Umschulung Veranstaltungskauffrau - Quereinstieg über das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Die Umschulung zur Veranstaltungskauffrau beziehungsweise zum Veranstaltungskaufmann führt zu einem anerkannten IHK-Abschluss und dauert in der Regel zwei Jahre.
- Sie richtet sich an Erwachsene mit Berufserfahrung; ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben.
- Vermittelt werden kaufmännische Grundlagen sowie die Planung, Kalkulation und Durchführung von Veranstaltungen und Events.
- Das Arbeitsamt kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein bei AZAV-zugelassenen Anbietern vollständig finanzieren.
- Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen rund 24.000 und 36.000 Euro brutto im Jahr und steigt mit Erfahrung und Verantwortung.
Die Umschulung zur Veranstaltungskauffrau beziehungsweise zum Veranstaltungskaufmann führt in rund zwei Jahren zu einem anerkannten IHK-Abschluss und öffnet den Weg in die Organisation von Messen, Firmenevents und Kulturveranstaltungen. Sie eignet sich für Menschen, die ihren erlernten Beruf aus gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht mehr ausüben können und einen planbaren Neustart mit Förderung durch das Arbeitsamt suchen.
Wer in seinem alten Job keine Perspektiven mehr hat und daher gezwungen ist, den Beruf zu wechseln, kann aus der Not eine Tugend machen und sich zum Veranstaltungskaufmann beziehungsweise zur Veranstaltungskauffrau umschulen lassen. Interessierte sollten sich vorab eingehend mit dem Beruf und der Qualifizierung auseinandersetzen. Ein Beratungstermin beim Arbeitsamt kann dabei sehr aufschlussreich sein.
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Inhaltsverzeichnis
- Das Berufsbild Veranstaltungskaufmann/-frau
- So läuft die Umschulung ab
- Für wen sich die Umschulung eignet
- Förderung und Finanzierung über das Arbeitsamt
- Der Berufsalltag als Veranstaltungskaufmann/-frau
- Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
- So läuft die Abschlussprüfung ab
- Umschulung in Vollzeit, Teilzeit oder Fernlehrgang
- So bereiten Sie sich auf die Umschulung vor
- Alternativen zur Umschulung
- Häufige Fragen zur Umschulung

Das Berufsbild Veranstaltungskaufmann/-frau
Veranstaltungskaufleute sind kaufmännische Fachkräfte speziell für das Veranstaltungswesen. Wenn es um die Organisation, Planung und Durchführung von Events geht, sind sie die richtigen Ansprechpartner. Messen, Presseveranstaltungen, Firmenfeiern und andere Veranstaltungen sind Gegenstand ihres beruflichen Alltags. Als ausgebildete Kaufleute kümmern sie sich ebenso um die Kalkulation des Events. Somit werden unterschiedlichste Aspekte abgedeckt, was einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sicherstellt.
Wer Freude an der Organisation und Betreuung von Veranstaltungen hat, sollte im Zuge der Berufswahl an den Veranstaltungskaufmann beziehungsweise die Veranstaltungskauffrau denken. Neben abwechslungsreichen Aufgaben ergeben sich hier auch gute Karrierechancen. Insbesondere in den folgenden Bereichen können Veranstaltungskaufleute Fuß fassen:
- Catering-Unternehmen
- Eventagenturen
- Kulturämter
- Büros für Stadtmarketing
- Messeveranstalter
- Veranstaltungsbetriebe
- Gastgewerbe
Auch die Frage nach den Verdienstmöglichkeiten als Veranstaltungskauffrau beziehungsweise Veranstaltungskaufmann stellt sich unweigerlich. Interessierte sollten bedenken, dass es im Einzelfall deutliche Unterschiede geben kann, etwa je nach Bundesland, Betriebsgröße und Branche. Grundsätzlich bewegt sich das Einstiegsgehalt zwischen rund 24.000 Euro und 36.000 Euro brutto im Jahr. Mit Berufserfahrung, Personalverantwortung oder einer Weiterbildung zum Fachwirt lässt sich dieser Rahmen deutlich überschreiten.
So läuft die Umschulung ab
Menschen, die den Berufswunsch Veranstaltungskaufmann haben, aber nicht mehr zur Zielgruppe einer klassischen Erstausbildung gehören, müssen ihr Ziel nicht aufgeben. Es gibt die Möglichkeit einer Umschulung, die als verkürzte Zweitausbildung daherkommt und zum anerkannten Abschluss als Veranstaltungskaufmann beziehungsweise Veranstaltungskauffrau vor der Industrie- und Handelskammer führt.
Im Rahmen der Umschulung geht es vor allem um die folgenden Inhalte:
- BWL
- Rechnungswesen
- Buchführung
- Marketing
- Kommunikation
- Personalwesen
- Projektmanagement
- IT
- Recht
- Eventorganisation
- Veranstaltungsvermarktung
Voraussetzungen, Dauer und Kosten
Inhaltlich unterscheidet sich die Umschulung nicht von der dualen Ausbildung. Der Ablauf gestaltet sich jedoch anders, sodass es einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Weg bedarf. In der Regel handelt es sich um eine außerbetriebliche Qualifizierung in Form eines Lehrgangs bei einem AZAV-zugelassenen Anbieter, den man über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit findet. Die folgenden Rahmenbedingungen vermitteln einen ersten Eindruck:
- Voraussetzungen: kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; kaufmännisches Interesse und Berufserfahrung von Vorteil
- Dauer: üblicherweise zwei Jahre in Vollzeit, in Teilzeit entsprechend länger
- Kosten: mehrere Tausend Euro, bei Förderung über den Bildungsgutschein für Teilnehmende kostenfrei
Weitere Wege der beruflichen Neuorientierung und passende Lehrgänge stellen wir in unserer Übersicht zur geförderten Weiterbildung über das Arbeitsamt vor.
Für wen sich die Umschulung eignet
Eine Umschulung ist grundsätzlich immer dann angezeigt, wenn im bisherigen Beruf keine Zukunftsaussichten mehr bestehen. Wer dies erlebt, muss einen Berufswechsel vollziehen und sollte sich bezüglich einer Umschulung an das Arbeitsamt wenden. All diejenigen, die den Entschluss fassen, als Veranstaltungskaufleute neu zu beginnen, sollten das Berufsbild analysieren und ihre persönliche Eignung hinterfragen. Dabei kommt es vor allem auf die folgenden Punkte an:
- Flexibilität
- Organisationsgeschick
- Anpassungsfähigkeit
- Offenheit
- Kommunikationsstärke
- Einsatzbereitschaft
- Zuverlässigkeit
- kaufmännisches Interesse
- Kundenorientierung
Ein breiter Überblick über weitere Berufe, die sich per zweiter Ausbildung erreichen lassen, findet sich auf unserer Seite zur Umschulung über das Arbeitsamt.
Förderung und Finanzierung über das Arbeitsamt
Angehende Veranstaltungskaufleute sollten das Arbeitsamt nicht nur als Beratungsstelle sehen, sondern dort auch eine Förderung des Berufswechsels beantragen. Zentrales Instrument ist der Bildungsgutschein: Ist eine Umschulung notwendig, um Arbeitslosigkeit zu beenden oder zu vermeiden, übernimmt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die kompletten Lehrgangskosten. Die folgenden Leistungen kommen dabei häufig zusammen:
- Übernahme der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
- Fahrtkosten sowie Kosten für auswärtige Unterbringung und Verpflegung
- bei Bedarf Zuschüsse zur Kinderbetreuung
- Sicherung des Lebensunterhalts über Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld (Bürgergeld)
Ob ein Bildungsgutschein ausgestellt wird, liegt im Ermessen der zuständigen Vermittlungsfachkraft. Deshalb lohnt es sich, im Beratungsgespräch die berufliche Perspektive als Veranstaltungskaufmann konkret und nachvollziehbar darzustellen. Wichtig ist, den Gutschein vor Beginn der Umschulung zu beantragen, da eine nachträgliche Förderung ausgeschlossen ist.
Der Berufsalltag als Veranstaltungskaufmann/-frau
Der Arbeitsalltag von Veranstaltungskaufleuten ist stark projektorientiert und wechselt zwischen konzentrierter Büroarbeit und dem Einsatz vor Ort. In der Planungsphase erstellen sie Ablauf- und Kostenpläne, holen Angebote von Dienstleistern ein, verhandeln mit Locations, Technik- und Cateringfirmen und behalten das Budget im Blick. Je näher der Veranstaltungstermin rückt, desto stärker verschiebt sich die Arbeit in Richtung Koordination: Auf- und Abbau, Betreuung von Gästen und Referenten sowie die Steuerung aller Gewerke gehören dann zum Tagesgeschäft.
Weil viele Events an Abenden oder Wochenenden stattfinden, sind flexible Arbeitszeiten und eine gewisse Belastbarkeit Teil des Berufs. Im Gegenzug ist die Tätigkeit abwechslungsreich, teamorientiert und bietet direkten Kontakt zu Kunden und Partnern. Nach der Veranstaltung folgt die Nachbereitung mit Abrechnung, Auswertung und Dokumentation, aus der sich Verbesserungen für kommende Projekte ableiten lassen.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Der Markt für Veranstaltungen hat sich nach den Einschränkungen der Pandemiejahre spürbar erholt. Messen, Kongresse, Firmenevents und Kulturveranstaltungen finden wieder in großem Umfang statt, und hybride Formate mit Präsenz- und Online-Anteil haben das Aufgabenspektrum zusätzlich erweitert. Für gut ausgebildete Veranstaltungskaufleute bestehen dadurch solide Beschäftigungschancen, insbesondere in Agenturen, bei Messegesellschaften und in den Marketingabteilungen größerer Unternehmen.
Wer sich weiterentwickeln möchte, kann auf dem Abschluss aufbauen: Die Weiterbildung zum Veranstaltungsfachwirt oder ein berufsbegleitendes Studium im Eventmanagement eröffnen Positionen mit Personal- und Budgetverantwortung. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit als Eventplaner ist ein gangbarer Weg. Digitale Kompetenzen, etwa im Umgang mit Ticketing-Systemen und Veranstaltungssoftware, werden dabei zunehmend zum Einstellungsvorteil.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Die Umschulung endet mit der regulären IHK-Abschlussprüfung, die identisch mit der Prüfung der dualen Ausbildung ist. Sie gliedert sich in einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Schriftlich werden die Bereiche Veranstaltungsprozesse, Veranstaltungswirtschaft sowie Wirtschafts- und Sozialkunde abgefragt. Der praktische Teil besteht aus einer projektbezogenen Aufgabe und einem anschließenden Fachgespräch, in dem die Prüflinge ein selbst bearbeitetes Veranstaltungsprojekt vorstellen und begründen.
Wer den theoretischen Stoff kontinuierlich wiederholt und das praktische Projekt frühzeitig plant, geht deutlich entspannter in die Prüfung. Viele Anbieter integrieren Probeklausuren und ein Prüfungscoaching in den Lehrgang. Nach bestandener Prüfung erhalten Absolventen ein IHK-Zeugnis, das bundesweit anerkannt ist und die gleiche Wertigkeit wie ein regulärer Ausbildungsabschluss besitzt.
Umschulung in Vollzeit, Teilzeit oder als Fernlehrgang
Die Umschulung zur Veranstaltungskauffrau lässt sich in verschiedenen Formen absolvieren, was den Einstieg auch für Menschen mit familiären Verpflichtungen erleichtert. Die Vollzeitvariante ist der klassische Weg: Der Unterricht findet an mehreren Tagen pro Woche statt, der Abschluss ist nach etwa zwei Jahren erreicht. Sie eignet sich besonders für Teilnehmende, die arbeitslos gemeldet sind und sich ganz auf die Qualifizierung konzentrieren können.
Die Teilzeitform verteilt denselben Lernstoff auf einen längeren Zeitraum und ist für Alleinerziehende oder pflegende Angehörige oft die praktikablere Lösung. Zunehmend bieten Bildungsträger die Umschulung auch als Fernlehrgang mit Online-Unterricht und praktischen Präsenzphasen an. Wichtig ist in allen Fällen, dass der Anbieter AZAV-zugelassen ist, damit eine Förderung über den Bildungsgutschein möglich bleibt. Ein Praktikum in einem Betrieb der Veranstaltungsbranche ist häufig fester Bestandteil und erleichtert den späteren Berufseinstieg erheblich.
So bereiten Sie sich auf die Umschulung vor
Ein durchdachter Start erhöht die Erfolgschancen spürbar. Vor der Anmeldung lohnt sich ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt, in dem die persönliche Ausgangslage und die Fördervoraussetzungen geklärt werden. Parallel sollten Interessierte mehrere Anbieter vergleichen und dabei auf Betreuungsqualität, Praxisanteile, Erfolgsquoten bei der IHK-Prüfung und die Anbindung an potenzielle Arbeitgeber achten.
Hilfreich ist es, vorab erste Einblicke in die Branche zu gewinnen, etwa durch ein kurzes Praktikum, ein Ehrenamt bei der Organisation von Festen oder Gespräche mit erfahrenen Veranstaltungskaufleuten. So lässt sich prüfen, ob die unregelmäßigen Arbeitszeiten und der hohe Kommunikationsanteil zum eigenen Lebensmodell passen. Wer schon während der Umschulung Kontakte in die Eventbranche knüpft, findet nach dem Abschluss meist schneller eine Anstellung.
Alternativen zur Umschulung
Interessierte an einer Umschulung zur Veranstaltungskauffrau sollten während der Entscheidungsfindung auch offen für andere Berufe sein und diese in ihre Recherchen einbeziehen. So ergeben sich unter anderem die folgenden Umschulungen als Alternativen:
- Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation
- Tourismuskaufmann/-frau
- Reiseverkehrskauffrau
- Fachkraft für Veranstaltungstechnik
- Hotelfachfrau/-mann
- Marketing-Manager/in
Häufige Fragen zur Umschulung Veranstaltungskauffrau/-mann
Wie lange dauert die Umschulung zur Veranstaltungskauffrau?
Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Zahlt das Arbeitsamt die Umschulung?
Was verdient man als Veranstaltungskaufmann/-frau?
Wo kann ich als Veranstaltungskauffrau arbeiten?
Ist der Umschulungsabschluss gleichwertig mit einer Ausbildung?
Welche Aufgaben übernehmen Veranstaltungskaufleute im Berufsalltag?
Worin unterscheidet sich der Veranstaltungskaufmann bzw. die Veranstaltungskauffrau vom Eventmanager?
Wie kann ich mich auf die Abschlussprüfung vorbereiten?
Mit der Entscheidung für eine Umschulung zur Veranstaltungskauffrau beziehungsweise zum Veranstaltungskaufmann beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Angehende Umschüler/innen müssen sich auf den Neuanfang einlassen und zugleich die Weichen für einen gelungenen Berufswechsel stellen.
Beantragen Sie die Umschulungsförderung frühzeitig beim Arbeitsamt!
Angehende Veranstaltungskaufleute sollten das Arbeitsamt nicht nur als Beratungsstelle sehen, sondern dort auch eine Förderung des Berufswechsels beantragen. Der Bildungsgutschein muss vor dem Start der Umschulung vorliegen, denn eine nachträgliche Kostenübernahme ist nicht möglich. Auf diese Weise lässt sich die Finanzierung des teils kostspieligen Unterfangens von Anfang an sicherstellen.