Umschulung Berufskraftfahrer - Quereinstieg über das Arbeitsamt

Berufskraftfahrer steigt in die Fahrerkabine eines LKW - Umschulung über das Arbeitsamt

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Die Umschulung zum Berufskraftfahrer dauert je nach Anbieter meist rund zwei Jahre und schließt mit einem anerkannten Abschluss nach der Berufskraftfahrer-Ausbildungsverordnung (BKV) ab.
  • Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter übernehmen bei Bewilligung die Lehrgangskosten inklusive Führerschein per Bildungsgutschein und zahlen Leistungen zum Lebensunterhalt.
  • Neben dem Führerschein der Klassen C/CE sind die Grundqualifikation und die regelmäßige Berufskraftfahrer-Weiterbildung (Modul 95) Pflicht.
  • Berufskraftfahrer werden im Güter- und Personenverkehr stark gesucht – der Fachkräftemangel sorgt für gute Einstellungschancen nach der Umschulung.
  • Das Einstiegsgehalt liegt oft zwischen 2.000 und 2.600 Euro brutto im Monat und steigt mit Erfahrung, Fahrerlaubnisklassen und Zusatzqualifikationen wie ADR-Schein.

Die Umschulung zum Berufskraftfahrer richtet sich an Erwachsene, die über das Arbeitsamt einen anerkannten Berufsabschluss im Transportgewerbe nachholen möchten. Sie dauert in der Regel etwa zwei Jahre, endet mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer und lässt sich bei Bewilligung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter per Bildungsgutschein vollständig fördern. Wer die gesundheitliche Eignung mitbringt und Freude am Fahren hat, schafft so einen soliden Quereinstieg in einen gefragten Beruf.

Menschen, die nach neuen beruflichen Perspektiven suchen und ihre Freude am Fahren nutzen möchten, landen vielfach bei der Umschulung zum Berufskraftfahrer beziehungsweise zur Berufskraftfahrerin. Es gibt in diesem Bereich zwar auch viele ungelernte Kräfte, die als Quereinsteiger/innen begonnen haben, doch eine fundierte Qualifikation ist dennoch sehr empfehlenswert und eine gute Basis für eine nachhaltige Karriere als Berufskraftfahrer/in.

Wer zu einem späteren Zeitpunkt in seinem Leben Berufskraftfahrer werden möchte, muss keineswegs befürchten, die Chance auf eine fundierte Ausbildung verpasst zu haben, schließlich gibt es die Berufskraftfahrer-Umschulung. Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Einschränkungen und andere Gründe können zu einem Umschulungswunsch führen.

Im Folgenden finden Interessierte umfassende Informationen, die sie weiterbringen, sofern sie sich zum Berufskraftfahrer umschulen lassen möchten. Dass dabei einige Fragen auftauchen und zunächst ein gewisser Klärungsbedarf besteht, liegt in der Natur der Sache. Es lohnt sich also, eingehend zu recherchieren und die Umschulung von Anfang an gut zu planen. Einen Überblick über weitere Berufe bietet unsere Seite zur Umschulung über das Arbeitsamt.

Berufsbild Berufskraftfahrer – Aufgaben, Karrierechancen und Verdienst

Lange bevor es um die Details der Umschulung geht, sollten Interessierte das Berufsbild des Berufskraftfahrers genauer unter die Lupe nehmen. Im Zuge dessen offenbart sich ihnen, welche Aufgaben und Perspektiven für Berufskraftfahrer/innen bestehen.

Grundsätzlich besteht ihre zentrale Aufgabe darin, Güter oder auch Personen von A nach B zu transportieren, indem sie LKW, Busse oder andere geeignete Fahrzeuge steuern. So ergeben sich sowohl in der Personenbeförderung als auch im Güterverkehr Perspektiven für Berufskraftfahrer/innen.

Daraus resultieren konkrete Beschäftigungsmöglichkeiten vor allem in den folgenden Bereichen:

  • Speditionen
  • Logistikdienstleister
  • Verkehrsbetriebe
  • Reiseunternehmen
  • Post- und Kurierdienste

Überall dort, wo es um einen professionellen Transport geht, ergeben sich demnach Karrierechancen für Berufskraftfahrer/innen. Diese können sich also in keiner Weise über mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten beschweren, sondern werden vielfach händeringend gesucht. In Anbetracht der Tatsache, dass die Umschulung für einen beruflichen Neustart sorgen soll, ergeben sich somit gute Aussichten. Angehende Berufskraftfahrer sollten allerdings auch bedenken, dass sie nach der Umschulungsmaßnahme wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen und nicht mehr auf Leistungen des Amtes angewiesen sein wollen.

Die Verdienstmöglichkeiten sind daher ein wichtiges Thema. Grundsätzlich kann es je nach Vorbildung, Einsatzbereich und Erfahrung Unterschiede geben. Das Einstiegsgehalt liegt häufig zwischen 2.000 und 2.600 Euro brutto im Monat, mit Berufserfahrung, zusätzlichen Fahrerlaubnisklassen und Qualifikationen wie dem ADR-Schein für Gefahrgut sind auch 2.800 bis 3.200 Euro und mehr erreichbar. Nacht-, Fern- und Wochenendfahrten werden meist über Zuschläge und Spesen zusätzlich vergütet.

Umschulung per Fernstudium - bis zu 100% gefördert vom Arbeitsamt

Bei all unseren Fernschulen haben Sie die Möglichkeit, ein kostenloses vierwöchiges Probestudium zu absolvieren. So können Sie schon im Vorfeld ganz unverbindlich testen, ob das ausgewählte Fernstudium zu Ihnen passt und Sie die richtige Fernschule und den perfekten Studiengang für sich ausgesucht haben.

Doch die Wahl fällt oft schwer, denn insbesondere hinsichtlich Dauer, Kosten und Studieninhalte unterscheiden sich die Studiengänge meist zum Teil erheblich. Nutzen Sie daher die Möglichkeit und vergleichen Sie die Studienführer der Fernschulen untereinander. So haben Sie alle relevanten Informationen auf einen Blick vorliegen und können sich in Ruhe entscheiden.

Fordern Sie dazu gleich jetzt kostenlos und unverbindlich die NEUEN Studienführer 2025 bei den folgenden Fernschulen an:

 

Informationsmaterial-anzufordern

 

Jetzt kostenlos Broschüre anfordern und vergleichen!

NameFernschuleAbschlussQualitätZertifierter LehrgangStudienführer
SGDZertifikatInfomaterial bestellen
Fernakademie (FEB)ZertifikatInfomaterial bestellen
ILSZertifikatInfomaterial bestellen
LaudiusZertifikatInfomaterial bestellen

Die Berufskraftfahrer-Umschulung im Überblick

Wer Gefallen am Berufsbild des Berufskraftfahrers findet und darin seine Chance für einen beruflichen Neubeginn sieht, sollte sich Zeit nehmen, um sich mit der betreffenden Umschulung zu befassen. In der Regel erfolgt die Qualifizierung als Berufskraftfahrer/in hierzulande im Rahmen einer dualen Ausbildung. Alternativ kann man aber auch eine Umschulungsmöglichkeit nutzen und so den Quereinstieg schaffen.

Verschiedene Anbieter offerieren entsprechende Maßnahmen, die gewissermaßen als Nachqualifizierungen dienen. Der Ablauf kann je nach Lehrgangsform durchaus deutlich variieren, weshalb pauschale Angaben rund um die Berufskraftfahrer-Umschulung oftmals mit Vorsicht zu genießen sind. Passende, AZAV-zugelassene Anbieter lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden.

Unabhängig davon, ob man doch noch die Ausbildung zum Berufskraftfahrer nachholt oder eher an einer Umschulungsmaßnahme teilnimmt, ist die Qualifikation als Berufskraftfahrer/in gemäß der Berufskraftfahrer-Ausbildungsverordnung, kurz BKV, das Ziel. Um dieses zu erreichen, werden Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt, die für Berufskraftfahrer/innen im beruflichen Alltag von zentraler Bedeutung sind.

So stehen typischerweise die folgenden Inhalte auf dem Plan:

  • Sicherheit und Gesundheitsschutz
  • Verkehrssicherheit
  • Straßenverkehrsrecht
  • Fahrzeugpflege und Fahrzeugkontrolle
  • Fahrzeugwartung
  • Vorbereitung und Durchführung von Wartungen
  • Logistik
  • Planung und Organisation
  • Kommunikation
  • Qualitätssicherung

Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Umschulung zum Berufskraftfahrer

Neben den Inhalten sind die Rahmenbedingungen der Umschulung zum Berufskraftfahrer von großer Bedeutung und sollten bereits vorab recherchiert werden. Potenzielle Umschüler/innen sollten dabei allerdings auch beachten, dass es je nach Maßnahme teils große Unterschiede geben kann. Besondere schulische Voraussetzungen oder eine bestimmte Vorbildung werden dabei nicht verlangt, so dass die Berufskraftfahrer-Umschulung in der Regel für alle Interessierten offen ist. Für die Fahrerlaubnis der Klassen C und CE gilt ein Mindestalter, das im Rahmen einer geförderten Grundqualifikation aber bereits ab 18 Jahren greifen kann.

Umschüler/innen sollten dennoch die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • gesundheitliche Eignung
  • Freude am Fahren
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Orientierungsfähigkeit
  • Belastbarkeit
  • gute Reaktionsfähigkeit
  • Zuverlässigkeit

Wer der Dauer der Berufskraftfahrer-Umschulung auf den Grund gehen möchte, muss wissen, dass die duale Berufsausbildung mit drei Jahren veranschlagt wird. Die Umschulungsdauer kann dahingegen variieren und hängt von der Lehrgangsform, der Art der Qualifizierung und dem Anbieter ab. In der Praxis sind rund zwei Jahre üblich, verkürzte Maßnahmen sind bei entsprechender Vorerfahrung möglich.

Ob und in welchem Maße Kosten anfallen, lässt sich aufgrund der erheblichen Unterschiede nicht verallgemeinern. Grundsätzlich können schon einige Tausend Euro zusammenkommen, allein die Fahrerlaubnis der Klasse CE ist kostenintensiv. Befürwortet das Arbeitsamt die Maßnahme, wird es unter der Maßgabe des Sozialgesetzbuches nicht nur einer Kostenübernahme zustimmen, sondern zudem finanzielle Hilfen zum Lebensunterhalt bereitstellen. Mehr zum Thema Fördermöglichkeiten findet sich auch auf unserer Seite zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.

Die Umschulung führt zu einem anerkannten Abschluss
Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass es auf den ersten Blick nur einen Führerschein braucht, um als Berufskraftfahrer/in tätig zu werden, wird vielfach die Anerkennung dieser Qualifikation angezweifelt. Auch der Umstand, dass hier viele Quereinsteiger/innen anzutreffen sind, trägt zu diesem Eindruck bei.

Wer aber eine richtige Umschulung zum Berufskraftfahrer absolviert, holt im Zuge dessen die betreffende Berufsausbildung nach und erlangt einen anerkannten Berufsabschluss nach der Berufskraftfahrer-Ausbildungsverordnung. Ergänzend regelt das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz die Grundqualifikation und die wiederkehrende Weiterbildung. Eine offizielle Anerkennung ist somit gegeben, daran besteht kein Zweifel.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Berufskraftfahrer

Nach der Umschulung zum/zur Berufskraftfahrer/in ist man gut für den beruflichen Alltag gerüstet, kann sich aber auch auf unterschiedlichste Art und Weise weiterentwickeln. Ganz im Zeichen des lebenslangen Lernens kommen Berufskraftfahrer/innen folglich in den Genuss diverser Weiterbildungsmöglichkeiten. Dabei kann es sich beispielsweise um Kurse und Seminare zum Gefahrguttransport, zur Kraftfahrzeugtechnik oder zum Speditionswesen handeln. Verpflichtend ist zudem die regelmäßige Berufskraftfahrer-Weiterbildung nach Modul 95, die alle fünf Jahre aufzufrischen ist.

Außerdem gibt es unter anderem die folgenden Lehrgänge, die für eine höhere berufliche Qualifikation sorgen:

  • Techniker/in – Verkehrstechnik
  • Meister/in – Kraftverkehr
  • Techniker/in – Kraftfahrzeugtechnik
  • Fachwirt/in – Güterverkehr und Logistik
  • Technische/r Fachwirt/in

Die zunehmende Akademisierung geht zudem auch an Berufskraftfahrern nicht spurlos vorbei und eröffnet diesen spannende Studienmöglichkeiten. Hier bieten sich vor allem Fächer wie Logistik, Kraftfahrzeugtechnik und Verkehrsmanagement als Abendstudium, Fernstudium oder anderweitiges Teilzeitstudium neben dem Beruf an. Wer eher in Richtung Disposition und Auftragsabwicklung möchte, findet in der Umschulung zum Speditionskaufmann eine passende Anschlussperspektive.

Alternativen zur Umschulung zum Berufskraftfahrer

Die Umschulung zum Berufskraftfahrer ist gewissermaßen ein Ersatz für die duale Ausbildung und richtet sich an Erwachsene mit einer gewissen beruflichen Erfahrung. Es gibt allerdings auch Alternativen, die es in Betracht zu ziehen lohnt. Erwähnenswert ist unter anderem die beschleunigte Grundqualifikation als EU-Berufskraftfahrer/in, mit der ein schnellerer Einstieg in den Güter- oder Personenverkehr gelingt.

Zudem gibt es die folgenden Berufe, die als Umschulungsalternativen geeignet sein könnten:

Bei der Auswahl der richtigen Qualifizierung muss man sich mit den verschiedenen Berufsbildern befassen und ergründen, womit man die richtige Wahl trifft. Neben den individuellen Wünschen und Karriereplänen sollte man vor allem auf die Situation auf dem Arbeitsmarkt achten, schließlich soll die Umschulung dem beruflichen Neubeginn dienen.

So läuft die Umschulung zum LKW-Fahrer über das Arbeitsamt

Per Umschulung LKW-Fahrer/in zu werden, lässt sich mithilfe des Arbeitsamtes realisieren. Entsprechende Berufskraftfahrer/innen werden vielfach gesucht und haben somit gute Berufsaussichten. Dies wissen auch die Sachbearbeiter von Jobcenter und Arbeitsagentur.

Zunächst bedarf es einer ausführlichen Beratung, die dann zur Antragstellung führt. Gegebenenfalls wird noch die Eignung überprüft, bevor über die Umschulung zum Berufskraftfahrer entschieden wird. Wer das OK vom Arbeitsamt erhält, kann sich die betreffenden Führerscheine finanzieren lassen oder an einem Lehrgang zum Berufskraftfahrer teilnehmen. Neben der Kostenübernahme per Bildungsgutschein gibt es Hilfen zum Lebensunterhalt.

Wer die Umschulung über das Arbeitsamt absolvieren kann

Konkrete Vorgaben bezüglich der Zulassung zu einer Berufskraftfahrer-Umschulung über das Arbeitsamt gibt es nicht. Interessierte stellen sich daher immer wieder die Frage, ob sie eine Chance auf einen entsprechenden Berufswechsel inklusive Förderung haben.

Zunächst sollten sie wissen, dass die Zuständigkeit des Arbeitsamtes vor allem dann gegeben ist, wenn im bisherigen Job keine Perspektiven mehr bestehen. Außerdem sollte man gesundheitlich geeignet und flexibel sein und Freude am Fahren mitbringen. Entscheidend ist am Ende, dass die Maßnahme die Chancen auf dem Arbeitsmarkt spürbar verbessert.

Der Berufsalltag als Berufskraftfahrer

Der Arbeitstag beginnt für viele Berufskraftfahrer/innen mit der Abfahrtkontrolle: Reifen, Bremsen, Beleuchtung, Ladungssicherung und Betriebsflüssigkeiten werden geprüft, bevor es auf die Straße geht. Anschließend folgen die Touren, die je nach Einsatzgebiet vom Nahverkehr in der Region bis zu mehrtägigen Fernfahrten durch ganz Europa reichen. Neben dem eigentlichen Fahren gehören das Be- und Entladen, die Dokumentation von Frachtpapieren und die Einhaltung der Liefertermine zum Alltag.

Ein zentrales Thema sind die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten, die über den digitalen Fahrtenschreiber überwacht werden. Berufskraftfahrer/innen tragen eine hohe Verantwortung für Fahrzeug, Ladung und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer. Wer im Fernverkehr unterwegs ist, verbringt regelmäßig Nächte in der Fahrerkabine, während der Nahverkehr planbarere Arbeitszeiten und mehr Zeit zu Hause bietet. Diese Unterschiede sollten Umschüler/innen bei der Wahl des Einsatzbereichs berücksichtigen.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt

Der Bedarf an qualifizierten Berufskraftfahrer/innen ist seit Jahren hoch. In Deutschland fehlen zehntausende Fahrer/innen, und ein erheblicher Teil der aktiven Fahrer/innen nähert sich dem Rentenalter. Diese Altersstruktur sorgt dafür, dass in den kommenden Jahren viele Stellen frei werden und Nachwuchs dringend gebraucht wird. Für Umschüler/innen bedeutet das gute Einstellungschancen unmittelbar nach dem Abschluss.

Getragen wird die Nachfrage vor allem vom wachsenden Güterverkehr und vom Onlinehandel, der eine leistungsfähige Logistik erfordert. Speditionen, Handelsketten, Paketdienste und der öffentliche Personennahverkehr suchen gleichermaßen nach Personal. Wer zusätzliche Qualifikationen wie den ADR-Schein für Gefahrgut, Erfahrung im Kran- oder Tankbetrieb oder eine Fahrerlaubnis für Gelenkbusse mitbringt, verbessert seine Position zusätzlich. Offene Stellen lassen sich unter anderem über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit recherchieren.

So läuft die Abschlussprüfung ab

Die Umschulung zum Berufskraftfahrer endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK). Sie gliedert sich in einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Im schriftlichen Bereich werden Kenntnisse in Feldern wie Güterbeförderung, Sicherheit und Gesundheitsschutz sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft. Hier zeigt sich, ob die theoretischen Grundlagen aus dem Lehrgang sitzen.

Im praktischen Teil müssen die Prüflinge unter anderem eine Fahraufgabe absolvieren, ein Fahrzeug kontrollieren und typische Aufgaben aus dem Berufsalltag lösen. Voraussetzung für die Zulassung ist neben der Teilnahme an der Maßnahme der Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis. Wer besteht, erhält einen bundesweit anerkannten Abschluss, der den direkten Einstieg in den Beruf ermöglicht. Bei Nichtbestehen einzelner Teile ist eine Wiederholung möglich.

Häufige Fragen zur Umschulung zum Berufskraftfahrer

Wie lange dauert die Umschulung zum Berufskraftfahrer?
Die Umschulung dauert in der Regel rund zwei Jahre und damit etwa ein Jahr kürzer als die reguläre dreijährige Ausbildung. Die genaue Dauer hängt vom Anbieter, der Lehrgangsform und der jeweiligen Vorerfahrung ab. Bei einschlägiger Vorbildung sind auch verkürzte Maßnahmen möglich.
Zahlt das Arbeitsamt die Umschulung zum Berufskraftfahrer?
Ja. Befürwortet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Maßnahme, werden die Kosten inklusive Führerschein per Bildungsgutschein übernommen. Zusätzlich gibt es Leistungen zum Lebensunterhalt. Voraussetzung ist meist, dass die Umschulung die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert und die persönliche Eignung gegeben ist.
Welche Voraussetzungen gelten für die Umschulung?
Formale schulische Voraussetzungen gibt es nicht. Wichtig sind die gesundheitliche und charakterliche Eignung für das Führen großer Fahrzeuge, Freude am Fahren, Belastbarkeit und Zuverlässigkeit. Für die Fahrerlaubnis der Klassen C und CE gelten ein Mindestalter und eine ärztliche Untersuchung. Die genauen Bedingungen klärt man im Beratungsgespräch.
Was verdient man als Berufskraftfahrer nach der Umschulung?
Das Einstiegsgehalt liegt häufig zwischen 2.000 und 2.600 Euro brutto im Monat. Mit Berufserfahrung, zusätzlichen Fahrerlaubnisklassen und Qualifikationen wie dem ADR-Schein sind 2.800 bis 3.200 Euro und mehr möglich. Hinzu kommen oft Spesen sowie Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Fernfahrten.
Ist die Umschulung zum Berufskraftfahrer anerkannt?
Ja. Eine ordentliche Umschulung führt zu einem anerkannten Berufsabschluss nach der Berufskraftfahrer-Ausbildungsverordnung, geprüft vor der Industrie- und Handelskammer. Ergänzend regelt das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz die Grundqualifikation und die wiederkehrende Weiterbildung. Der Abschluss ist bundesweit gültig.
Welchen Führerschein braucht man als Berufskraftfahrer?
Für den Güterverkehr sind die Fahrerlaubnisklassen C beziehungsweise CE nötig, für die Personenbeförderung die Klassen D oder DE. Hinzu kommen die Grundqualifikation und die verpflichtende Berufskraftfahrer-Weiterbildung, die als Schlüsselzahl 95 im Führerschein eingetragen wird und alle fünf Jahre aufzufrischen ist.
Achtung! Tipp aus der Redaktion

Wenn es um eine Umschulung zum LKW-Fahrer beziehungsweise Berufskraftfahrer geht, spielen verschiedenste Aspekte eine zentrale Rolle. Interessierte sollten sich dessen bewusst sein und den Rechercheaufwand nicht scheuen. Zudem lohnt es sich, dem folgenden Tipp aus unserer Redaktion Aufmerksamkeit zu schenken.

Verwechseln Sie nicht die Arbeitsagentur mit dem Jobcenter!

Obwohl vor einigen Jahren eine grundlegende Reform stattfand, sprechen viele Menschen nach wie vor vom Arbeitsamt. Spätestens wenn die Umschulungspläne konkreter werden, muss man sich allerdings vergegenwärtigen, dass es heute die Arbeitsagentur und das Jobcenter gibt.

Wer sich beispielsweise zum LKW-Fahrer umschulen lassen möchte, muss daher unterscheiden und sich an die richtige Stelle wenden. Dazu muss man folgendes wissen:

  • Die Agentur für Arbeit richtet sich vornehmlich an Empfänger/innen von ALG I.
  • Das Jobcenter ist in erster Linie für Bürgergeld-Empfänger/innen zuständig.

Umschulung

Informationsportal rund um die Thematik Arbeitslosigkeit, Jobsuche und Weiterbildungsmöglichkeiten. Diese Website ist keine offizielle Website einer Arbeitsagentur oder einer anderen Behörde. mehr...