Umschulung Kaufmann im Einzelhandel - Quereinstieg ĂĽber das Arbeitsamt
Das Wichtigste in KĂĽrze
- Die Umschulung zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau im Einzelhandel fĂĽhrt in verkĂĽrzter Form (meist 2 statt 3 Jahre) zum anerkannten IHK-Abschluss.
- Sie richtet sich an Berufswechsler mit erstem Berufsabschluss – besondere Vorkenntnisse im Handel sind nicht nötig.
- Das Arbeitsamt übernimmt bei Förderung über den Bildungsgutschein die Lehrgangskosten; der Lebensunterhalt läuft über Arbeitslosengeld weiter.
- Ausbildungsinhalte reichen von Verkauf und Kundenberatung ĂĽber Warenwirtschaft bis zu Rechnungswesen und Marketing.
- Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt liegt je nach Region und Betrieb grob zwischen 22.000 und 34.000 Euro.
Eine Umschulung zum Kaufmann im Einzelhandel fĂĽhrt Berufswechsler in etwa zwei Jahren zum anerkannten IHK-Berufsabschluss – meist in auĂźerbetrieblicher Form mit begleitenden Praktika und bei Förderfähigkeit finanziert ĂĽber den Bildungsgutschein des Arbeitsamtes. Sie eignet sich fĂĽr Menschen, die ihren alten Beruf nicht mehr ausĂĽben können oder wollen und Interesse an einer Tätigkeit im Handel mitbringen.
Ohne einschlägige Qualifikation bleiben Quereinsteigern im Handel zwar oft einfache Verkaufstätigkeiten offen, echte Aufstiegschancen aber größtenteils verwehrt. Der Berufsabschluss im Rahmen einer Zweitausbildung schafft hier Abhilfe und legt den Grundstein für einen beruflichen Neuanfang.
Berufsbild und Verdienstmöglichkeiten im Einzelhandel
Kaufleute im Einzelhandel kümmern sich in erster Linie um den Verkauf der angebotenen Waren. Ihr Aufgabenspektrum reicht von der Sortimentsgestaltung über den Einkauf und die Lagerhaltung bis hin zum Marketing. Die Kundenberatung gehört ebenso wie die Organisation zu den typischen Tätigkeiten von Einzelhandelskaufleuten.
Sie sorgen folglich dafür, dass der Handel überhaupt bestehen und funktionieren kann. Dass sich vor allem in den folgenden Bereichen Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben, ist daher kein Wunder:
- Supermärkte und Discounter
- Baumärkte
- Modegeschäfte und Kaufhäuser
- Fachgeschäfte und Filialketten
- Versand- und Onlinehandel
Für Interessierte an einer Einzelhandelskaufmann-Umschulung ist es ebenfalls wichtig zu wissen, wie es finanziell während der Berufstätigkeit aussieht. Dass im Einzelfall gewisse Unterschiede bestehen, liegt in der Natur der Sache und hängt von Region, Betriebsgröße und Tarifbindung ab.
Zur groben Orientierung kann von einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt zwischen rund 22.000 Euro und 34.000 Euro ausgegangen werden. In tarifgebundenen Betrieben und mit zusätzlicher Verantwortung, etwa als Abteilungs- oder Substitut, sind höhere Bezüge möglich.
Umschulung per Fernstudium - bis zu 100% gefördert vom Arbeitsamt
Bei all unseren Fernschulen haben Sie die Möglichkeit, ein kostenloses vierwöchiges Probestudium zu absolvieren. So können Sie schon im Vorfeld ganz unverbindlich testen, ob das ausgewählte Fernstudium zu Ihnen passt und Sie die richtige Fernschule und den perfekten Studiengang für sich ausgesucht haben.
Doch die Wahl fällt oft schwer, denn insbesondere hinsichtlich Dauer, Kosten und Studieninhalte unterscheiden sich die Studiengänge meist zum Teil erheblich. Nutzen Sie daher die Möglichkeit und vergleichen Sie die Studienführer der Fernschulen untereinander. So haben Sie alle relevanten Informationen auf einen Blick vorliegen und können sich in Ruhe entscheiden.
Fordern Sie dazu gleich jetzt kostenlos und unverbindlich die NEUEN StudienfĂĽhrer 2025 bei den folgenden Fernschulen an:
Jetzt kostenlos BroschĂĽre anfordern und vergleichen!
| Name | Fernschule | Abschluss | Qualität | Zertifierter Lehrgang | Studienführer |
|---|---|---|---|---|---|
| SGD | ![]() | Zertifikat | ![]() | Infomaterial bestellen | |
| Fernakademie (FEB) | ![]() | Zertifikat | ![]() | Infomaterial bestellen | |
| ILS | ![]() | Zertifikat | ![]() | Infomaterial bestellen | |
| Laudius | ![]() | Zertifikat | ![]() | Infomaterial bestellen |
Ablauf der Umschulung zum Kaufmann im Einzelhandel
Die Umschulung zum Einzelhandelskaufmann beziehungsweise zur Einzelhandelskauffrau führt Menschen aus anderen Berufen zum Berufsabschluss als Kaufmann/-frau im Einzelhandel. Dadurch werden sie zu gefragten Fachkräften für den Handel und können hier mitunter Karriere machen.
Da es hinsichtlich des Abschlusses und dessen Anerkennung keine Unterschiede zur regulären Ausbildung gibt, widmen sich auch Umschüler den folgenden typischen Ausbildungsinhalten:
- Betriebswirtschaftslehre
- Warenannahme und Warenwirtschaft
- Lagerwirtschaft
- Verkauf und Kundenberatung
- Einkauf und Sortimentsgestaltung
- Kundenkommunikation und Beschwerdemanagement
- Organisation und Warenpräsentation
- Rechnungswesen und Kalkulation
- Personalwesen
- Rechtliche Grundlagen
Hinsichtlich des Ablaufs hebt sich die Umschulung jedoch maßgeblich von der dualen Berufsausbildung ab. Umschulungsmaßnahmen kommen für gewöhnlich außerbetrieblich daher und präsentieren sich als Lehrgänge, die an Schulunterricht erinnern.
Einzelne Praktika in Handelsbetrieben sorgen allerdings dafür, dass auch die berufliche Praxis des Einzelhandels in ausreichendem Maße beachtet wird. Wer die Umschulung über einen Betrieb absolviert, sammelt die Praxiserfahrung direkt am Arbeitsplatz. Der Abschluss erfolgt in beiden Fällen über die Prüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK).
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Umschulung
Wer sich zum Kaufmann im Einzelhandel umschulen lassen möchte, benötigt keine bestimmte Vorbildung oder Erfahrungen im Handel. Umschüler sollten allerdings einen ersten Berufsabschluss oder eine mehrjährige Berufstätigkeit vorweisen können, denn andernfalls fehlt die formale Grundlage für eine geförderte Zweitausbildung.
Ebenfalls zu beachten ist, dass die duale Ausbildung zwar drei Jahre dauert, die Einzelhandelskaufmann-Umschulung aber nur mit rund zwei Jahren zu veranschlagen ist. Die VerkĂĽrzung ergibt sich daraus, dass UmschĂĽler bereits Berufs- und Lebenserfahrung mitbringen und der Unterricht kompakter organisiert ist.
Private Lehrgangsanbieter erheben GebĂĽhren fĂĽr die auĂźerbetriebliche Umschulung zum Einzelhandelskaufmann. Zudem nimmt die MaĂźnahme viel Zeit in Anspruch, sodass sich UmschĂĽler fragen mĂĽssen, wie sie ihren Lebensunterhalt finanzieren.
Hinsichtlich der Finanzierung kann das Arbeitsamt Antworten liefern: Bei einer Förderung der Maßnahme werden die Umschulungskosten durch den Bildungsgutschein übernommen und die Lebenshaltungskosten durch den weiteren Bezug von Arbeitslosengeld gewährleistet. Zugelassene Lehrgänge und Anbieter lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit recherchieren. Wer den Weg über das Arbeitsamt genau kennenlernen möchte, findet im Ratgeber zur Umschulung über das Arbeitsamt alle Schritte im Überblick.
So fördert das Arbeitsamt die Umschulung
Die Kosten der Zweitausbildung zum Einzelhandelskaufmann können erheblich sein. Mehrere Tausend Euro Lehrgangsgebühren und der laufende Lebensunterhalt sorgen für eine spürbare finanzielle Belastung. Vor allem Berufswechsler, die in ihrem alten Job Perspektivlosigkeit erlebt haben, können sich derartige Ausgaben zumeist nicht leisten.
Eine Förderung der Maßnahme ist somit für viele unverzichtbar. Häufig springt hier das Arbeitsamt ein und fördert die berufliche Qualifizierung für den Quereinstieg. Die Förderung setzt sich dann aus den folgenden Elementen zusammen:
- Bildungsgutschein fĂĽr die Lehrgangskosten
- Weiterzahlung von Arbeitslosengeld fĂĽr den Lebensunterhalt
- ggf. Ăśbernahme von Fahrt- und Kinderbetreuungskosten
Ob eine Förderung gewährt wird, entscheidet die Arbeitsagentur oder das Jobcenter im Einzelfall nach einem Beratungsgespräch. Grundlage ist meist, dass ohne die Umschulung Arbeitslosigkeit droht oder fortbesteht. Weitere Qualifizierungswege stellt der Ratgeber zur Weiterbildung über das Arbeitsamt vor.
Alternativen zur Einzelhandelskaufmann-Umschulung
Die Umschulung zum Einzelhandelskaufmann kann eine interessante Möglichkeit für einen beruflichen Neuanfang sein. Gleichzeitig existieren aber auch diverse Umschulungsalternativen, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. Hier sind unter anderem die folgenden Ausbildungsberufe zu nennen, die ebenfalls per Umschulung erlernt werden können:
- Verkäufer als kürzere, zweijährige Handelsausbildung
- Kaufmann fĂĽr GroĂź- und AuĂźenhandelsmanagement
- Industriekaufmann mit stärkerem betriebswirtschaftlichen Fokus
- Kaufmann/-frau im E-Commerce fĂĽr den Onlinehandel
Wer eher im Büro als am Verkaufstresen arbeiten möchte, findet mit der Umschulung zum Kaufmann für Büromanagement eine weitere kaufmännische Alternative.
Weiterbildungsmöglichkeiten für Kaufleute im Einzelhandel
Obwohl dank verschiedener Alternativen eine gewisse Auswahl besteht, entscheiden sich viele Menschen bewusst fĂĽr eine Umschulung zur Einzelhandelskauffrau beziehungsweise zum Einzelhandelskaufmann. Mit dem betreffenden Abschluss kann man sich als Fachkraft im Handel etablieren und so gute Jobchancen sichern.
All diejenigen, die dabei gewisse Ambitionen verfolgen, sollten das lebenslange Lernen nutzen und beispielsweise an die folgenden Weiterbildungsmöglichkeiten denken:
- Handelsfachwirt/in
- Fachwirt/in – Vertrieb im Einzelhandel
- Fachwirt/in – E-Commerce
- Handelsbetriebswirt/in
- Wirtschaftsfachwirt/in
DarĂĽber hinaus lohnt sich auch ein berufsbegleitendes Studium anstelle einer klassischen Fortbildung.
Kaufleute im Einzelhandel können per Fernstudium, Abendstudium oder Teilzeitstudium nebenbei studieren und im Zuge dessen in BWL, Wirtschaftswissenschaften, Marketing oder Handelsmanagement den grundständigen Bachelor beziehungsweise weiterführenden Master anstreben.
Berufsbegleitende Ausbildung als Umschulungsalternative
Interessierte an einem Quereinstieg im Einzelhandel sollten nicht nur klassische Umschulungsmaßnahmen betrachten, sondern auch die Möglichkeit einer berufsbegleitenden Ausbildung in Betracht ziehen.
Im Zuge dessen erhalten sie die fundierte Ausbildung in Teilzeit und können so trotz privater Verpflichtungen den Grundstein für den beruflichen Neuanfang legen.
Vor allem Menschen, die sich um die eigenen Kinder oder einen pflegebedürftigen Angehörigen kümmern, dürften diese Möglichkeit sehr zu schätzen wissen. Die Teilzeitform verlängert die Ausbildungsdauer zwar, senkt aber die wöchentliche Belastung deutlich.
Der Berufsalltag als Kaufmann im Einzelhandel
Der Arbeitstag im Einzelhandel beginnt für Kaufleute häufig vor der eigentlichen Öffnungszeit. Waren werden angenommen, geprüft und in die Regale einsortiert, die Verkaufsfläche wird für den Kundenandrang vorbereitet. Auszeichnung, Warenpräsentation und die Kontrolle von Mindesthaltbarkeitsdaten oder Beständen gehören zur täglichen Routine.
Sobald das Geschäft geöffnet ist, rückt die Kundenberatung in den Mittelpunkt. Kaufleute im Einzelhandel informieren über Produkte, geben Kaufempfehlungen, bearbeiten Reklamationen und kassieren an der Kasse. Zwischen den Beratungsgesprächen kümmern sie sich um das Auffüllen der Ware, um Preisauszeichnungen und um die Ordnung im Verkaufsraum.
Je nach Position kommen kaufmännische Aufgaben hinzu: Bestellungen auslösen, Lieferungen kontrollieren, Umsätze auswerten oder Werbe- und Rabattaktionen planen. Wer Verantwortung übernimmt, führt zudem Mitarbeiter an, erstellt Dienstpläne und sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Der Beruf verlangt damit einen ständigen Wechsel zwischen Kundenkontakt, Organisation und Zahlenarbeit.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Der Einzelhandel gehört zu den größten Arbeitgebern in Deutschland und bietet Kaufleuten bundesweit vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Trotz des wachsenden Onlinehandels bleiben stationäre Geschäfte, Filialketten und Fachmärkte auf qualifiziertes Verkaufspersonal angewiesen. Wer über einen anerkannten Abschluss verfügt, hat gegenüber ungelernten Kräften klare Vorteile bei Einstellung und Aufstieg.
Gefragt sind zunehmend Mitarbeiter, die sowohl den klassischen Verkauf als auch digitale Vertriebskanäle beherrschen. Kenntnisse in Warenwirtschaftssystemen, im Onlinehandel und in der Kundenbetreuung über mehrere Kanäle hinweg erhöhen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich. Auch der Fachkräftemangel spielt Einzelhandelskaufleuten in vielen Regionen in die Hände.
Mit Berufserfahrung und Weiterbildung stehen Wege zur Substitutin, zur Abteilungsleitung oder zur Filialleitung offen. Wer sich auf ein Warensegment spezialisiert, etwa auf Lebensmittel, Bau- und Heimwerkerbedarf oder Mode, verbessert seine Position zusätzlich. Der Beruf bietet damit eine solide Grundlage für eine langfristige Laufbahn im Handel.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Die Umschulung zum Kaufmann im Einzelhandel endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Sie ist inhaltlich und formal mit der regulären Ausbildungsprüfung identisch, sodass der Abschluss vollwertig anerkannt wird. Bereits während der Ausbildung wird häufig eine gestreckte Prüfung abgelegt, deren Teile in die Endnote einfließen.
Der schriftliche Teil umfasst typischerweise die Bereiche Geschäftsprozesse im Einzelhandel, Warenwirtschaft und Warenbewegung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Hier werden kaufmännisches Grundwissen, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und rechtliche Grundlagen abgefragt.
Im praktischen Teil steht ein fallbezogenes Fachgespräch im Mittelpunkt, in dem der Prüfling eine typische Situation aus dem Verkauf oder der Kundenberatung bearbeitet. Wer alle Prüfungsteile besteht, erhält den anerkannten IHK-Abschluss und darf sich Kaufmann bzw. Kauffrau im Einzelhandel nennen. Zur Vorbereitung bieten viele Lehrgangsträger Prüfungssimulationen und Wiederholungskurse an.
Häufige Fragen zur Umschulung Kaufmann im Einzelhandel
Die Entwicklung guter Perspektiven liegt Berufswechslerinnen und Berufswechslern besonders am Herzen. Nach einigen Rückschlägen im alten Beruf soll der neue Beruf endlich bessere Zeiten ermöglichen. Dass sich für Kaufleute im Einzelhandel immer wieder Jobchancen ergeben, ist zudem Tatsache. Dennoch sollten Interessierte auch dem folgenden Tipp aus unserer Redaktion Beachtung schenken, damit der Neustart unter guten Voraussetzungen gelingt.
Spezialisieren Sie sich im Bereich des Handels
Ausgebildete Kaufleute im Einzelhandel sind mehr oder weniger Generalisten im Einzelhandel. Aus aktuellen Stellenanzeigen geht oftmals hervor, dass sich Spezialkenntnisse bewähren können.
Außerdem tragen zusätzliche Qualifikationen dem lebenslangen Lernen Rechnung. Umschüler haben zudem die Gelegenheit, aus der Not eine Tugend zu machen: Ihre Kenntnisse und Kompetenzen aus dem alten Beruf können möglicherweise die Basis für Schwerpunkte als Einzelhandelskaufleute bilden.






