Achtung! Das sollten Sie bei einem Minijob beachten

Viele Menschen in Deutschland gehen einem oder sogar mehreren Minijobs nach und sollten die Besonderheiten geringfügiger Beschäftigungen kennen. Zu-nächst kommt es Minijobbern vor allem darauf an, dass sie Geld verdienen und so ihren Lebensunterhalt verdienen. Im Gegensatz zu klassischen Arbeitnehmer/innen sind sie allerdings schlechter gestellt, was sich im Ernstfall rächen kann.

So sollte man wissen, dass man als Minijobber/in keinen Krankenversicherungsschutz genießt und sich anderweitig um eine Krankenversicherung kümmern muss. Im Gegenzug ist der Verdienst grundsätzlich nicht einkommenssteuerpflichtig und weist aufgrund der nicht vorhandenen Versicherungspflicht keine wesentlichen Abzüge auf.

Aus der Sicht von Arbeitgebern bieten geringfügige Beschäftigungen den Vor-teil, dass sie deutlich flexibler gestaltet werden können. Minijobber haben daher vielfach einen leichteren Zugang zu einer Beschäftigung und können so der vollkommenen Arbeitslosigkeit entfliehen. Im Folgenden finden Sie ein paar wichtige Punkte, die Sie beachten sollten, wenn Sie als Minijobber tätig sind.

Kurzarbeitergeld fĂĽr Minijobber/innen

Im Rahmen von Kurzarbeit kann der Umfang der Arbeitszeit innerhalb eines bestehenden Arbeitsverhältnisses zeitweise verringert werden. Die Arbeitnehmer/innen können dann Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben, das das niedrigere Arbeitseinkommen ausgleichen soll. Wer aber Minijobber ist, kann keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld geltend machen, denn dies ist nur den versicherungspflichtigen Arbeitnehmern vorbehalten.

Urlaubsanspruch im Minijob

Vielen Minijobbern ist gar nicht bewusst, dass sie ebenfalls Anspruch auf bezahlten Urlaub haben. Obwohl sie lediglich einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, haben sie ein Recht auf bezahlten Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz. Grundsätzlich beläuft sich dieser auf 24 Werktage, wobei der Urlaub unter Berücksichtigung der jeweils vereinbarten Arbeitszeit anteilig berechnet wird.

Welche KĂĽndigungsfrist besteht bei einem Minijob?

Es wird vielfach angenommen, dass Minijobber keinen gesetzlichen Kündigungsschutz genießen, doch dem ist nicht so. Trotz aller Flexibilität des Arbeitsverhältnisses gelten auch hier die üblichen Regeln. So muss die Kündigung schriftlich erfolgen und mindestens eine vierwöchige Kündigungsfrist berücksichtigen.

Wie sieht es mit Arbeitslosengeld nach dem Verlust des Minijobs aus?

Menschen, die ihren Lebensunterhalt bislang mithilfe eines oder auch mehrerer Minijobs finanziert haben, bekommen die erleichterten Regeln zur Kündigung lei-der oftmals zu spüren und gehören zu den ersten Mitarbeitern, die entlassen werden.

Nach dem Verlust des Minijobs gerät man in eine kritische finanzielle Lage und sollte schnellstmöglich beim Arbeitsamt vorstellig werden. Ein Anspruch auf Arbeitslosengeld I besteht allerdings nicht, weil dies eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung voraussetzt. Dementsprechend rutschen Betroffene nach dem Verlust des Minijobs unmittelbar in Hartz IV.

Welchen Einfluss hat ein Minijob auf den Bezug von Arbeitslosengeld?

All diejenigen, die bereits auf staatliche Hilfe angewiesen sind, liebäugeln zu-weilen mit einem einfach zugänglichen Minijob. Auf diese Art und Weise verdienen sie wenigstens etwas Geld und haben Anteil an der Arbeitswelt. Diesbezüglich muss man allerdings einiges beachten.

Wer Arbeitslosengeld I bezieht und parallel einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht, muss wissen, dass die Voraussetzungen für den Bezug von ALG I nur weiterhin bestehen, sofern man wöchentlich weniger als 15 Stunden arbeitet. Ansonsten ist eine Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit angezeigt. Außerdem sollte man wissen, dass für den Nebenjob neben dem Arbeitslosengeld ein Freibetrag von 165 Euro besteht.

Bezieher von Arbeitslosengeld II können grundsätzlich auch einem Minijob nachgehen, allerdings nur pauschal 100 Euro als Freibetrag behalten. Darüber hinausgehende Einnahmen werden auf die Hartz-IV-Leistungen angerechnet.