Angebote des Arbeitsamtes für Ausbildungssuchende

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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Zielgruppe: Schulabgänger und Ausbildungssuchende, die einen Ausbildungsplatz suchen.
  • Angebote: Berufsberatung, Berufsorientierung, Vermittlung sowie Förderungen wie BvB, EQ, Assistierte Ausbildung und BAB.
  • Kosten: Beratung und Vermittlung der Agentur für Arbeit sind kostenlos.
  • Zuständig: die Agentur für Arbeit, bei Bezug von Grundsicherungsgeld (Bürgergeld) das Jobcenter.
BAB & FörderungFörderungBerufsausbildungsbeihilfe der Agentur
ALG läuft weiterWährend der MaßnahmeLebensunterhalt gesichert
AZAV-zertifiziertAnbieterKurssuche über KURSNET
BerufsberatungBeratungKostenlos beim Arbeitsamt

Berufsberatung fuer Ausbildungssuchende bei der Agentur fuer Arbeit

Junge Menschen, die ihre schulische Laufbahn beendet haben oder kurz vor dem Schulabschluss stehen, haben einen wichtigen Lebensabschnitt hinter sich und begeben sich nun auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Im Zuge der anvisierten Ausbildung erlernen sie einen Beruf von der Pike auf, werden in Theorie und Praxis geschult und erlangen abschließend den offiziellen Berufsabschluss. Dieser öffnet ihnen viele Türen und macht sie zu qualifizierten Fachkräften mit besten Berufsaussichten.

Das Konzept der Berufsausbildung bewährt sich bereits seit Generationen und wird trotzdem hin und wieder infrage gestellt. Junge Menschen wollen nach der Schule oftmals endlich durchstarten und eigenes Geld verdienen. Als ungelernte Kräfte können sie verschiedene Tätigkeiten direkt übernehmen und ein volles Gehalt erwirtschaften.

Eine beispielsweise dreijährige Ausbildung mit hohem Lernaufwand und niedriger Vergütung erscheint im Vergleich weniger attraktiv. Nichtsdestotrotz erweist sich die Berufsausbildung als idealer Einstieg in die Arbeitswelt, denn im Zuge dessen erwirbt man einen offiziellen Abschluss und wird zur qualifizierten Fachkraft mit vielversprechenden Aufstiegschancen.

Schüler/innen, die sich der Perspektiven einer richtigen Ausbildung bewusst sind und kein Studium planen, widmen sich idealerweise schon im letzten Schuljahr und nicht erst nach dem Schulabschluss der Ausbildungssuche. Leider kommt es allerdings vor, dass die Bemühungen nicht zum gewünschten Erfolg führen. In solchen Fällen sollten sich Ausbildungssuchende Hilfe suchen und beim Arbeitsamt vorstellig werden.

Inhaltsverzeichnis

Wie kann das Arbeitsamt die Ausbildungssuche unterstützen?

Zunächst stellen sich Ausbildungssuchende die Frage, inwiefern das Arbeitsamt auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz behilflich sein kann. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die Bundesagentur für Arbeit spezielle Angebote für junge Menschen bereithält. Ein wesentlicher Aspekt ist die hohe Beratungskompetenz der Bundesagentur für Arbeit. In sogenannten Berufsinformationszentren können sich Ausbildungssuchende über verschiedene Berufsbilder informieren. Bewerbungstrainings und Tipps zur Ausbildungssuche kann man hier ebenfalls in Anspruch nehmen.

Wer keinen Ausbildungsplatz findet, sollte einen Beratungstermin beim Arbeitsamt vereinbaren und sich ausbildungssuchend melden. Im Gespräch mit der Sachbearbeiterin beziehungsweise dem Sachbearbeiter kann man Perspektiven entwickeln und die nächsten Schritte planen.

Oftmals haben die Arbeitsämter Kontakte zur lokalen Wirtschaft und können Ausbildungsplätze vermitteln. Über die virtuelle Jobbörse machen sie Ausbildungssuchende auf offene Stellen aufmerksam. Die Angebote lassen sich grob in drei Bereiche gliedern: Beratung und Orientierung, konkrete Förderungen sowie die Vermittlung von Ausbildungsstellen.

Beratung und Orientierung: der erste Schritt

Am Anfang steht immer die Frage, welcher Beruf zu den eigenen Interessen, Stärken und Vorstellungen passt. Für diese Klärung hält die Agentur für Arbeit mehrere kostenlose Angebote bereit.

Berufsberatung

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit ist für Schülerinnen, Schüler und Ausbildungssuchende kostenlos und unverbindlich. In einem persönlichen Termin vor Ort oder online gehen die Beraterinnen und Berater auf die individuelle Situation ein, klären Fragen zur Berufswahl und zeigen passende Wege in Ausbildung oder weiterführende Schule auf. Einen solchen Beratungstermin kann man telefonisch, online oder direkt in der Dienststelle vereinbaren.

Berufsorientierung

Zur Orientierung gehören das Berufsinformationszentrum (BIZ) sowie Berufsorientierungsmaßnahmen, in denen Jugendliche Berufsfelder erkunden und ihre Eignung testen. Über die Datenbank BERUFENET lassen sich Anforderungen, Tätigkeiten und Ausbildungsdauer einzelner Berufe im Detail nachlesen. Diese Angebote helfen dabei, eine begründete Entscheidung zu treffen, statt sich nur auf ein Bauchgefühl zu verlassen.

Förderangebote für den Weg in die Ausbildung

Reicht die Orientierung allein nicht aus oder klappt es mit dem Ausbildungsplatz zunächst nicht, greifen konkrete Förderungen. Sie sind im Dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) geregelt und setzen an unterschiedlichen Punkten an.

Berufseinstiegsbegleitung

Die Berufseinstiegsbegleitung unterstützt Jugendliche schon während der letzten Schuljahre und beim Übergang von der Schule in die Ausbildung. Eine feste Begleitperson hilft beim Schulabschluss, bei der Berufswahl und bei Bewerbungen, oft bis in die ersten Monate der Ausbildung hinein.

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB)

Die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme nach den §§ 51 ff. SGB III richtet sich an junge Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben oder noch nicht ausbildungsreif sind. In der Maßnahme lernen die Teilnehmenden verschiedene Berufsfelder kennen, festigen ihre Grundkenntnisse und können einen Schulabschluss nachholen. Ziel ist es, sie fit für den Start in eine Ausbildung zu machen.

Einstiegsqualifizierung (EQ)

Die Einstiegsqualifizierung nach § 54a SGB III ist ein betriebliches Langzeitpraktikum von sechs bis zwölf Monaten. Sie schlägt eine Brücke in die Ausbildung, indem Jugendliche einen Betrieb und einen Beruf im Alltag kennenlernen und sich bewähren können. Häufig geht die Einstiegsqualifizierung anschließend in ein reguläres Ausbildungsverhältnis über, mehr dazu auch im Ratgeber zur geförderten Ausbildung.

Assistierte Ausbildung (AsA)

Die Assistierte Ausbildung nach den §§ 74 f. SGB III begleitet sowohl den Auszubildenden als auch den Betrieb während der laufenden Ausbildung. Dazu gehören Stützunterricht in Theorie und Praxis, Hilfe bei Alltagsproblemen und eine sozialpädagogische Begleitung. So sollen Ausbildungsabbrüche vermieden und ein erfolgreicher Abschluss gesichert werden.

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Die Berufsausbildungsbeihilfe nach den §§ 56 ff. SGB III ist ein Zuschuss zum Lebensunterhalt während einer betrieblichen Ausbildung oder einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme. Sie kommt vor allem infrage, wenn Auszubildende nicht mehr bei den Eltern wohnen können und die Ausbildungsvergütung für den Lebensunterhalt nicht ausreicht. Über Höhe und Anspruch entscheidet die Agentur für Arbeit anhand der persönlichen und finanziellen Verhältnisse.

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Ausbildungsvermittlung: passende Stellen finden

Neben Beratung und Förderung übernimmt die Agentur für Arbeit auch die eigentliche Ausbildungsvermittlung. Die Vermittlungsfachkräfte kennen den regionalen Ausbildungsmarkt, pflegen Kontakte zu Betrieben und schlagen passende Ausbildungsstellen vor. Wer sich ausbildungssuchend meldet, wird aktiv auf offene Plätze aufmerksam gemacht.

Ergänzend lässt sich die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit nutzen, in der bundesweit Ausbildungsstellen ausgeschrieben sind und man ein eigenes Bewerberprofil hinterlegen kann. Für vorbereitende Kurse zertifizierter Träger steht zudem die Datenbank KURSNET bereit. Die Vermittlung ist wie die Beratung kostenlos.

So läuft die Unterstützung ab

Die Unterstützung folgt in der Regel einem klaren Ablauf, an dessen Anfang immer das Gespräch steht:

Zuständig ist die Agentur für Arbeit. Wer selbst oder in einer Bedarfsgemeinschaft Bürgergeld bezieht, wendet sich stattdessen an das Jobcenter, das für diesen Personenkreis dieselben Wege in Ausbildung und Förderung eröffnet.

Was passiert, wenn Ausbildungssuchende trotz aller Bemühungen und der Unterstützung des Arbeitsamtes keinen Ausbildungsplatz ergattern können?

Es kommt leider immer wieder vor, dass Ausbildungssuchende keine Lehrstelle finden und nach dem Schulabschluss arbeitslos werden. Spätestens dann ist es Zeit, das Arbeitsamt aufzusuchen. Dort kann man sich nicht nur ausbildungssuchend melden, sondern auch verschiedene Hilfen in Anspruch nehmen. Einerseits kann das Bürgergeld zur Sicherung des Existenzminimums gewährt werden, andererseits geht es aber vor allem darum, einen Ausbildungsplatz zu ergattern.

In persönlichen Gesprächen betreiben der Ausbildungssuchende und die Sachbearbeiterin Ursachenforschung. Basierend darauf können beispielsweise die folgenden Maßnahmen ergriffen werden:

Ausbildungssuchende sollten sich vertrauensvoll an das Arbeitsamt wenden und wissen, dass sie nicht allein sind.

Ein schwieriger Start ins Berufsleben ist zwar nicht optimal, aber noch kein Problem, schließlich kann man im folgenden Jahr in eine Ausbildung starten und sich in der Zwischenzeit darauf vorbereiten.

Häufige Fragen zu den Angeboten für Ausbildungssuchende

Welche Angebote hat das Arbeitsamt für Ausbildungssuchende?
Die Agentur für Arbeit bietet Berufsberatung, Berufsorientierung im BIZ, die Vermittlung von Ausbildungsstellen sowie mehrere Förderungen. Dazu zählen die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, die Einstiegsqualifizierung, die Assistierte Ausbildung und die Berufsausbildungsbeihilfe. Beratung und Vermittlung sind kostenlos.

Was ist eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme?
Eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) nach den §§ 51 ff. SGB III richtet sich an Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Sie lernen Berufsfelder kennen, festigen Grundkenntnisse und können einen Schulabschluss nachholen. Ziel ist es, ausbildungsreif zu werden und den Einstieg in eine Ausbildung zu schaffen.

Was ist eine Einstiegsqualifizierung?
Die Einstiegsqualifizierung (EQ) nach § 54a SGB III ist ein betriebliches Langzeitpraktikum von sechs bis zwölf Monaten. Sie dient als Brücke in die Ausbildung, weil Betrieb und Jugendlicher sich im Alltag kennenlernen. Oft geht die Einstiegsqualifizierung anschließend in ein reguläres Ausbildungsverhältnis über.

Hilft das Arbeitsamt bei der Ausbildungsplatzsuche?
Ja, die Agentur für Arbeit vermittelt aktiv Ausbildungsstellen. Die Vermittlungsfachkräfte kennen den regionalen Markt und schlagen passende Betriebe vor. Zusätzlich lassen sich Stellen über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit suchen.

Wer ist zuständig - Agentur oder Jobcenter?
In der Regel ist die Agentur für Arbeit zuständig. Wer selbst oder in einer Bedarfsgemeinschaft Bürgergeld bezieht, wird vom Jobcenter betreut. Das Jobcenter eröffnet für diesen Personenkreis dieselben Wege in Ausbildung und Förderung.

Gibt es Geld während der Berufsvorbereitung?
Ja, während einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme kann Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) nach den §§ 56 ff. SGB III gezahlt werden. Sie ist ein Zuschuss zum Lebensunterhalt. Über Höhe und Anspruch entscheidet die Agentur für Arbeit anhand der persönlichen und finanziellen Verhältnisse.

Weiterführende Ratgeber

Stand: September 2026. Angaben ohne Gewähr. Art und Umfang der Förderung entscheidet die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter im Einzelfall.