Umschulung Laborassistent/in - Quereinstieg über das Arbeitsamt

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Wer über eine Umschulung Laborassistent/in werden möchte, gelangt in Deutschland zur staatlich geregelten Ausbildung als Medizinische/r Technologe/Technologin für Laboratoriumsanalytik (MTL). Diese Bezeichnung hat seit dem 1. Januar 2023 die frühere Berufsbezeichnung Medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in (MTLA) abgelöst. Ein echter Quereinstieg ohne neue Ausbildung ist in diesem Beruf nicht möglich, da es sich um einen bundesrechtlich geregelten Gesundheitsfachberuf handelt. Wer aus einem anderen Beruf wechseln will, absolviert daher die reguläre dreijährige MTL-Ausbildung, die auch berufsbegleitend in Teilzeit angeboten wird und über die Agentur für Arbeit gefördert werden kann.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Die offizielle Berufsbezeichnung lautet seit 2023 Medizinische/r Technologe/Technologin für Laboratoriumsanalytik (MTL) und ersetzt die frühere Abkürzung MTLA.
  • Der Umstieg erfolgt über die reguläre, bundeseinheitlich geregelte Ausbildung: drei Jahre in Vollzeit, in Teilzeit bis zu fünf Jahre.
  • Seit dem MT-Berufe-Gesetz gilt ein Schulgeldverbot, und die Schulen zahlen eine verpflichtende Ausbildungsvergütung.
  • Als Zugang ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss nötig, alternativ ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung.
  • Das Einstiegsgehalt liegt tariflich meist bei rund 3.100 bis 3.600 Euro brutto im Monat; die Agentur für Arbeit kann die Ausbildung per Bildungsgutschein fördern.
3 JahreDauerVollzeit / je nach Lehrgang
3.100-3.600 €Verdienstbrutto/Monat
Staatlich anerkanntAbschlussAnerkannte Qualifikation
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Unabhängig von der richtigen Berufsbezeichnung wirft der Wechsel in die Laborassistenz einige Fragen auf. Interessierte sollten daher sorgsam recherchieren und sich zudem vom Arbeitsamt beraten lassen. Zunächst erfahren angehende Umschüler/innen hier viel Wissenswertes und können einen ersten Eindruck von der Laboratoriumsanalytik gewinnen.

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Inhaltsverzeichnis

Medizinische Technologin für Laboratoriumsanalytik bei der Untersuchung einer Probe im Labor

Berufsbild und Berufsaussichten in der Laboratoriumsanalytik

Als Laborassistent/in beziehungsweise medizinische/r Technologe/in für Laboratoriumsanalytik widmet man sich Laboruntersuchungen von Körpergewebe und Körperflüssigkeiten. Dabei führt man die Untersuchungen zur Prävention, Diagnostik und Therapie vielfach eigenständig durch. Die Laboratoriumsanalytik erfordert somit fundiertes Fachwissen und stellt eine wichtige Säule des Gesundheitswesens dar. Ohne intensive Laboruntersuchungen wäre die moderne Medizin in ihrer heutigen Form nicht denkbar.

Medizinische Technologinnen und Technologen für Laboratoriumsanalytik arbeiten eng mit Ärztinnen und Ärzten zusammen, treffen aber viele Analyseentscheidungen selbst. Vor allem in den folgenden Bereichen finden sie interessante Perspektiven:

Die Aufgaben reichen von der Blutuntersuchung über mikrobiologische Analysen bis zur Beurteilung von Gewebeproben. Damit übernehmen Fachkräfte in der Laboratoriumsanalytik Verantwortung, die weit über eine reine Zuarbeit hinausgeht.

Verdienstmöglichkeiten als Laborassistent/in

Je nach Einsatzbereich, Tarifbindung und Bundesland kann das Einkommen variieren. Im tariflich gebundenen öffentlichen Dienst liegt das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung meist zwischen rund 3.100 und 3.600 Euro brutto im Monat. Mit einigen Jahren Berufserfahrung sind im Schnitt etwa 3.600 bis 4.000 Euro brutto möglich.

Wer Zusatzqualifikationen erwirbt oder Leitungsaufgaben übernimmt, kann darüber hinaus bis etwa 4.600 Euro brutto im Monat erreichen. In privaten Laboren ohne Tarifbindung fällt die Vergütung teils etwas geringer aus, dafür bieten spezialisierte Labore und die Pharmaindustrie zusätzliche Entwicklungschancen.

Der Weg zur Umschulung in die Laborassistenz

Wer sich einen beruflichen Neuanfang in der Laboratoriumsanalytik wünscht, muss sich adäquat auf die anspruchsvolle Tätigkeit vorbereiten und die staatlich geregelte Ausbildung absolvieren. Da diese ohnehin überwiegend in schulischer Form stattfindet, gibt es keinen klassischen betrieblichen Quereinstieg wie in vielen anderen Berufen. Der Umstieg aus einem anderen Beruf erfolgt daher über die reguläre MTL-Ausbildung, die für Erwachsene ausdrücklich offen ist und auch in Teilzeit belegt werden kann.

Seit dem Inkrafttreten des MT-Berufe-Gesetzes am 1. Januar 2023 umfasst die Ausbildung mindestens 4.600 Stunden. Davon entfallen rund 2.600 Stunden auf den theoretischen und praktischen Unterricht an der Schule sowie etwa 2.000 Stunden auf die praktische Ausbildung im Labor. Der Praxisanteil ist damit deutlich gestärkt worden.

Die Teilnehmenden befassen sich mit folgenden Inhalten, um abschließend die staatliche Abschlussprüfung zu bestehen:

Voraussetzungen, Dauer und Kosten im Überblick

Interessierte an einem beruflichen Neuanfang in der Laborassistenz sollten nicht nur die zentralen Themen der Ausbildung kennen, sondern auch die Rahmenbedingungen. Diese sind seit der Reform von 2023 bundeseinheitlich geregelt, sodass für Bewerberinnen und Bewerber inzwischen mehr Klarheit herrscht.

Das Schulgeldverbot hat einen der größten Nachteile der früheren MTLA-Ausbildung beseitigt. Wo Schulen zuvor teils mehrere Tausend Euro Gebühren erhoben, zahlen sie heute eine angemessene Ausbildungsvergütung. Im öffentlichen Dienst liegt diese je nach Ausbildungsjahr ungefähr zwischen 1.290 und 1.500 Euro brutto im Monat.


Welche Förderungen bietet das Arbeitsamt zur Umschulung Laborassistent/in?

Der laufende Lebensunterhalt betrifft alle Berufswechsler/innen und muss während der Ausbildung finanziert werden. Dass eine dreijährige Qualifizierung eine finanzielle Belastung sein kann, darf man nicht unterschätzen.

Das Arbeitsamt greift Berufswechslern gerne unter die Arme und bietet zunächst eine ausführliche Beratung. Im persönlichen Gespräch lassen sich die beruflichen Pläne und Möglichkeiten erörtern. Unter bestimmten Voraussetzungen stellt die Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein aus und übernimmt damit die Weiterbildungskosten. Zusätzlich sind Leistungen zum Lebensunterhalt möglich. Wichtig ist, dass die jeweilige Schule als Träger nach AZAV zugelassen ist; passende Einrichtungen lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden.


Alternativen zur Laborassistenz

Wer medizinische/r Technologe/in für Laboratoriumsanalytik werden möchte, kann die Ausbildung als Zweitausbildung angehen. Teilweise besteht auch die Möglichkeit, eine entsprechende Berufsfachschule in Teilzeit zu besuchen und so eine berufsbegleitende Ausbildung zu absolvieren. Menschen, die einen Berufswechsel vollziehen wollen, sich mit der Berufswahl aber nicht sicher sind, sollten auch nach verwandten Alternativen Ausschau halten.

Erwähnenswert sind hier unter anderem die folgenden Berufe:

Verwandt und ebenfalls über das Arbeitsamt zu klären ist beispielsweise die Umschulung zum Röntgenassistenten, die Umschulung zum Chemielaboranten oder eine Umschulung zur medizinischen Fachangestellten. Einen Gesamtüberblick über weitere Wege bietet unsere Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt.

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Persönliche Eignung für den Beruf

Besondere formale Voraussetzungen über den Schulabschluss hinaus gibt es für die Ausbildung in der Laboratoriumsanalytik nicht. Entsprechende Maßnahmen sind folglich zunächst für alle Interessierten mit passendem Bildungsstand offen.

Diese sollten allerdings auch persönlich geeignet sein, um den Beruf erfolgreich ausüben zu können. Die folgenden Kriterien sind hier maßgebend:

Im Rahmen einer persönlichen Beratung beim Arbeitsamt lässt sich auch die individuelle Eignung hinterfragen. Interessierte haben so einen verlässlichen Ansprechpartner an ihrer Seite, der sie in allen Belangen unterstützt. Auch eine begleitende Weiterbildung über das Arbeitsamt kann helfen, fachliche Lücken vor dem Start zu schließen.

Der Berufsalltag als medizinische/r Technologe/in

Der Arbeitstag in der Laboratoriumsanalytik ist von einer klaren Struktur und hoher Präzision geprägt. Nach dem Eingang der Proben werden diese registriert, vorbereitet und den passenden Analyseverfahren zugeordnet. Ob Blutbild, Gerinnungswerte, Bakterienkulturen oder Gewebeschnitte: Jede Untersuchung folgt festen Standardarbeitsanweisungen, die eine gleichbleibende Qualität sichern.

Ein großer Teil der Arbeit findet an modernen Analysegeräten statt, die kalibriert, überwacht und regelmäßig gewartet werden müssen. Trotz der Automatisierung bleibt der fachliche Blick entscheidend, denn auffällige oder widersprüchliche Ergebnisse müssen erkannt und bewertet werden. In vielen Kliniken gehört auch Schicht- und Wochenenddienst dazu, da Laborwerte rund um die Uhr benötigt werden. Wer gern konzentriert und eigenverantwortlich arbeitet, findet in diesem Alltag eine sinnvolle und abwechslungsreiche Aufgabe.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt für Fachkräfte in der Laboratoriumsanalytik gilt als stabil und aufnahmefähig. Der demografische Wandel, der medizinische Fortschritt und die steigende Zahl an Laboruntersuchungen sorgen für eine anhaltend hohe Nachfrage. Gleichzeitig gehen viele erfahrene Fachkräfte in den kommenden Jahren in den Ruhestand, was den Bedarf an Nachwuchs zusätzlich erhöht.

Gut ausgebildete medizinische Technologinnen und Technologen für Laboratoriumsanalytik haben daher meist keine Schwierigkeiten, eine Anstellung zu finden. Wer sich fortbildet, etwa in der Molekulardiagnostik, der Qualitätssicherung oder im Laborinformationsmanagement, kann die eigene Position weiter festigen und in Richtung Spezialisierung oder Leitung wachsen. Auch der Wechsel in die Pharmaindustrie oder die Forschung ist mit entsprechender Erfahrung möglich.

Für Umschülerinnen und Umschüler ist zudem von Vorteil, dass Erfahrung aus dem vorherigen Beruf oft geschätzt wird. Wer etwa aus einem kaufmännischen, pflegerischen oder technischen Umfeld kommt, bringt organisatorische Stärke, Teamfähigkeit oder handwerkliches Geschick mit, das im Laboralltag durchaus gefragt ist. Der Beruf verbindet damit die Sicherheit eines nachgefragten Gesundheitsfachberufs mit realen Aufstiegschancen und einer sinnstiftenden Aufgabe im Dienst der Patientenversorgung.

So läuft die staatliche Abschlussprüfung ab

Die Ausbildung endet mit einer staatlichen Prüfung, die bundeseinheitlich geregelt ist. Sie besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil. Im schriftlichen Teil werden die naturwissenschaftlichen und medizinischen Grundlagen sowie die speziellen Fachgebiete der Laboratoriumsanalytik abgefragt.

Der mündliche Teil prüft das Verständnis fachlicher Zusammenhänge, während der praktische Teil die konkrete Arbeit am Analysegerät und die Auswertung von Proben umfasst. Erst nach dem Bestehen aller Teile dürfen Absolventinnen und Absolventen die geschützte Berufsbezeichnung führen und eigenständig in einem Labor arbeiten. Die staatliche Anerkennung ist damit die Grundlage für den Berufseinstieg und wird bundesweit anerkannt.

Häufige Fragen zur Umschulung Laborassistent/in

Wie heißt der Beruf Laborassistent/in heute offiziell?
In Deutschland lautet die offizielle Berufsbezeichnung seit dem 1. Januar 2023 Medizinische/r Technologe/Technologin für Laboratoriumsanalytik, kurz MTL. Damit wurde die frühere Bezeichnung Medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in, abgekürzt MTLA, abgelöst. Die Tätigkeit ist im Kern gleich geblieben, doch der Zusatz Assistent entfällt.
Ist ein echter Quereinstieg als Laborassistent/in möglich?
Ein klassischer Quereinstieg ohne Ausbildung ist nicht möglich, da es sich um einen bundesrechtlich geregelten Gesundheitsfachberuf handelt. Wer aus einem anderen Beruf wechseln will, absolviert die reguläre dreijährige MTL-Ausbildung, die auch in Teilzeit angeboten wird. Für Erwachsene ist dieser Weg ausdrücklich offen und wird häufig als Umschulung bezeichnet.
Wie lange dauert die Umschulung zur Laborassistentin?
Die Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre. In Teilzeit kann sie auf bis zu fünf Jahre gestreckt werden, was den Wechsel neben familiären oder finanziellen Verpflichtungen erleichtert. Insgesamt umfasst sie mindestens 4.600 Stunden, davon rund 2.600 Stunden Unterricht und etwa 2.000 Stunden praktische Ausbildung im Labor.
Welche Voraussetzungen gelten für die Ausbildung?
In der Regel wird ein mittlerer Schulabschluss verlangt. Alternativ genügt ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer abgeschlossenen mindestens zweijährigen Berufsausbildung. Hinzu kommen eine nachgewiesene gesundheitliche Eignung sowie ausreichende Deutschkenntnisse. Naturwissenschaftliches Interesse und Sorgfalt sind für den Beruf zusätzlich hilfreich.
Kostet die Umschulung Schulgeld?
Nein. Seit dem MT-Berufe-Gesetz von 2023 gilt ein Schulgeldverbot, sodass für die MTL-Ausbildung keine Gebühren mehr erhoben werden dürfen. Stattdessen zahlen die Schulen und Träger eine verpflichtende Ausbildungsvergütung. Im öffentlichen Dienst liegt diese je nach Ausbildungsjahr etwa zwischen 1.290 und 1.500 Euro brutto im Monat.
Fördert das Arbeitsamt die Umschulung Laborassistent/in?
Eine Förderung ist grundsätzlich möglich, hängt aber vom lokalen Arbeitsmarktbedarf und der Trägerzulassung ab. Ist die gewählte Schule nach AZAV zugelassen, kann die Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein ausstellen und Leistungen zum Lebensunterhalt gewähren. Am besten klärt man die konkrete Förderung vorab im persönlichen Beratungsgespräch beim Arbeitsamt.
Tipp der Redaktion

Vereinbaren Sie vor der Anmeldung an einer Schule ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt und lassen Sie sich schriftlich bestätigen, ob und in welchem Umfang eine Förderung möglich ist. So vermeiden Sie finanzielle Überraschungen und starten mit klaren Rahmenbedingungen in die Ausbildung.