Weiterbildung Prozessmanagement
Wer per Weiterbildung im Prozessmanagement Karriere machen möchte, sollte die vielfältigen Qualifizierungswege kennen und sich gründlich mit dem Prozessmanagement als Tätigkeitsfeld auseinandersetzen. Vom eintägigen Seminar über zertifizierte IHK-Lehrgänge bis zum berufsbegleitenden Studium reicht das Angebot - je nach Vorbildung, Ziel und Zeitbudget passt ein anderer Weg.
Grundsätzlich lohnt es sich, eigenständig zu recherchieren, mit verschiedenen Anbietern in Kontakt zu treten und aktuelle Stellenangebote zu studieren. Auch eine ausführliche Beratung beim Arbeitsamt kann sehr aufschlussreich sein, gerade wenn eine Förderung über einen Bildungsgutschein in Frage kommt. Im Idealfall nutzt man mehrere Informationsquellen und verschafft sich so einen Überblick über das Potenzial von Prozessmanagement-Weiterbildungen.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Prozessmanagement plant, steuert und optimiert Geschäftsprozesse - gefragt in IT, Logistik, Gesundheitswesen, Finanzen und Industrie.
- Qualifizierungswege reichen vom Kurzseminar über IHK-Zertifikatslehrgänge (Fachkraft/Prozessmanager IHK, Six Sigma) bis zum berufsbegleitenden Studium.
- Ein IHK-Zertifikatslehrgang dauert je nach Format wenige Wochen bis mehrere Monate und kostet meist rund 1.500 bis 4.000 Euro.
- Für Arbeitslose ist die Förderung über den Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) möglich, für Beschäftigte über das Qualifizierungschancengesetz.
- Prozessmanager verdienen meist zwischen rund 40.000 und 60.000 Euro brutto im Jahr, mit Erfahrung und Führungsverantwortung deutlich mehr.
Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium
Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt
Staatlich zugelassen (ZFU) · seit 1948
- Umschulungen, Weiterbildungen & Abschlüsse
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Förderung per Bildungsgutschein möglich

Fernakademie für Erwachsenenbildung
Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe
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- 4 Wochen kostenloses Probestudium
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ILS Institut für Lernsysteme
Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule
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- 4 Wochen kostenloses Probestudium
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Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.
Inhaltsverzeichnis
- Prozessmanagement plant und optimiert Geschäftsprozesse
- Karrierechancen und Verdienst im Prozessmanagement sind breit gefächert
- Vom Seminar bis zum Studium führen mehrere Wege ins Prozessmanagement
- IHK-Abschlüsse und Zertifikate schaffen anerkannte Nachweise
- Ein Studium öffnet den Weg in verantwortungsvolle Positionen
- Dauer und Kosten hängen stark vom gewählten Format ab
- Persönliche Eignung zählt oft mehr als formale Voraussetzungen
- Bildungsgutschein und weitere Förderwege sichern die Finanzierung
- Tipp aus der Redaktion: Finanzierung frühzeitig klären
- Häufige Fragen zur Weiterbildung Prozessmanagement

Prozessmanagement plant und optimiert Geschäftsprozesse
Bevor man sich intensiver mit den Qualifizierungen befasst, sollte man ergründen, worum es beim Prozessmanagement überhaupt geht. Das Prozessmanagement lässt sich als der betriebliche Teilbereich beschreiben, der sich mit der Planung, Konzeption, Steuerung und Optimierung von Geschäftsprozessen befasst. Ziel ist es, Abläufe im Unternehmen effizienter, transparenter und weniger fehleranfällig zu gestalten.
In der Praxis analysieren Prozessmanager/innen bestehende Arbeitsabläufe, decken Schwachstellen und Doppelarbeiten auf und entwickeln bessere Prozesse. Dabei kommen Methoden wie Prozessmodellierung mit BPMN 2.0, Lean Management, Six Sigma oder das kontinuierliche Verbesserungsmanagement (KVP) zum Einsatz. Häufig arbeiten sie an der Schnittstelle zwischen Fachabteilungen, IT und Geschäftsleitung und sorgen dafür, dass digitale Systeme und reale Abläufe zusammenpassen. Damit ist Prozessmanagement eng mit der Digitalisierung verbunden - viele Optimierungsprojekte gehen heute mit der Einführung neuer Software oder der Automatisierung von Routineaufgaben einher.
Unterschiedlichste Aufgaben können somit mit einer Tätigkeit im Prozessmanagement einhergehen. Vor allem in den folgenden Bereichen werden kompetente Prozessmanager/innen gebraucht:
- Gesundheitswesen und Pflege
- IT und Softwareentwicklung
- Finanz- und Versicherungswesen
- Logistik und Supply-Chain-Management
- Industrie und produzierendes Gewerbe
- öffentliche Verwaltung
Das Prozessmanagement ist damit eng verwandt mit dem Projektmanagement, dem Qualitätsmanagement und dem Risikomanagement. Wer sich in einem dieser Felder auskennt, findet oft einen leichten Einstieg in ein anderes, weil sich Methoden und Denkweisen überschneiden.
Karrierechancen und Verdienst im Prozessmanagement sind breit gefächert
Weil Prozessmanager/innen in nahezu jeder Branche gebraucht werden, ergeben sich Karrierechancen in den unterschiedlichsten Bereichen. Genau deshalb ist es kaum möglich, allgemeingültige Aussagen zu den Verdienstmöglichkeiten zu treffen. Je nach Position, Branche, Region, Betriebsgröße und Qualifikation kann es von Fall zu Fall deutliche Unterschiede geben.
Als grobe Orientierung lässt sich ein durchschnittliches Gehalt von rund 40.000 bis 60.000 Euro brutto im Jahr heranziehen. Einsteiger und Fachkräfte mit IHK-Zertifikat bewegen sich häufig am unteren Rand dieser Spanne, während erfahrene Prozessmanager/innen mit Studium und Führungsverantwortung - etwa als Leiter/in Prozessmanagement oder Business Process Manager - auch 70.000 Euro und mehr erreichen können. Wer sich zusätzlich als Six Sigma Black Belt oder im Bereich Prozessberatung profiliert, verbessert die Verdienstaussichten spürbar.
Wichtig ist: Prozessmanagement ist selten ein Einstiegsberuf, sondern eine Aufstiegs- oder Spezialisierungsqualifikation. Die meisten Fachkräfte kommen aus dem kaufmännischen, technischen oder IT-nahen Bereich und ergänzen ihre Berufserfahrung um Methodenkompetenz im Prozessmanagement. Genau hier setzen die verschiedenen Weiterbildungen an.
Vom Seminar bis zum Studium führen mehrere Wege ins Prozessmanagement
Diejenigen, die Gefallen am Prozessmanagement finden und sich dementsprechend qualifizieren möchten, stoßen im Zuge ihrer Recherche auf zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Daher ist es wichtig, sich Zeit für die Wahl zu nehmen, unterschiedliche Qualifizierungen zu vergleichen und zugleich die eigenen Karrierepläne zu ergründen. Auch ein Beratungstermin beim Arbeitsamt kann in Anspruch genommen werden, um die richtige Weiterbildung im Prozessmanagement zu finden.
Grob lassen sich die Angebote in drei Gruppen einteilen: kurze Seminare zur gezielten Vertiefung, zertifizierte Fortbildungen mit anerkanntem Abschluss und akademische Studiengänge. Welcher Weg passt, hängt von Vorbildung, Zeitbudget und Karriereziel ab.
Seminare vertiefen einzelne Themen des Prozessmanagements
Mithilfe eines Seminars kann man sich fundierte Kenntnisse aus einem Teilbereich des Prozessmanagements aneignen. Das bietet sich für alle an, die hier bereits tätig sind und ihr Know-how spezialisieren, aktualisieren oder erweitern möchten. Seminare dauern meist ein bis mehrere Tage und schließen häufig mit einer Teilnahmebestätigung ab.
Lohnende Themen für solche Seminare zum Prozessmanagement sind unter anderem:
- Prozessoptimierung und Lean Management
- Prozessanalyse und Prozessmodellierung (BPMN 2.0)
- Dokumentation und Prozesslandkarten
- Organisationsentwicklung
- Prozesscontrolling und Kennzahlen
Fortbildungen führen zu einem anerkannten Abschluss
Seminare haben ihre Daseinsberechtigung und sind oftmals sehr nützlich, zu einem höheren beruflichen Abschluss führen sie aber nicht. Für Menschen, die ambitionierte Karrierepläne verfolgen, kann dies ein Manko sein. Eine zertifizierte Fortbildung schafft hier Abhilfe und führt zu einem anerkannten Nachweis. Hier bieten sich vor allem die folgenden Qualifizierungen an:
- Fachkraft für Prozessmanagement (IHK)
- Prozessmanager/in (IHK)
- Six Sigma Green Belt und Black Belt
- Zertifizierung im Business Process Management (BPM)
IHK-Abschlüsse und Zertifikate schaffen anerkannte Nachweise
Zertifizierte Lehrgänge sind der beliebteste Weg, weil sie einen anerkannten Nachweis liefern, ohne dass ein komplettes Studium nötig ist. Die IHK-Zertifikatslehrgänge zur Fachkraft für Prozessmanagement oder zum Prozessmanager IHK vermitteln systematisch die Methoden der Prozessanalyse, -modellierung und -optimierung und schließen mit einer Prüfung und einem IHK-Zertifikat ab.
Daneben haben sich die Six-Sigma-Zertifizierungen als internationaler Standard etabliert. Der Green Belt qualifiziert für die Mitarbeit in Verbesserungsprojekten, der Black Belt für deren Leitung. Wer stärker in Richtung IT und Automatisierung geht, ergänzt das Prozessmanagement oft um Kenntnisse in Workflow-Software, BPMN-Tools oder Robotic Process Automation (RPA).
Anders als bei Aufstiegsfortbildungen wie dem Fachwirt handelt es sich bei diesen Zertifikatslehrgängen in der Regel um Anpassungsfortbildungen. Das ist wichtig für die Frage der Förderung, denn Aufstiegs-BAföG greift nur bei gesetzlich geregelten Aufstiegsfortbildungen, während Zertifikatslehrgänge eher über den Bildungsgutschein oder das Qualifizierungschancengesetz gefördert werden.
Ein Studium öffnet den Weg in verantwortungsvolle Positionen
Wenn es um eine Karriere im Prozessmanagement geht, dürfen die betreffenden Studienangebote heutzutage nicht mehr ausgeblendet werden. Die zunehmende Akademisierung sorgt dafür, dass akademische Grade gerade im anspruchsvollen Prozessmanagement immer wichtiger werden. Es stehen zahlreiche Studiengänge zur Auswahl, wobei die folgenden Studienfächer besondere Beachtung finden sollten:
- Prozessmanagement und Business Process Management
- Wirtschaftswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre
- Projektmanagement
- Wirtschaftsinformatik
- Gesundheitsökonomie und Pflegemanagement
- Logistik und Supply-Chain-Management
- Controlling
Berufstätige werden keineswegs von den Studienmöglichkeiten ausgeschlossen, denn für sie gibt es an immer mehr Hochschulen die Möglichkeit eines berufsbegleitenden Studiums. Ein Fernstudium bietet maximale Flexibilität und lässt sich gut mit dem Beruf und der Familie vereinbaren. Ansonsten kann auch ein Abendstudium oder ein anderes Teilzeitstudium eine Option sein. Wer den akademischen Weg scheut, findet mit dem Controller oder dem Personalmanagement verwandte kaufmännische Weiterbildungen, die sich gut mit Prozesskompetenz kombinieren lassen.
Dauer und Kosten hängen stark vom gewählten Format ab
Wie lange eine Weiterbildung im Prozessmanagement dauert und was sie kostet, hängt ganz vom Format ab. Kurzseminare sind schnell und günstig, führen aber zu keinem umfassenden Abschluss. IHK-Zertifikatslehrgänge liegen im mittleren Bereich, ein berufsbegleitendes Studium ist die zeit- und kostenintensivste, aber auch höchstwertige Variante. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Wege ein:
Die Preise sind Orientierungswerte und variieren je nach Anbieter, Umfang und Region. Wer die Weiterbildung über eine Förderung finanziert, muss diese Beträge oft gar nicht selbst tragen - dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Persönliche Eignung zählt oft mehr als formale Voraussetzungen
Formale Voraussetzungen gelten für die unterschiedlichen Weiterbildungen im Bereich Prozessmanagement. Dass diese je nach Qualifizierungsmaßnahme variieren, liegt in der Natur der Sache: Manche Zertifikatslehrgänge setzen eine abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung voraus, andere stehen auch Quereinsteigern offen. Für ein Studium wird in der Regel die Hochschulzugangsberechtigung benötigt, wobei berufserfahrene Fachkräfte oft auch ohne Abitur zugelassen werden.
Die Anforderungen an die persönliche Eignung präsentieren sich dahingegen recht einheitlich. So sollte man die folgenden Kriterien erfüllen, wenn man mit einer Karriere als Prozessmanager/in liebäugelt:
- strukturierte und analytische Arbeitsweise
- Organisationsgeschick und Genauigkeit
- Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit
- Kommunikations- und Durchsetzungsvermögen
- Anpassungsfähigkeit und Offenheit für Digitalisierung
- kaufmännisches und prozessuales Interesse
Wer sich hier wiederfindet, bringt gute Grundlagen mit. Detaillierte Hinweise zu Zugangswegen und Zulassung finden Sie auch in unserem Ratgeber zu den Voraussetzungen einer geförderten Weiterbildung.
Bildungsgutschein und weitere Förderwege sichern die Finanzierung
Weiterbildungen im Bereich Prozessmanagement können mehrere Tausend Euro kosten. Umso wichtiger ist es zu wissen, dass diese Kosten in vielen Fällen ganz oder teilweise übernommen werden. Welcher Förderweg passt, hängt vor allem von der beruflichen Situation ab: arbeitslos, beschäftigt oder auf dem Weg zu einer geregelten Aufstiegsfortbildung. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Wege ein:
Für Arbeitslose ist der Bildungsgutschein nach § 81 SGB III der zentrale Weg. Wenn die Weiterbildung die Vermittlungschancen verbessert und der Anbieter nach AZAV zertifiziert ist, übernimmt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Lehrgangskosten - während einer laufenden Umschulung kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld monatlich obendrauf. Details dazu, wie das im Einzelnen abläuft, lesen Sie in unserem Ratgeber So wird die Weiterbildung vom Arbeitsamt bezahlt sowie zur Weiterbildung über das Jobcenter.
Beschäftigte können über das Qualifizierungschancengesetz gefördert werden - hier stellt in der Regel der Arbeitgeber den Antrag, und je nach Betriebsgröße werden Lehrgangskosten und teilweise das Arbeitsentgelt bezuschusst. Handelt es sich um eine gesetzlich geregelte Aufstiegsfortbildung, etwa mit vorgeschaltetem Fachwirt-Abschluss, kommt zusätzlich das Aufstiegs-BAföG in Betracht. Wer Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld) bezieht, klärt die Förderung mit dem Jobcenter; ein Minijob bis zur Verdienstgrenze von 603 Euro im Monat bleibt dabei in gewissem Rahmen anrechnungsfrei möglich. Einen Überblick über alle Wege der geförderten Weiterbildung und die verwandte Umschulung über das Arbeitsamt finden Sie in unseren Hub-Ratgebern.
Tipp aus der Redaktion: Finanzierung frühzeitig klären
Eine Prozessmanagement-Weiterbildung kann der Schlüssel zum beruflichen Aufstieg sein. Wer das Potenzial erkennt, sollte die Gelegenheit nutzen - aber vorher die Finanzierung sichern.
Weiterbildungen im Bereich Prozessmanagement können mehrere Tausend Euro kosten. Klären Sie deshalb frühzeitig, welche Förderung für Sie in Frage kommt. Grundsätzlich gibt es vor allem diese Optionen:
- Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters
- Förderung über das Qualifizierungschancengesetz (für Beschäftigte)
- Aufstiegs-BAföG bei geregelten Aufstiegsfortbildungen
- Stipendium oder zinsgünstiger Bildungskredit
Lassen Sie sich beim Arbeitsamt beraten und beantragen Sie die Förderung, bevor der Vertrag mit dem Anbieter unterschrieben ist - eine nachträgliche Übernahme ist meist ausgeschlossen. Auch die Weiterbildungsanbieter beraten häufig zur Finanzierung.