Umschulung Mechatroniker - Quereinstieg ĂĽber das Arbeitsamt

Die Umschulung zum Mechatroniker eröffnet Arbeitssuchenden einen anerkannten Ausbildungsberuf an der Schnittstelle von Mechanik, Elektronik und Informatik. Sie dauert in der Regel rund zwei Jahre, endet mit der IHK-Abschlussprüfung und kann bei Förderung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter über einen Bildungsgutschein vollständig finanziert werden. Wer arbeitssuchend ist und feststellt, dass der bisher ausgeübte Beruf keine Option mehr ist, findet damit einen Weg in einen gefragten technischen Beruf.

Wer ernsthaftes Interesse an einer Mechatroniker-Umschulung hat, sollte eine Beratung beim Arbeitsamt in Anspruch nehmen. Dort erfährt man Wissenswertes über den Ablauf der Maßnahme und kann sich besser vorstellen, wie der Berufswechsel in der Praxis funktioniert. Zunächst lohnt es sich, auf eigene Faust zu recherchieren und sich ein eigenes Bild zu machen.

Das Wichtigste in KĂĽrze

  • Die Umschulung zum Mechatroniker dauert als verkĂĽrzte MaĂźnahme meist rund zwei Jahre und schlieĂźt mit der IHK-AbschlussprĂĽfung ab.
  • Ăśber einen Bildungsgutschein der Agentur fĂĽr Arbeit oder des Jobcenters lassen sich Lehrgangs-, PrĂĽfungs- und Fahrtkosten in voller Höhe ĂĽbernehmen.
  • Voraussetzung ist meist eine abgeschlossene Erstausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung; eine einschlägige Vorbildung ist nicht nötig.
  • Mechatroniker verdienen als Fachkraft je nach Region und Branche ĂĽblicherweise rund 2.900 bis 3.600 Euro brutto im Monat.
  • Durch Fachkräftemangel in Industrie, Anlagenbau und Instandhaltung sind die Berufsaussichten gut und der Arbeitsmarkt stabil.

Mechatroniker montiert und wartet eine mechatronische Anlage in einer Industriehalle

Berufsbild Mechatroniker: Aufgaben und Verdienst

Bei einer geplanten Umschulung ist die Berufswahl eine wichtige Weichenstellung, denn es geht darum, die Chance auf den beruflichen Neuanfang gut zu nutzen. Deshalb lohnt es sich, das Berufsbild genau zu betrachten. Mechatroniker arbeiten an der Schnittstelle zwischen Mechanik, Informatik und Elektronik und erwarten dementsprechend abwechslungsreiche Aufgaben im Arbeitsalltag.

Mechanische, elektrische und elektronische Komponenten und Systeme stehen im Mittelpunkt der Mechatronik. Mechatroniker kümmern sich um Bau, Montage, Installation sowie Wartung und Instandhaltung. Insbesondere in den folgenden Bereichen können Angehörige dieses Berufs Fuß fassen:

  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Medizintechnik
  • Fahrzeugbau
  • Luft- und Raumfahrttechnik

Für angehende Umschüler sind die Verdienstmöglichkeiten ein großes Thema. Im Einzelfall gibt es deutliche Unterschiede je nach Region, Branche, Tarifbindung und Berufserfahrung. Als ausgebildete Fachkraft liegt das Bruttogehalt üblicherweise bei rund 2.900 bis 3.600 Euro im Monat, was etwa 35.000 bis 46.000 Euro brutto im Jahr entspricht. In tarifgebundenen Industriebetrieben und mit Schichtzulagen sind höhere Werte möglich.

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Per Umschulung Mechatroniker werden

Wer sich zum Mechatroniker umschulen lassen möchte, weiß, dass ein Einstieg ohne vorherige Qualifizierung in diesem Bereich kaum möglich ist. In der Mechatronik wird geballte Fachkompetenz verlangt, die eine außerbetriebliche Umschulung ebenso vermittelt wie die duale Ausbildung. Dafür sorgen die folgenden Inhalte auf dem Lehrplan:

  • Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit
  • Kommunikation und Organisation im Betrieb
  • PrĂĽfen, AnreiĂźen und Kennzeichnen
  • maschinelles und manuelles Spanen, Trennen und Umformen
  • FĂĽgen von Bauteilen
  • Montage und Demontage von Maschinen, Systemen und Anlagen
  • Zusammenbau von Baugruppen und Komponenten
  • Installation elektrischer und pneumatischer Komponenten
  • Programmierung und Steuerungstechnik
  • Qualitätssicherung

Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Mechatroniker-Umschulung

Neben den Inhalten sind auch die Bedingungen solcher MaĂźnahmen von Interesse. Menschen, die sich darauf einlassen, einen neuen Beruf von Grund auf zu erlernen, sollten wissen, worauf sie sich einlassen. Die folgende Ăśbersicht verschafft einen ersten Eindruck:

  • Voraussetzung: keine einschlägige Vorbildung nötig, in der Regel abgeschlossene Erstausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung
  • Dauer: rund 2 Jahre in Vollzeit, in Teilzeit entsprechend länger
  • Abschluss: anerkannter Berufsabschluss ĂĽber die IHK-AbschlussprĂĽfung
  • Kosten: mehrere Tausend Euro, bei Förderung meist voll ĂĽber Bildungsgutschein gedeckt

Fördermöglichkeiten für die Mechatroniker-Umschulung

Private Umschulungsanbieter erheben teils hohe Gebühren, die angehende Umschüler als große Hürde empfinden. Zudem handelt es sich um eine Qualifizierung ohne reguläre Vergütung, weshalb sich die Frage nach der Finanzierung der laufenden Lebenshaltungskosten stellt.

Menschen, die sich neu orientieren müssen, sind oft knapp bei Kasse und können sich das Unterfangen auf den ersten Blick nicht leisten. Hier hilft das Arbeitsamt weiter und kann in folgendem Maße fördern:

  • Bildungsgutschein fĂĽr Lehrgangs-, PrĂĽfungs- und Fahrtkosten
  • Weiterzahlung des Arbeitslosengeldes während der MaĂźnahme
  • ZuschĂĽsse zu Kinderbetreuung und auswärtiger Unterbringung

Voraussetzung ist, dass die Umschulung bei einem nach AZAV zugelassenen Anbieter stattfindet. Passende Maßnahmen und Anbieter lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden. Ob ein Bildungsgutschein ausgestellt wird, entscheidet die zuständige Vermittlungsfachkraft im Beratungsgespräch. Mehr zu geförderten Qualifizierungen findest du in unserer Übersicht zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.

Alternativen zur Mechatroniker-Umschulung

Der Beruf des Mechatronikers bietet viel Potenzial und ist unter Berufswechslern gefragt. Alternativ zu einer außerbetrieblichen Umschulung lässt sich auch eine berufsbegleitende Ausbildung ins Auge fassen und der Beruf somit in Teilzeit erlernen.

Auf der Suche nach Alternativen sollten angehende Berufswechsler zudem ähnliche Berufe berücksichtigen. Diese weisen einerseits Parallelen auf, setzen andererseits andere Schwerpunkte. Hier sind beispielsweise die folgenden Berufe zu nennen:

Einen vollständigen Überblick über technische und kaufmännische Berufe bietet unser Ratgeber zur Umschulung über das Arbeitsamt.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Mechatroniker

Eine erfolgreich abgeschlossene Umschulung zum Mechatroniker schafft eine solide Basis für den angestrebten Quereinstieg. Wer in der Mechatronik Fuß fassen konnte, sollte für den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit sorgen und im Sinne eines Aufstiegs an regelmäßigen Weiterbildungen interessiert sein.

Seminare und Kurse sind hier stets lohnende Optionen. DarĂĽber hinaus gibt es die folgenden anerkannten Fortbildungen:

  • Industriemeister Mechatronik
  • Industriemeister Elektrotechnik
  • Techniker Mechatronik
  • Techniker Elektrotechnik
  • Techniker Maschinentechnik
  • Technischer Fachwirt

In Zeiten zunehmender Akademisierung darf das berufsbegleitende Studium nicht unerwähnt bleiben. Trotz Job können Teilnehmende mit dem Bachelor oder Master einen akademischen Grad mit internationaler Anerkennung erlangen. Möglich macht dies ein Fernstudium oder anderweitiges Teilzeitstudium in beispielsweise Mechatronik, Elektrotechnik, Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen.

Die Mechatroniker-Umschulung dient als Fundament fĂĽr die zweite Karriere. Angesichts des lebenslangen Lernens ist es wichtig, sich weiterzubilden und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Auch dazu kann eine Beratung beim Arbeitsamt aufschlussreich sein.

Berufsbegleitende Ausbildung als Umschulungsalternative

Die duale Ausbildung zum Mechatroniker ist keineswegs alternativlos. Das zeigt unter anderem die Existenz der Umschulung. Außerdem gibt es die berufsbegleitende Ausbildung. Diese kommt als Teilzeitausbildung für Menschen mit familiären Verpflichtungen infrage.

So lässt sich der Mechatroniker-Beruf nebenbei von Grund auf erlernen. Wenn die Zeit für den beruflichen Wiedereinstieg gekommen ist, sind die Teilnehmenden gewappnet und können als Mechatroniker durchstarten.

Möglichkeiten für einen Quereinstieg

Mechatroniker ist ein anerkannter Beruf mit offiziellem Abschluss. Ohne diese Qualifikation ist eine Tätigkeit in diesem Beruf kaum möglich. Ein Quereinstieg ist dennoch nicht ausgeschlossen, schließlich lässt sich eine Umschulung oder berufsbegleitende Ausbildung absolvieren. Beide Varianten bieten die Möglichkeit, sich für einen Berufswechsel zu qualifizieren und den Abschluss nachzumachen.

Ein kompletter Quereinstieg ohne Ausbildung oder Umschulung ist eher schwierig. Nur Fachkräfte aus ähnlichen Bereichen, die beispielsweise den einen oder anderen Kurs zu mechatronischen Themen absolviert haben, können unter Umständen Fuß fassen. Die Regel ist das jedoch nicht.

Der Berufsalltag als Mechatroniker

Der Arbeitsalltag eines Mechatronikers ist geprägt vom Wechselspiel zwischen Mechanik, Elektrik und Steuerungstechnik. Ein typischer Tag beginnt oft mit der Sichtung von Aufträgen und Störungsmeldungen. Anschließend geht es an die Fehlersuche an Maschinen und Anlagen, bei der sich mechanische Ursachen ebenso finden lassen wie fehlerhafte Sensoren oder Programmierfehler in der Steuerung.

Zu den wiederkehrenden Aufgaben zählen der Aufbau und die Inbetriebnahme neuer Anlagen, die regelmäßige Wartung nach Plan sowie das schnelle Beheben ungeplanter Ausfälle. Mechatroniker lesen technische Zeichnungen und Schaltpläne, montieren Baugruppen, verdrahten elektrische Komponenten und prüfen die Funktion mit Messgeräten. In modernen Betrieben kommt die Arbeit mit speicherprogrammierbaren Steuerungen hinzu, deren Programme angepasst und getestet werden.

Teamarbeit spielt eine große Rolle, denn viele Aufgaben werden in Abstimmung mit der Produktion, der Instandhaltung und externen Dienstleistern erledigt. Je nach Betrieb sind Schichtarbeit und Rufbereitschaft üblich, weil Produktionsanlagen rund um die Uhr laufen. Wer gern praktisch arbeitet, technische Zusammenhänge mag und lösungsorientiert denkt, findet in diesem Beruf ein passendes Umfeld.

Berufsaussichten und Stellenangebote

Ein Berufswechsel ist vor allem dann sinnvoll, wenn der neue Beruf deutlich bessere Aussichten bietet. Interessierte an der Mechatroniker-Umschulung sollten sich daher mit der Lage auf dem Arbeitsmarkt befassen und aktuelle Stellenangebote sichten.

Dabei zeigen sich gute Perspektiven, denn in der Industrie, im Anlagenbau und in der Instandhaltung werden mechatronische Fachkräfte gesucht. Der technische Wandel hin zu automatisierten und vernetzten Anlagen sorgt dafür, dass Mechatroniker mit ihrem breiten Wissen über Mechanik, Elektronik und Software gefragt bleiben. Auch die Energiewende und der Ausbau von Automatisierung stützen die Nachfrage.

Passende Stellen finden sich unter anderem in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit sowie über gängige Stellenportale. Wer bereit ist, überregional zu suchen oder in Schichtbetrieben zu arbeiten, verbessert seine Chancen zusätzlich. Aufgrund des Fachkräftemangels bestehen für qualifizierte Mechatroniker vielerorts stabile Beschäftigungsaussichten.

So läuft die IHK-Abschlussprüfung ab

Die Umschulung endet mit der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK). Sie ist in zwei zeitlich getrennte Teile gegliedert, deren Ergebnisse gemeinsam über das Bestehen entscheiden. Teil 1 findet bereits während der Maßnahme statt und deckt Grundlagen des Berufs ab, Teil 2 bildet den Abschluss.

Der schriftliche Bereich umfasst die Prüfungsbereiche mechatronische Systeme, Auftragsplanung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Hier werden technische Berechnungen, das Lesen von Plänen und das Verständnis für Abläufe abgefragt. Der praktische Teil besteht aus einem betrieblichen Auftrag oder einer praktischen Arbeitsaufgabe, ergänzt durch ein begleitendes Fachgespräch, in dem die Prüflinge ihr Vorgehen erläutern.

Zur Vorbereitung bieten viele Bildungsträger gezielte Prüfungsvorbereitung, Übungsaufgaben und Probeprüfungen an. Wer die Prüfungsstruktur früh kennt und regelmäßig übt, geht sicherer in die Prüfung. Nach bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmenden einen bundesweit anerkannten Berufsabschluss, der die Grundlage für den beruflichen Neustart bildet.

Häufige Fragen zur Umschulung Mechatroniker

Wie lange dauert die Umschulung zum Mechatroniker?
Als geförderte Umschulung dauert die Maßnahme in Vollzeit meist rund zwei Jahre und ist damit gegenüber der regulären dreieinhalbjährigen Ausbildung verkürzt. In Teilzeit verlängert sich die Dauer entsprechend. Enthalten sind Theorieunterricht, Praxisphasen und betriebliche Praktika, die auf die IHK-Abschlussprüfung vorbereiten.
Was kostet die Mechatroniker-Umschulung?
Bei privaten Bildungsträgern belaufen sich die Kosten auf mehrere Tausend Euro für Lehrgang, Prüfung und Material. Wird die Umschulung über einen Bildungsgutschein gefördert, übernimmt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter diese Kosten in der Regel vollständig, häufig samt Fahrt- und Betreuungskosten.
Welche Voraussetzungen muss ich erfĂĽllen?
Eine einschlägige Vorbildung ist nicht nötig. Meist wird eine abgeschlossene Erstausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung erwartet. Technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und Interesse an Elektronik und Software sind hilfreich. Ob eine Förderung möglich ist, klärt das Beratungsgespräch beim Arbeitsamt.
Wie viel verdient man als Mechatroniker?
Als ausgebildete Fachkraft liegt das Bruttogehalt üblicherweise bei rund 2.900 bis 3.600 Euro im Monat. Die genaue Höhe hängt von Region, Branche, Tarifbindung und Berufserfahrung ab. In tarifgebundenen Industriebetrieben und mit Schichtzulagen sind höhere Verdienste möglich.
Wird die Umschulung vom Arbeitsamt bezahlt?
Ja, sofern die Voraussetzungen vorliegen und die Umschulung bei einem AZAV-zugelassenen Anbieter stattfindet. Über einen Bildungsgutschein werden Lehrgangs- und Prüfungskosten übernommen, während des Bezugs von Arbeitslosengeld läuft dieses in der Regel weiter. Die Entscheidung trifft die zuständige Vermittlungsfachkraft.
Welche Berufe ähneln dem Mechatroniker?
Verwandte Berufe sind unter anderem Industriemechaniker, Kfz-Mechatroniker, Elektroniker und Zerspanungsmechaniker. Sie teilen technische Grundlagen, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Für viele dieser Berufe gibt es ebenfalls geförderte Umschulungen, sodass sich ein Vergleich vor der Entscheidung lohnt.
Achtung! Tipp aus der Redaktion

Wenn es um Chancen fĂĽr einen beruflichen Neubeginn geht, kann eine Umschulung zum Mechatroniker sehr aussichtsreich sein. Interessierte sollten allerdings nichts ĂĽberstĂĽrzen und auch den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beherzigen.

Nehmen Sie mit verschiedenen Umschulungsanbietern Kontakt auf

FĂĽr die auĂźerbetriebliche Mechatroniker-Umschulung kommen verschiedene Anbieter in Betracht. Daher sollte man sich einen Ăśberblick verschaffen und beim Arbeitsamt beraten lassen. AZAV-zugelassene Anbieter lassen sich ĂĽber KURSNET der Bundesagentur fĂĽr Arbeit finden.

Im letzten Schritt kann man mit verschiedenen Anbietern in Kontakt treten und sich so einen persönlichen Eindruck verschaffen. Anhand dessen lässt sich die individuell passende Wahl treffen.

Umschulung

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