Umschulung Reiseverkehrskauffrau - Quereinstieg über das Arbeitsamt

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Die Umschulung zur Reiseverkehrskauffrau beziehungsweise zum Reiseverkehrskaufmann führt heute zum Abschluss Tourismuskaufmann/-frau (Kaufmann/-frau für Privat- und Geschäftsreisen). Der Beruf Reiseverkehrskaufmann wurde 2011 durch diese Bezeichnung ersetzt. Die Umschulung dauert in Vollzeit rund zwei Jahre, endet mit einer IHK-Abschlussprüfung und lässt sich bei Förderfähigkeit über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters finanzieren. Wer die Leidenschaft fürs Reisen beruflich nutzen will, findet damit einen geregelten Quereinstieg in die Tourismusbranche.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Der Ausbildungsberuf Reiseverkehrskaufmann/-frau wurde 2011 durch den Tourismuskaufmann/-frau (Kaufmann/-frau für Privat- und Geschäftsreisen) abgelöst - die Umschulung führt zu diesem IHK-Abschluss.
  • Die Umschulung dauert in Vollzeit üblicherweise 24 Monate inklusive eines betrieblichen Praktikums von mindestens sechs Monaten.
  • Eine besondere Vorbildung ist nicht vorgeschrieben; gute Deutsch- und Englischkenntnisse sowie Kundenorientierung sind aber von Vorteil.
  • Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kann die Lehrgangskosten per Bildungsgutschein übernehmen und den Lebensunterhalt sichern.
  • Nach dem Abschluss arbeiten Tourismuskaufleute in Reisebüros, bei Reiseveranstaltern, im Geschäftsreisebereich oder bei Verkehrs- und Freizeitanbietern.
24 MonateDauerVollzeit / je nach Lehrgang
28.000-40.000 €Verdienstbrutto/Jahr
IHK-AbschlussAbschlussAnerkannte Qualifikation
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Umschulung zur Reiseverkehrskauffrau: Beratung im Reisebüro als Tourismuskauffrau

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Inhaltsverzeichnis

Berufsbild Tourismuskaufmann/-frau: Aufgaben und Verdienst

Reiseverkehrskaufleute beziehungsweise Tourismuskaufleute übernehmen unterschiedlichste kaufmännische Aufgaben im touristischen Umfeld. Insbesondere die Vermittlung sowie der Verkauf von Reisen stehen hier im Fokus. Kundenberatungen sowie die Organisation von Reisen und Veranstaltungen vervollständigen das Berufsbild. Hinzu kommen die Planung und Kalkulation von Privat- und Geschäftsreisen, das Buchen über gängige Reservierungssysteme und die Bearbeitung von Reklamationen.

Besonders gefragt sind versierte Tourismuskaufleute vor allem in den folgenden Bereichen:

Je nach Einsatzbereich und Position können nicht nur die Aufgaben, sondern auch die Verdienstmöglichkeiten als Tourismuskaufmann/-frau variieren. Pauschale Angaben lassen sich daher kaum treffen. Als Orientierung dient ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt zwischen rund 28.000 Euro und 40.000 Euro. Der Einstieg nach der Umschulung liegt häufig bei etwa 2.300 bis 2.800 Euro brutto im Monat, mit Berufserfahrung und Spezialisierung, etwa im Geschäftsreisebereich, sind höhere Werte möglich.

So läuft die Umschulung zur Reiseverkehrskauffrau ab

Angehende Umschüler/innen, die eine zweite Karriere als Tourismuskaufleute anstreben, sollten den Ablauf der Zweitausbildung kennen. Diese wird häufig als schulische beziehungsweise außerbetriebliche Umschulung bei einem Bildungsträger absolviert und erinnert somit stärker an Unterricht als an eine klassische betriebliche Ausbildung. Ein Praktikum von mindestens sechs Monaten in einem Betrieb der Reisebranche gehört fest dazu und stellt den Praxisbezug her. So haben die Teilnehmenden die Gelegenheit, einen neuen Beruf von Grund auf zu erlernen.

Der Lehrgang bereitet auf die abschließende IHK-Prüfung vor und geht daher auf die folgenden Themen ein:

Voraussetzungen, Dauer und Kosten im Überblick

Interessierte an einer Umschulung zum Reiseverkehrskaufmann beziehungsweise Tourismuskaufmann sollten sich nicht nur dafür interessieren, was sie lernen, sondern auch die Rahmenbedingungen kennen. Die folgenden Punkte fassen zusammen, wie die Umschulung funktioniert.


Förderung durch das Arbeitsamt

Die Finanzierung der Umschulung zum/zur Tourismuskaufmann/-frau kann ein heikles Thema sein. Die Lehrgangsgebühren und der laufende Lebensunterhalt sind finanzielle Belastungen, die Berufswechsler/innen aus eigener Kraft oft nicht bewältigen können.

Die Unterstützung des Arbeitsamtes ist hier wertvoll und in vielen Fällen erforderlich, um sich die Qualifizierung überhaupt leisten zu können. Ob eine Förderung bewilligt wird, hängt von der persönlichen Situation und der Einschätzung im Beratungsgespräch ab. Die Förderung kann folgendermaßen aussehen:

Passende Träger und Lehrgänge lassen sich über KURSNET, die Datenbank der Bundesagentur für Arbeit, gezielt nach Ort und Angebotsform suchen. Wichtig ist, den Bildungsgutschein vor Vertragsabschluss mit dem Bildungsträger zu klären, denn nachträglich ausgestellte Gutscheine sind die Ausnahme. Für die Bewilligung zählt vor allem, dass die Umschulung deine Chancen auf eine dauerhafte Beschäftigung verbessert und der angestrebte Beruf am Arbeitsmarkt gefragt ist. Ein gut vorbereitetes Beratungsgespräch mit Argumenten und Angebotsvergleichen erhöht daher die Aussicht auf eine Förderung. Mehr zum Thema Bildungsgutschein und geförderte Qualifizierung findest du in unserem Ratgeber zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.


Alternativen zur Umschulung

Die Umschulung zur Reiseverkehrskauffrau beziehungsweise zum Tourismuskaufmann hat ihren Reiz, denn so erlernt man einen kaufmännischen Beruf mit touristischem Bezug. Berufswechsler/innen haben aber noch weitere Optionen, die sie bei der Entscheidung beachten sollten.

Hier sind unter anderem die folgenden Berufe als mögliche Umschulungsalternativen zu nennen:

Der eng verwandte Abschluss ist ohnehin der Tourismuskaufmann/-frau, in den die frühere Reiseverkehrskaufmann-Ausbildung 2011 überführt wurde. Einen Gesamtüberblick über weitere Berufe und Fördermöglichkeiten bietet unsere Themenseite zur Umschulung über das Arbeitsamt.

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Weiterbildung und Aufstiegschancen

Reiseverkehrskaufleute beziehungsweise Tourismuskaufleute können mit ihrem Berufsabschluss eine solide Karriere beginnen, sollten das lebenslange Lernen dabei aber nicht vergessen. Regelmäßige Weiterbildungen halten das Qualifikationsprofil aktuell und öffnen neue Einsatzfelder. Seminare und Kurse zu den folgenden Themen sind dazu gut geeignet:

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer Aufstiegsfortbildung einen höheren beruflichen Abschluss zu erlangen und darauf die weitere Laufbahn aufzubauen. Hier sind unter anderem die folgenden Qualifikationen erwähnenswert:

Der Berufsalltag als Tourismuskauffrau

Der Arbeitstag einer Tourismuskauffrau ist stark vom Kundenkontakt geprägt. In einem Reisebüro beginnt er oft mit der Bearbeitung von Buchungsanfragen, dem Prüfen von Verfügbarkeiten und dem Erstellen individueller Reiseangebote. Beratungsgespräche wechseln sich mit der Pflege von Kundendaten, dem Abwickeln von Zahlungen und der Kommunikation mit Reiseveranstaltern und Leistungsträgern ab. Wer im Geschäftsreisebereich arbeitet, koordiniert Flüge, Hotels und Termine für Firmenkunden und achtet dabei auf Reiserichtlinien und Kostenrahmen.

Ein großer Teil der Arbeit läuft heute digital ab. Buchungs- und Reservierungssysteme, Reiseportale und Kundenverwaltungssoftware gehören zum Alltag. Gleichzeitig bleibt die persönliche Beratung ein zentrales Element, denn viele Kundinnen und Kunden schätzen eine Fachkraft, die Reiseziele, Anbieter und rechtliche Rahmenbedingungen wie Storno- und Reiserücktrittsregelungen einordnen kann. Saisonale Spitzen, etwa vor den Sommerferien, sorgen für Phasen mit hohem Arbeitsaufkommen.

Zu den wiederkehrenden Aufgaben zählen außerdem die Kalkulation von Reisepreisen, das Erstellen von Angeboten und Reiseunterlagen, die Zusammenarbeit mit Fluggesellschaften, Hotels und Zielgebietsagenturen sowie die Bearbeitung von Beschwerden und Reklamationen. Sorgfalt ist wichtig, denn Fehler bei Buchungsdaten, Reisezeiten oder Zahlungen können für Kundinnen und Kunden unmittelbare Folgen haben. Wer gern organisiert, kommunikativ ist und Freude am Umgang mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen hat, findet in diesem Beruf ein abwechslungsreiches Aufgabenfeld.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt

Die Tourismusbranche hat sich nach den schwierigen Jahren der Pandemie deutlich erholt, und die Reiselust ist groß. Gleichzeitig hat sich der Markt verändert: Ein Teil der Buchungen läuft direkt online, während bei komplexen Reisen, Fernzielen und Geschäftsreisen die persönliche Beratung durch Fachkräfte weiterhin gefragt ist. Für gut ausgebildete Tourismuskaufleute mit Beratungskompetenz und Sprachkenntnissen bestehen daher solide Chancen.

Besonders Anbieter im Geschäftsreisemanagement, spezialisierte Reiseveranstalter sowie Tourismusverbände und Freizeitanbieter suchen qualifiziertes Personal. Wer flexibel bei Einsatzort und Spezialisierung ist und bereit ist, sich in digitale Vertriebswege einzuarbeiten, verbessert seine Aussichten spürbar. Regionale Unterschiede und die jeweilige Betriebsgröße wirken sich allerdings auf Verdienst und Arbeitsbedingungen aus.

Auch die Digitalisierung verändert das Berufsbild fortlaufend. Wer sich mit Online-Vertrieb, Kundenbindung über digitale Kanäle und der Auswertung von Buchungsdaten auskennt, hebt sich am Arbeitsmarkt ab. Eine Spezialisierung auf ein Segment wie Fernreisen, nachhaltigen Tourismus, Kreuzfahrten oder Firmenreisen kann die Position zusätzlich stärken. Für Berufswechsler/innen, die Lebens- und Berufserfahrung mitbringen, ist gerade die persönliche, vertrauensvolle Beratung ein Pluspunkt, den rein digitale Buchungsplattformen nicht ersetzen. So bleibt der Beruf trotz veränderter Marktbedingungen eine tragfähige Perspektive für einen Neustart.

So läuft die IHK-Abschlussprüfung ab

Die Umschulung endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK). Sie ist bundeseinheitlich geregelt und besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Im schriftlichen Bereich werden typischerweise touristische Leistungserstellung und -vermittlung, kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft.

Der mündliche beziehungsweise praktische Teil ist häufig als fallbezogenes Fachgespräch aufgebaut, in dem die Prüflinge eine typische Aufgabe aus dem Berufsalltag bearbeiten und ihr Vorgehen erläutern. Wer die Prüfung besteht, erhält den anerkannten Abschluss Tourismuskaufmann/-frau (IHK). Bildungsträger bereiten mit Prüfungssimulationen und der Aufarbeitung alter Prüfungsaufgaben gezielt darauf vor, was die Bestehensquote erfahrungsgemäß erhöht. Wer den Prüfungsteil nicht auf Anhieb besteht, kann ihn nach den Regelungen der jeweiligen IHK in der Regel zweimal wiederholen, sodass ein einzelner schwacher Prüfungstag den Abschluss nicht dauerhaft verhindert.

Häufige Fragen zur Umschulung Reiseverkehrskauffrau

Gibt es den Beruf Reiseverkehrskaufmann noch?
Die Bezeichnung Reiseverkehrskaufmann/-frau wird umgangssprachlich weiter verwendet, offiziell wurde der Ausbildungsberuf jedoch 2011 durch den Tourismuskaufmann/-frau (Kaufmann/-frau für Privat- und Geschäftsreisen) ersetzt. Eine Umschulung führt heute zu diesem IHK-Abschluss, deckt inhaltlich aber weiterhin die klassischen Aufgaben rund um Beratung, Verkauf und Organisation von Reisen ab.

Wie lange dauert die Umschulung zur Reiseverkehrskauffrau?
In Vollzeit dauert die Umschulung üblicherweise 24 Monate. Darin enthalten ist ein betriebliches Praktikum von mindestens sechs Monaten, das den Praxisbezug sicherstellt. In Teilzeit verlängert sich die Dauer entsprechend. Eine individuelle Verkürzung ist möglich, hängt aber von der Vorbildung und der Entscheidung der zuständigen IHK ab und ist nicht die Regel.

Welche Voraussetzungen brauche ich für die Umschulung?
Eine bestimmte Schul- oder Berufsvorbildung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, da es sich um einen Quereinstieg handelt. Gute Deutsch- und Englischkenntnisse, Kontaktfreude, Serviceorientierung und Sorgfalt im Umgang mit Buchungen und Zahlen sind jedoch von großem Vorteil. Bildungsträger führen häufig ein Aufnahmegespräch, um die Eignung und Motivation einzuschätzen.

Zahlt das Arbeitsamt die Umschulung?
Bei Förderfähigkeit übernimmt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Lehrgangs- und Prüfungskosten über einen Bildungsgutschein, sofern der Anbieter AZAV-zugelassen ist. Zusätzlich kann der Lebensunterhalt während der Umschulung gesichert werden. Ob und in welchem Umfang gefördert wird, entscheidet sich individuell im Beratungsgespräch anhand deiner persönlichen Situation.

Wo arbeiten Tourismuskaufleute nach der Umschulung?
Typische Arbeitgeber sind Reisebüros, Reiseveranstalter und Anbieter von Geschäftsreisen. Darüber hinaus finden Tourismuskaufleute Beschäftigung bei Busreiseunternehmen, Luftfahrtgesellschaften, Reedereien, in Hotels, bei Tourismusverbänden sowie bei Freizeit- und Kulturanbietern. Je nach Betrieb liegt der Schwerpunkt eher auf Beratung und Verkauf oder auf Organisation und Kalkulation.

Wie viel verdient man als Tourismuskauffrau?
Das Einstiegsgehalt nach der Umschulung liegt häufig bei etwa 2.300 bis 2.800 Euro brutto im Monat. Mit Berufserfahrung und Spezialisierung, etwa im Geschäftsreisebereich oder mit einer Fortbildung zum Tourismusfachwirt, sind höhere Werte möglich. Auf das Jahr gerechnet bewegt sich der Verdienst als grobe Orientierung zwischen rund 28.000 und 40.000 Euro brutto, abhängig von Region, Betriebsgröße und Aufgabe.

Tipp der Redaktion

Kläre den Bildungsgutschein immer vor der Anmeldung beim Bildungsträger mit deiner Ansprechperson bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Vergleiche zudem mehrere AZAV-zugelassene Anbieter über KURSNET hinsichtlich Praktikumsvermittlung, Prüfungsvorbereitung und Ausrichtung, bevor du dich festlegst.