Weiterbildung Rechnungswesen

Das Rechnungswesen ist ein zentraler Teilbereich der Betriebswirtschaftslehre und in jedem Unternehmen von Belang. Wer die betrieblichen Geld- und Leistungsströme erfassen, kontrollieren und auswerten kann, wird in nahezu jeder Branche gebraucht. Genau das macht eine Weiterbildung im Rechnungswesen so attraktiv: Sie öffnet Türen zu sicheren, gut bezahlten Positionen und ist zugleich eine solide Grundlage für den weiteren Aufstieg bis hin zum Bilanzbuchhalter oder Betriebswirt.

Wer sich für eine Rechnungswesen-Weiterbildung interessiert, hat allerdings die Qual der Wahl. Vom kurzen Buchführungsseminar über den Finanzbuchhalter bis zum geprüften Bilanzbuchhalter der IHK reicht das Angebot. Ein Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit kann sehr aufschlussreich sein, ersetzt aber keine eigene Recherche. Dieser Ratgeber gibt Ihnen den nötigen Überblick über Inhalte, Voraussetzungen, Dauer, Kosten, Förderung und Karrierechancen.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Rechnungswesen-Weiterbildungen reichen vom kurzen Buchführungsseminar bis zur Aufstiegsfortbildung Bilanzbuchhalter (IHK) oder Betriebswirt Rechnungswesen.
  • Zentrale Abschlüsse: Finanzbuchhalter, Bilanzbuchhalter (IHK), Fachwirt und Betriebswirt mit Schwerpunkt Rechnungswesen oder Controlling.
  • Bei Arbeitslosigkeit ist eine Förderung über den Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) möglich, Beschäftigte können vom Qualifizierungschancengesetz profitieren.
  • Für Aufstiegsfortbildungen wie den Bilanzbuchhalter greift das Aufstiegs-BAföG – einkommensunabhängig und mit hohem Erlass bei Prüfungserfolg.
  • Das Gehalt reicht von rund 2.800 Euro als Buchhalter bis über 5.500 Euro brutto im Monat als erfahrener Bilanzbuchhalter.

Fachkraft im Rechnungswesen arbeitet mit Belegen und Buchhaltungssoftware am Schreibtisch

Rechnungswesen umfasst Buchhaltung, Kostenrechnung und Controlling

Das Rechnungswesen erfasst, dokumentiert und wertet sämtliche Geld- und Leistungsströme eines Betriebes aus. Fachkräfte sorgen dafür, dass jede Zahlung, jede Rechnung und jeder Geschäftsvorfall korrekt verbucht wird. Ihre Arbeit ist die Grundlage für unternehmerische Entscheidungen, denn ohne verlässliche Zahlen lässt sich kein Betrieb steuern.

Fachlich unterscheidet man zwei große Bereiche. Das externe Rechnungswesen richtet sich an Empfänger außerhalb des Unternehmens, etwa das Finanzamt, Banken oder Gesellschafter. Dazu zählen die Finanzbuchhaltung, der Jahresabschluss und die Bilanz. Das interne Rechnungswesen dient dagegen der Steuerung im Betrieb selbst und umfasst vor allem die Kosten- und Leistungsrechnung sowie das Controlling. Wer beide Seiten beherrscht, ist für Arbeitgeber besonders wertvoll.

Weil jedes Unternehmen zur ordnungsgemäßen Buchführung verpflichtet ist und gegenüber den Finanzbehörden Nachweise erbringen muss, sind Fachkräfte aus dem Rechnungswesen krisensicher gefragt. Eine gezielte Weiterbildung macht aus einer allgemeinen kaufmännischen Ausbildung eine gefragte Spezialisierung. Verwandte Aufstiegswege finden Sie in unseren Ratgebern zum Buchhalter, zum Bilanzbuchhalter und zum Controller.

Vom Seminar bis zum Betriebswirt reichen die Weiterbildungswege

Wer gerne mit Zahlen umgeht, strukturiert arbeitet und Karriere machen möchte, liegt mit einer Weiterbildung im Rechnungswesen goldrichtig. Aufgrund der vielen Möglichkeiten lohnt es sich, den passenden Weg sorgfältig auszuwählen. Grob lassen sich Anpassungsqualifizierungen und höherwertige Aufstiegsfortbildungen unterscheiden.

Seminare und Kurse zum Auffrischen und Spezialisieren

Anpassungsqualifizierungen kommen üblicherweise als Seminare und Kurse daher, die sich auf einzelne Themen fokussieren. So bauen die Teilnehmenden ihr Wissen gezielt aus, frischen es auf oder spezialisieren sich. Typische Seminarthemen im Rechnungswesen sind:

  • Buchführung und Belegorganisation
  • Jahresabschluss und Bilanzierung
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Investitions- und Planungsrechnung
  • Controlling und Kennzahlenanalyse
  • Umsatzsteuer und steuerliches Grundwissen
  • Buchhaltungssoftware wie DATEV oder SAP

Solche Kurse dauern von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen und eignen sich gut für den schnellen Kompetenzausbau, ohne dass gleich ein neuer Berufsabschluss angestrebt wird.

Aufstiegsfortbildungen mit anerkanntem Abschluss

Wer einen höheren beruflichen Abschluss anstrebt, wählt eine Aufstiegsfortbildung. Aufbauend auf der vorhandenen Ausbildung winken unter anderem folgende bundesweit anerkannte Abschlüsse:

  • Geprüfter Finanzbuchhalter
  • Geprüfter Bilanzbuchhalter (IHK)
  • Geprüfter Betriebswirt mit Schwerpunkt Rechnungswesen oder Controlling
  • Fachwirt mit kaufmännischem Schwerpunkt
  • Geprüfter Controller (IHK)

Diese Abschlüsse sind im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) eingestuft und verbessern Aufstiegs- und Verdienstchancen spürbar. Der Bilanzbuchhalter ist auf DQR-Niveau 6 dem Bachelor gleichgestellt. Einen guten Einstieg bieten unsere Ratgeber zum Finanzbuchhalter und zum Betriebswirt.

Berufsbegleitendes Studium als akademischer Weg

Für alle, die noch höher hinaus wollen, muss nach einer anerkannten Fortbildung längst nicht Schluss sein. Ein berufsbegleitendes Studium, etwa als Fernstudium, Abend- oder Teilzeitstudium, öffnet weitere Türen. Als Studienfächer bieten sich Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftswissenschaften, Finanzmanagement, Rechnungswesen und Controlling oder Steuer- und Prüfungswesen an.

Die Weiterbildung vermittelt Buchführung, Bilanzierung und Auswertung

Unabhängig vom gewählten Abschluss drehen sich die Lerninhalte um die Frage, wie ein Unternehmen seine Zahlen ordnungsgemäß erfasst und sinnvoll auswertet. Bei den Aufstiegsfortbildungen sind die Inhalte in bundeseinheitlichen Rahmenlehrplänen geregelt, sodass der Abschluss überall gleich viel wert ist.

Zu den Kernthemen einer Rechnungswesen-Weiterbildung gehören typischerweise:

  • Grundlagen und Technik der doppelten Buchführung
  • Erstellung des Jahresabschlusses nach HGB (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang)
  • Bewertung von Vermögen, Schulden, Rückstellungen und Abschreibungen
  • Kosten- und Leistungsrechnung als Basis der internen Steuerung
  • Kennzahlen, Auswertungen und betriebswirtschaftliche Analysen
  • Grundzüge des Steuerrechts, vor allem Umsatz-, Einkommen- und Körperschaftsteuer
  • Finanz- und Liquiditätsplanung sowie Investitionsrechnung

Beim Bilanzbuchhalter kommen internationale Rechnungslegung nach IFRS, ein sicherer Umgang mit Buchhaltungssoftware und Kommunikationskompetenz hinzu. Wer sich stärker auf die interne Steuerung ausrichten möchte, findet im Ratgeber zum Controller die passenden Schwerpunkte.

Kaufmännische Vorbildung und Berufserfahrung sind meist Voraussetzung

Je nach Weiterbildung ist der Zugang unterschiedlich geregelt. Für Seminare und Kurse gibt es in der Regel keine formalen Hürden, sie stehen allen Interessierten offen. Für die anerkannten Aufstiegsfortbildungen gelten dagegen klare Zulassungsvoraussetzungen.

Zur Prüfung zum geprüften Bilanzbuchhalter der IHK wird üblicherweise zugelassen, wer eine kaufmännische Ausbildung plus mindestens drei Jahre einschlägige Berufspraxis nachweist. Alternativ genügen ein anderer Berufsabschluss und mehrjährige Praxis oder eine entsprechend längere berufliche Tätigkeit ohne einschlägige Ausbildung. Die genauen Bedingungen legt die jeweilige IHK nach der bundeseinheitlichen Fortbildungsordnung fest.

Persönlich sollten Sie Freude am genauen Arbeiten, ein Faible für Zahlen, logisches Denken und eine strukturierte Arbeitsweise mitbringen. Besonders gut geeignet sind Menschen mit einer der folgenden Ausbildungen:

  • Kaufmann/-frau für Büromanagement
  • Industriekaufmann/-frau
  • Bankkaufmann/-frau
  • Steuerfachangestellte/r
  • Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen

Ob Sie die persönlichen und formalen Voraussetzungen erfüllen, klären Sie am besten vorab mit der IHK oder Ihrem Bildungsanbieter. Bei Arbeitslosigkeit hilft zusätzlich ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit weiter.

Dauer und Ablauf hängen von Abschluss und Lernform ab

Wie lange eine Weiterbildung im Rechnungswesen dauert, hängt vom Abschluss und von der gewählten Lernform ab. Vollzeitkurse sind am schnellsten, verlangen aber volle Verfügbarkeit. Teilzeit- und Fernlehrgänge lassen sich neben dem Beruf absolvieren, ziehen sich dafür über einen längeren Zeitraum. Die folgende Übersicht ordnet typische Angebote ein.

WeiterbildungVollzeitTeilzeit / FernkursUmfang
Buchführungsseminarwenige Tage2 bis 8 Wochenca. 20 bis 60 Std.
Finanzbuchhalterca. 2 bis 3 Monate6 bis 9 Monateca. 150 bis 250 Std.
Bilanzbuchhalter (IHK)ca. 4 bis 6 Monate18 bis 24 Monateca. 600 bis 700 Std.
Betriebswirt Rechnungswesenca. 12 Monate18 bis 30 Monateca. 600 bis 800 Std.

Fernlehrgänge sind besonders flexibel, weil Sie Lerntempo und Lernzeiten weitgehend selbst bestimmen. Viele Anbieter kombinieren Online-Phasen mit Präsenzterminen zur Prüfungsvorbereitung. Achten Sie darauf, ausreichend Zeit für die eigenständige Prüfungsvorbereitung einzuplanen, denn gerade der Bilanzbuchhalter gilt als anspruchsvoll.

Bildungsgutschein und Aufstiegs-BAföG senken die Kosten deutlich

Die Kosten einer Rechnungswesen-Weiterbildung schwanken je nach Abschluss erheblich. Kurze Seminare kosten oft nur wenige hundert Euro, ein Lehrgang zum Bilanzbuchhalter der IHK liegt inklusive Prüfungsgebühren häufig zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Die gute Nachricht: Für die meisten Wege gibt es Förderung, sodass Sie selten den vollen Betrag allein tragen müssen.

Bildungsgutschein bei Arbeitslosigkeit

Förderung über den Bildungsgutschein

Wenn Sie arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind, kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter eine Weiterbildung über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III vollständig finanzieren. Übernommen werden Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, Fahrt- und teils Betreuungskosten. Voraussetzung ist, dass die Weiterbildung notwendig ist und der Anbieter samt Maßnahme AZAV-zertifiziert ist. Wer eine geförderte Maßnahme mit Abschluss besteht, kann zusätzlich das Weiterbildungsgeld von 150 Euro monatlich sowie Prämien für bestandene Zwischen- und Abschlussprüfungen erhalten.

Qualifizierungschancengesetz für Beschäftigte

Auch Beschäftigte können gefördert werden. Über das Qualifizierungschancengesetz beteiligt sich die Agentur für Arbeit an den Lehrgangskosten und teils am Arbeitsentgelt, wenn die Weiterbildung Kompetenzen vermittelt, die über eine rein arbeitsplatzbezogene Anpassung hinausgehen. Der Antrag läuft in der Regel gemeinsam mit dem Arbeitgeber.

Aufstiegs-BAföG für anerkannte Fortbildungen

Für Aufstiegsfortbildungen wie den Bilanzbuchhalter oder Betriebswirt greift das Aufstiegs-BAföG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz). Es ist einkommens- und altersunabhängig. Der Staat übernimmt einen erheblichen Anteil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, der Rest wird über ein zinsgünstiges Darlehen der KfW finanziert. Wer die Prüfung besteht, muss einen großen Teil des Darlehens nicht zurückzahlen, der Rest kann sinnvoll geplant werden. Wer die Weiterbildung in Vollzeit absolviert, kann zusätzlich einen Beitrag zum Lebensunterhalt beantragen.

FörderwegFür wenWas wird gefördert
Bildungsgutschein (§ 81 SGB III)Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit Bedrohtevolle Lehrgangs- und Prüfungskosten, ggf. 150 Euro Weiterbildungsgeld
QualifizierungschancengesetzBeschäftigte (mit Arbeitgeber)Zuschuss zu Lehrgangskosten und Arbeitsentgelt
Aufstiegs-BAföGalle bei anerkannten AufstiegsfortbildungenZuschuss plus KfW-Darlehen mit hohem Erlass bei Erfolg

Welcher Weg für Sie passt, hängt von Ihrer Situation ab. Einen Gesamtüberblick über die Finanzierung bietet unser Ratgeber zur Weiterbildung über das Arbeitsamt. Wenn Sie den Beruf grundlegend wechseln möchten, ist statt einer Weiterbildung womöglich eine Umschulung über das Arbeitsamt das richtige Mittel.

Die Karriere führt vom Buchhalter bis in die Leitung des Rechnungswesens

Fachkräfte aus dem Rechnungswesen sind in nahezu allen Branchen gefragt, von der Industrie über Banken bis zu Steuerkanzleien und dem öffentlichen Dienst. Mit jeder Qualifikationsstufe steigen Verantwortung und Gehalt. Vom sachbearbeitenden Buchhalter über den Bilanzbuchhalter bis zur Leitung des Rechnungswesens oder ins Controlling sind viele Wege möglich.

Pauschale Gehaltsaussagen sind schwierig, weil Branche, Region, Betriebsgröße und Erfahrung eine große Rolle spielen. Die folgenden Bandbreiten geben eine grobe Orientierung für ein durchschnittliches Bruttomonatsgehalt.

PositionGehalt (brutto/Monat)Qualifikation
Buchhalterca. 2.800 bis 3.600 Eurokaufm. Ausbildung + Praxis
Finanzbuchhalterca. 3.200 bis 4.200 EuroFortbildung Finanzbuchhalter
Bilanzbuchhalterca. 4.000 bis 5.500 EuroBilanzbuchhalter (IHK)
Leitung Rechnungswesenab ca. 5.500 EuroBetriebswirt / mehrjährige Führung

Neben dem klassischen Aufstieg im Rechnungswesen lohnt auch der Blick auf verwandte Disziplinen der Betriebswirtschaft. Wer sich breiter aufstellen möchte, findet in Feldern wie Controlling, Personalwesen, Materialwirtschaft oder Unternehmensführung ergänzende Perspektiven. Eine gute Grundlage für den Quereinstieg oder die Neuorientierung bietet die kaufmännische Weiterbildung.

Ein AZAV-Zertifikat des Anbieters ist Bedingung für die Förderung

Der Weiterbildungsmarkt ist groß, die Qualität schwankt. Achten Sie deshalb bei der Auswahl auf einige Kriterien. Für eine Förderung mit dem Bildungsgutschein muss der Anbieter nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert und die konkrete Maßnahme zugelassen sein. Ohne dieses Zertifikat ist keine öffentliche Förderung über die Agentur für Arbeit möglich.

Gute Anbieter informieren transparent über Inhalte, Dozenten, Prüfungsvorbereitung, Erfolgsquoten und Gesamtkosten. Bei Aufstiegsfortbildungen mit IHK-Abschluss ist zudem wichtig, dass der Lehrgang gezielt auf die IHK-Prüfung vorbereitet. Fordern Sie Probelektionen an, vergleichen Sie mehrere Angebote und lassen Sie sich vor der Anmeldung von Ihrer Agentur für Arbeit beraten, damit Förderung und Maßnahme zusammenpassen.

Weiterbildung per Fernstudium - bis zu 100% gefördert vom Arbeitsamt

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Häufige Fragen zur Weiterbildung im Rechnungswesen

Was ist Rechnungswesen einfach erklärt?
Rechnungswesen bezeichnet die systematische Erfassung, Dokumentation und Auswertung aller Geld- und Leistungsströme eines Unternehmens. Es zeigt, wie viel ein Betrieb einnimmt, ausgibt und wie es um seine wirtschaftliche Lage steht. Unterschieden wird zwischen externem Rechnungswesen für Finanzamt und Banken sowie internem Rechnungswesen zur betrieblichen Steuerung.
Was kostet eine Weiterbildung im Rechnungswesen?
Kurze Seminare kosten oft nur wenige hundert Euro. Ein Lehrgang zum geprüften Bilanzbuchhalter der IHK liegt inklusive Prüfungsgebühren meist zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Über Bildungsgutschein, Qualifizierungschancengesetz oder Aufstiegs-BAföG lässt sich ein großer Teil der Kosten fördern, sodass Sie selten den vollen Betrag allein zahlen.
Welche Voraussetzungen brauche ich für den Bilanzbuchhalter?
Für die IHK-Prüfung zum Bilanzbuchhalter benötigen Sie in der Regel eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung und mindestens drei Jahre einschlägige Berufspraxis. Alternativ genügen ein anderer Berufsabschluss mit längerer Praxis oder eine mehrjährige einschlägige Tätigkeit. Die genauen Bedingungen legt Ihre IHK nach der bundeseinheitlichen Fortbildungsordnung fest.
Wie lange dauert die Weiterbildung im Rechnungswesen?
Das hängt vom Abschluss ab. Buchführungsseminare dauern wenige Tage bis Wochen. Der Finanzbuchhalter ist in Teilzeit in etwa sechs bis neun Monaten zu schaffen. Der geprüfte Bilanzbuchhalter dauert berufsbegleitend meist 18 bis 24 Monate, in Vollzeit deutlich kürzer. Fernlehrgänge lassen sich flexibel an das eigene Tempo anpassen.
Spoiler-Titel
Ja. Bei Arbeitslosigkeit oder drohender Arbeitslosigkeit kann die Agentur für Arbeit die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III finanzieren. Voraussetzung ist eine AZAV-zertifizierte Maßnahme und die Notwendigkeit der Weiterbildung. Beschäftigte können über das Qualifizierungschancengesetz gefördert werden. Klären Sie die Förderung immer vor der Anmeldung mit Ihrer Agentur für Arbeit.
Was verdient man mit einer Weiterbildung im Rechnungswesen?
Das Gehalt steigt mit der Qualifikation. Buchhalter verdienen im Schnitt rund 2.800 bis 3.600 Euro brutto im Monat, Finanzbuchhalter etwa 3.200 bis 4.200 Euro. Als geprüfter Bilanzbuchhalter sind rund 4.000 bis 5.500 Euro üblich, in leitender Position auch mehr. Branche, Region, Betriebsgröße und Berufserfahrung beeinflussen die Höhe stark.
Was ist der Unterschied zwischen internem und externem Rechnungswesen?
Das externe Rechnungswesen richtet sich an Empfänger außerhalb des Unternehmens, etwa Finanzamt, Banken oder Gesellschafter, und umfasst Finanzbuchhaltung, Jahresabschluss und Bilanz. Das interne Rechnungswesen dient der Steuerung im Betrieb selbst, vor allem über die Kosten- und Leistungsrechnung sowie das Controlling. Beide Bereiche ergänzen sich.
Lohnt sich der Bilanzbuchhalter oder besser ein Studium?
Beides hat seine Berechtigung. Der geprüfte Bilanzbuchhalter ist praxisnah, dauert kürzer und ist auf DQR-Niveau 6 einem Bachelor gleichgestellt. Ein Studium bietet mehr theoretische Breite und ist für Führungspositionen im Konzernumfeld oft von Vorteil. Wer aus der Praxis aufsteigen will, fährt mit dem Bilanzbuchhalter meist schneller und günstiger.

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