung nach der Reise.

Wer selbst in diesem Beruf arbeiten möchte, findet insbesondere in den folgenden Bereichen Beschäftigungsmöglichkeiten:

Neben soliden Berufsaussichten bietet der Beruf durchaus attraktive Verdienstmöglichkeiten. Die Einkommenssituation hängt vom Einsatzbereich, den vorhandenen Qualifikationen und der Berufserfahrung ab. Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt lässt sich mit rund 24.000 Euro bis 40.000 Euro beziffern, wobei Berufseinsteiger eher im unteren Bereich und Fachkräfte mit Zusatzqualifikation im oberen Bereich liegen.

So läuft die Umschulung zum/zur Tourismuskaufmann/-frau ab

Diejenigen, die per Umschulung Tourismuskauffrau oder Tourismuskaufmann werden möchten, sehen zunächst vor allem das Berufsbild und die damit verbundenen Perspektiven. Der Weg bis zum Berufsabschluss verlangt den erwachsenen Teilnehmenden allerdings einiges ab.

Eine Umschulung ist eine verkürzte Zweitausbildung, die den anerkannten Berufsabschluss vermittelt. Teilnehmende müssen Zeit und Energie investieren, um sich mit den folgenden Inhalten vertraut zu machen:

Die Umschulung findet je nach Anbieter in Vollzeit oder Teilzeit statt und wechselt zwischen theoretischem Unterricht und praktischen Phasen im Betrieb. Ein Praktikum in einem Reisebüro oder bei einem Reiseveranstalter gehört bei den meisten Maßnahmen dazu, damit die Inhalte direkt in der Praxis angewendet werden.

Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Maßnahme

Die Umschulung zur Tourismuskauffrau ist mit der dualen Ausbildung gleichzusetzen, da sie ebenfalls zum offiziellen Berufsabschluss vor der IHK führt. Der Weg dahin unterscheidet sich allerdings deutlich, weil er auf Erwachsene mit Vorerfahrung zugeschnitten und daher verkürzt ist.

Wer eine Umschulung absolviert, kann den Abschluss gewissermaßen nachholen und beruflich neu durchstarten. Die folgenden Rahmenbedingungen sind dabei zu beachten:


Förderung durch das Arbeitsamt sichert die Finanzierung

So fördert die Agentur für Arbeit Ihre Umschulung

Angehende Umschüler/innen befinden sich häufig in einer schwierigen beruflichen Situation und verfügen nicht über mehrere Tausend Euro, um eine Umschulung aus eigener Tasche zu bezahlen. Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter kennen diese Lage und können die Maßnahme fördern.

Die Förderung erfolgt in der Regel über einen Bildungsgutschein nach dem Sozialgesetzbuch III, der die Lehrgangskosten bei einem AZAV-zugelassenen Anbieter deckt. Hinzu kommen bei Bedarf Hilfen zum Lebensunterhalt sowie die Übernahme von Fahrt- und Betreuungskosten. Passende Anbieter lassen sich über KURSNET, die Datenbank der Bundesagentur für Arbeit, finden. Es lohnt sich daher, frühzeitig einen Termin bei der zuständigen Agentur für Arbeit zu vereinbaren. Ausführliche Hinweise bietet unsere Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt.


Alternativen zur Umschulung als Tourismuskaufmann/-frau

Wenn die Umschulung zum Tourismuskaufmann im Raum steht, sollte man den Berufswechsel gründlich vorbereiten, damit er dauerhaft trägt. Deshalb kann es sinnvoll sein, verwandte Berufe zu prüfen. Diese weisen Gemeinsamkeiten auf, sind aber eigenständige Berufe mit anderen Schwerpunkten und Perspektiven. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang unter anderem:

Wer sich für kaufmännische Berufe grundsätzlich interessiert, findet auch als Kaufmann/-frau im Einzelhandel oder als Kaufmann/-frau für Büromanagement ähnlich breit angelegte Einstiegsmöglichkeiten.

Weiterbildung und Aufstieg für Tourismuskaufleute

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Umschulung können Berufswechsler/innen als Tourismuskaufleute in der Branche Fuß fassen. Der Berufsabschluss bildet dabei die Basis; darauf sollte kontinuierliche Weiterbildung folgen. Möglich machen dies unter anderem Seminare und Kurse zu den folgenden Themen:

Einen höheren beruflichen Abschluss erreichen Tourismuskaufleute im Rahmen einer anerkannten Aufstiegsfortbildung. Etabliert haben sich hier die folgenden Abschlüsse:

Die Umschulung ist somit eine solide Basis für einen nachhaltigen Aufstieg. Wer sich breiter aufstellen möchte, findet in unserer Übersicht zur Weiterbildung über das Arbeitsamt weitere geförderte Angebote. Auch zu den Weiterbildungsmöglichkeiten kann eine Beratung bei der Agentur für Arbeit aufschlussreich sein.

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Der Berufsalltag als Tourismuskaufmann/-frau

Der Arbeitsalltag von Tourismuskaufleuten ist abwechslungsreich und stark vom jeweiligen Betrieb geprägt. Im Reisebüro steht der direkte Kundenkontakt im Vordergrund: Kundinnen und Kunden werden zu Reisezielen beraten, es werden Angebote erstellt, Buchungen vorgenommen und Reiseunterlagen zusammengestellt. Dabei kommen spezielle Buchungs- und Reservierungssysteme zum Einsatz, deren sichere Bedienung zum Handwerkszeug gehört.

Bei Reiseveranstaltern liegt der Schwerpunkt eher auf der Zusammenstellung und Kalkulation von Reiseangeboten, dem Einkauf von Leistungen sowie der Zusammenarbeit mit Hotels, Fluggesellschaften und örtlichen Partnern. In Hotels und Freizeiteinrichtungen wiederum stehen Reservierung, Gästebetreuung und Verkauf von Zusatzleistungen im Mittelpunkt. Fremdsprachenkenntnisse, Serviceorientierung und Belastbarkeit in der Hauptreisezeit sind in allen Bereichen gefragt. Wer gern mit Menschen arbeitet und Organisationstalent mitbringt, findet hier ein passendes Umfeld.

Der Tagesablauf richtet sich stark nach den Saisonzyklen der Branche. In der Hauptbuchungszeit vor den Ferien ist das Aufkommen an Anfragen besonders hoch, während in ruhigeren Phasen mehr Raum für Beratung, Angebotserstellung und die Pflege von Kundenbeziehungen bleibt. Zu den wiederkehrenden Aufgaben zählen das Einholen und Vergleichen von Angeboten, das Erstellen von Rechnungen, die Bearbeitung von Umbuchungen und Stornierungen sowie der Umgang mit Reklamationen. Auch Reiserecht spielt eine praktische Rolle, etwa bei Fragen zu Rücktrittsbedingungen oder zu den Rechten der Reisenden. Genauigkeit und ein freundlicher, verbindlicher Umgangston prägen den Berufsalltag ebenso wie die Fähigkeit, mehrere Vorgänge parallel im Blick zu behalten.

So läuft die Abschlussprüfung ab

Die Umschulung endet mit einer Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK). Sie entspricht der Prüfung der regulären Ausbildung, sodass Umschülerinnen und Umschüler denselben anerkannten Berufsabschluss erwerben. Die Prüfung gliedert sich üblicherweise in einen schriftlichen und einen praktischen beziehungsweise mündlichen Teil.

Im schriftlichen Teil werden Bereiche wie Geschäftsprozesse, Kundenberatung und -betreuung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde abgefragt. Der praktische Teil besteht häufig aus einem fallbezogenen Fachgespräch, in dem eine kundenorientierte Beratungs- oder Verkaufssituation bearbeitet wird. Wer während der Umschulung regelmäßig lernt, Übungsaufgaben bearbeitet und die Praxisphasen ernst nimmt, ist auf die Prüfung gut vorbereitet. Bei nicht bestandener Prüfung besteht in der Regel die Möglichkeit einer Wiederholung.

Persönliche Eignung und typischer Ablauf einer Bewerbung

Ob eine Umschulung zum Tourismuskaufmann passt, hängt nicht allein von Zeugnissen ab, sondern vor allem von den persönlichen Stärken. Wer gern reist, sich für Länder und Kulturen interessiert und offen auf Menschen zugeht, bringt eine gute Grundlage mit. Hinzu kommen Serviceorientierung, Freundlichkeit auch in stressigen Situationen, Verhandlungsgeschick beim Verkauf und ein Gespür für die Wünsche unterschiedlicher Kundengruppen. Da viele Buchungen digital abgewickelt werden, sind zudem eine gewisse Affinität zu Computern und Buchungssystemen sowie sorgfältiges Arbeiten wichtig.

Der Weg in die Umschulung beginnt meist mit einem Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Dort wird geprüft, ob eine Förderung infrage kommt und welcher Bildungsträger geeignet ist. Anschließend wählt man aus dem Angebot der AZAV-zugelassenen Anbieter eine passende Maßnahme aus, die sich über KURSNET recherchieren lässt. Nach der Bewilligung des Bildungsgutscheins erfolgt die Anmeldung beim Träger. Vor dem endgültigen Start empfiehlt es sich, die Inhalte, die Praxisphasen und die Betreuung während der Prüfungsvorbereitung genau zu vergleichen, damit die Umschulung wirklich zu den eigenen Zielen passt.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt in der Tourismusbranche

Die Reise- und Freizeitbranche ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, der nach den Einbrüchen der Pandemiejahre wieder deutlich Fahrt aufgenommen hat. Der Wunsch nach Reisen ist ungebrochen, und gerade die persönliche Beratung durch Fachkräfte gewinnt bei komplexen Reisen, Fernzielen und Gruppenreisen wieder an Bedeutung. Für gut ausgebildete Tourismuskaufleute ergeben sich daraus solide Beschäftigungschancen, insbesondere in Regionen mit vielen Reisebüros, Veranstaltern und touristischer Infrastruktur.

Gleichzeitig verändert die Digitalisierung den Beruf. Online-Buchungsportale und automatisierte Prozesse übernehmen einfache Standardbuchungen, während die Beratung zu individuellen und höherwertigen Reisen an Bedeutung gewinnt. Wer bereit ist, sich in digitale Werkzeuge, Online-Marketing und neue Vertriebswege einzuarbeiten, verbessert seine Chancen spürbar. Zusatzqualifikationen etwa im Bereich Geschäftsreisen, Kreuzfahrten oder Nachhaltigkeit im Tourismus können den beruflichen Wert weiter steigern. Insgesamt bietet der Beruf mit passender Weiterbildung tragfähige Perspektiven für einen langfristigen Berufsweg.

Häufige Fragen zur Umschulung Tourismuskaufmann/-frau

Wie lange dauert die Umschulung zum/zur Tourismuskaufmann/-frau?
Die Umschulung dauert in der Regel zwei Jahre und ist damit gegenüber der dreijährigen Erstausbildung verkürzt. In Vollzeit kann sie je nach Anbieter etwas kürzer ausfallen, in Teilzeit entsprechend länger. Am Ende steht die IHK-Abschlussprüfung, mit der der anerkannte Berufsabschluss erworben wird.

Welche Voraussetzungen muss ich für die Umschulung erfüllen?
Formal ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. In der Praxis erwarten die meisten Anbieter einen mittleren Bildungsabschluss sowie gute Deutsch- und Englischkenntnisse. Serviceorientierung, Kommunikationsstärke und Freude am Umgang mit Kunden sind wichtige persönliche Voraussetzungen für den Beruf.

Übernimmt das Arbeitsamt die Kosten der Umschulung?
Ja, bei arbeitslosen oder von Arbeitslosigkeit bedrohten Personen kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Kosten über einen Bildungsgutschein übernehmen. Voraussetzung ist ein AZAV-zugelassener Anbieter und eine positive Förderentscheidung. Neben den Lehrgangskosten können auch Fahrt- und Betreuungskosten übernommen werden.

Wie viel verdient man als Tourismuskaufmann/-frau?
Das Bruttojahresgehalt liegt je nach Region, Betrieb und Erfahrung meist zwischen rund 24.000 und 40.000 Euro. Berufseinsteiger starten eher im unteren Bereich, während Fachkräfte mit Zusatzqualifikation oder Führungsverantwortung höhere Gehälter erzielen. Tariflich gebundene Betriebe zahlen häufig etwas mehr als kleinere Reisebüros.

Wo kann ich als Tourismuskaufmann/-frau arbeiten?
Beschäftigung finden Tourismuskaufleute in Reisebüros, bei Reiseveranstaltern, in Hotels und Freizeiteinrichtungen sowie bei Fluggesellschaften und Reedereien. Auch bei Kreuzfahrtunternehmen oder in touristischen Verbänden gibt es Einsatzmöglichkeiten. Der Schwerpunkt reicht von der Kundenberatung im Verkauf bis zur Planung und Kalkulation von Reiseangeboten.

Welche Weiterbildungen sind nach der Umschulung möglich?
Nach der Umschulung stehen anerkannte Aufstiegsfortbildungen offen, etwa zum Fachwirt für Tourismus (IHK), zum Fachwirt im E-Commerce oder zum Betriebswirt für Touristik und Reiseverkehr. Ergänzend bieten sich Kurse in Online-Marketing, Vertrieb oder Kundenservice an. Viele dieser Angebote lassen sich ebenfalls über das Arbeitsamt fördern.