Umschulung Röntgenassistent/in - Quereinstieg über das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Die offizielle Berufsbezeichnung lautet seit 2023 Medizinische Technologin bzw. Medizinischer Technologe für Radiologie (MTR) - früher MTRA. "Röntgenassistent/in" ist die umgangssprachliche Form.
- Der Zugang führt über eine bundesrechtlich geregelte, staatlich anerkannte schulische Ausbildung nach dem MTA-Reform-Gesetz (MTAG) mit staatlicher Abschlussprüfung.
- Die Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre; in Teilzeit bis zu fünf Jahre. Voraussetzung ist in der Regel die mittlere Reife oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung.
- Eine reine außerbetriebliche Umschulung ohne staatlich anerkannte Schule führt nicht zur Berufszulassung. Die Agentur für Arbeit kann eine anerkannte Ausbildung aber über den Bildungsgutschein fördern.
- Das Einstiegsgehalt liegt tariflich bei rund 2.900 bis 3.300 Euro brutto im Monat; mit Erfahrung und Spezialisierung sind über 3.800 Euro möglich.
Die Umschulung zur Röntgenassistentin beziehungsweise zum Röntgenassistenten eröffnet einen medizinisch anspruchsvollen Beruf mit stabiler Nachfrage. Für viele ist es der Weg zu einem beruflichen Neuanfang - besonders dann, wenn der bisherige Beruf keine Perspektive mehr bietet. Wichtig vorab: Der Beruf ist gesetzlich geschützt und führt über eine staatlich anerkannte Ausbildung. Wer den Quereinstieg plant, sollte deshalb zuerst die Zugangswege verstehen und einen Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit vereinbaren.
All diejenigen, die per Umschulung Röntgenassistent/in werden möchten, sollten dem Beruf, den Zugangsvoraussetzungen und den Fördermöglichkeiten des Arbeitsamtes auf den Grund gehen, um die Finanzierung des Berufswechsels abzusichern. Dieser Ratgeber fasst die wichtigsten Fakten rund um den Beruf und die Qualifizierung zusammen.
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Inhaltsverzeichnis
- Berufsbild, Berufsaussichten und Verdienst
- Der Weg zum Beruf: staatlich anerkannte Ausbildung
- Voraussetzungen, Dauer und Kosten
- Förderung durch das Arbeitsamt
- Alternativen zur Röntgenassistenz
- Weiterbildung nach der Ausbildung
- Der Berufsalltag in der Radiologie
- So läuft die staatliche Abschlussprüfung ab
- Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
- Häufige Fragen zur Umschulung Röntgenassistent/in

Berufsbild Röntgenassistent/in - Berufsaussichten und Verdienst
Röntgenassistentinnen und Röntgenassistenten übernehmen in radiologischen Praxen und Einrichtungen die medizinisch-technische Assistenz. Ihr Aufgabenspektrum reicht von der Erstellung von Röntgenaufnahmen über nuklearmedizinische Untersuchungen bis hin zu tomografischen Verfahren wie CT und MRT. Unter ärztlicher Verantwortung wenden sie moderne Medizintechnik an, um Verletzungen oder krankhafte Veränderungen bildlich darzustellen. Auf Grundlage dieser Aufnahmen können Ärztinnen und Ärzte Diagnosen stellen und Therapien einleiten.
Wichtig zu wissen: Die offizielle Berufsbezeichnung lautet seit dem MTA-Reform-Gesetz von 2023 Medizinische Technologin beziehungsweise Medizinischer Technologe für Radiologie (MTR). Zuvor hieß der Beruf Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in (MTRA). Beide Kürzel begegnen einem in Stellenanzeigen und bei Bildungsträgern noch parallel. Es handelt sich um einen bundesrechtlich geregelten Beruf mit geschützter Bezeichnung, der eine staatliche Prüfung voraussetzt.
Wer diese Qualifizierung vorweisen kann, hat gute Berufsaussichten in den folgenden Bereichen:
- Krankenhäuser und Kliniken
- Facharztpraxen für Radiologie und Nuklearmedizin
- Strahlentherapie und onkologische Zentren
- Zahnarztpraxen und Forschungseinrichtungen
Interessierte sollten sich zudem mit den Verdienstmöglichkeiten befassen. Das Einkommen variiert je nach Träger, Region und Tarifbindung. Der tarifliche Einstieg im öffentlichen Dienst (häufig Entgeltgruppe E7 TVöD) liegt bei rund 2.900 bis 3.300 Euro brutto im Monat. Über das gesamte Berufsleben bewegt sich das Jahreseinkommen grob zwischen etwa 35.000 Euro und mehr als 50.000 Euro brutto; mit Spezialisierung oder Leitungsfunktion ist mehr möglich.
Der Weg zum Beruf: staatlich anerkannte Ausbildung
Anders als bei vielen kaufmännischen oder handwerklichen Umschulungen gibt es für die Röntgenassistenz keinen freien Quereinstieg über einen beliebigen Lehrgang. Der Zugang führt zwingend über eine staatlich anerkannte Berufsfachschule mit angeschlossenen Praxiseinsätzen in Kliniken oder Praxen. Rechtsgrundlage sind das MTA-Reform-Gesetz (MTAG) und die zugehörige Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (MT-APrV). Am Ende steht eine staatliche Prüfung, ohne die die geschützte Berufsbezeichnung nicht geführt werden darf.
Für Menschen, die sich beruflich neu orientieren, bedeutet das: Die "Umschulung" ist in diesem Fall die reguläre schulische Ausbildung, die von der Agentur für Arbeit gefördert werden kann. Wer bereits in einem Gesundheitsberuf tätig war, bringt oft günstige Voraussetzungen mit. Bewährt hat sich folgendes Vorgehen: zunächst Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit vereinbaren, dann eine staatlich anerkannte Berufsfachschule in der Nähe suchen, sich über Beginn und Bewerbungsfristen informieren und die Förderfähigkeit gegenüber dem Arbeitsamt klären. Da die Ausbildung an feste Startzeiten gebunden ist, lohnt sich eine frühzeitige Planung. Die Ausbildung vermittelt unter anderem die folgenden Inhalte:
- Medizinische Grundlagen und Anatomie
- Physik und Strahlenschutz
- Biologie und Nuklearmedizin
- Röntgentechnik und Gerätekunde
- Strahlentherapie
- Sonografie (Ultraschall)
- Magnetresonanztomografie (MRT)
- Computertomografie (CT)
- Bildgebende Diagnostik
- Hygiene und Qualitätssicherung
Voraussetzungen, Dauer und Kosten
Die Rahmenbedingungen können je nach Schule und Bundesland leicht variieren. Grundsätzlich gelten für die Ausbildung zum/zur Röntgenassistent/in die folgenden Bedingungen:
- Voraussetzungen: in der Regel mittlere Reife, alternativ Hauptschulabschluss mit abgeschlossener mindestens zweijähriger Berufsausbildung; gesundheitliche Eignung und Masernschutznachweis
- Dauer: drei Jahre in Vollzeit, in Teilzeit bis zu fünf Jahre
- Kosten: an öffentlichen Schulen häufig kostenfrei, an privaten Schulen teils Schulgeld; viele Ausbildungen werden inzwischen vergütet
Ein wichtiger Unterschied zu klassischen Umschulungen: Viele MTR-Ausbildungen werden heute nach Tarif vergütet. Bei öffentlichen und kirchlichen Trägern liegt die Ausbildungsvergütung je nach Jahr etwa zwischen 1.300 und 1.550 Euro brutto im Monat. Private Schulen können hiervon abweichen.
Insbesondere ein möglicher Verdienstausfall während einer längeren Ausbildung wirkt auf viele abschreckend. Zusätzlich machen sich Berufswechsler/innen Sorgen um ihren laufenden Lebensunterhalt. An diesem Punkt kann die Agentur für Arbeit helfen, denn sie kann eine anerkannte Qualifizierung fördern.
Sofern der Förderung zugestimmt wird, kommen unter anderem die folgenden Leistungen in Betracht:
- Bildungsgutschein für die Kosten einer geförderten Maßnahme
- Hilfen zum Lebensunterhalt, etwa über Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld (Bürgergeld)
Ob und in welcher Form eine Förderung möglich ist, hängt vom Einzelfall und von der jeweiligen Schule ab. Entscheidend ist ein Beratungsgespräch: Die Sachbearbeiterin oder der Sachbearbeiter prüft, ob die gewünschte Ausbildung förderfähig ist. Interessierte sollten daher frühzeitig das Gespräch suchen und die anerkannte Schule benennen. Passende Bildungsangebote finden sich unter anderem über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.
Alternativen zur Röntgenassistenz
Die Ausbildung zur Medizinischen Technologin beziehungsweise zum Medizinischen Technologen für Radiologie lässt sich in Vollzeit oder berufsbegleitend in Teilzeit absolvieren. Eine Teilzeitausbildung ist eine interessante Option für alle, die trotz familiärer Verpflichtungen Röntgenassistent/in werden möchten.
Teilweise lohnt es sich, ähnliche Berufe in die Entscheidung einzubeziehen. Dabei stößt man auf verwandte Qualifizierungswege. Erwähnenswert sind vor allem die folgenden Berufe:
- Medizinische/r Technologe/Technologin für Funktionsdiagnostik
- Medizinische/r Technologe/Technologin für Laboratoriumsanalytik
- Umschulung zum/zur Laborassistent/in
- Anästhesietechnische/r Assistent/in (ATA)
Auch angrenzende Gesundheitsberufe können eine Überlegung wert sein - etwa die Umschulung zum/zur operationstechnischen Assistent/in oder die Arbeit als medizinische/r Fachangestellte/r. Einen Überblick über alle Wege liefert unsere Übersicht der Umschulungen über das Arbeitsamt.
Weiterbildung nach der Ausbildung
Wer die Ausbildung abgeschlossen hat, kann als Röntgenassistent/in durchstarten. Die Ausbildung bildet eine solide Basis, in Zeiten des lebenslangen Lernens sollte man aber am Ball bleiben. Wer beruflich vorankommen möchte, setzt auf gezielte Weiterbildung.
Neben Fachseminaren kommen vor allem die folgenden Fortbildungen in Betracht:
- Fachweiterbildung in Strahlentherapie oder Nuklearmedizin
- Techniker/in - Medizintechnik
- Fachwirt/in - Gesundheits- und Sozialwesen
- Betriebswirt/in - Management im Gesundheitswesen
Aufbauend darauf können Röntgenassistentinnen und Röntgenassistenten ihre Laufbahn weiterentwickeln. Auch ein anschließendes Studium, etwa im Bereich Medizintechnik oder Radiologietechnologie, ist möglich. Einen umfassenden Überblick über geförderte Angebote bietet unsere Seite zur Weiterbildung über das Arbeitsamt. Bei konkreten Fragen ist die Agentur für Arbeit erneut eine gute Anlaufstelle.
Der Berufsalltag in der Radiologie
Der Arbeitstag beginnt meist mit der Vorbereitung der Untersuchungsräume und der Kontrolle der Geräte. Röntgenassistentinnen und Röntgenassistenten empfangen Patientinnen und Patienten, klären über den Ablauf auf und positionieren sie fachgerecht für die jeweilige Aufnahme. Sorgfalt und Einfühlungsvermögen sind dabei ebenso gefragt wie technisches Verständnis, denn viele Menschen kommen mit Sorgen oder Schmerzen in die Radiologie.
Ein zentraler Teil der Arbeit ist der Strahlenschutz. Jede Aufnahme muss mit der geringstmöglichen Strahlendosis erfolgen, ohne die Bildqualität zu gefährden. Die Fachkräfte dokumentieren die Untersuchungen, achten auf die korrekte Gerätewartung und arbeiten eng mit Radiologinnen und Radiologen zusammen. In Kliniken gehören Schicht-, Nacht- und Wochenenddienste zum Alltag, da bildgebende Diagnostik rund um die Uhr benötigt wird - etwa in der Notaufnahme nach Unfällen.
Der Beruf verbindet den Umgang mit Hightech-Medizintechnik mit direktem Patientenkontakt. Wer gern präzise arbeitet, technisches Interesse mitbringt und zugleich verantwortungsvoll mit Menschen umgeht, findet hier ein abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld. Verwandte Tätigkeiten in der Akutversorgung übernimmt beispielsweise auch der Rettungssanitäter.
Wichtige Kompetenzen sind eine ruhige Hand, Konzentrationsfähigkeit und Sorgfalt, denn schon kleine Fehler bei Positionierung oder Einstellung können eine Aufnahme unbrauchbar machen. Hinzu kommen Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke: Röntgenassistentinnen und Röntgenassistenten stimmen sich laufend mit Ärztinnen, Pflegekräften und anderen Fachabteilungen ab. Auch die Bereitschaft, sich in neue Gerätetechnik und Software einzuarbeiten, gehört dazu, da sich die bildgebenden Verfahren fortlaufend weiterentwickeln.
So läuft die staatliche Abschlussprüfung ab
Am Ende der Ausbildung steht die staatliche Prüfung nach der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Sie gliedert sich in einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil. Im schriftlichen Teil werden theoretische Grundlagen wie Strahlenphysik, Anatomie, Gerätekunde und Strahlenschutz abgefragt. Der mündliche Teil vertieft einzelne Fachgebiete im Prüfungsgespräch.
Der praktische Teil findet an realen Untersuchungssituationen statt. Die Prüflinge zeigen, dass sie Aufnahmen selbstständig planen, Patientinnen und Patienten korrekt positionieren, die Geräte sicher bedienen und die Strahlenschutzvorgaben einhalten. Erst mit dem Bestehen aller Teile wird die Erlaubnis erteilt, die geschützte Berufsbezeichnung zu führen. Diese staatliche Anerkennung ist der entscheidende Unterschied zu rein außerbetrieblichen Kursangeboten und der Grund, warum der Beruf verlässliche Berufsaussichten bietet.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Die Aussichten für Röntgenassistentinnen und Röntgenassistenten sind stabil. Der medizinische Bedarf an bildgebender Diagnostik wächst mit einer älter werdenden Bevölkerung, und ausgebildete Fachkräfte sind in vielen Regionen knapp. In zahlreichen Kliniken und radiologischen Praxen bestehen offene Stellen, sodass Absolventinnen und Absolventen nach der staatlichen Prüfung meist rasch einen Arbeitsplatz finden. Wer flexibel bei Region und Einrichtung ist, hat besonders gute Chancen.
Gefragt sind die Fachkräfte nicht nur in der klassischen Röntgendiagnostik, sondern auch in wachstumsstarken Bereichen wie CT, MRT, Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Auch die zunehmende Digitalisierung der Radiologie, etwa durch bildgestützte Verfahren und neue Gerätegenerationen, sorgt für ein sich wandelndes und anspruchsvolles Tätigkeitsfeld. Aktuelle Stellenangebote lassen sich über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit sowie über die Karriereseiten von Kliniken recherchieren.
Auch die Arbeitsbedingungen sprechen für den Beruf: Feste Tarifstrukturen im öffentlichen Dienst, geregelte Zuschläge für Schicht- und Wochenenddienste sowie klare Aufstiegswege über Fachweiterbildungen schaffen Planungssicherheit. Für viele Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ist gerade diese Kombination aus sinnstiftender Tätigkeit, technischer Herausforderung und stabiler Nachfrage ausschlaggebend für den Berufswechsel.