Umschulung Pflegefachkraft - Quereinstieg ĂĽber das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KĂśRZE
- Die Umschulung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann fĂĽhrt zur generalistischen Ausbildung, die seit 2020 die frĂĽhere Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege in einem Berufsbild vereint.
- Sie dauert in Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit bis zu fĂĽnf Jahre und schlieĂźt mit einer staatlich anerkannten PrĂĽfung ab.
- Über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter ist eine Förderung per Bildungsgutschein möglich; Lehrgangskosten und Lebensunterhalt können übernommen werden.
- Eine bestimmte schulische Vorbildung ist keine zwingende Voraussetzung, ein mittlerer Bildungsabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit Zusatzqualifikation genĂĽgt in der Regel.
- Wegen des Fachkräftemangels sind die Beschäftigungsaussichten sehr gut; das Bruttojahresgehalt liegt tariflich meist zwischen rund 36.000 und 45.000 Euro.
Die Umschulung zur Pflegefachkraft eröffnet Quereinsteigern einen anerkannten Berufsabschluss in einem der gefragtesten Tätigkeitsfelder Deutschlands. Wer sich beruflich neu orientieren möchte, findet in der Pflege sichere Perspektiven, denn der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist dauerhaft hoch. Über die Agentur für Arbeit lässt sich die Umschulung in vielen Fällen fördern.
Es geht dabei nicht nur um die Entwicklung eigener beruflicher Perspektiven, sondern auch darum, dass die Pflege für die gesamte Gesellschaft von großer Bedeutung ist. Die fehlenden Kräfte in der Pflege gefährden die Versorgung kranker und pflegebedürftiger Menschen. Wer sich zur Pflegefachkraft umschulen lässt, profitiert einerseits selbst und leistet andererseits einen wichtigen Beitrag.
Über das Arbeitsamt können sich Interessierte beraten lassen und erhalten Zugang zu Förderungen und Umschulungsmaßnahmen. Einen Überblick über weitere berufliche Wege bietet die Übersicht der Umschulungen über das Arbeitsamt.
Berufsbild, Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten
Interessierte an einer Tätigkeit als Pflegefachkraft sollten wissen, dass die früheren Einzelberufe seit der Pflegeberufereform 2020 zu einem einheitlichen Berufsbild zusammengeführt wurden. Bis dahin wurden unter dem Begriff typischerweise die folgenden Berufe zusammengefasst:
- Altenpfleger/in
- Gesundheits- und Krankenpfleger/in
- Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in
Durch die Reform im Bereich der Pflegeberufe werden diese Berufe nun durch den Pflegefachmann beziehungsweise die Pflegefachfrau ersetzt. Folglich existiert ein einheitliches, generalistisches Berufsbild, das den Einsatz in allen Versorgungsbereichen ermöglicht.
Angehörige dieses Berufsstandes werden in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege eingesetzt und kümmern sich um die Versorgung und Pflege der Patientinnen und Patienten. Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben sich vor allem in den folgenden Bereichen:
- Kliniken und Krankenhäuser
- Arztpraxen
- Medizinische Versorgungszentren
- Altenheime
- Seniorenresidenzen
- Ambulante Pflegedienste
- Hospize
- Wohnheime fĂĽr Menschen mit Behinderung
Die Verdienstmöglichkeiten können von Fall zu Fall schwanken, doch grundsätzlich können Pflegefachkräfte von einem tariflichen Bruttojahresgehalt zwischen rund 36.000 Euro und 45.000 Euro ausgehen. Die genaue Höhe hängt von Tarifvertrag, Bundesland, Träger sowie Schicht- und Wochenendzulagen ab. Mit Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen steigt das Gehalt weiter an.
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Die Umschulung zur Pflegefachkraft im Ăśberblick
Wenn es um einen Quereinstieg geht, erweist sich die Pflege immer wieder als attraktives Tätigkeitsfeld. Aufgrund des Personalmangels ergeben sich auch für Berufswechsler/innen vielversprechende Perspektiven. Wer nicht bloß als Hilfskraft tätig werden will, sondern sich eine zweite Karriere aufbauen möchte, trifft mit einer Umschulung zur Pflegefachkraft eine gute Wahl. Ergänzend lohnt ein Blick auf die geförderten Weiterbildungen über das Arbeitsamt.
Im Zuge der Umschulung werden die folgenden Inhalte zur Vorbereitung auf den staatlich anerkannten Berufsabschluss vermittelt:
- Medizinische Grundlagen
- Pflege und Pflegeplanung
- Psychologie
- Dokumentation
- Betreuung
- Kommunikation
- Qualitätssicherung
- Pflegerecht
- Prävention
- Therapiebegleitung
- Rehabilitation
- Grund- und Behandlungspflege
- Pflegeberatung
Voraussetzungen, Dauer und Kosten
Spezielle Umschulungen und auch berufsbegleitende Ausbildungen sind lohnende Optionen für alle, die als Pflegefachleute eine zweite Karriere starten möchten. Für den Zugang genügt in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss oder ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einer einjährigen Pflegehelferausbildung. Eine bestimmte Vorbildung im Gesundheitsbereich ist keine zwingende Voraussetzung.
Die Umschulung dauert in Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit bis zu fünf Jahre. Sie verbindet theoretischen Unterricht an einer Pflegeschule mit praktischen Einsätzen in verschiedenen Versorgungsbereichen. Anders als bei rein schulischen Ausbildungen erhalten Umschüler/innen während der praktischen Phasen in der Regel eine Ausbildungsvergütung. Bei Schulgeld privater Träger sowie für den Lebensunterhalt kann die Agentur für Arbeit einspringen.
Förderung der Umschulung über das Arbeitsamt
Dass Umschüler/innen unter finanziellen Druck geraten, kann schnell geschehen. Die Umschulung soll zwar eine zweite Karriere ermöglichen und zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit führen, doch zunächst muss die Existenz während der Qualifizierungsphase gesichert werden. Angehende Pflegefachleute müssen einerseits etwaige Umschulungskosten stemmen und andererseits an den Lebensunterhalt denken.
Das Arbeitsamt ist diesbezüglich die richtige Anlaufstelle und kann Förderungen bereitstellen. Über einen Bildungsgutschein lassen sich die Lehrgangskosten übernehmen, sofern die Maßnahme bei einem AZAV-zugelassenen Anbieter stattfindet, der über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit auffindbar ist. Zusätzlich können Umschüler/innen Hilfen zum Lebensunterhalt beantragen. Ob und in welcher Höhe gefördert wird, entscheidet die zuständige Beraterin oder der zuständige Berater im Einzelfall.
Persönliche Eignung für den Pflegeberuf
Im beruflichen Alltag werden Pflegefachleute stark gefordert. Daher sollten sich Interessierte an einer entsprechenden Umschulung vor allem Gedanken über ihre persönliche Eignung machen. Dabei kommt es insbesondere auf die folgenden Punkte an:
- Toleranz
- Belastbarkeit
- Geduld
- Organisationsgeschick
- Einfühlungsvermögen
- Kommunikationsstärke
- Anpassungsfähigkeit
- Zuverlässigkeit
- Verantwortungsbewusstsein
Weiterbildungsmöglichkeiten für Pflegefachkräfte
Nach der Umschulung beziehungsweise Ausbildung zur Pflegefachkraft ist man gut für den Beruf gerüstet, sollte aber dennoch das lebenslange Lernen ernst nehmen. Durch die regelmäßige Teilnahme an Seminaren und Kursen können Pflegefachleute ihr Wissen ausbauen, auffrischen und spezialisieren. Im Rahmen einer Fortbildung kann beispielsweise einer der folgenden Abschlüsse erlangt werden:
- Fachkrankenpfleger/in
- Fachaltenpfleger/in
- Fachkinderkrankenpfleger/in
- Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen
- Betriebswirt/in fĂĽr Management im Gesundheitswesen
- Praxisanleiter/in in der Pflege
Das berufsbegleitende Studium darf ebenfalls nicht unerwähnt bleiben und kann als Fernstudium oder anderweitiges Teilzeitstudium absolviert werden. Pflegefachkräfte sollten dabei vor allem den folgenden Disziplinen Beachtung schenken:
- Gesundheitswissenschaft
- Pflegewissenschaft
- Gesundheitsökonomie
- Pflegemanagement
Der neue Beruf Pflegefachkraft
Die Pflege ist kein neuer Tätigkeitsbereich, sondern bereits seit Jahrhunderten in den Händen professioneller Fachkräfte. Vor allem die Krankenpflege hat eine lange Tradition, während die Betreuung und Versorgung alter Menschen vornehmlich den Familien oblag. Heutzutage ist die Altenpflege mindestens ebenso wichtig, denn das Zusammenleben mehrerer Generationen unter einem Dach ist nicht mehr die Regel.
Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Altenpfleger waren bislang Berufe, die trotz ihrer Gemeinsamkeiten eigenständig nebeneinander bestanden. Im Zuge der Pflegeberufereform hat sich dies geändert. In Deutschland gibt es seit 2020 die generalisierte Pflegeausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann. Der Abschluss wird EU-weit anerkannt, was den Einsatz auch im europäischen Ausland erleichtert. Wer sich stärker auf die Betreuung älterer Menschen ausrichten möchte, findet in der Umschulung zum Altenpfleger einen verwandten Weg.
Stellenangebote für Pflegefachkräfte
Die generalistische Ausrichtung der Pflegeausbildung ist noch relativ jung, gewinnt in aktuellen Stellenangeboten aber zunehmend an Bedeutung. Wer sich zur Pflegefachkraft umschulen lassen möchte und bereits vor Beginn der Maßnahme die Situation auf dem Arbeitsmarkt überblicken will, sollte sich dessen bewusst sein.
Demnach kommen Jobs für Pflegefachkräfte, Altenpfleger/innen sowie Gesundheits- und Krankenpfleger/innen gleichermaßen in Betracht. Da der Fachkräftemangel bundesweit spürbar ist, stehen ausgebildeten Kräften viele offene Stellen offen. Wer zunächst mit einer kürzeren Qualifizierung einsteigen möchte, kann sich über die Umschulung zum Pflegehelfer informieren; auch die Umschulung zum Notfallsanitäter ist ein verwandtes Feld im Gesundheitswesen.
Der Berufsalltag als Pflegefachkraft
Der Arbeitsalltag einer Pflegefachkraft ist abwechslungsreich und von direktem Kontakt zu Menschen geprägt. Zu den täglichen Aufgaben gehören die Grund- und Behandlungspflege, das Verabreichen von Medikamenten nach ärztlicher Anordnung, das Anlegen von Verbänden sowie die Überwachung von Vitalwerten. Hinzu kommt die pflegerische Dokumentation, die rechtlich verbindlich ist und den Behandlungsverlauf nachvollziehbar macht.
Pflegefachkräfte arbeiten meist im Schichtdienst, also auch an Wochenenden, Feiertagen und in der Nacht. Diese Arbeitszeiten werden über Zulagen vergütet. Der Beruf verlangt körperliche und seelische Belastbarkeit, bietet im Gegenzug jedoch einen hohen Grad an Sinnhaftigkeit und Verantwortung. Die enge Zusammenarbeit im Team, mit Ärztinnen und Ärzten sowie mit Angehörigen prägt den Alltag ebenso wie die Beziehung zu den Pflegebedürftigen.
Je nach Einsatzbereich unterscheidet sich der Alltag deutlich: In der Klinik stehen akute Behandlungen im Vordergrund, in der stationären Altenpflege die langfristige Begleitung, und in der ambulanten Pflege prägen wechselnde Hausbesuche und ein hohes Maß an Selbstständigkeit den Tag.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Die Umschulung zur Pflegefachkraft endet mit einer staatlichen Abschlussprüfung, die aus drei Teilen besteht. Der schriftliche Teil umfasst mehrere Klausuren zu pflegerischen, medizinischen und rechtlichen Themen. Im mündlichen Teil weisen die Prüflinge ihr Fachwissen und ihre Fähigkeit nach, Pflegesituationen fachlich zu begründen.
Der praktische Teil findet in einer realen Pflegesituation statt: Die Prüflinge übernehmen die Versorgung einer zu pflegenden Person und zeigen dabei, dass sie den gesamten Pflegeprozess planen, durchführen und bewerten können. Erst wenn alle drei Prüfungsteile bestanden sind, wird die Berufsbezeichnung Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann verliehen. Sie ist staatlich geschützt und bundesweit anerkannt.
Wer die Prüfung besteht, verfügt über einen vollwertigen Berufsabschluss, der die Grundlage für Fort- und Weiterbildungen sowie für ein späteres Studium bildet. Damit ist die Umschulung nicht nur ein Einstieg, sondern der Beginn eines langfristigen beruflichen Weges.
Häufige Fragen zur Umschulung zur Pflegefachkraft
Menschen, die nach neuen beruflichen Perspektiven suchen und dabei auf den Fachkräftemangel in der Pflege aufmerksam werden, fassen vielfach die Umschulung zur Pflegefachkraft ins Auge. So können sie sich als Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann qualifizieren und entsprechende Stellen besetzen. Während der Recherchephase sollten Interessierte auch den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beherzigen.
Lassen Sie sich vom Arbeitsamt beraten
Im Zusammenhang mit der Umschulung ergeben sich regelmäßig viele Fragen. Auf der Suche nach den Antworten sollten angehende Pflegefachkräfte mit mehreren Anbietern in Kontakt treten und Informationen sammeln. Außerdem sollten sie bei der Arbeitsagentur beziehungsweise beim Jobcenter vorstellig werden und dort eine ausführliche Beratung in Anspruch nehmen. Bei dieser Gelegenheit lässt sich nicht nur der Zugang zu einer passenden Maßnahme klären, sondern auch eine entsprechende Förderung beantragen.






