Weiterbildung Projektmanagement
Das Projektmanagement ist in vielen Branchen überaus relevant und dennoch ein Teilgebiet, dem beispielsweise im Rahmen von Berufsausbildungen relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dadurch wird viel Potenzial verschenkt, denn mit der richtigen Qualifikation lässt sich hier durchaus Karriere machen. Eine Weiterbildung Projektmanagement ist somit die ideale Wahl für all diejenigen, die an einer Laufbahn als Projektmanager/in interessiert sind und den notwendigen Ehrgeiz mitbringen, um sich entsprechend zu qualifizieren.
Auf der Suche nach der richtigen Projektmanagement-Weiterbildung werden Interessierte mit unterschiedlichsten Qualifizierungen konfrontiert: vom kompakten Zertifikatskurs über die IHK-Fortbildung bis zum berufsbegleitenden Studium. Eine Beratung bei der Agentur für Arbeit, das Anfordern von Informationsmaterial und eine eigenständige Recherche sind hier das A und O und verschaffen einen guten Überblick. Es lohnt sich, einen gewissen Aufwand zu betreiben, um die richtigen Weichen zu stellen und die passende Zertifizierung zu wählen.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Projektmanager/innen planen, steuern und überwachen Projekte über alle Phasen hinweg und arbeiten branchenübergreifend, von IT über Bau bis Pharma.
- Die Weiterbildung reicht vom Zertifikatskurs (wenige Tage bis Wochen) über die anerkannte IHK-Fortbildung bis zu den Zertifizierungen nach GPM/IPMA, PMI oder PRINCE2.
- Formale Voraussetzungen sind meist gering; entscheidend sind Berufserfahrung, organisatorisches Geschick und Grundwissen aus BWL oder Technik.
- Bei Arbeitslosigkeit kann die Agentur für Arbeit die Kosten per Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) voll übernehmen; Beschäftigte werden über das Qualifizierungschancengesetz gefördert.
- Das Jahresgehalt liegt je nach Erfahrung und Branche üblicherweise zwischen rund 50.000 und 70.000 Euro brutto, in Senior- und IT-Positionen auch deutlich darüber.
Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium
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Inhaltsverzeichnis
- Projektmanager steuern Projekte über alle Phasen hinweg
- Die Weiterbildung vermittelt Methoden, Werkzeuge und Führungskompetenz
- Von der Anpassungsqualifizierung bis zur Aufstiegsfortbildung
- GPM, PMI und PRINCE2 prägen die anerkannten Zertifizierungen
- Die Voraussetzungen sind niedrig, Erfahrung zählt mehr als Abschlüsse
- Dauer und Ablauf richten sich nach Vollzeit, Teilzeit oder Fernkurs
- Bildungsgutschein und Qualifizierungschancengesetz senken die Kosten
- Ein berufsbegleitendes Studium vertieft das Projektmanagement
- Karriere und Gehalt im Projektmanagement
- Auf AZAV-Zulassung und anerkannte Zertifikate achten
- Häufige Fragen zur Weiterbildung Projektmanagement

Projektmanager steuern Projekte über alle Phasen hinweg
Das Projektmanagement bietet viel Entwicklungspotenzial für ambitionierte Fach- und Führungskräfte und eignet sich daher bestens als Gegenstand der einen oder anderen Weiterbildung. Zunächst stellt sich Interessierten allerdings die Frage, worin die typischen Tätigkeiten eines Projektmanagers bestehen. Grundsätzlich sind Projektmanager/innen für die Planung und Steuerung von Projekten zuständig.
Sie begleiten alle Phasen und zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Überblick behalten. Die Koordination verschiedener Projektphasen und Maßnahmen zur Umsetzung eines Projektes gehören ebenso zum Arbeitsalltag wie die Kontrolle von Terminen, Budgets und Qualität. Gleichzeitig bekleiden Projektmanager/innen eine Schlüsselposition zwischen den einzelnen Abteilungen und der Unternehmensführung, wo sie als Vermittler und Motivator gefragt sind.
Zu den zentralen Aufgaben im Projektmanagement zählen typischerweise:
- Projektziele definieren, Anforderungen klären und den Projektauftrag abstimmen
- Zeit-, Ressourcen- und Kostenpläne erstellen und laufend fortschreiben
- Aufgaben an das Team verteilen und den Fortschritt kontrollieren
- Risiken frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten
- Stakeholder informieren, Meetings moderieren und Berichte erstellen
- das Projekt abschließen, dokumentieren und Erfahrungen für Folgeprojekte sichern
Dass das Projektmanagement ein wichtiger Geschäftsbereich ist, steht angesichts dieser Aufgaben und Zuständigkeiten außer Frage. Entsprechende Fachkräfte sind im Allgemeinen auf keine bestimmte Branche festgelegt und finden in nahezu allen Bereichen spannende Karrierechancen vor. Zu nennen sind hier beispielsweise die folgenden Bereiche, in denen das Projektmanagement besonders relevant ist:
- Logistik
- Pharma-Industrie
- Unternehmensberatung
- IT-Branche
- Automobilindustrie
- Bauwesen
Die Weiterbildung vermittelt Methoden, Werkzeuge und Führungskompetenz
Eine gute Projektmanagement-Weiterbildung verbindet fachliches Handwerkszeug mit den sozialen Kompetenzen, die im Projektalltag über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Die Lehrpläne unterscheiden sich je nach Anbieter und Zertifizierung, doch ein solider Kern findet sich fast überall. Vermittelt werden zunächst die Grundlagen des Projektmanagements: Was ist ein Projekt, welche Phasen durchläuft es, und wie werden Ziele messbar formuliert.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf den Methoden. Klassische, plangetriebene Ansätze wie das Wasserfallmodell und der PMI-Standard stehen dabei agilen Vorgehensweisen wie Scrum und Kanban gegenüber. Immer häufiger wird auch hybrides Projektmanagement gelehrt, das beide Welten kombiniert. Hinzu kommen praktische Werkzeuge wie Gantt-Diagramme, Netzplantechnik, Meilensteinplanung und der Umgang mit Projektsoftware.
Typische Inhalte einer Weiterbildung im Projektmanagement sind:
- Projektinitiierung, Zieldefinition und Anforderungsanalyse
- Termin-, Ressourcen- und Kostenplanung inklusive Projektcontrolling
- Risiko- und Qualitätsmanagement im Projekt
- agile Methoden (Scrum, Kanban) sowie klassische und hybride Ansätze
- Teamführung, Kommunikation, Moderation und Konfliktlösung
- Stakeholder-Management und Präsentation von Projektergebnissen
Gerade die sogenannten Soft Skills sind nicht zu unterschätzen. Wer ein Projektteam führt, muss motivieren, delegieren und bei Konflikten vermitteln können. Deshalb nehmen Kommunikation und Führung in vielen Lehrgängen breiten Raum ein und werden häufig in Rollenspielen oder Fallstudien geübt.
Von der Anpassungsqualifizierung bis zur Aufstiegsfortbildung
All diejenigen, die sich für das Projektmanagement als Tätigkeitsfeld interessieren, können mithilfe einer entsprechenden Qualifizierung den Grundstein für eine spätere Karriere legen. Daher ist es immens wichtig, die Weiterbildungsmöglichkeiten zu kennen. Grundsätzlich muss man zwischen Anpassungsqualifizierungen und Aufstiegsfortbildungen differenzieren. Einerseits gibt es gravierende Unterschiede, andererseits kann es sich in beiden Fällen um vielversprechende Weiterbildungen im Bereich Projektmanagement handeln.
Anpassungsqualifizierungen im Projektmanagement
Wer auf eine Zusatzqualifikation auf dem Gebiet Projektmanagement aus ist, um künftig mehr Aufgaben übernehmen zu können, die einem Projektmanager obliegen, kann von einem Seminar, Workshop oder ähnlichem Kurs profitieren. Dabei geht es um die Erweiterung, Auffrischung oder Spezialisierung des vorhandenen Wissens, so dass von einer Anpassung der fachlichen Kompetenz die Rede sein kann. Beliebte Themen für solche Anpassungsqualifizierungen im Projektmanagement sind unter anderem:
- Controlling
- Personal
- Organisation
- Kommunikation
Aufstiegsfortbildungen im Projektmanagement
Das Projektmanagement ist vielfach auch Gegenstand von Fortbildungen, die einen höheren beruflichen Abschluss bieten. Im Zuge dessen können die Teilnehmenden eine anerkannte Qualifikation erlangen und darauf ihre weitere Karriere aufbauen. Ein beruflicher Aufstieg lässt sich beispielsweise mithilfe der folgenden Weiterbildungen bewerkstelligen:
- Projektmanagement IHK
- Projektmanager/in GPM (nach IPMA-Standard)
- Projektmanager/in PMI
- PRINCE2-Zertifizierung
Wer aus einem verwandten Bereich kommt, findet auch dort geeignete Aufstiegswege. Interessant sind etwa die Weiterbildung zum Betriebswirt, zum Fachwirt oder eine Spezialisierung im Prozessmanagement, das eng mit dem Projektmanagement verzahnt ist.
GPM, PMI und PRINCE2 prägen die anerkannten Zertifizierungen
Insbesondere im Zusammenhang mit fordernden Fortbildungen stellen sich Interessierte am Projektmanagement vielfach die Frage, was der betreffende Abschluss wert ist. Es ist zwar zutreffend, dass jeder Kenntnisgewinn von Vorteil ist, aber erst durch ein anerkanntes Zertifikat kann man nachhaltig auf der Karriereleiter aufsteigen. Am Markt haben sich einige Standards etabliert, die Arbeitgeber kennen und schätzen. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Zertifizierungen ein:
Wird ein Zertifikat einer dieser Institutionen erlangt, bestehen hinsichtlich der Anerkennung in der Regel keine Bedenken. Welche Zertifizierung am besten passt, hängt von der Branche und den beruflichen Zielen ab: In deutschen Mittelstandsunternehmen ist GPM weit verbreitet, im internationalen Umfeld dominiert PMP, und in der IT sind agile Zertifikate wie Scrum Master gefragt.
Die Voraussetzungen sind niedrig, Erfahrung zählt mehr als Abschlüsse
Die formalen Zugangsvoraussetzungen für eine Weiterbildung im Projektmanagement sind in den meisten Fällen überschaubar. Ein bestimmter Schulabschluss ist für einführende Zertifikatskurse häufig nicht vorgeschrieben. Entscheidend sind vielmehr eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium sowie einschlägige Berufserfahrung, denn Projektmanagement lebt von der praktischen Anwendung.
Für höherwertige Zertifizierungen gelten teils genauere Anforderungen. Die PMP-Zertifizierung des PMI setzt beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Stunden nachgewiesener Projekterfahrung voraus. Bei den GPM-Levels steigen die Anforderungen an nachgewiesene Verantwortung von Level D bis A deutlich an. Für einführende Kurse und den Scrum Master genügen hingegen meist Interesse und Grundverständnis.
Persönlich sollten angehende Projektmanager/innen einige Eigenschaften mitbringen: organisatorisches Geschick, analytisches Denken, Kommunikationsstärke, Durchsetzungsvermögen und die Fähigkeit, auch unter Termindruck den Überblick zu behalten. Wer bereits Teilprojekte oder kleine Teams geleitet hat, bringt eine ideale Ausgangsbasis mit.
Dauer und Ablauf richten sich nach Vollzeit, Teilzeit oder Fernkurs
Wie lange eine Projektmanagement-Weiterbildung dauert, hängt stark von Umfang und Format ab. Ein kompakter Zertifikatskurs kann in wenigen Tagen absolviert sein, während eine umfassende Aufstiegsfortbildung mehrere Monate in Anspruch nimmt. Wer sich neben dem Beruf qualifiziert, wählt in der Regel eine Teilzeit- oder Fernvariante und verteilt den Lernaufwand über einen längeren Zeitraum.
Viele Anbieter kombinieren Selbstlernphasen mit Präsenz- oder Live-Online-Terminen und schließen mit einer Prüfung ab. Vollzeitmaßnahmen für Arbeitsuchende sind oft so getaktet, dass sie sich mit einer Umschulung oder einer geförderten Qualifizierung kombinieren lassen.
Bildungsgutschein und Qualifizierungschancengesetz senken die Kosten
Die Kosten einer Projektmanagement-Weiterbildung variieren erheblich: Ein kurzer Zertifikatskurs kann einige Hundert Euro kosten, umfangreiche Lehrgänge mit renommierter Zertifizierung bewegen sich schnell im vierstelligen Bereich. Die gute Nachricht ist, dass niemand diese Summen zwangsläufig allein tragen muss. Es gibt mehrere Förderwege, die je nach persönlicher Situation infrage kommen.
Förderwege im Überblick
Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, sollte zuerst mit der Agentur für Arbeit sprechen. Über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III kann die Agentur die kompletten Kosten einer zugelassenen Maßnahme übernehmen, wenn die Weiterbildung die Vermittlungschancen verbessert. Voraussetzung ist ein persönliches Beratungsgespräch, in dem die Notwendigkeit festgestellt wird. Details dazu, wie die Finanzierung im Einzelnen abläuft, erklärt unser Ratgeber So wird die Weiterbildung vom Arbeitsamt bezahlt.
Beschäftigte, die im Job bleiben und sich weiterentwickeln möchten, werden über das Qualifizierungschancengesetz gefördert. Hier läuft die Förderung über den Arbeitgeber, der je nach Betriebsgröße einen Zuschuss zu den Lehrgangskosten und teils auch zum Arbeitsentgelt erhält. Handelt es sich um eine anerkannte Aufstiegsfortbildung, etwa mit IHK-Abschluss, kommt zusätzlich das Aufstiegs-BAföG in Betracht.
Wer während einer Weiterbildung über das Jobcenter Grundsicherungsgeld bezieht, kann seit der Reform ein monatliches Weiterbildungsgeld von 150 Euro erhalten. Ein zulässiger Minijob bis 603 Euro monatlich bleibt daneben möglich, ohne dass die Förderung entfällt; ein Freibetrag sorgt dafür, dass sich Zuverdienst lohnt.
Ein berufsbegleitendes Studium vertieft das Projektmanagement
Wenn es um anerkannte und vielversprechende Qualifizierungen auf dem Gebiet des Projektmanagements geht, darf die Möglichkeit eines Studiums nicht außer Acht gelassen werden. Für Berufstätige ist ein berufsbegleitendes Studium eine ausgezeichnete Wahl und zeigt auf, dass man auch per Fernstudium, Abendstudium oder anderweitigem Teilzeitstudium den Bachelor oder Master erlangen kann. Vor allem die folgenden Fächer passen bestens zu einer Projektmanager-Karriere:
- BWL
- Wirtschaftsingenieurwesen
- Projektmanagement
- Unternehmensführung
- Projektingenieurwesen
Ein Studium ist zwar zeitintensiver als ein Zertifikatskurs, öffnet aber Türen zu höheren Führungspositionen und schafft eine breite betriebswirtschaftliche oder technische Basis. Für viele ist der Mittelweg attraktiv: erst eine kompakte Zertifizierung für den Einstieg, später ein berufsbegleitendes Studium für den weiteren Aufstieg.
Karriere und Gehalt im Projektmanagement
Neben attraktiven Aufgaben bietet das Projektmanagement interessante Verdienstmöglichkeiten. Je nach Einsatzbereich, Position und Qualifikation kann es zwar Unterschiede geben, aber grundsätzlich lässt sich das durchschnittliche Jahresgehalt auf rund 50.000 bis 70.000 Euro brutto beziffern. In der IT-Branche, bei großen Konzernen und in Senior-Positionen sind deutlich höhere Gehälter üblich, während Einsteiger zunächst darunter liegen.
Die Karrierewege sind vielfältig. Wer als Projektmitarbeiter beginnt, kann sich zum Projektleiter, weiter zum Programm- oder Portfoliomanager und schließlich in die Bereichs- oder Geschäftsleitung entwickeln. Weil praktisch jede Branche Projekte durchführt, bleibt die Nachfrage nach qualifizierten Projektmanagern stabil hoch. Gerade agile Kompetenzen und Erfahrung mit digitalen Projekten sind derzeit besonders gefragt.
Wer sich noch nicht sicher ist, ob das Projektmanagement der richtige Weg ist, sollte auch verwandte Felder in Betracht ziehen. Weiterbildungen im Qualitätsmanagement oder im Prozessmanagement teilen viele Grundlagen mit dem Projektmanagement und eröffnen ähnliche Karrierechancen. So sichern sich Interessierte eine größere Auswahl und können schlussendlich fundiert entscheiden. Einen Gesamtüberblick über geförderte Qualifizierungen bietet unsere Hub-Seite zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Auf AZAV-Zulassung und anerkannte Zertifikate achten
Der Markt für Projektmanagement-Weiterbildungen ist groß und unübersichtlich. Bei der Auswahl des passenden Anbieters lohnt sich ein prüfender Blick. Wer eine Förderung über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter nutzen möchte, muss zwingend einen Kurs wählen, der nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert ist. Nur solche Maßnahmen können per Bildungsgutschein bezahlt werden.
Darüber hinaus helfen einige Kriterien bei der Entscheidung:
- Führt der Kurs zu einem anerkannten Zertifikat (GPM, PMI, PRINCE2, IHK)?
- Ist der Anbieter AZAV-zugelassen, wenn eine Förderung geplant ist?
- Passen Format und Zeitmodell zur eigenen Lebenssituation?
- Wie hoch ist der Praxisanteil, und gibt es Übungen an realen Fallbeispielen?
- Welche Qualifikation und Erfahrung bringen die Dozenten mit?
Ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit und das Anfordern von kostenlosem Informationsmaterial verschiedener Anbieter sind der beste Weg, um Angebote zu vergleichen und die richtige Wahl zu treffen.