Immobilienmakler Weiterbildung
Eine Immobilienmakler-Weiterbildung hat zwei Gesichter: Für Quereinsteiger ist sie der Einstieg in einen freien Beruf ohne klassische Ausbildung, für bereits tätige Makler ist sie Pflicht, denn seit 2018 gilt eine gesetzliche Fortbildungspflicht von 20 Stunden in drei Jahren. Wer Immobilien vermitteln möchte, braucht keine geschützte Berufsausbildung, aber die behördliche Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung, fundiertes Fachwissen und im Idealfall einen anerkannten Abschluss der Industrie- und Handelskammer.
Auf dieser Seite finden Sie einen anbieterunabhängigen Überblick über Berufsbild, Lehrgangsinhalte, Voraussetzungen, Dauer, Kosten und Fördermöglichkeiten über das Arbeitsamt sowie über die Karriere- und Verdienstchancen. So verschaffen Sie sich einen ersten Eindruck und können die für Sie passende Qualifizierung gezielt auswählen.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Immobilienmakler ist ein freier Beruf ohne geschützte Ausbildung, aber mit Erlaubnispflicht nach § 34c Gewerbeordnung.
- Eine Weiterbildung zum Immobilienmakler dauert je nach Form wenige Wochen (Vollzeit) bis rund ein Jahr (berufsbegleitend oder Fernkurs).
- Für tätige Makler gilt eine Fortbildungspflicht von 20 Stunden innerhalb von drei Jahren (§ 34c GewO in Verbindung mit der MaBV).
- Anerkannte Aufstiege sind Immobilienfachwirt/in IHK und Immobilienbetriebswirt/in, förderbar über Aufstiegs-BAföG.
- Arbeitsuchende können den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III nutzen, wenn die Weiterbildung AZAV-zertifiziert ist.

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Inhaltsverzeichnis
- Das Berufsbild Immobilienmakler im Überblick
- § 34c Gewerbeordnung regelt den Zugang zum Beruf
- Die Weiterbildung vermittelt Recht, Bewertung und Vertrieb
- Für die Weiterbildung gelten überschaubare Voraussetzungen
- Dauer und Ablauf richten sich nach der Lernform
- Die Fortbildungspflicht verlangt 20 Stunden in drei Jahren
- Fachwirt und Betriebswirt eröffnen den nächsten Karriereschritt
- Kosten und Förderung über das Arbeitsamt im Detail
- Verdienst und Karrierechancen als Immobilienmakler
- Die Existenzgründung als selbstständiger Makler
- Anbieter und Auswahl der richtigen Weiterbildung
- Häufige Fragen zur Immobilienmakler-Weiterbildung
Das Berufsbild Immobilienmakler im Überblick
Immobilienmakler/innen sind zentrale Kräfte der Immobilienbranche und für die Vermittlung von Immobilien zuständig. Sie sind Ansprechpartner für Eigentümer, die verkaufen oder vermieten möchten, und ebenso für Kauf- und Mietinteressenten auf Immobiliensuche. Der Makler bringt Angebot und Nachfrage zusammen und betreibt im Kundenauftrag aktive Akquise. Zu den Aufgaben gehört es, Exposés anzufertigen, Besichtigungen zu organisieren, den Marktwert einzuschätzen und die Vertragsverhandlungen bis zum Notartermin zu begleiten.
Als Immobilienmakler kann man selbstständig tätig sein oder in einer Immobilienvermittlung, bei einer Wohnungsbaugesellschaft, in Bauunternehmen oder in der Immobilienabteilung von Banken und Versicherungen arbeiten. Der Alltag verbindet Vertrieb, Recht und Beratung: An einem Tag steht die Bewertung einer Bestandsimmobilie an, am nächsten die Vermarktung einer Neubauwohnung und dazwischen die Betreuung von Kaufinteressenten. Der Beruf verlangt Kommunikationsstärke, kaufmännisches Denken und ein gutes Gespür für den lokalen Markt.
Weil Makler mit hohen Werten und langfristigen Entscheidungen ihrer Kunden umgehen, ist Seriosität entscheidend. Genau hier setzt die Qualifizierung an: Eine solide Weiterbildung schafft Vertrauen, sichert die rechtliche Grundlage und hebt Sie im Wettbewerb von unqualifizierten Anbietern ab.
§ 34c Gewerbeordnung regelt den Zugang zum Beruf
Anders als bei Ausbildungsberufen gibt es keine geschützte Berufsbezeichnung Immobilienmakler und keine vorgeschriebene Ausbildung. Wer gewerblich Immobilien vermitteln möchte, braucht jedoch zwingend eine Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung. Diese Maklererlaubnis wird bei der Gewerbebehörde oder der Industrie- und Handelskammer beantragt.
Für die Erlaubnis müssen Sie in geordneten Vermögensverhältnissen leben, eine persönliche Zuverlässigkeit nachweisen (unter anderem durch ein Führungszeugnis und eine Auskunft aus dem Gewerbezentralregister) und dürfen keine einschlägigen Vorstrafen haben. Ein fachlicher Sachkundenachweis ist für die reine Immobilienvermittlung derzeit nicht gesetzlich vorgeschrieben. Genau deshalb ist eine freiwillige Weiterbildung so wertvoll: Sie ersetzt das fehlende Ausbildungsfundament, macht Sie handlungsfähig und schützt vor kostspieligen Fehlern bei Verträgen, Provisionen und der Beratung.
Die Weiterbildung vermittelt Recht, Bewertung und Vertrieb
Spezielle Lehrgänge widmen sich der Immobilienvermittlung und führen zum Abschluss als Immobilienmakler/in, häufig mit einem Zertifikat der IHK. Eine gute Weiterbildung deckt die drei Kernbereiche des Berufs ab: das Immobilienrecht, die Bewertung und Finanzierung sowie den Vertrieb. Zu den typischen Inhalten gehören:
- Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen
- Immobilienmarkt und Marktanalyse
- Bau-, Miet- und Wohnungseigentumsrecht
- Maklerrecht und Bestellerprinzip
- Immobilienbewertung und Verkehrswertermittlung
- Immobilienfinanzierung und Beleihung
- Exposé-Erstellung und Vermarktung
- Kommunikation, Verhandlung und Kundenakquise
- Versicherungen und steuerliche Grundlagen
Der Schwerpunkt liegt bewusst auf dem Rechtsteil, denn Fehler im Miet- oder Maklerrecht können teuer werden. Wer die Verkehrswertermittlung sicher beherrscht, kann Objekte realistisch einpreisen und gewinnt so das Vertrauen von Eigentümern. Wer das Bestellerprinzip und die Regeln zur Provisionsteilung kennt, vermeidet rechtliche Fallstricke bei der Abrechnung.
Für die Weiterbildung gelten überschaubare Voraussetzungen
Die formalen Hürden für den Einstieg sind niedrig, was den Beruf gerade für Quereinsteiger attraktiv macht. Ein bestimmter Schulabschluss ist für die meisten Lehrgänge nicht zwingend vorgeschrieben, ein mittlerer Bildungsabschluss oder Abitur erleichtert jedoch den Umgang mit den rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Inhalten. Eine kaufmännische Vorbildung, etwa als Immobilienkaufmann, Bankkaufmann oder Versicherungskaufmann, ist ein klarer Vorteil, aber keine Pflicht.
Wichtiger als Zeugnisse sind persönliche Eigenschaften: Kontaktfreude, Verkaufstalent, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, sich in juristische Themen einzuarbeiten. Für die spätere selbstständige Tätigkeit kommen die Anforderungen des § 34c Gewerbeordnung hinzu, also geordnete Vermögensverhältnisse und persönliche Zuverlässigkeit. Wer aus der Arbeitslosigkeit heraus in den Beruf wechseln möchte, sollte das Vorhaben frühzeitig mit der Agentur für Arbeit besprechen, um eine mögliche Umschulung über das Arbeitsamt oder eine geförderte Weiterbildung zu prüfen.
Dauer und Ablauf richten sich nach der Lernform
Die Weiterbildung lässt sich in verschiedenen Formen absolvieren, die sich in Dauer, Intensität und Vereinbarkeit mit Beruf und Familie unterscheiden. Vollzeitkurse sind kompakt und in wenigen Wochen abgeschlossen, berufsbegleitende und Fernlehrgänge strecken den Stoff über mehrere Monate. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Varianten ein:
Fernkurse enden meist mit einem Abschlusstest oder einer Prüfung und einem Zertifikat des Anbieters. Wer den IHK-Abschluss anstrebt, legt zusätzlich eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab. Der zeitliche Aufwand für einen soliden Grundlagenlehrgang liegt insgesamt oft bei mehreren Hundert Stunden, verteilt über die gewählte Laufzeit.
Die Fortbildungspflicht verlangt 20 Stunden in drei Jahren
Seit dem 1. August 2018 gilt für gewerbliche Immobilienmakler eine gesetzliche Weiterbildungspflicht. Sie ist in § 34c der Gewerbeordnung und in der Makler- und Bauträgerverordnung verankert und verlangt 20 Stunden Fortbildung innerhalb von drei Jahren. Diese Pflicht betrifft nicht nur den Gewerbetreibenden selbst, sondern auch angestellte Mitarbeiter, die unmittelbar bei der Vermittlung mitwirken.
Die 20 Stunden sind ausdrücklich ein Minimum. Wer den Beruf ernsthaft betreibt, kommt schnell auf deutlich mehr Weiterbildungsstunden und verliert so nie den Anschluss an neue Rechtsprechung, Energieauflagen oder Markttrends. Die Fortbildung kann in Präsenz, im Webinar oder über begleitetes Selbststudium erfolgen. Wichtig ist, die Teilnahme sauber zu dokumentieren, denn die zuständige Behörde kann den Nachweis stichprobenartig verlangen. Betrachten Sie die Pflicht nicht als Last, sondern als Chance: Regelmäßige Weiterbildung ist die Grundlage für einen echten Expertenstatus und für lebenslanges Lernen als Teil des beruflichen Selbstverständnisses.
Fachwirt und Betriebswirt eröffnen den nächsten Karriereschritt
Nach dem Grundlagenlehrgang lohnt es sich, den Blick auf höherwertige Aufstiegsfortbildungen zu richten. Sie bauen auf vorhandener Berufserfahrung auf und führen zu bundesweit anerkannten Abschlüssen mit klarem Karrierepotenzial:
- Geprüfte/r Immobilienfachwirt/in (IHK) als erste Aufstiegsstufe
- Geprüfte/r Immobilienbetriebswirt/in als weiterführende Qualifikation
- Fachseminare zu Verkehrswertermittlung, Hausverwaltung oder Facility Management
Wer den akademischen Weg bevorzugt, kann berufsbegleitend studieren, etwa im Fernstudium oder Abendstudium in Fächern wie Immobilienmanagement, Bauwirtschaft, Betriebswirtschaftslehre oder Facility Management. Ein Bachelor- oder Master-Abschluss bringt internationale Anerkennung und öffnet Türen zu Führungspositionen, die vielfach mit Akademikern besetzt werden. Der große Vorteil aller berufsbegleitenden Wege: Theorie und Praxis lassen sich parallel verbinden, sodass das Gelernte direkt im Job Anwendung findet. Verwandte kaufmännische Qualifizierungen wie zum Immobilienkaufmann, zum Betriebswirt oder zum Wirtschaftsfachwirt ergänzen das Profil sinnvoll.
Kosten und Förderung über das Arbeitsamt im Detail
Die Kosten einer Immobilienmakler-Weiterbildung schwanken erheblich. Kompakte Grundlagenlehrgänge und Fernkurse beginnen im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich, umfangreiche Aufstiegsfortbildungen zum Fachwirt oder Betriebswirt liegen deutlich höher. Die gute Nachricht: Für viele Wege gibt es öffentliche Förderung, sodass Sie die Kosten selten allein tragen müssen. Welche Förderung greift, hängt von Ihrer Ausgangslage ab.
Bildungsgutschein nach § 81 SGB III
Arbeitslose sowie von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen können bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter einen Bildungsgutschein beantragen. Damit werden die Lehrgangskosten vollständig oder teilweise übernommen, wenn die Weiterbildung nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert ist und die Notwendigkeit anerkannt wird. Beschäftigte können über das Qualifizierungschancengesetz gefördert werden. Wer Bürgergeld bezieht, das seit dem 1. Juli 2026 als Grundsicherungsgeld firmiert, kann zusätzlich ein Weiterbildungsgeld von 150 Euro monatlich sowie Prämien für bestandene Prüfungen erhalten. Ein Bildungsgutschein wird stets vor Kursbeginn ausgestellt, daher ist ein frühzeitiges Beratungsgespräch entscheidend.
Aufstiegs-BAföG für Fachwirt und Betriebswirt
Für die Aufstiegsfortbildung zum Immobilienfachwirt oder Immobilienbetriebswirt greift das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG). Unabhängig vom Einkommen und vom Beschäftigungsstatus übernimmt der Staat einen erheblichen Anteil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss, der Rest kann über ein zinsgünstiges Darlehen finanziert werden. Bei bestandener Prüfung wird ein Teil des Darlehens erlassen. Diese Förderung ist damit gerade für den Karrieresprung besonders attraktiv. Einen vollständigen Überblick über die Wege der Kostenübernahme bietet unsere Hub-Seite zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Verdienst und Karrierechancen als Immobilienmakler
Die Verdienstmöglichkeiten von Immobilienmaklern hängen stark von Einsatzbereich, Region und Erfolg ab. Angestellte Makler verdienen häufig ein Fixgehalt plus Provisionsanteile, während selbstständige Makler nahezu ausschließlich über Provisionen leben. Über alle Konstellationen hinweg liegt das durchschnittliche Jahresgehalt grob zwischen rund 30.000 und 80.000 Euro brutto, wobei erfolgreiche Selbstständige in gefragten Lagen deutlich darüber liegen können.
Der Provisionscharakter macht den Beruf leistungsabhängig: Ein einziger Verkauf einer hochwertigen Immobilie kann mehrere Zehntausend Euro Provision einbringen, in schwachen Monaten bleibt der Umsatz dagegen aus. Wer das Berufsbild realistisch einschätzt und mit dem lokalen Arbeitsmarkt vertraut ist, kann seine Chancen deutlich verbessern. Ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit hilft, die Nachfrage nach Maklern in der eigenen Region einzuordnen und Stellenangebote gezielt zu sichten.
Die Existenzgründung als selbstständiger Makler
Viele Weiterbildungsteilnehmer verfolgen das Ziel, ein eigenes Maklerbüro zu eröffnen. Als selbstständige Immobilienmakler/innen entscheiden sie frei über ihre Tätigkeit, tragen aber auch das volle unternehmerische Risiko. Dieser Schritt will gut vorbereitet sein: Neben der Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung braucht es einen tragfähigen Businessplan, eine Kalkulation der Provisionen unter Berücksichtigung des Bestellerprinzips und eine solide finanzielle Rücklage für die anfangs oft schwankenden Einnahmen.
Existenzgründerseminare, wie sie zum Beispiel von der IHK angeboten werden, vermitteln, worauf es bei Gründung und Führung eines eigenen Unternehmens ankommt. Auch die Agentur für Arbeit kann Gründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus mit dem Gründungszuschuss unterstützen. Wer den Sprung in die Selbstständigkeit plant, findet weiterführende Hinweise auf unserer Seite zur Existenzgründung.
Anbieter und Auswahl der richtigen Weiterbildung
Immobilien-Seminare und -Lehrgänge werden von unterschiedlichen Institutionen angeboten, und die Qualität schwankt. Als Anbieter kommen in Betracht:
- Industrie- und Handelskammern (IHK) mit anerkannten Prüfungen
- Fachschulen und Berufsakademien
- private Bildungsakademien mit Präsenz- und Online-Kursen
- Fernschulen mit flexiblem Selbststudium
Bei der Auswahl sollten Sie auf die AZAV-Zulassung achten, wenn Sie eine Förderung über das Arbeitsamt planen, denn nur zertifizierte Kurse sind mit dem Bildungsgutschein förderbar. Prüfen Sie außerdem, ob der Abschluss von der IHK anerkannt wird, wie hoch der Praxisanteil ist und ob eine anschließende Prüfung enthalten ist. Wer sich für andere Bereiche öffnet, etwa Weiterbildungen aus dem Versicherungs- oder Bankwesen, entwickelt ein individuelles Qualifikationsprofil und kann sich vom Wettbewerb abheben.
All diejenigen, die berufliche Ambitionen im Immobilienbereich verfolgen, sollten die Wahl der Weiterbildung stets unter Berücksichtigung des lokalen Arbeitsmarkts treffen. Hören Sie sich um, lesen Sie aktuelle Stellenanzeigen aufmerksam und vereinbaren Sie einen Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit. So sichern Sie sich umfassende Informationen, klären mögliche Förderungen und können einschätzen, welche Qualifizierung Sie beruflich wirklich voranbringt.