Kaufmännische Weiterbildung

Eine kaufmännische Weiterbildung erweist sich regelmäßig als Türöffner und ermöglicht eine aussichtsreiche Karriere. In nahezu allen Bereichen erfordert ein nachhaltiger Aufstieg auf der Karriereleiter nicht nur fundierte Fachkompetenz, sondern auch kaufmännische Kenntnisse. Wer im Job mehr Verantwortung übernehmen und eine leitende Position bekleiden will, sollte sich folglich um kaufmännische Qualifikationen bemühen.

Dass in kaufmännischen Weiterbildungen viel Potenzial steckt, steht außer Frage. Allerdings gibt es eine ganze Reihe an entsprechenden Qualifizierungen, sodass Interessierte mehr oder weniger die Qual der Wahl haben. Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Wege ein, erklärt Voraussetzungen, Dauer und Kosten und zeigt, wie sich eine kaufmännische Weiterbildung über das Arbeitsamt oder das Jobcenter finanzieren lässt.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Kaufmännische Weiterbildungen reichen vom kurzen Anpassungsseminar bis zur mehrjährigen Aufstiegsfortbildung mit IHK-Abschluss (Fachwirt, Fachkaufmann, Betriebswirt).
  • Sie eignen sich für ausgebildete Kaufleute ebenso wie für Fachfremde, die betriebswirtschaftliches Know-how für Führungsaufgaben brauchen.
  • Bei Arbeitslosigkeit fördert die Agentur für Arbeit Anpassungsqualifizierungen per Bildungsgutschein nach § 81 SGB III; Beschäftigte werden über das Qualifizierungschancengesetz unterstützt.
  • Aufstiegsfortbildungen (Fachwirt, Betriebswirt, Meister) werden über das Aufstiegs-BAföG gefördert – unabhängig von Alter und Einkommen.
  • Die Vergütung steigt mit dem Abschluss deutlich: geprüfte Fachwirte und Betriebswirte verdienen häufig 45.000 bis 70.000 Euro im Jahr.

Mitarbeiterin im kaufmännischen Bereich am Arbeitsplatz

Kaufleute werden in allen Branchen gebraucht

Qualifizierte Kaufleute werden in nahezu allen Bereichen gebraucht und finden daher in sämtlichen Branchen interessante Beschäftigungsmöglichkeiten vor. Insbesondere in Verbindung mit einer fundierten Ausbildung und einer gewissen Berufserfahrung kann eine kaufmännische Weiterbildung enormes Potenzial entfalten und spannende Karrierechancen bieten.

Unter anderem in den folgenden Bereichen ergeben sich vielversprechende berufliche Perspektiven:

  • Rechnungswesen und Buchhaltung
  • Personalwesen und Personalführung
  • Marketing und Vertrieb
  • Einkauf und Beschaffung
  • Logistik und Materialwirtschaft
  • Controlling und Unternehmenssteuerung

Je nach Einsatzbereich und Position können die Verdienstmöglichkeiten von Kauffrauen und Kaufmännern stark variieren. Dass zusätzliche Qualifikationen höhere Einkommen begünstigen, steht allerdings außer Frage. Wer einen Aufstieg auf der Karriereleiter inklusive Gehaltserhöhung anstrebt, liegt mit einer kaufmännischen Weiterbildung goldrichtig. Zur Entscheidungsfindung kann es beitragen, sich mit aktuellen Stellenanzeigen zu befassen und einen Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit wahrzunehmen.

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Anpassungs- und Aufstiegsweiterbildungen unterscheiden sich grundlegend

Kaufmann beziehungsweise Kauffrau kann man nicht per Weiterbildung werden, denn dazu bedarf es einer kaufmännischen Ausbildung. Ausgebildete Fachkräfte unterschiedlichster Berufe können aber an kaufmännischen Weiterbildungen teilnehmen und so grundlegende Wirtschaftskenntnisse erlangen oder ihr ökonomisches Know-how ausbauen.

Die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten im kaufmännischen Bereich sorgen dafür, dass man leicht den Überblick verlieren kann. Zur besseren Orientierung sollte man zunächst zwischen Anpassungs- und Aufstiegsweiterbildungen unterscheiden.

Kaufmännische Anpassungsqualifizierungen

Wer seine kaufmännischen Kenntnisse auffrischen, aktualisieren oder erweitern möchte, kommt mit einem Seminar oder einem ähnlichen Kurs auf seine Kosten. Auch Menschen ohne kaufmännische Vorkenntnisse werden hier fündig und können sich so die ökonomischen Grundlagen aneignen. Anpassungsqualifizierungen dauern meist wenige Tage bis einige Monate und schließen mit einem Teilnahme- oder Trägerzertifikat ab. Typische Themen sind unter anderem:

  • Unternehmensführung und Organisation
  • Buchhaltung und Rechnungswesen
  • Büromanagement und Sekretariat
  • Personalführung und Personalverwaltung
  • Marketing und Social-Media-Kommunikation
  • Einkauf und Beschaffung

Aufstiegsweiterbildungen im kaufmännischen Bereich

All diejenigen, die sich ökonomisch weiterbilden möchten und dabei einen höheren Berufsabschluss anstreben, treffen mit einer Aufstiegsweiterbildung eine ausgezeichnete Wahl. Kaufmännische Fortbildungen richten sich für gewöhnlich an ausgebildete Kaufleute und verschaffen ihnen einen anerkannten IHK-Abschluss. Diese Abschlüsse sind im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) hoch eingestuft und öffnen die Tür zu Führungspositionen. Die folgenden Abschlüsse haben sich unter den kaufmännischen Aufstiegsfortbildungen etabliert:

  • Geprüfte(r) Fachwirt/in (DQR-Niveau 6)
  • Geprüfte(r) Betriebswirt/in (DQR-Niveau 7)
  • Geprüfte(r) Fachkaufmann/-frau (DQR-Niveau 6)

Fachwirt, Fachkaufmann und Betriebswirt bilden die kaufmännische Karriereleiter

Die kaufmännischen Aufstiegsfortbildungen bauen sinnvoll aufeinander auf. Wer nach der Ausbildung Berufserfahrung sammelt, kann zunächst einen Fachwirt oder Fachkaufmann anstreben und darauf später einen Betriebswirt aufsetzen. Alle drei Stufen sind bundeseinheitlich geregelt und werden vor einer Industrie- und Handelskammer geprüft. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Abschlüsse ein.

AbschlussZielDQR-NiveauTypische Dauer (berufsbegleitend)
Fachkaufmann/-frauSpezialisierung in einem Feld, z. B. Personal, Einkauf, Marketing oder Bilanzbuchhaltung6ca. 6 bis 18 Monate
Fachwirt/inBreite betriebswirtschaftliche Führungsqualifikation, oft branchenbezogen6ca. 12 bis 24 Monate
Betriebswirt/in (IHK)Generalistische Managementqualifikation, gleichwertig zum Master-Niveau (DQR 7)7ca. 18 bis 30 Monate
Bilanzbuchhalter/inHöchste Qualifikation im Rechnungswesen6ca. 12 bis 24 Monate

Innerhalb der Fachwirt-Ebene gibt es zahlreiche Fachrichtungen, etwa den Handelsfachwirt, den Wirtschaftsfachwirt oder den Industriefachwirt. Im Rechnungswesen führen der Weg vom Buchhalter über den Finanzbuchhalter bis hin zum Bilanzbuchhalter. Wer sich für Zahlen und Unternehmenssteuerung interessiert, findet mit dem Controller eine gefragte Spezialisierung.

Kaufmännische Weiterbildungen lohnen sich für viele Berufsgruppen

Kaufmännische Weiterbildungen bieten sich auf den ersten Blick vor allem für ausgebildete Kaufleute mit Berufserfahrung an. Im Zuge der Maßnahme können sie mehr Expertise aufbauen und sich so für neue berufliche Chancen rüsten. Aber auch Fachfremde werden vielfach zu kaufmännischen Weiterbildungen zugelassen und profitieren in besonderem Maße von diesen.

So eignen sie sich kaufmännisches Know-how an, das vor allem in Führungspositionen unverzichtbar ist. Für Menschen mit ambitionierten Karriereplänen kann eine kaufmännische Weiterbildung somit die perfekte Ergänzung ihrer vorhandenen Kenntnisse und Kompetenzen sein. Auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus technischen, handwerklichen oder sozialen Berufen kommen häufig auf ihre Kosten: Sie erwerben betriebswirtschaftliches Rüstzeug, das ihnen den Sprung in verantwortungsvolle Aufgaben erleichtert.

Die Zulassung hängt von Ausbildung und Berufserfahrung ab

Für Anpassungsqualifizierungen gibt es in der Regel keine formalen Zugangsvoraussetzungen. Seminare und Kurse zu Buchhaltung, Marketing oder Büromanagement stehen grundsätzlich allen Interessierten offen. Anders sieht es bei den geprüften Aufstiegsfortbildungen aus: Hier legen die Prüfungsverordnungen der IHK klare Bedingungen fest.

Für einen Fachwirt oder Fachkaufmann wird meist eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung plus einige Jahre Berufspraxis verlangt. Ohne einschlägige Ausbildung ist die Zulassung über eine entsprechend längere Berufserfahrung möglich. Der Betriebswirt setzt in der Regel einen vorherigen Fachwirt- oder Meisterabschluss voraus. Wer unsicher ist, sollte die konkrete Prüfungsverordnung der zuständigen IHK prüfen oder sich beim Bildungsträger beraten lassen.

Vollzeit, Teilzeit und Fernkurs bestimmen die Dauer

Kaufmännische Weiterbildungen lassen sich in unterschiedlichen Formaten absolvieren. Welche Variante sich eignet, hängt von der Lebenssituation, dem zeitlichen Rahmen und der Frage ab, ob parallel weiter gearbeitet werden soll.

FormatFür wen geeignetTypische DauerBesonderheit
VollzeitArbeitsuchende, Menschen in beruflicher Neuorientierungwenige Wochen bis ca. 12 MonateSchneller Abschluss, oft per Bildungsgutschein förderfähig
Teilzeit / berufsbegleitendBerufstätige mit fester Anstellung12 bis 30 MonateAbendunterricht oder Wochenendkurse, Job bleibt erhalten
FernkursWer zeitlich und örtlich flexibel lernen willindividuell, meist 12 bis 24 MonateSelbststudium mit Online-Betreuung, ZFU-geprüft

Vollzeitmaßnahmen führen am schnellsten zum Ziel, setzen aber voraus, dass man sich in dieser Zeit ganz auf die Weiterbildung konzentriert. Teilzeit- und Fernkurse dauern länger, lassen sich aber gut mit Beruf und Familie vereinbaren. Bei Fernlehrgängen lohnt der Blick auf die Zulassung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU), die ein Qualitätsmerkmal seriöser Angebote ist.

Bildungsgutschein und Aufstiegs-BAföG decken die Kosten

Die Teilnahme an einer kaufmännischen Weiterbildung kostet Zeit, Energie und auch Geld. Letzteres ist zuweilen knapp, doch dies muss der Qualifizierung nicht im Wege stehen. Für nahezu jede Situation gibt es einen passenden Förderweg. Welcher greift, hängt vor allem davon ab, ob man arbeitslos, beschäftigt oder auf eine Aufstiegsfortbildung aus ist.

Bildungsgutschein bei Arbeitslosigkeit

Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III beantragen. Damit übernimmt die Behörde die Lehrgangskosten sowie oft Fahrt- und Kinderbetreuungskosten für eine AZAV-zertifizierte Maßnahme. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch, in dem die Notwendigkeit der Weiterbildung festgestellt wird. Wie das im Detail funktioniert, erklärt unser Ratgeber zur Finanzierung der Weiterbildung durch das Arbeitsamt.

Seit der Weiterbildungsreform gibt es zusätzlich ein Weiterbildungsgeld von 150 Euro monatlich für Menschen im Bürgergeldbezug (seit Juli 2026 als Grundsicherungsgeld bezeichnet), die an einer abschlussorientierten Weiterbildung teilnehmen. Für das erfolgreiche Bestehen von Zwischen- und Abschlussprüfungen können Weiterbildungsprämien von 1.000 beziehungsweise 1.500 Euro hinzukommen.

Förderung für Beschäftigte

Auch wer in einem festen Job steht, muss die Kosten nicht allein tragen. Über das Qualifizierungschancengesetz kann die Agentur für Arbeit Weiterbildungen von Beschäftigten bezuschussen, wenn der Arbeitgeber mitzieht. Je nach Betriebsgröße werden Lehrgangskosten und teilweise das Arbeitsentgelt für Ausfallzeiten übernommen. Wie Beschäftigte an eine Förderung kommen, zeigt der Ratgeber zur Weiterbildung über die Agentur für Arbeit und das Jobcenter.

Aufstiegs-BAföG für Fachwirt, Betriebswirt und Co.

Für Aufstiegsfortbildungen wie Fachwirt, Fachkaufmann, Betriebswirt oder Meister ist das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG) der wichtigste Förderweg. Es wird unabhängig von Alter und Einkommen gewährt und übernimmt einen großen Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Ein erheblicher Anteil ist ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss; der Rest ist ein zinsgünstiges Darlehen, bei bestandener Prüfung wird ein großzügiger Teil des Restdarlehens erlassen. Daneben gibt es das Weiterbildungsstipendium für besonders leistungsstarke junge Fachkräfte.

So finden Sie den richtigen Förderweg
Grobe Faustregel: Arbeitslose gehen den Weg über den Bildungsgutschein, Beschäftigte über das Qualifizierungschancengesetz und wer eine geprüfte Aufstiegsfortbildung anpeilt, nutzt das Aufstiegs-BAföG. Lassen Sie sich vor Vertragsabschluss beraten und beantragen Sie die Förderung, bevor die Maßnahme beginnt.

Der passende Abschluss hebt Gehalt und Karrierechancen

Kaufmännische Weiterbildungen zahlen sich in der Regel aus, denn sie eröffnen den Zugang zu höherwertigen Positionen und besserer Bezahlung. Die genaue Gehaltsentwicklung hängt von Abschluss, Branche, Region und Berufserfahrung ab. Als grobe Orientierung dienen die folgenden Größenordnungen für das Bruttojahresgehalt.

QualifikationTypische AufgabenOrientierung Bruttojahresgehalt
Kaufmann/-frau (Ausbildung)Sachbearbeitung, Verwaltung, Kundenbetreuungca. 30.000 bis 42.000 Euro
Fachwirt/in, Fachkaufmann/-frauTeam- und Sachgebietsleitung, Spezialistenrollenca. 45.000 bis 58.000 Euro
Betriebswirt/in (IHK)Abteilungs- und Bereichsleitung, Managementca. 55.000 bis 70.000 Euro

Die Werte sind Richtgrößen und ersetzen keine individuelle Gehaltsverhandlung. Klar ist der Trend: Mit jeder Stufe der kaufmännischen Karriereleiter steigen Verantwortung und Verdienst. Wer den langfristigen Aufstieg im Blick hat, kombiniert häufig mehrere Bausteine, etwa Fachwirt und anschließend Betriebswirt.

Bei der Anbieterwahl zählt die AZAV-Zulassung

Über die IHK, verschiedene Fachschulen, Fernlehrinstitute und private Bildungsanbieter lassen sich unterschiedliche Qualifizierungen aus dem kaufmännischen Bereich absolvieren. Wer eine Förderung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter anstrebt, muss darauf achten, dass sowohl der Träger als auch die Maßnahme nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert sind. Nur dann lässt sich ein Bildungsgutschein einlösen.

Interessierte sollten außerdem die internen Schulungen ihres Unternehmens nutzen. Dadurch werden sie gezielt auf den internen Aufstieg vorbereitet. Zudem übernimmt der Arbeitgeber die Kosten der Maßnahme, die vielfach während der Arbeitszeit stattfindet. Es lohnt sich also, das Gespräch mit dem Vorgesetzten zu suchen. Wer eine kaufmännische Ausbildung nachholen möchte, findet mit einer Umschulung über das Arbeitsamt einen geförderten Weg zur Zweitausbildung.

Tipp aus der Redaktion: Orientieren Sie sich an Stellenanzeigen
Kaufleute auf Weiterbildungssuche sowie Fachfremde, die eine ökonomische Qualifikation anstreben, haben eine riesige Auswahl, die mitunter überfordert. Aktuelle Stellenanzeigen laden nicht nur zu einer Bewerbung ein, sondern dienen auch als Orientierungshilfe: Sie zeigen, welche Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt sind. So lässt sich die richtige Maßnahme wählen, um die Karriere in die gewünschten Bahnen zu lenken.

Ein berufsbegleitendes Studium ist eine starke Alternative

Eine kaufmännische Weiterbildung ist nahezu immer sinnvoll und kann der weiteren beruflichen Laufbahn zuträglich sein. Dennoch kann es sich lohnen, nach Alternativen Ausschau zu halten. In diesem Zusammenhang ist vor allem auf die zunehmende Akademisierung zu verweisen. Anstelle einer klassischen Weiterbildung oder auch im Anschluss an einen Fortbildungsabschluss kann ein berufsbegleitendes Studium eine exzellente Wahl sein.

Die folgenden Studienformen sorgen für eine gute Vereinbarkeit mit Beruf und Familie:

  • Fernstudium
  • Abendstudium
  • Teilzeitstudium

Es stellt sich zudem die Frage, was man berufsbegleitend studieren kann. Studiengänge aus dem ökonomischen Umfeld bieten sich hier in besonderem Maße an. Dabei kann es sich um Wirtschaftswissenschaften, Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsrecht, Wirtschaftsinformatik, Management oder Wirtschaftsingenieurwesen handeln. Interessant ist ein Studium vor allem für Fachwirte und Betriebswirte, die mit ihrem Abschluss bereits die Hochschulzugangsberechtigung erworben haben.

Häufige Fragen zur kaufmännischen Weiterbildung

Was ist eine kaufmännische Weiterbildung?
Eine kaufmännische Weiterbildung vermittelt betriebswirtschaftliche Kenntnisse in Bereichen wie Rechnungswesen, Personal, Marketing oder Einkauf. Sie reicht vom kurzen Anpassungsseminar bis zur mehrjährigen Aufstiegsfortbildung mit IHK-Abschluss wie Fachwirt oder Betriebswirt. Ziel ist es, sich für höherwertige Aufgaben und Führungspositionen zu qualifizieren.
Welche kaufmännische Weiterbildung ist sinnvoll?
Sinnvoll ist die Weiterbildung, die zum eigenen Berufsziel passt. Für den nächsten Karriereschritt eignen sich Fachwirt oder Fachkaufmann, für Führungsaufgaben der Betriebswirt und für das Rechnungswesen der Bilanzbuchhalter. Ein Blick in aktuelle Stellenanzeigen zeigt, welche Qualifikationen in der Wunschbranche besonders gefragt sind.
Was ist die höchste kaufmännische Weiterbildung?
Die höchste rein kaufmännische Aufstiegsfortbildung ist der Geprüfte Betriebswirt (IHK). Er liegt auf DQR-Niveau 7 und ist damit einem Masterabschluss gleichgestellt. Voraussetzung ist meist ein vorheriger Fachwirt- oder Meisterabschluss. Der Betriebswirt qualifiziert für Abteilungs- und Bereichsleitung sowie anspruchsvolle Managementaufgaben.
Was kostet eine kaufmännische Weiterbildung?
Kurze Anpassungsseminare kosten oft einige Hundert Euro, geprüfte Aufstiegsfortbildungen wie Fachwirt oder Betriebswirt liegen häufig zwischen 3.000 und 8.000 Euro. Durch Bildungsgutschein, Qualifizierungschancengesetz oder Aufstiegs-BAföG lässt sich ein großer Teil der Kosten fördern, sodass der Eigenanteil deutlich sinkt.
Zahlt das Arbeitsamt eine kaufmännische Weiterbildung?
Ja. Bei Arbeitslosigkeit oder drohender Arbeitslosigkeit kann die Agentur für Arbeit eine AZAV-zertifizierte Maßnahme per Bildungsgutschein nach § 81 SGB III fördern. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch, in dem die Notwendigkeit festgestellt wird. Beschäftigte werden über das Qualifizierungschancengesetz unterstützt.
Wie lange dauert eine kaufmännische Weiterbildung?
Das hängt von Ziel und Format ab. Anpassungsseminare dauern wenige Tage bis Monate. Aufstiegsfortbildungen benötigen berufsbegleitend meist zwölf bis dreißig Monate, in Vollzeit geht es schneller. Fernkurse laufen individuell, oft über ein bis zwei Jahre, und lassen sich gut mit Beruf und Familie vereinbaren.
Ist eine kaufmännische Weiterbildung auch für Quereinsteiger möglich?
Ja. Anpassungsqualifizierungen stehen grundsätzlich allen offen, auch ohne kaufmännische Vorbildung. Für geprüfte Aufstiegsfortbildungen ist meist eine Ausbildung plus Berufserfahrung nötig, ohne einschlägige Ausbildung genügt oft eine längere Berufspraxis. Quereinsteiger profitieren besonders, weil sie betriebswirtschaftliches Wissen für Führungsaufgaben erwerben.
Was bringt eine kaufmännische Weiterbildung fürs Gehalt?
In der Regel steigt das Gehalt mit dem Abschluss deutlich. Geprüfte Fachwirte und Fachkaufleute verdienen häufig 45.000 bis 58.000 Euro im Jahr, Betriebswirte oft 55.000 bis 70.000 Euro. Die genaue Höhe hängt von Branche, Region, Berufserfahrung und Position ab und ist Teil der individuellen Gehaltsverhandlung.

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