Umschulung Pflegeberater - Quereinstieg über das Arbeitsamt

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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Pflegeberater/in ist kein Ausbildungsberuf, sondern eine Weiterbildung nach § 7a SGB XI - ein klassischer Quereinstieg über eine Umschulung ist daher nicht der übliche Weg.
  • Der GKV-Spitzenverband empfiehlt einen Umfang von mindestens 400 Unterrichtsstunden in den Feldern Pflegefachwissen, Case Management und Recht.
  • Zugang haben in der Regel Pflegefachkräfte, Sozialversicherungsfachangestellte sowie Absolventen sozialer oder gesundheitsbezogener Studiengänge; ohne Pflegegrundberuf ist meist ein Praktikum nötig.
  • Das Gehalt liegt realistisch bei rund 2.500 bis 3.500 Euro brutto im Monat, abhängig von Träger, Region und Erfahrung.
  • Ist der Lehrgang AZAV-zertifiziert, kann die Agentur für Arbeit die Kosten über einen Bildungsgutschein fördern, wenn die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
ab 400 Std.DauerVollzeit / je nach Lehrgang
2.500-3.500 €Verdienstbrutto/Monat
ZertifikatAbschlussAnerkannte Qualifikation
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Die Weiterbildung zum Pflegeberater beziehungsweise zur Pflegeberaterin erfreut sich großer Beliebtheit. So kann man in der Pflege tätig werden und einen Beitrag zur Linderung des Pflegenotstandes leisten. Wer den Quereinstieg sucht, findet hier die zentralen Fakten zu Voraussetzungen, Ablauf, Kosten und Förderung über das Arbeitsamt.

Im Gegensatz zu Pflegefachleuten sind Pflegeberater/innen aber vornehmlich beratend tätig. Auf diese Art und Weise tragen sie zur Versorgung Pflegebedürftiger bei und verbessern die Pflegesituation für viele Menschen.

Wer darin seine Berufung sieht, kann sich zunächst beim Arbeitsamt beraten lassen, sollte dann aber auch eigenständig in Sachen Pflegeberatung recherchieren. Einen guten Überblick über AZAV-zugelassene Anbieter liefert das Portal KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.

Pflegeberaterin berät eine ältere pflegebedürftige Person und deren Angehörige zu Leistungen der Pflegeversicherung

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Inhaltsverzeichnis

Berufsbild Pflegeberater/in - Aufgaben, Karrierechancen und Verdienst

Die Details der Qualifizierung zum Pflegeberater sind für Berufswechsler/innen ohne Frage wichtig. Zunächst sollte man sich aber mit dem Berufsbild auseinandersetzen und sich einen Eindruck von der Tätigkeit verschaffen, schließlich stellt man die Weichen für die berufliche Zukunft.

So sollten Interessierte wissen, dass Pflegeberater/innen wichtige Ansprechpartner/innen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sind. Sie beraten diese hinsichtlich der pflegerischen Versorgung und machen auf mögliche Unterstützungsangebote sowie Leistungen der Pflegeversicherung aufmerksam.

Als Pflegeberater/in kann man insbesondere die häusliche Pflege durch Angehörige beziehungsweise mit Hilfe ambulanter Dienste unterstützen. Alte und kranke Menschen können so in den eigenen vier Wänden bleiben und dort ihren Lebensabend genießen.

Zugleich erhalten die pflegenden Angehörigen wichtige Unterstützung. Dass es sich um einen erfüllenden Beruf mit gesellschaftlicher Bedeutung handelt, steht somit außer Frage. Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben sich vor allem in den folgenden Bereichen:

Die Verdienstmöglichkeiten sind ebenfalls relevant und sollten nicht ausgeblendet werden. Trotz gewisser Unterschiede im Einzelfall lässt sich das Gehalt realistisch auf rund 2.500 bis 3.500 Euro brutto im Monat beziffern, was über das Jahr betrachtet grob 30.000 bis 42.000 Euro brutto ergibt. Träger, Bundesland, Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen wirken sich spürbar auf die Vergütung aus. Wer als Pflegefachkraft in die Beratung wechselt, bewegt sich damit meist auf einem ähnlichen Niveau wie zuvor, gewinnt aber häufig geregeltere Arbeitszeiten.

Der Weg in die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI

Der Berufswunsch Pflegeberater lässt sich streng genommen nicht im Rahmen einer klassischen Umschulung erfüllen, da es sich um keinen anerkannten Ausbildungsberuf handelt. Die Berufsbezeichnung ist zudem nicht geschützt. Die Qualifizierung erfolgt stattdessen im Rahmen einer Weiterbildung gemäß § 7a SGB XI, die auf einem bereits vorhandenen Grundberuf aufbaut.

Der GKV-Spitzenverband hat hierfür Empfehlungen erarbeitet und rät zu einem Umfang von mindestens 400 Unterrichtsstunden. Wer diese Zertifizierung anstrebt, sollte nach passenden Lehrgängen Ausschau halten und um die folgenden typischen Inhalte wissen:

Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Weiterbildung

Im Bereich der Pflegeberatung existieren zahlreiche Lehrgänge. Die Qualifizierung als Pflegeberater/in gemäß § 7a SGB XI sorgt jedoch für eine anerkannte, an den GKV-Empfehlungen ausgerichtete Zertifizierung.

Diese kann in Vollzeit oder als berufsbegleitende Weiterbildung in Angriff genommen werden, weshalb die Rahmenbedingungen sehr variieren können.

Nichtsdestotrotz sollten sich Interessierte einen Überblick verschaffen und daher die folgenden Eckdaten kennen.

Für diese Menschen eignet sich der berufliche Neuanfang

Wenn es um eine Weiterbildung zum Pflegeberater beziehungsweise zur Pflegeberaterin geht, ist eine einschlägige Vorbildung sehr wichtig.

Durch diese wird sichergestellt, dass Erfahrungen und Kompetenzen in Sachen Pflege oder Sozialversicherung vorhanden sind. Dieses Wissen bildet die Grundlage der professionellen Pflegeberatung.

Zudem sollten angehende Pflegeberater/innen die folgenden Eigenschaften mitbringen, um der anspruchsvollen Tätigkeit gerecht zu werden:

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Finanzierung und Förderung der Weiterbildung

Die Kosten der Weiterbildung zum Pflegeberater können je nach Anbieter variieren. In der Regel liegen sie im vierstelligen Bereich.

Wer das Geld nicht hat, muss den Quereinstieg in die Pflegeberatung keineswegs abhaken, schließlich gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten. In Bezug auf die Finanzierung beruflicher Bildungsmaßnahmen lohnt es sich, beim Arbeitsamt vorstellig zu werden. Voraussetzung für eine Förderung über den Bildungsgutschein ist unter anderem, dass der gewählte Lehrgang AZAV-zertifiziert ist. Passende Angebote lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden.

Dort kann man unter anderem die folgenden Hilfen beantragen:

Neben der Umschulung selbst lohnt sich der Blick auf das gesamte Angebot der beruflichen Weiterbildung über das Arbeitsamt, das von kurzen Anpassungslehrgängen bis zu mehrmonatigen Qualifizierungen reicht. Einen Überblick über weitere Berufe bietet außerdem die Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt.

Der Berufsalltag in der Pflegeberatung

Der Arbeitsalltag als Pflegeberater/in ist abwechslungsreich und geprägt vom direkten Kontakt mit Menschen in oft belastenden Lebenssituationen. Im Zentrum steht die individuelle Beratung: Pflegebedürftige und ihre Angehörigen schildern ihre Lage, und der Pflegeberater ermittelt gemeinsam mit ihnen den konkreten Hilfebedarf.

Ein wichtiges Instrument ist der sogenannte Versorgungsplan. Darin hält der Pflegeberater fest, welche Leistungen der Pflegeversicherung in Betracht kommen, welche Hilfsmittel sinnvoll sind und welche weiteren Angebote im Umfeld genutzt werden können. Häufig finden Beratungen in der Wohnung der Pflegebedürftigen statt, sodass sich die tatsächliche Situation vor Ort einschätzen lässt.

Zum Alltag gehören außerdem die Koordination mit Pflegediensten, Ärzten, Sanitätshäusern und Behörden sowie eine sorgfältige Dokumentation. Pflegeberater/innen behalten den Überblick über Fristen, Anträge und Bewilligungen und begleiten die Betroffenen über längere Zeiträume. Anders als in der praktischen Pflege sind die Arbeitszeiten meist geregelter, körperlich schwere Tätigkeiten entfallen weitgehend. Die emotionale Belastung durch schwierige Schicksale bleibt jedoch bestehen und will bewältigt werden.

Ein guter Pflegeberater denkt dabei nicht nur an die aktuelle Situation, sondern plant vorausschauend. Verschlechtert sich der Gesundheitszustand, muss die Versorgung rasch angepasst werden. Deshalb informiert die Beratung frühzeitig über mögliche nächste Schritte, etwa den Übergang von ambulanter zu stationärer Pflege oder die Einbindung zusätzlicher Dienste. Diese vorausschauende Begleitung gibt den Betroffenen Sicherheit und entlastet zugleich die pflegenden Angehörigen spürbar.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt

Die Aussichten in der Pflegeberatung sind aufgrund der demografischen Entwicklung günstig. Die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland steigt seit Jahren, und mit ihr wächst der Bedarf an qualifizierter Beratung. Gleichzeitig hat der Gesetzgeber den Anspruch auf Pflegeberatung nach § 7a SGB XI gestärkt, was die Nachfrage nach entsprechend geschultem Personal weiter erhöht.

Beschäftigung finden Pflegeberater/innen vor allem bei den Pflege- und Krankenkassen, in Pflegestützpunkten, bei Wohlfahrtsverbänden sowie in Kliniken und ambulanten Diensten. Auch unabhängige Beratungsstellen und private Anbieter gehören zu den Arbeitgebern. Wer zusätzlich betriebswirtschaftliche oder rechtliche Kenntnisse mitbringt, kann sich für koordinierende Aufgaben oder Leitungsfunktionen empfehlen.

Der Wechsel in die Beratung ist besonders für erfahrene Pflegekräfte attraktiv, die ihre fachliche Kompetenz einbringen, den Beruf aber körperlich entlastet ausüben möchten. Verwandte Wege in Pflege und Betreuung führen etwa über eine Umschulung zur Pflegefachkraft, zum Altenpfleger, als Pflegehelfer oder als Altenpflegehelfer. Diese Grundberufe bilden zugleich eine solide Basis für die spätere Beratungstätigkeit.

Wer den Einstieg in die Pflegeberatung plant, sollte den Arbeitsmarkt regional betrachten. In Ballungsräumen mit vielen Pflegeeinrichtungen, Kassenstandorten und Pflegestützpunkten ist die Auswahl an Stellen naturgemäß größer als in ländlichen Regionen. Gleichzeitig sind gerade dünn besiedelte Gebiete oft dankbar für mobile Beratung, die Pflegebedürftige zu Hause aufsucht. Wer flexibel ist und Fahrten in Kauf nimmt, verbessert seine Chancen deutlich.

Auch die weitere Entwicklung des Berufsfeldes spricht für einen Einstieg. Digitale Beratungsformate, eine engere Verzahnung von medizinischer und pflegerischer Versorgung sowie der Ausbau präventiver Angebote schaffen zusätzliche Aufgabenfelder. Wer bereit ist, sich fortlaufend weiterzubilden, kann die eigene Rolle über die Jahre ausbauen und sich etwa auf bestimmte Zielgruppen wie Menschen mit Demenz oder auf die Beratung pflegender Angehöriger spezialisieren.

Häufige Fragen zur Umschulung Pflegeberater

Ist Pflegeberater ein Ausbildungsberuf?
Nein. Pflegeberater/in ist kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, sondern eine Weiterbildung nach § 7a SGB XI. Sie baut auf einem vorhandenen Grundberuf auf, etwa einer Pflegeausbildung oder einer Tätigkeit als Sozialversicherungsfachangestellte/r. Eine klassische Umschulung im engeren Sinne gibt es für diesen Beruf daher nicht.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
In der Regel wird ein Abschluss in einem Pflegefachberuf, als Sozialversicherungsfachangestellte/r oder ein einschlägiges soziales beziehungsweise gesundheitsbezogenes Studium verlangt. Wer keinen Pflegegrundberuf hat, muss meist ein Pflegepraktikum nachweisen. Teilweise wird zusätzlich einschlägige Berufserfahrung erwartet.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Pflegeberater?
Die Dauer hängt von der Organisationsform ab. In Vollzeit sind rund drei Monate üblich, berufsbegleitend dauert die Weiterbildung etwa fünf bis zwölf Monate. Der GKV-Spitzenverband empfiehlt einen Umfang von mindestens 400 Unterrichtsstunden, hinzu kommt bei fehlendem Pflegegrundberuf ein Praktikum.

Was verdient man als Pflegeberater/in?
Das Gehalt liegt realistisch bei etwa 2.500 bis 3.500 Euro brutto im Monat. Die tatsächliche Vergütung hängt vom Träger, dem Bundesland, der Berufserfahrung und der Qualifikation ab. Damit bewegt sich das Einkommen ungefähr auf dem Niveau einer qualifizierten Pflegefachkraft mit Beratungsfunktion.

Kann die Agentur für Arbeit die Weiterbildung fördern?
Ja, sofern der Lehrgang AZAV-zertifiziert ist und die persönlichen Fördervoraussetzungen erfüllt sind. In diesem Fall kann die Agentur für Arbeit die Kosten über einen Bildungsgutschein übernehmen. Passende, zugelassene Angebote lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden.

Worin unterscheidet sich Pflegeberatung von der praktischen Pflege?
Pflegeberater/innen pflegen nicht selbst, sondern beraten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu Leistungen, Hilfsmitteln und der Organisation der Versorgung. Sie erstellen Versorgungspläne und koordinieren beteiligte Stellen. Die Arbeit ist körperlich weniger belastend, verlangt aber ausgeprägte kommunikative und organisatorische Fähigkeiten.

Achtung! Tipp aus der Redaktion

Die Weiterbildung zum Pflegeberater weckt bei vielen Menschen Interesse. Wer einerseits in der Pflege tätig werden möchte, andererseits einer beratenden Tätigkeit den Vorzug gibt, findet so seine Erfüllung.

Interessierte sollten die Beratungsangebote des Arbeitsamtes nutzen und auch mit dem einen oder anderen Anbieter in Kontakt treten. Während der eigenständigen Recherche sollten sie außerdem den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beherzigen.

Setzen Sie sich mit möglichen Alternativen zur Weiterbildung zum/zur Pflegeberater/in auseinander!

Die Weiterbildung zum Pflegeberater weiß vielfach zu überzeugen, ist aber nicht ohne Alternativen. Pflegefachkräfte, die aufsteigen möchten, können diverse Seminare absolvieren oder auch eine der folgenden Fortbildungen in Angriff nehmen:

  • Fachkrankenpfleger/in
  • Fachkinderkrankenpfleger/in
  • Fachaltenpfleger/in
  • Fachwirt/in - Gesundheits- und Sozialwesen
  • Betriebswirt/in - Management im Gesundheitswesen
  • Betriebswirt/in - Sozialwesen
  • Qualitätsbeauftragte/r - Gesundheits-/Sozialwesen

In Zeiten zunehmender Akademisierung darf auch ein Studium nicht außer Acht gelassen werden. Pflegewissenschaft, Pflegemanagement, Gesundheitsökonomie, Gesundheitswissenschaft, Sozialarbeit, Sozialmanagement, Health Care Management und viele weitere Studiengänge stehen dabei zur Auswahl.

Speziell für berufstätige Pflegekräfte bietet sich dabei ein Studium neben dem Beruf besonders an. Dabei kann es sich beispielsweise um ein Fernstudium, Abendstudium, duales Studium oder anderes Teilzeitstudium handeln.