Umschulung: Welche Berufe sind gefragt?

Das Wichtigste in KĂĽrze

  • Am stärksten gefragt sind 2026 Umschulungen in Pflege, IT, Handwerk, Erziehung und kaufmännischer Verwaltung – dort ist die FachkräftelĂĽcke besonders groĂź.
  • Ein Beruf gilt als zukunftssicher, wenn er in der Engpassanalyse der Bundesagentur fĂĽr Arbeit gefĂĽhrt wird und lange Vakanzzeiten aufweist.
  • In der Pflege sind bundesweit ĂĽber 200.000 Stellen offen, im Handwerk rund 250.000, im IT-Sektor rund 137.000 – wer hier umschult, hat sehr gute Jobchancen.
  • Die Umschulung ist bei Bezug von Arbeitslosengeld ĂĽber einen Bildungsgutschein in der Regel voll förderfähig.
  • Die richtige Wahl hängt immer von persönlichen Neigungen, Vorbildung und regionalem Arbeitsmarkt ab – eine Beratung im Jobcenter oder in der Agentur fĂĽr Arbeit ist der beste Startpunkt.

Gefragt sind vor allem Umschulungen in die Engpassbereiche Pflege, IT, Handwerk, Erziehung und kaufmännische Verwaltung. In diesen Feldern übersteigt der Bedarf der Betriebe die Zahl der verfügbaren Fachkräfte deutlich, sodass Umschülerinnen und Umschüler nach dem Abschluss meist schnell eine Stelle finden. Welcher Beruf im Einzelfall der richtige ist, hängt von den eigenen Interessen, der Vorbildung und dem regionalen Arbeitsmarkt ab.

Menschen, die eine Umschulung planen und in einem neuen Beruf durchstarten möchten, sollten den Berufswechsel gut vorbereiten. Insbesondere der Berufswahl sollten sie Aufmerksamkeit schenken, schließlich geht es darum, die Weichen für einen beruflichen Neustart zu stellen.

Auf der Suche nach dem passenden Umschulungsberuf sollte man stets den eigenen Wünschen und Vorstellungen folgen. Es ist schließlich wichtig, dass man in dem neuen Beruf zufrieden ist. Gleichzeitig sollte es sich um einen Umschulungsberuf mit Zukunft handeln. Deshalb lohnt es sich, die Situation auf dem Arbeitsmarkt zu betrachten und künftige Entwicklungen abzuschätzen. So lassen sich zukunftsträchtige Umschulungsberufe identifizieren und die Basis für einen erfolgreichen Berufswechsel schaffen.

In Anbetracht der Tatsache, dass angehende Berufswechsler/innen in ihrem bisherigen Job häufig bereits Perspektivlosigkeit erlebt haben, ist es besonders wichtig, eine Umschulung mit Zukunft zu absolvieren. Einen guten Überblick über alle Wege bietet unser Ratgeber zur Umschulung über das Arbeitsamt.

Jobsuche nach der Umschulung - gefragte Berufe auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Diese Umschulungsberufe sind besonders gefragt

Welche Umschulungsberufe besonders gefragt sind, lässt sich gut an der Nachfrage der Betriebe und an den Engpassanalysen der Bundesagentur für Arbeit ablesen. Einzelne Umschulungsanbieter und auch das Arbeitsamt können hierzu konkrete Zahlen vorlegen und so helfen, die aussichtsreichsten Umschulungen zu erkennen. Zugleich kommt es immer auf den jeweiligen Einzelfall an, welcher Umschulungsberuf die passende Wahl darstellt.

Die nachfolgende Liste ist beispielhaft zu verstehen und nennt Umschulungsberufe, die 2026 stark nachgefragt sind. Berufswechsler/innen können sich daran orientieren, sollten aber stets eine persönliche Entscheidung treffen, die ihre Situation und regionale Besonderheiten berücksichtigt.

Auffällig ist, dass sich diese Berufe auf wenige große Felder konzentrieren: Gesundheit und Pflege, IT, Technik und Handwerk sowie kaufmännische Verwaltung und Logistik. Genau in diesen Bereichen ist der Fachkräftemangel am größten, weshalb die Jobaussichten nach der Umschulung besonders gut sind.

Das macht Umschulungsberufe mit Zukunft aus

Dass der gewählte Umschulungsberuf Zukunft haben sollte, steht außer Frage und ist eine Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Berufswechsel. Interessierte fragen sich allerdings immer wieder, woran sie Umschulungsberufe mit Zukunft erkennen. Grundsätzlich ist eine ausführliche Beratung beim Arbeitsamt sehr hilfreich. Die dortigen Mitarbeiter/innen kennen den Arbeitsmarkt und wissen um aussichtsreiche Umschulungen.

Eine Umschulung in einem echten Mangelberuf erweist sich immer als sehr aussichtsreich. Unter anderem in der Pflege sowie im Erziehungswesen besteht ein akuter Personalmangel. Diesen können sich Berufswechsler/innen zunutze machen, indem sie eine entsprechende Umschulung in Angriff nehmen.

Darüber hinaus ist der IT-Bereich sehr aussichtsreich und bietet spannende Perspektiven. Insgesamt kann es sinnvoll sein, auch noch junge Berufe ins Auge zu fassen. Diese entstanden angesichts veränderter Arbeitsbedingungen, während zugleich noch keine allzu große Konkurrenz besteht.

Ein verlässlicher Anhaltspunkt ist die Engpassanalyse der Bundesagentur fĂĽr Arbeit. Sie zeigt, in welchen Berufen die sogenannte Vakanzzeit – also die Dauer, bis eine offene Stelle besetzt wird – besonders lang ist. Je länger diese Zeit, desto größer ist der Mangel und desto besser stehen die Chancen fĂĽr frisch ausgebildete Fachkräfte. In der Pflege liegt die Vakanzzeit inzwischen bei ĂĽber 240 Tagen, im IT-Bereich bei rund 210 Tagen. Das sind deutliche Signale fĂĽr einen dauerhaft hohen Bedarf.

Pflege, IT und Handwerk als Engpassbranchen

Drei groĂźe Felder ragen 2026 als Engpassbranchen heraus. Sie eignen sich besonders fĂĽr eine Umschulung, weil der Bedarf hier ĂĽber Jahre hinweg hoch bleiben wird.

Pflege und Gesundheit: Der demografische Wandel sorgt für eine steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen, während gleichzeitig viele erfahrene Kräfte in den Ruhestand gehen. Bundesweit sind mehr als 200.000 Stellen in der Pflege offen. Wer eine Umschulung zur Pflegefachkraft oder in einen Gesundheitsberuf beginnt, hat den Arbeitsplatz meist schon vor dem Abschluss sicher. Auch kaufmännische Gesundheitsberufe wie Kaufleute im Gesundheitswesen profitieren von dieser Entwicklung.

IT und Digitalisierung: Die digitale Transformation erhöht die Nachfrage nach IT-Fachkräften jeder Art. Laut Branchenverband bleiben rund 137.000 IT-Stellen unbesetzt. Besonders gefragt sind Fachinformatiker/innen für Systemintegration und Anwendungsentwicklung sowie Fachkräfte in den Bereichen IT-Sicherheit, Cloud und Datenverwaltung. Viele IT-Umschulungen lassen sich teilweise ortsunabhängig absolvieren.

Handwerk und Technik: Energiewende, Gebäudesanierung und E-Mobilität treiben den Bedarf an handwerklich-technischen Fachkräften. Im Handwerk sind rund 250.000 Stellen offen. Besonders knapp sind Fachkräfte in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie im Elektrohandwerk. Umschulungen zum Anlagenmechaniker, Elektroniker oder Mechatroniker führen daher in einen sehr aufnahmefähigen Arbeitsmarkt.

So findet man den passenden Umschulungsberuf

Ein gefragter Beruf allein macht noch keine gute Wahl. Entscheidend ist, dass der neue Beruf zu den eigenen Interessen, Fähigkeiten und Lebensumständen passt. Wer sich fĂĽr Technik begeistert, wird in einem Pflegeberuf auf Dauer nicht glĂĽcklich – und umgekehrt.

Hilfreich ist es, in mehreren Schritten vorzugehen. Zunächst lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen Stärken, Vorkenntnisse und körperlichen Belastbarkeit. Anschließend gleicht man diese mit den Anforderungen gefragter Berufe ab. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit und das Portal KURSNET helfen dabei, geeignete Umschulungen und AZAV-zugelassene Anbieter zu finden.

Auch der regionale Arbeitsmarkt spielt eine Rolle. In manchen Regionen sind bestimmte Branchen stärker vertreten als in anderen. Ein Blick in die örtlichen Stellenangebote und ein Gespräch mit der Arbeitsvermittlung zeigen, wo vor Ort besonders viele Kräfte gesucht werden. Wer flexibel ist und für den neuen Job auch umziehen würde, hat eine noch größere Auswahl.

Förderung der Umschulung über das Arbeitsamt

Wer arbeitslos ist oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann eine Umschulung häufig über das Arbeitsamt fördern lassen. Das zentrale Instrument dafür ist der Bildungsgutschein. Mit ihm übernimmt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren, Fahrtkosten und gegebenenfalls Kosten für die Kinderbetreuung.

Voraussetzung ist, dass die Umschulung notwendig ist, um die Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu verbessern, und dass Anbieter sowie Maßnahme nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zugelassen sind. Solche Angebote lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit recherchieren. Weiterführende Informationen zu Kursen und Qualifizierungen bietet auch unser Ratgeber zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.

Ob im Einzelfall ein Anspruch besteht, entscheidet die zuständige Stelle nach einer Beratung. Ein Rechtsanspruch auf einen Bildungsgutschein besteht nicht, die Bewilligung liegt im Ermessen der Sachbearbeitung. Deshalb ist ein frühzeitiges Beratungsgespräch der beste Weg, um die eigenen Möglichkeiten auszuloten.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt

Die Aussichten für Umschülerinnen und Umschüler in den gefragten Berufen sind derzeit sehr gut. Anfang 2026 waren in Deutschland rund 1,7 Millionen Stellen offen. Die größten Lücken bestehen in der Pflege, im Handwerk, in der IT und in der Erziehung. Gerade weil in diesen Bereichen strukturell zu wenige Fachkräfte nachrücken, bleibt der Bedarf auch in den kommenden Jahren hoch.

Neben der reinen Jobsicherheit unterscheiden sich die Berufe beim Verdienst. IT-Berufe bieten mit Einstiegsgehältern ab rund 45.000 Euro im Jahr überdurchschnittliche Perspektiven. Kaufmännische Berufe liegen im mittleren Bereich, soziale und pflegerische Berufe etwas darunter, dafür bieten sie eine hohe Krisensicherheit und sinnstiftende Tätigkeit.

Wichtig ist ein realistischer Blick: Manche Berufe erfordern körperliche Belastbarkeit, Schichtdienst oder Präsenz vor Ort, andere lassen sich flexibler gestalten. Wer diese Rahmenbedingungen von Anfang an mitdenkt, wählt eine Umschulung, die nicht nur gefragt ist, sondern auch langfristig zur eigenen Lebenssituation passt. Damit wird aus einem Berufswechsel ein stabiler Neustart.

So läuft die Umschulung in einen gefragten Beruf ab

Eine anerkannte Umschulung dauert bei einem Ausbildungsberuf in der Regel zwei bis zweieinhalb Jahre, weil die reguläre Ausbildungszeit verkürzt wird. Sie schließt mit einer Prüfung vor der zuständigen Kammer ab, etwa der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer. Der erworbene Abschluss ist mit dem einer klassischen Ausbildung gleichwertig und bundesweit anerkannt.

Der Ablauf gliedert sich meist in theoretischen Unterricht und praktische Phasen. Bei betrieblichen Umschulungen findet die Praxis direkt im Unternehmen statt, bei überbetrieblichen Umschulungen übernimmt ein Bildungsträger die Theorie und vermittelt Praktika. Gerade in gefragten Berufen bieten viele Betriebe Praktikums- und Umschulungsplätze an, weil sie den Nachwuchs dringend benötigen und Umschülerinnen und Umschüler oft direkt übernehmen.

Wer eine verkürzte Weiterbildung oder Teilqualifikation absolviert, kann in manchen Engpassbereichen schon nach wenigen Monaten als Helferin oder Helfer einsteigen und die volle Qualifikation berufsbegleitend nachholen. Das ist etwa in der Pflege, im Handwerk und in der IT verbreitet und ermöglicht einen besonders schnellen Wiedereinstieg ins Berufsleben.

Häufige Fragen zu gefragten Umschulungsberufen

Welche Umschulung ist 2026 am meisten gefragt?
Am stärksten gefragt sind 2026 Umschulungen in der Pflege, in der IT, im Handwerk, in der Erziehung und in der kaufmännischen Verwaltung. In diesen Feldern ist die Fachkräftelücke besonders groß. Fachinformatiker, Pflegefachkräfte, Erzieher, Kaufleute im Gesundheitswesen und für Büromanagement sowie Fachkräfte für Lagerlogistik gehören zu den beliebtesten und aussichtsreichsten Umschulungsberufen.
Woran erkennt man einen Umschulungsberuf mit Zukunft?
Ein zukunftssicherer Umschulungsberuf zeichnet sich durch eine hohe Nachfrage und lange Vakanzzeiten aus. Ein guter Anhaltspunkt ist die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit: Je länger offene Stellen unbesetzt bleiben, desto größer ist der Mangel. Berufe in Pflege, IT und Handwerk gelten wegen des demografischen Wandels und der Digitalisierung als besonders zukunftssicher.
Welche Berufe haben den größten Fachkräftemangel?
Den größten Fachkräftemangel verzeichnen Pflege mit über 200.000 offenen Stellen, das Handwerk mit rund 250.000 Stellen sowie die IT mit rund 137.000 Vakanzen. Auch bei Erzieherinnen und Erziehern fehlen bundesweit über 100.000 Kräfte. Diese Lücken bestehen dauerhaft, weil zu wenige Fachkräfte nachrücken, und bieten Umschülerinnen und Umschülern sehr gute Jobchancen.
Wird die Umschulung in einen gefragten Beruf vom Arbeitsamt bezahlt?
Ja, bei Bezug von Arbeitslosengeld oder bei drohender Arbeitslosigkeit ist eine Umschulung häufig über den Bildungsgutschein förderfähig. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter übernimmt dann Lehrgangs- und Prüfungskosten sowie Fahrt- und Betreuungskosten. Voraussetzung ist eine AZAV-zugelassene Maßnahme. Über einen Rechtsanspruch entscheidet die Sachbearbeitung nach einer Beratung.
Sollte man nur nach dem Fachkräftemangel entscheiden?
Nein, der Fachkräftemangel ist nur ein Kriterium. Ebenso wichtig sind die eigenen Interessen, Fähigkeiten, körperliche Belastbarkeit und Lebensumstände. Ein gefragter Beruf nützt wenig, wenn die Tätigkeit auf Dauer nicht zur Person passt. Am besten verbindet man gute Arbeitsmarktchancen mit persönlicher Eignung. Eine Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit hilft, beides in Einklang zu bringen.
Welche Umschulung bietet das höchste Gehalt?
Die höchsten Gehälter bieten in der Regel IT-Berufe wie Fachinformatiker oder Anwendungsentwickler mit Einstiegsgehältern ab rund 45.000 Euro und Aufstiegsmöglichkeiten deutlich darüber. Kaufmännische Berufe liegen im Mittelfeld, soziale und pflegerische Berufe etwas darunter. Diese punkten dafür mit maximaler Jobsicherheit. Das tatsächliche Gehalt hängt zusätzlich von Branche, Region und Berufserfahrung ab.
Redaktions-Tipp
Bevor du dich auf einen bestimmten Umschulungsberuf festlegst, vereinbare ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit oder im Jobcenter. Dort erfährst du, welche Berufe in deiner Region besonders gesucht werden und ob ein Bildungsgutschein in Frage kommt. So verbindest du gute Arbeitsmarktchancen mit einer Wahl, die zu dir passt.

Umschulung

Informationsportal rund um die Thematik Arbeitslosigkeit, Jobsuche und Weiterbildungsmöglichkeiten. Diese Website ist keine offizielle Website einer Arbeitsagentur oder einer anderen Behörde. mehr...