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Arbeitslosengeld 1

Arbeitslosengeld 1 wird anders als vielfach angenommen nicht als rein staatliche Transferleistung, sondern als Leistung der deutschen Arbeitslosenversicherung gew√§hrt. Dadurch sollen Menschen, die arbeitslos werden, weil ihnen gek√ľndigt wurde, der Arbeitsgeber insolvent ist oder ihr befristeter Arbeitsvertrag nicht verl√§ngert wurde, finanziell aufgefangen werden, denn ohne das regelm√§√üige Arbeitseinkommen sind sie ansonsten nicht in der Lage, die laufenden Lebenshaltungskosten zu finanzieren.

Dem SGB III entsprechend erhalten Arbeitslose f√ľr einen begrenzten Zeitraum Arbeitslosengeld I und so finanzielle Hilfe, um die hoffentlich kurze Zeit der Arbeitslosigkeit zu √ľberbr√ľcken. Menschen, denen dies jedoch nicht gelingt, werden nicht einfach fallengelassen, sondern rutschen dann in Hartz IV (auch Arbeitslosengeld II genannt).

Der Anspruch auf Arbeitslosengeld I

W√§hrend Hartz IV einer deutlich breiteren Zielgruppe zug√§nglich ist und der Grundsicherung dient, ist der Anspruch auf Arbeitslosengeld I an bestimmte Bedingungen gekn√ľpft. So muss man zun√§chst arbeitslos sein oder darf nicht mehr als 15 Stunden w√∂chentlich einer Erwerbst√§tigkeit nachgehen. Weiterhin ist es erforderlich, dass man in den vergangenen zwei Jahren insgesamt mindestens zw√∂lf Monate versicherungspflichtig besch√§ftigt war. Dabei werden neben Erwerbst√§tigkeiten auch Ersatzzeiten angerechnet. Wer Arbeitslosengeld I in Anspruch nehmen m√∂chte, muss sich au√üerdem umgehend arbeitssuchend melden und auch pers√∂nlich arbeitslos melden.

Die Höhe des Arbeitslosengeldes I

Arbeitslosengeld I wird als Ersatz f√ľr das weggefallene Einkommen gezahlt und sorgt daf√ľr, dass man seine Lebenshaltungskosten weiterbezahlen kann. Man darf allerdings nicht erwarten, dass es sich um einen vollwertigen Ersatz handelt, denn die H√∂he des Arbeitslosengeldes I bel√§uft sich lediglich auf 60 Prozent des Nettoentgelts.Arbeitslose m√ľssen folglich gezwungenerma√üen k√ľrzertreten, was einen finanziellen Anreiz f√ľr eine aktive und schnelle Stellensuche bildet.

Die jeweilige Steuerklasse sowie die Zahl der im Haushalt lebenden Kinder k√∂nnen jedoch die konkrete H√∂he des ALG I beeinflussen. All diejenigen, die sich konkrete Zahlen w√ľnschen, sollten daher nicht nur exakt rechnen, sondern beim Arbeitsamt vorstellig werden. Zur groben Orientierung kann zun√§chst auch ein Arbeitslosengeld-Rechner herangezogen werden.

Die Dauer des Bezugs von Arbeitslosengeld I

Arbeitssuchende wollen aber nicht nur wissen, wie viel Arbeitslosengeld I sie erwarten k√∂nnen, sondern auch wie lange ihnen dieses gezahlt wird. Insbesondere in F√§llen, in denen sich die Stellensuche schwierig gestaltet und daher l√§nger dauert, kann die maximale Bezugsdauer von ALG I relevant sein. Ausschlaggebend sind das Alter des Arbeitssuchenden sowie die Dauer der vorherigen Besch√§ftigung. Wer beispielsweise nur zw√∂lf Monate versicherungspflichtig besch√§ftigt war, kann ALG I f√ľr h√∂chstens sechs Monate in Anspruch nehmen.

Im Gegensatz dazu erhalten diejenigen, die die letzten zwei Jahre komplett erwerbstätig waren, ein Jahr lang Arbeitslosengeld I. Diejenigen, die mehr als 24 Monate versicherungspflichtig beschäftigt waren und älter als 50 Jahre sind, können zudem von einer Ausnahmeregelung Gebrauch machen und Arbeitslosengeld I länger beziehen.

Arbeitslosengeld 1 beantragen

Eine K√ľndigung, die Insolvenz des Unternehmens oder auch ein Auslaufen eines befristeten Arbeitsvertrages f√ľhren mitunter zu einem Anspruch auf ALG I. Das Arbeitslosengeld wird aber nicht automatisch gezahlt, sondern muss bei der Agentur f√ľr Arbeit beantragt werden. F√ľr den Antrag sollten sich Betroffene nicht zu viel Zeit lassen, denn man muss sich sofort arbeitssuchend melden. Dies kann zun√§chst auch online erfolgen, wobei ohnehin ein pers√∂nlicher Termin beim Arbeitsamt ansteht, um sich arbeitslos zu melden.

Bei dieser Gelegenheit k√∂nnen Arbeitssuchende dann ALG I beantragen. Das betreffende Formular kann online heruntergeladen werden oder ist bei der √∂rtlichen Agentur f√ľr Arbeit erh√§ltlich. In einigen F√§llen erweist sich die Beantragung als sehr herausfordernd, weshalb sich Arbeitssuchende nicht scheuen sollten, sich Unterst√ľtzung bei ihrem Sachbearbeiter zu suchen.

Dieser kann beim Ausf√ľllen behilflich sein und die Antragstellung so von Anfang an begleiten, damit erst gar keine finanziellen Engp√§sse entstehen und ein nahtloser √úbergang vom bisherigen Einkommen zum Bezug von ALG I erfolgen kann.