Weiterbildung Personalwesen
Ohne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann praktisch kein Unternehmen funktionieren, weshalb sich das Personalwesen als überaus wichtige betriebswirtschaftliche Disziplin erweist. Wer diese Bedeutung erkannt hat und für die eigene Karriere nutzen möchte, fasst vielfach den Entschluss, eine Weiterbildung im Personalwesen zu absolvieren. Auf diese Weise qualifiziert man sich als Fachkraft für das Personalmanagement und sichert sich spannende Karrierechancen in einem Bereich, der in jeder Branche gebraucht wird.
Die Auswahl der passenden Qualifizierung ist dabei von größter Wichtigkeit und stellt die Weichen für den weiteren beruflichen Werdegang. Interessierte sollten sich gleichermaßen mit den Karrierechancen, den Weiterbildungsformen und den Finanzierungsmöglichkeiten auseinandersetzen. Das Arbeitsamt erweist sich in diesem Zusammenhang als wichtige Anlaufstelle, denn es berät kostenlos und kann bei arbeitslosen sowie von Arbeitslosigkeit bedrohten Personen einen Bildungsgutschein ausstellen. Dieser Ratgeber verschafft Ihnen einen fundierten Überblick.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Personalwesen (Human Resources) umfasst Beschaffung, Betreuung, Entwicklung und Verwaltung der Belegschaft und ist in nahezu jedem Unternehmen ein zentraler Bereich.
- Weiterbildungen reichen von kurzen Anpassungsseminaren über anerkannte Aufstiegsfortbildungen wie Personalfachkaufmann/-frau (IHK) bis zum berufsbegleitenden Bachelor- oder Masterstudium.
- Als Voraussetzung genügt für viele Fortbildungen eine kaufmännische Ausbildung plus einschlägige Berufspraxis; ein akademisches Studium verlangt zusätzlich die Hochschulzugangsberechtigung.
- Die Kosten lassen sich fördern: Bildungsgutschein (§ 81 SGB III), Aufstiegs-BAföG bei IHK-Aufstiegsfortbildungen und das Qualifizierungschancengesetz für Beschäftigte.
- Das Gehalt im Personalwesen liegt je nach Qualifikation und Verantwortung meist zwischen rund 32.000 und 60.000 Euro brutto im Jahr, in Führungspositionen deutlich darüber.
Das Personalwesen deckt viele Aufgabenfelder rund um die Belegschaft ab
Das Personalwesen, häufig auch Human Resources (HR) oder Personalmanagement genannt, ist ein überaus vielschichtiges Tätigkeitsfeld. Es umfasst sämtliche Aufgaben, die mit den Beschäftigten eines Unternehmens zusammenhängen, und lässt sich in mehrere Teilbereiche gliedern:
- Personalführung
- Personalplanung
- Personalkommunikation
- Personalentwicklung
- Personalverwaltung
- Personalcontrolling
- Personalmarketing
- Personaleinsatz
- Personalbeschaffung (Recruiting)
- Personalbetreuung
- Personalorganisation
- Personalpolitik
- Entgeltmanagement
In der Praxis bedeutet das: Personalerinnen und Personaler schreiben Stellen aus, führen Bewerbungsgespräche, betreuen die Belegschaft von der Einstellung bis zum Austritt, kümmern sich um Arbeitsverträge, Zeugnisse und die Lohnabrechnung und entwickeln Konzepte für Weiterbildung und Mitarbeiterbindung. Hinzu kommen strategische Themen wie Personalplanung, Employer Branding und die Digitalisierung von HR-Prozessen. Weil Personalabteilungen in nahezu jedem Unternehmen vorhanden sind, finden qualifizierte Fachkräfte in allen Branchen spannende Karrierechancen vor.
Eng verwandt sind die Berufsbilder im Personalmanagement sowie in der allgemeinen Verwaltung. Wer sich stärker in Richtung Zahlen und Steuerung orientieren möchte, findet zudem im Controlling anschlussfähige Weiterbildungen.
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Weiterbildungen im Personalwesen reichen vom Kurzseminar bis zum Studium
Wer eine kaufmännische Berufsausbildung und einschlägige Berufspraxis vorweisen kann, bringt beste Voraussetzungen für eine Weiterbildung im Bereich Personalwesen mit. Entscheidend für den Erfolg ist die Wahl des richtigen Formats, denn die Angebote unterscheiden sich stark in Anspruch, Dauer und beruflichem Wert. Grundsätzlich lassen sich drei Kategorien unterscheiden.
Seminare und Kurse als Anpassungsqualifizierung
Seminare, Kurse und ähnliche Bildungsangebote fallen in die Kategorie der Anpassungsqualifizierungen. Sie zielen darauf ab, fehlendes Wissen nachzuholen, den Wissensstand zu aktualisieren oder einen inhaltlichen Schwerpunkt zu setzen. Sie dauern oft nur wenige Tage bis Wochen und eignen sich gut neben dem Beruf. Typische Themen sind:
- Personalentwicklung
- Recruiting
- Mitarbeiterführung
- Digitales Human Resource Management
Anerkannte Aufstiegsfortbildungen für den nächsten Karriereschritt
Wer im Personalwesen dauerhaft aufsteigen möchte, sollte an eine anerkannte Aufstiegsfortbildung denken, die einen höheren beruflichen Abschluss in Aussicht stellt. Diese Abschlüsse sind bundesweit einheitlich geregelt und bei Arbeitgebern anerkannt. Aufbauend auf Ausbildung und Berufspraxis kommen zum Beispiel infrage:
- Personalfachkaufmann/-frau (IHK)
- Personalreferent/in
- Betriebswirt/in für Personalwirtschaft
- Personaldienstleistungsfachwirt/in (IHK)
Der Personalfachkaufmann beziehungsweise die Personalfachkauffrau ist dabei der klassische Aufstiegsabschluss auf der Ebene des geprüften Fachwirts. Er qualifiziert für eigenverantwortliche Fach- und Führungsaufgaben im Personalwesen und ist über das Aufstiegs-BAföG förderfähig.
Berufsbegleitendes Studium für akademische Perspektiven
Angesichts der zunehmenden Akademisierung im HR-Bereich kann auch ein Studium der passende Weg sein. Berufsbegleitend lassen sich Bachelor- oder Masterabschlüsse in Personalmanagement, Human Resource Management oder Betriebswirtschaftslehre mit HR-Schwerpunkt erreichen, ohne den Job aufzugeben.
Kaufmännische Vorbildung und Berufspraxis öffnen die meisten Wege
Welche Voraussetzungen konkret gelten, hängt von der gewählten Weiterbildung ab. Für Seminare und Kurse bestehen in der Regel keine formalen Zugangshürden. Anerkannte Aufstiegsfortbildungen wie der Personalfachkaufmann setzen dagegen meist eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung sowie mehrere Jahre einschlägige Berufspraxis voraus. Für ein akademisches Studium wird zusätzlich eine Hochschulzugangsberechtigung benötigt, wobei viele Hochschulen inzwischen auch beruflich Qualifizierte ohne Abitur zulassen.
Unabhängig von den formalen Bedingungen kommt es im Personalwesen in besonderem Maße auf die persönliche Eignung an. Wer eine verantwortungsvolle Position im Personalmanagement anstrebt, sollte die folgenden Eigenschaften mitbringen:
- Durchsetzungsvermögen
- Organisationsgeschick
- Verantwortungsbewusstsein
- Offenheit und Empathie im Umgang mit Menschen
- Kommunikationsstärke
Dauer und Ablauf hängen von Weiterbildungsform und Lernmodell ab
Die Dauer einer Personalweiterbildung reicht von wenigen Tagen bis zu mehreren Jahren. Kurzseminare sind schnell absolviert, während eine anerkannte Aufstiegsfortbildung je nach Lernmodell mehrere Monate bis rund zwei Jahre in Anspruch nimmt. Ein berufsbegleitendes Studium erstreckt sich über sechs bis acht Semester. Die meisten Angebote lassen sich in verschiedenen Lernformen belegen, sodass sich für jede Lebenssituation ein passendes Modell finden lässt.
Ausführliche Informationen zu ortsunabhängigen Angeboten finden Sie in unserem Ratgeber zum Fernstudium. Wer flexibel bleiben muss, sollte allerdings bedenken, dass gerade das Fernlernen viel Eigenmotivation und eine gute Organisation von Beruf, Studium und Familie verlangt.
Bildungsgutschein und Aufstiegs-BAföG senken die Weiterbildungskosten
Eine Weiterbildung im Personalwesen erfordert Zeit, Energie und Geld. Vor allem private Anbieter erheben teilweise hohe Gebühren. Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen, denn für die meisten Wege stehen Fördermöglichkeiten bereit. Welche Förderung greift, hängt vor allem davon ab, ob Sie arbeitslos, von Arbeitslosigkeit bedroht oder bereits beschäftigt sind.
Die passende Förderung richtet sich nach Ihrer beruflichen Situation
Beim Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die vollen Lehrgangskosten, wenn die Weiterbildung notwendig ist und der Anbieter nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert ist. Wer aus dem Bezug von Grundsicherungsgeld (dem seit dem 1. Juli 2026 umbenannten Bürgergeld) heraus eine Weiterbildung aufnimmt, kann zusätzlich das Weiterbildungsgeld von 150 Euro monatlich sowie Prämien für bestandene Prüfungen erhalten. Details dazu erklärt unser Ratgeber zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Führt der Weg nicht über eine reine Weiterbildung, sondern über einen Berufswechsel, ist unter Umständen eine Umschulung über das Arbeitsamt der bessere Ansatz. Auch verwandte kaufmännische Qualifizierungen wie die kaufmännische Weiterbildung lassen sich auf denselben Wegen fördern.
Karriere und Gehalt entwickeln sich mit der erreichten Qualifikationsstufe
Je nach Einsatzbereich, Region und Qualifikation kann das Einkommen im Personalwesen deutlich variieren, weshalb pauschale Angaben nur der groben Orientierung dienen. Als Anhaltspunkt lässt sich ein Bruttojahresgehalt zwischen rund 32.000 und 50.000 Euro für Fachkräfte heranziehen; mit einem anerkannten Aufstiegsabschluss oder in einer Führungsposition sind 55.000 bis 70.000 Euro und mehr realistisch. Eine Personalleiterin in einem größeren Unternehmen verdient oft deutlich über 80.000 Euro.
Der berufliche Aufstieg verläuft typischerweise über mehrere Stufen: Von der Sachbearbeitung in der Personalverwaltung über die Position als Personalreferentin oder Personalreferent bis hin zur Personalleitung. Jede Weiterbildungsstufe erhöht dabei nicht nur die Verdienstchancen, sondern auch den Verantwortungsbereich und die strategische Bedeutung der Tätigkeit.
Spezialisierungen schärfen das Profil im Personalbereich
Unabhängig davon, ob es um Anpassungsqualifizierungen, Aufstiegsfortbildungen oder berufsbegleitende Studiengänge geht, bieten personalwirtschaftliche Qualifizierungen die Gelegenheit zur Spezialisierung. Wer sich fundiertes Spezialwissen aneignet, positioniert sich als gefragte Expertin oder gefragter Experte. Besonders gefragt sind derzeit die folgenden Teilgebiete:
- Personalentwicklung und Talentmanagement
- Recruiting und Employer Branding
- Personalcontrolling und HR-Analytics
- Arbeitsrecht und Entgeltabrechnung
- Digitalisierung von HR-Prozessen
Ein berufsbegleitendes Studium bildet die akademische Alternative
Weiterbildungsinteressierte, die sich für ein Studium entscheiden, müssen dazu keineswegs ihren Beruf aufgeben, sondern können berufsbegleitend studieren. Möglich machen dies vor allem das Abendstudium, das Teilzeitstudium und das Fernstudium. So bleibt die Vereinbarkeit mit Beruf und Familie gewahrt.
Bei der Fächerwahl ergeben sich vielfältige Möglichkeiten. Im berufsbegleitenden Studium lässt sich ein Bachelor oder Master in beispielsweise einem der folgenden Fächer anstreben:
- Betriebswirtschaftslehre
- Wirtschaftswissenschaften
- Personalmanagement
- Human Resource Management
Ein akademischer Grad kann sich als wichtiger Karrierebaustein erweisen, insbesondere für strategische und leitende Positionen. Gleichzeitig gilt: Ein Fernstudium erfordert eine hohe Eigenmotivation, gute Selbstorganisation und die Bereitschaft, eine zeitweise Mehrfachbelastung aus Beruf, Studium und Familie zu tragen. Wer diese Herausforderung annimmt, verbindet Theorie und Praxis auf ideale Weise.
Bei der Anbieterwahl zählen Zulassung und passende Lernform
Der Weiterbildungsmarkt im Personalbereich ist groß, entsprechend lohnt sich ein sorgfältiger Vergleich. Achten Sie darauf, ob der Anbieter für den geplanten Kurs AZAV-zertifiziert ist, denn nur dann kommt eine Förderung per Bildungsgutschein infrage. Prüfen Sie außerdem, ob Abschluss und Lernform zu Ihren Zielen und Ihrer Lebenssituation passen.






