Umschulung Physiotherapeut - Quereinstieg über das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Die Physiotherapie ist eine schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule und dauert in Vollzeit drei Jahre. Sie endet mit einer staatlichen Prüfung.
- Als Zugangsvoraussetzung gilt in der Regel ein mittlerer Schulabschluss; mit Hauptschulabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung ist der Einstieg vielerorts ebenfalls möglich.
- In den meisten Bundesländern ist die Ausbildung inzwischen schulgeldfrei. An staatlichen Schulen fällt ohnehin kein Schulgeld an, private Institute können Gebühren erheben.
- Eine Förderung über die Agentur für Arbeit (Bildungsgutschein) ist möglich, wird aber im Einzelfall geprüft und ist nicht garantiert.
- Das durchschnittliche Bruttogehalt liegt bei rund 3.100 bis 3.250 Euro im Monat, mit Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen auch darüber.
Per Umschulung Physiotherapeut/in zu werden, gibt Erwachsenen mit einer anderen beruflichen Vergangenheit die Gelegenheit, einen facettenreichen und wichtigen Gesundheitsfachberuf zu ergreifen. Der Weg führt über eine schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule, dauert in Vollzeit drei Jahre und endet mit einer staatlichen Prüfung. Dass man dazu gewisse Kenntnisse und Kompetenzen an den Tag legen muss und einer umfassenden Qualifikation bedarf, sollte außer Frage stehen.
Es geht also vor allem darum, wie man sich zum Physiotherapeuten umschulen lassen kann. Wer diesbezüglich den erforderlichen Rechercheaufwand betreibt, kann sich vorab ein genaues Bild machen und ergründen, ob die Umschulung zum Physiotherapeuten die richtige Wahl ist.
Dass man als Physiotherapeut/in nicht nur in den Genuss guter Perspektiven kommt, sondern auch vielen Menschen mit unterschiedlichsten Beschwerden zu einem besseren Wohlbefinden verhelfen kann, sorgt dafür, dass Beruf und Berufung zusammenkommen.
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Inhaltsverzeichnis
- Berufsbild Physiotherapeut/in - Aufgaben und Verdienst
- Die Physiotherapeuten-Umschulung im Überblick
- Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Umschulung
- Anerkennung der Umschulung zur Physiotherapeutin
- Weiterbildungsmöglichkeiten für Physiotherapeut/innen
- Alternativen zur Umschulung zum Physiotherapeuten
- Die persönliche Eignung als Physiotherapeut/in
- Mögliche Schwerpunkte in der Physiotherapie
- Stellenangebote für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten
- Heilpraktiker/in für Physiotherapie als Zusatzqualifikation
- Der Berufsalltag als Physiotherapeut/in
- Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
- So läuft die staatliche Abschlussprüfung ab
- Förderung der Umschulung über die Agentur für Arbeit
- Häufige Fragen zur Umschulung zum Physiotherapeuten

Berufsbild Physiotherapeut/in - Aufgaben, Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten
Menschen mit körperlichen Einschränkungen aufgrund einer Erkrankung, Behinderung, Verletzung oder wegen des Alters benötigen therapeutische Unterstützung, um ihre körperliche Beweglichkeit wieder zu verbessern, zu erhalten oder auch etwaigen Verschlechterungen vorzubeugen.
Hier kommen qualifizierte Physiotherapeuten ins Spiel, die gezielte Therapiemaßnahmen durchführen. Dabei werden sie typischerweise nach ärztlicher Verordnung tätig und erstellen individuelle Behandlungspläne, deren Durchführung ihnen ebenfalls unterliegt.
Das Spektrum reicht von der Prävention über die Therapie bis hin zur Rehabilitation, wobei es stets darum geht, ein besseres Wohlbefinden sowie eine höhere Eigenständigkeit zu erreichen.
Diese Ziele verfolgen Physiotherapeuten typischerweise in den folgenden Bereichen:
- Praxen für Physiotherapie
- Therapiezentren
- Rehabilitationseinrichtungen
- Kurkliniken
- Kliniken und Krankenhäuser
- Pflegeeinrichtungen
- Behindertenhilfe
Dass Physiotherapeuten in vielen Bereichen gebraucht werden und von guten Jobchancen profitieren, liegt auf der Hand. Mindestens ebenso wichtig sind allerdings die Verdienstmöglichkeiten, schließlich müssen auch Angehörige dieses erfüllenden Berufs ihren Lebensunterhalt verdienen.
Das durchschnittliche Bruttogehalt bewegt sich über alle Altersgruppen bei rund 3.100 bis 3.250 Euro im Monat. Berufseinsteiger im öffentlichen Dienst starten je nach Tarif und Vorerfahrung bei etwa 2.800 bis 3.100 Euro brutto, mit Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen sind auch Werte über 3.400 Euro erreichbar. Im Einzelfall kann es dabei große Unterschiede geben.
Wer sich über weitere Gesundheitsberufe und Einstiegswege informieren möchte, findet in unserer Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt zahlreiche weitere Berufsbilder.
Die Physiotherapeuten-Umschulung im Überblick
Die klassische Ausbildung findet für angehende Physiotherapeuten in schulischer Form an einer Berufsfachschule statt. Auch Menschen, die bereits einen anderen Beruf erlernt haben und nun umsatteln möchten, können die schulische Ausbildung in Angriff nehmen.
Darüber hinaus existieren noch einige Umschulungsanbieter, die ebenfalls die Umschulung zum Physiotherapeuten offerieren. Es gibt somit verschiedene Wege in den Beruf. Erwachsene mit fachfremder Berufserfahrung müssen also nicht verzagen, sondern sollten sich vielmehr auf die Suche nach Qualifizierungsmöglichkeiten begeben, die zu ihrer Lebenssituation passen. AZAV-zugelassene Anbieter lassen sich bequem über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden.
Der Abschluss der Physiotherapeuten-Umschulung besteht ebenso wie bei der Ausbildung aus einer staatlichen Prüfung, die auch als Examen bezeichnet wird. Im Zuge dessen muss man sich mündlichen, schriftlichen und praktischen Teilen widmen. Prüflinge werden somit gründlich geprüft, bevor ihnen die Berufsbezeichnung Physiotherapeut/in verliehen wird.
Damit man den Abschluss erfolgreich meistern kann, muss man die folgenden Inhalte beherrschen:
- Grundlagen der Medizin
- Massagetherapie
- Krankengymnastik
- Prävention
- Rehabilitation
- Trainingstherapie
- Manuelle Lymphdrainage
- Neurophysiologische Techniken
- Kommunikation
- Recht
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Umschulung zum Physiotherapeuten
Interessierte an der Umschulung zum Physiotherapeuten beziehungsweise zur Physiotherapeutin sollten sich zunächst mit dem Berufsbild vertraut machen und ergründen, worum es in der Qualifizierung geht. Wer daran Gefallen findet, muss sich mit den Voraussetzungen auseinandersetzen.
So ist es wichtig zu wissen, dass angehende Physiotherapeuten in der Regel mindestens über einen mittleren Bildungsabschluss verfügen müssen. Mit einem Hauptschulabschluss und einer abgeschlossenen, mindestens zweijährigen Berufsausbildung ist der Zugang vielerorts ebenfalls möglich. Offenheit, medizinisches Interesse sowie Freude am Umgang mit Menschen sind weitere Bedingungen, die man als Physiotherapeut/in erfüllen sollte. Hinzu kommen ein ärztliches Attest zur gesundheitlichen Eignung sowie ein Nachweis des Masernschutzes.
Die schulische Ausbildung zum Physiotherapeuten nimmt in Vollzeit drei Jahre in Anspruch. Die Umschulung ist ganz ähnlich aufgebaut, so dass es bei der Ausbildungsdauer keine wirklichen Abweichungen gibt. Zugleich muss man wissen, dass die Kosten dieses Unterfangens je nach Schulart unterschiedlich ausfallen.
Es gibt staatliche Schulen, die kein Schulgeld verlangen, und private Institute, die teils Gebühren erheben. Erfreulich ist: In den meisten Bundesländern ist die Physiotherapie-Ausbildung inzwischen schulgeldfrei, das jeweilige Land übernimmt die Kosten. In wenigen Ländern besteht bislang nur eine anteilige Schulgeldfreiheit. Außerdem ist die schulische Ausbildung häufig unvergütet, weshalb die laufenden Lebenshaltungskosten ein Thema sein können. An kommunalen Krankenhäusern, Unikliniken oder kirchlichen Trägern gibt es hingegen mitunter eine Ausbildungsvergütung.
Angehende Umschüler/innen sollten daher frühzeitig bei der Agentur für Arbeit vorstellig werden, um die Möglichkeit einer finanziellen Förderung der Physiotherapeuten-Umschulung zu klären. Ergänzende Anregungen bietet unsere Übersicht zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Die Anerkennung der Umschulung zur Physiotherapeutin
Erwachsene, die beruflich noch einmal von vorne beginnen wollen und sich für eine Umschulung zum Physiotherapeuten interessieren, müssen sich hinsichtlich der Anerkennung keine Sorgen machen.
Ebenso wie die schulische Ausbildung dient die Umschulung der Vorbereitung auf die staatliche Abschlussprüfung, die auch als Examen bezeichnet wird. Nach bestandener Prüfung wird die Erlaubnis erteilt, die geschützte Berufsbezeichnung staatlich anerkannte/r Physiotherapeut/in zu führen. Diese Anerkennung gilt bundesweit.
Weiterbildungsmöglichkeiten für Physiotherapeut/innen
Als Physiotherapeut/in kann man einem abwechslungsreichen und angesehenen Gesundheitsfachberuf nachgehen, so dass sich die betreffende Ausbildung beziehungsweise Umschulung vielfach als Schlüssel zum beruflichen Glück erweist. Ambitionierte Physiotherapeuten tun dennoch gut daran, das lebenslange Lernen wertzuschätzen.
Insbesondere die Akademisierung zeigt sich hier immer wieder, denn das Studium der Physiotherapie gewinnt an Bedeutung. Der Bachelor kann per Fernstudium, Abendstudium, dualem Studium oder anderweitigem Teilzeitstudium neben dem Beruf erlangt werden, wodurch das Physiotherapie-Studium zu einer attraktiven Weiterbildung wird.
Klassische Fortbildungen haben aber keineswegs ausgedient und sind ebenfalls spannende Optionen, wie die folgenden Beispiele veranschaulichen:
- Betriebswirt/in für Management im Gesundheitswesen
- Fachwirt/in für Gesundheits- und Sozialwesen
- Fitnessfachwirt/in
- Bewegungstherapeut/in
- Heilpraktiker/in für Physiotherapie
Alternativen zur Umschulung zum/zur Physiotherapeut/in
Die Umschulung zum Physiotherapeuten beziehungsweise zur Physiotherapeutin hat ihren Reiz, doch unter den zahlreichen Gesundheitsberufen findet sich mitunter auch die eine oder andere interessante Umschulungsalternative.
Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang unter anderem die folgenden Optionen:
- Altenpfleger/in
- Ergotherapeut/in
- Logopäde/Logopädin
- Gesundheits- und Krankenpfleger/in
- Diätassistent/in
- Heilpraktiker/in
Verwandte Wege im Gesundheitswesen stellen wir in eigenen Ratgebern vor, etwa zur Umschulung zum Ergotherapeuten, zum Masseur und medizinischen Bademeister, zur Logopädin oder zum Altenpfleger. So lässt sich gut abwägen, welcher Gesundheitsberuf am besten zur eigenen Lebenssituation passt.
Die Entscheidung für die Umschulung zur Physiotherapeutin sollte stets wohlüberlegt getroffen werden. Nur wer die beruflichen Perspektiven und Herausforderungen kennt, kann die richtigen Weichen für eine aussichtsreiche Laufbahn stellen.
Die persönliche Eignung als Physiotherapeut/in
Eine physiotherapeutische Tätigkeit und der damit verbundene enge Kontakt zu den Patienten kann sehr erfüllend sein, ist aber nicht jedermanns Sache. Unabhängig von formalen Bedingungen sollten Interessierte an einer Ausbildung oder Umschulung zum Physiotherapeuten beziehungsweise zur Physiotherapeutin daher ihre persönliche Eignung selbstkritisch hinterfragen.
Dabei kommt es vor allem auf die folgenden Aspekte an:
- medizinisches Interesse
- Offenheit
- Einfühlungsvermögen
- Geduld
- Anpassungsfähigkeit
- soziale Veranlagung
- Gesundheitsbewusstsein
- Sportlichkeit
- Zuverlässigkeit
- Verantwortungsbewusstsein
Mögliche Schwerpunkte in der Physiotherapie
Auszubildende und Umschüler/innen werden im Zuge der Qualifizierung zu wahren Allroundern und befassen sich mit den unterschiedlichsten Bereichen der Physiotherapie. Gleichzeitig kann es aber sinnvoll sein, Schwerpunkte zu setzen und in einzelnen Bereichen einen Expertenstatus anzustreben.
Im physiotherapeutischen Bereich kommen hier beispielsweise die folgenden Fachbereiche in Betracht:
- Manuelle Therapie
- Pilates
- Stoßwellentherapie
- Atemphysiotherapie
- Bobath
- Manuelle Lymphdrainage
- Fußreflexzonenmassage
- Wärmetherapie
- Kältetherapie
- Massage
Stellenangebote für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten
Als Physiotherapeut/in muss man nicht zwingend eine eigene Praxis eröffnen, sondern kann auch nach Stellenangeboten Ausschau halten.
Reha-Einrichtungen, Krankenhäuser, Therapiezentren und Wellness-Einrichtungen kommen als Arbeitsstellen in Betracht. Hier können sich Physiotherapeuten verwirklichen und neue Perspektiven für ihre berufliche Zukunft finden. Aufgrund des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen sind qualifizierte Physiotherapeuten auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt, so dass die Auswahl an Stellen in vielen Regionen groß ist.
Die Qualifizierung als Heilpraktiker/in für Physiotherapie als Zusatzqualifikation
Regelmäßige Weiterbildungen sollten für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten selbstverständlich sein. So können sie ihren Patienten fundierte Behandlungen bieten und sich für einen Aufstieg auf der Karriereleiter qualifizieren.
All diejenigen, die gerne eigenständig arbeiten und auch ohne ärztliche Anordnung tätig werden möchten, sollten die Zusatzqualifikation als Heilpraktiker/in für Physiotherapie in Betracht ziehen. Über diesen sektoralen Heilpraktiker dürfen sie bestimmte Leistungen ohne vorherige ärztliche Verordnung erbringen, was gerade in der eigenen Praxis interessant sein kann.
Der Berufsalltag als Physiotherapeut/in
Der Arbeitstag einer Physiotherapeutin oder eines Physiotherapeuten ist geprägt vom direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten. In der Regel folgt eine Behandlung auf die nächste, wobei jede Einheit meist zwischen 20 und 30 Minuten dauert. Zwischen den Terminen bleibt Zeit für die Dokumentation, den Austausch mit ärztlichen Kolleginnen und Kollegen sowie die Vorbereitung der nächsten Behandlung.
Zu den täglichen Aufgaben gehören das Erheben des körperlichen Befunds, das Festlegen der Behandlungsziele und das Durchführen der Therapie. Krankengymnastik, manuelle Techniken, Massagen sowie Anleitung zu Übungen für zu Hause wechseln sich ab. Der Beruf ist körperlich fordernd, denn Physiotherapeuten stehen viel, setzen ihre Hände aktiv ein und unterstützen Patienten bei Bewegungen.
Gleichzeitig ist die Arbeit menschlich sehr erfüllend. Wer erlebt, wie ein Patient nach einer Verletzung wieder schmerzfrei gehen kann oder nach einem Schlaganfall Fortschritte macht, spürt den Sinn dieses Berufs unmittelbar. Empathie, Geduld und gute Kommunikation sind im Alltag ebenso wichtig wie das fachliche Können.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt für Physiotherapeuten
Die Berufsaussichten für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sind gut. Der demografische Wandel, eine alternde Bevölkerung und ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein sorgen für eine stetig hohe Nachfrage nach physiotherapeutischen Leistungen. In vielen Regionen herrscht ein spürbarer Fachkräftemangel, so dass ausgebildete Physiotherapeuten meist zwischen mehreren Stellenangeboten wählen können.
Beschäftigung finden Physiotherapeuten in Praxen, Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Pflegeeinrichtungen und im Sport. Auch die Selbstständigkeit mit einer eigenen Praxis ist ein verbreiteter Weg. Wer bereit ist, Zusatzqualifikationen wie manuelle Therapie oder Lymphdrainage zu erwerben, verbessert seine Position auf dem Arbeitsmarkt und kann höhere Abrechnungssätze erzielen.
Für Quereinsteiger, die über die Umschulung in den Beruf kommen, ist das ein wichtiges Argument: Die investierte Zeit und Mühe zahlt sich durch krisensichere Beschäftigung und vielfältige Einsatzmöglichkeiten in einem zukunftsfähigen Berufsfeld aus.
So läuft die staatliche Abschlussprüfung ab
Die Umschulung zum Physiotherapeuten endet mit einer staatlichen Prüfung, die aus drei Teilen besteht. Der schriftliche Teil umfasst mehrere Aufsichtsarbeiten zu Fächern wie Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre sowie den speziellen Grundlagen der Physiotherapie. Hier wird das theoretische Wissen abgefragt, das die Grundlage jeder Behandlung bildet.
Im mündlichen Teil müssen die Prüflinge in verschiedenen Fächern zeigen, dass sie Zusammenhänge erklären und Fragen fachlich fundiert beantworten können. Der praktische Teil bildet das Herzstück der Prüfung: Hier behandeln die angehenden Physiotherapeuten reale oder simulierte Patienten, erheben einen Befund, entwickeln einen Behandlungsplan und führen die Therapie unter Aufsicht durch.
Erst wenn alle drei Teile bestanden sind, wird die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung erteilt. Eine gründliche Vorbereitung über die gesamte Umschulungszeit hinweg ist daher entscheidend. Wer die praktischen Einsätze ernst nimmt und kontinuierlich lernt, geht der Prüfung gut gerüstet entgegen.
Förderung der Umschulung über die Agentur für Arbeit
Für viele Erwachsene ist die Finanzierung der entscheidende Punkt bei der Frage, ob eine Umschulung zum Physiotherapeuten in Betracht kommt. Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter können eine Umschulung über einen Bildungsgutschein fördern, wenn diese arbeitsmarktpolitisch sinnvoll ist und über einen AZAV-zugelassenen Träger läuft. Ein automatischer Anspruch besteht allerdings nicht, jeder Fall wird individuell geprüft.
Wird ein Bildungsgutschein bewilligt, übernimmt die Agentur für Arbeit in der Regel die Lehrgangskosten und kann den Lebensunterhalt über das Arbeitslosengeld absichern. Wichtig ist, dass man das Gespräch mit der zuständigen Vermittlungsfachkraft frühzeitig sucht und den Antrag vor Beginn der Maßnahme stellt. Neben dem Bildungsgutschein kommen je nach Situation auch Schüler-BAföG oder Landesförderungen infrage.
Wer sich umfassend informieren möchte, sollte mehrere Anbieter vergleichen und die konkrete Förderfähigkeit vorab mit der Agentur für Arbeit abstimmen. Passende Träger lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit recherchieren.
Häufige Fragen zur Umschulung zum Physiotherapeuten
Wie lange dauert die Umschulung zum Physiotherapeuten?
Welchen Schulabschluss braucht man für die Umschulung?
Was kostet die Umschulung zum Physiotherapeuten?
Wird die Umschulung vom Arbeitsamt gefördert?
Wie viel verdient man als Physiotherapeut?
Ist die Umschulung zum Physiotherapeuten staatlich anerkannt?
Die Umschulung zum Physiotherapeuten beziehungsweise zur Physiotherapeutin bietet spannende Perspektiven und gute Bedingungen für einen beruflichen Neuanfang.
Viele Menschen träumen von einer eigenen physiotherapeutischen Praxis und sollten dann unbedingt den folgenden Tipp aus unserer Redaktion berücksichtigen.
Bereiten Sie die Praxisgründung gut vor!
Der Abschluss als Physiotherapeut/in ermöglicht die Gründung einer eigenen Praxis für Physiotherapie. Allerdings fehlt es den Gründern dann nicht selten an ökonomischem und organisatorischem Know-How. Damit die Existenzgründung gelingt, muss man nicht nur seinen Beruf beherrschen, sondern auch unternehmerisch denken.
Ein Existenzgründerseminar kann hier sehr hilfreich sein und Denkanstöße liefern, die vor der Eröffnung einer eigenen Praxis für Physiotherapie wichtig sind.